Nach dem Sturm der Schnee

11. Februar 2019, 8 Kommentare
Themen: Wetter

Hinter dem Sturmtief Uwe vom Sonntag floss am Montag hochreichend kalte und labil geschichtete Luft aus Nordwesten zum Alpenraum.

Blick Mitte Vormittag vom Bantiger gegen Schneeschauerzelle über dem Mittelland. Bildquelle https://bantiger.roundshot.com/
Blick Mitte Vormittag vom Bantiger gegen Schneeschauerzelle über dem Mittelland. Bildquelle https://bantiger.roundshot.com/

Nordwestlage

Vergrösserte Ansicht: Auf der Bodenanalyse kurz nach Mittag ist die Nordwestlage zwischen dem Tief mit Kern über dem Baltikum und dem Hoch mit Zentrum im Norden Spaniens gut zu sehen. Ebenfalls das ausgeprägte Nordstauknie über dem Alpenraum.
Auf der Bodenanalyse kurz nach Mittag ist die Nordwestlage zwischen dem Tief mit Kern über dem Baltikum und dem Hoch mit Zentrum im Norden Spaniens gut zu sehen. Ebenfalls das ausgeprägte Nordstauknie über dem Alpenraum.
Deutscher Wetterdienst

Zwischen einem Hoch mit Zentrum über dem Norden Spaniens und einem Tief über dem Baltikum lag die Schweiz heute unter einer nordwestlichen Anströmung. Am Alpennordhang  staute sich diese und weiter südlich stiess der Nordwind bis in die Niederungen der Alpensüdseite vor.

Kaltfront von Sturmtief Uwe brachte gestern höchste Böen nach Redaktionsschluss

Vergrösserte Ansicht: Wasserdampffahne des KKW Leibstadt: auch heute wehte der Westwind noch, allerdings deutlich weniger stark als am Vortag.
Wasserdampffahne des KKW Leibstadt: auch heute wehte der Westwind noch, allerdings deutlich weniger stark als am Vortag.
M. Kopp

Rückblickend wurden gestern Abend nach Redaktionsschluss - mit der zu Sturmtief Uwe gehörenden Kaltfront - in der Ostschweiz lokal noch ein paar stärkere Windböen - als im gestrigen Blog erwähnt worden waren - gemessen. In den Niederungen war das in Sax im mittleren St. Galler Rheintal mit 114.8 km/h sowie in Bad Ragaz mit 107.6 km/h der Fall. Dabei entstanden lokal auch Sachschäden an Häusern. In den Bergen waren es im gleichen Zeitraum auf dem Säntis maximal 146.5 und auf dem Crap Masegn 159.8. km/h.

Wieder Schnee bis in die Niederungen

Vergrösserte Ansicht: Winter-Impressionen von der Ibergeregg: auch nach dem Tauwetter der letzten Tage liegt immer noch viel Schnee. Heute kamen wieder etwa 20 cm Neuschnee dazu.
Winter-Impressionen von der Ibergeregg: auch nach dem Tauwetter der letzten Tage liegt immer noch viel Schnee. Heute kamen wieder etwa 20 cm Neuschnee dazu.
D. Gerstgrasser

Hinter der Kaltfront sank die Schneefallgrenze in der Nacht auf Montag wieder bis in die Niederungen hinab. Am Montagmorgen wurden in den Niederungen aber nur lokal wenige Zentimeter Neuschnee gemessen. In den Bergen dagegen wurden 10 bis 25 cm, lokal bis 35 cm, im Berner Oberland sowie im äussersten Südwesten des  Wallis lokal sogar 40 bis 60 cm Neuschnee  registriert.

Schneeschauer vor allem noch am Alpennordhang und in Graubünden

Vergrösserte Ansicht: Blick von der wolkenverhangenen Klewenalp Richtung aufgehellterem Mittelland und Rigi in Wolken (rechts).
Blick von der wolkenverhangenen Klewenalp Richtung aufgehellterem Mittelland und Rigi in Wolken (rechts).
M. Liniger

Tagsüber gab es am Montag im Flachland der Alpennordseite kurze, vereinzelt auch längere Aufhellungen abwechselnd  mit lokalen Schneeschauern. Auf den Jurahöhen und längs der Voralpen und Alpen sowie in Graubünden war es staubedingt meist stark bewölkt, und es schneite noch häufiger.

Im Süden mit Nordwind meist sonnig

Vergrösserte Ansicht: Auf dem hochaufgelösten Satellitenbild (250 m) vom späteren Vormittag ist die Staubewölkung nördlich der Alpen und die Wolkenauflösung südlich davon zu erkennen.
Auf dem hochaufgelösten Satellitenbild (250 m) vom späteren Vormittag ist die Staubewölkung nördlich der Alpen und die Wolkenauflösung südlich davon zu erkennen.
Polarumkreisender Satellit Terra der NASA

Im Wallis gab es bereits etwas grössere Aufhellungen und nur noch vereinzelt Schauer. Südlich des Alpenhauptkamms war es zunehmend trocken und sonnig, im Mittel- und Südtessin mit Nordwind meist sonnig.

Im Norden kühl, im Süden mit Nordwind milder

Vergrösserte Ansicht: Zwischen dem Ballonaufstieg in Payerne (VD) um 00 Uhr UTC (grün) und 12 Uhr UTC (schwarz) ändert sich die Lufttemperatur (ausgezogene Linie) und der Taupunkt (gestrichelte Linie) vorerst noch wenig.
Zwischen dem Ballonaufstieg in Payerne (VD) um 00 Uhr UTC (grün) und 12 Uhr UTC (schwarz) ändert sich die Lufttemperatur (ausgezogene Linie) und der Taupunkt (gestrichelte Linie) vorerst noch wenig.
MeteoSchweiz

Die Temperatur erreichte in den Niederungen im Norden und im Wallis maximal 4 bis 6 Grad.  Am mildesten war es im Mittel- und Südtessin mit 10 bis 12 Grad, allerdings fühlten sich diese mit böigem Nordwind deutlich kühler an. In 2000 Metern Höhe wurden im Norden maximal -8, im Süden -6 Grad gemessen.

Über den Alpen und im Süden mässiger bis starker Nordwind.

Vergrösserte Ansicht: Auch auf der Ibergeregg wurde heute der Neuschnee zeitweise noch herumgeblasen.
Auch auf der Ibergeregg wurde heute der Neuschnee zeitweise noch herumgeblasen.
D. Gerstgrasser

Im Flachland der Alpennordseite wehte noch ein schwacher bis mässiger Südwest- bis Westwind, in den Bergen ein mässiger bis starker, in Kammlagen teils noch stürmischer  West- bis Nordwestwind. Auf der Alpensüdseite blies wie schon erwähnt ein mässiger bis starker Nordwind bis in  die Niederungen.

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Kommentare (8)

  1. MeteoSchweiz, 12.02.2019, 10:45

    Am Montagmorgen wurden im Berner Oberland folgende Neuschneemengen der letzten 24 Stunden gemessen: in Grindelwald Bort 38 cm, in Mürren 41 cm und auf dem Stockhorn 48 cm.

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  2. Hans Etter, GVA St.Gallen, 12.02.2019, 10:19

    Wir sind an der Aufarbeitung der Schadenfälle im St.Galler Rheintal. Nun haben wir anhand der Messstationen festgestellt, dass die maximalen Windspitzen im Bereich Sennwald aus südlicher und diejenigen im Bereich Altstätten aus westlicher Richtung auftraten. In Montlingen sind die Schäden wie in einer Schneise in südwestlicher Richtung aufgetreten. Frage: können sich die beiden Windgeschwindigkeiten dort vektoriell verstärkt haben? Die Richtung der Schneise weist jedenfalls darauf hin.

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    1. MeteoSchweiz, 18.02.2019, 13:58

      Zur Beurteilung der Windsituation am 10. Februar 2019 im St. Galler Rheintal ist eine genauere synoptische Analyse nötig. Für die Bestellung einer entsprechenden Expertise (kostenpflichtig) wenden Sie sich bitte an unseren Kundendienst: kundendienst@meteoschweiz.ch

  3. Imbach, 12.02.2019, 08:17

    Der Text stimmt wieder nicht wie so oft. Das Flachland bei uns ist grün und es regnete nur.

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    1. Heinz Forter, Basel, 12.02.2019, 09:42

      Doch, der Text stimmt:
      "Am Montagmorgen wurden in den Niederungen aber nur lokal wenige Zentimeter Neuschnee gemessen." Daneben gab es eben viele "Lokale", welche schneefrei blieben. Wie üblich auch bei uns in Basel. Hier ist eine geschlossene Schneedecke von wenigen cm. welche mehrere Tage liegen bleibt, fast schon ein Jahrhundertereignis.

  4. Erwin, 12.02.2019, 01:01

    Die Grafiken zu Neuschnee und Gesamtschnee weisen manchmal Fehler auf. Aktuelles Beispiel: Fribourg.

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    1. MeteoSchweiz, 12.02.2019, 10:50

      Ja, da haben Sie recht, hier handelt es sich um einen Fehler: richtig sollten es in diesem Fall am Montagmorgen bei 10 cm Neuschnee auch 10 cm Gesamtschnee sein.

  5. Stefan, 11.02.2019, 21:05

    Guten abend

    Jetzt möchte ich noch wissen welche Stationen vom Berner Oberland über 40cm Neuschnee meldeten. Das muss dann wohl auf einem Berg gewesen sein. Und selbst bei den doch recht grossen Niederschlagmengen, die es gab, nicht ganz einfach. ;-)
    Nun und das mit dem Stau. Zu den am längsten trockenen Orten gehörten vor allem ein paar richtig im Gebirge. Zwischen Grindelwald und dem Kandertal (da gabs bis 8 Uhr einiges an Schnee, mehr als es wohl selbst im Jura sein wird bis am Schluss). Der Tag war in dem Bereich ab 8 bis 10 Uhr morgens als ziemlich trocken zu betiteln. An den Messwerten schön zu sehen wann der Stau beendet war. Die Station Lauterbrunnen war bestimmt auch nicht defekt. Ganz anders ganz weit draussen im Mittelland, obwohl da sogar weniger bewölkt insgesamt. Das Passwort für das alles lautete Westwind.
    Der Unterschied zum Wallis war am Ende also dann doch hauptsächlich viel weniger Wind tagsüber beim Wintersport Wetter. Aber das sind halt die seltsamkeiten in der Mitte vom Kanton Bern. Wobei sich so Ecken wie Glarus, Elm, Altdorf sich auch fragen durften was mit dem Stau geschehen ist :-D

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