Ungeliebte Dauergäste

14. März 2019, 17 Kommentare
Themen: Wetter

Vor zwei Tagen war an dieser Stelle vom rastlosen Gast 'dem Zwischenhoch' die Rede. Heute schauen wir uns an, welche Gäste denn stattdessen seinen Platz eingenommen haben und wann sie sich möglicherweise wieder verabschieden.

Grauer Himmel heute über der Halbinsel Au am Zürichsee.
Grauer Himmel heute über der Halbinsel Au am Zürichsee.

Wetterlage

Vergrösserte Ansicht: Bodendruckanalyse vom DWD heute Morgen. Isobaren (schwarz), Kaltfront (blau), Warmfront (rot).
Bodendruckanalyse vom DWD heute Morgen. Isobaren (schwarz), Kaltfront (blau), Warmfront (rot).
DWD

Die Schweiz liegt zwischen einem Tiefdruckkomplex über der Nordsee und einem Hochdruckgebiet über dem nahen Atlantik in einer starken bis stürmischen Nordwestströmung. Darin eingelagert überqueren Störungen in rascher Folge den Alpenraum. Heute Morgen erreichte uns eine Okklusion. Im Laufe des Nachmittags und Abends folgt eine Warmfront.

Dauergast Nr. 1: Der Niederschlag

Vergrösserte Ansicht: Ein Blick auf die Niederschlagsmengen zeigt, dass in den letzten 24 Stunden auf der Alpennordseite verbreitet 5 bis 20 mm gefallen sind. Wobei die Niederschlagsschwerpunkte vor allem am Nordrand der Schweiz sowie über dem Jura auszumachen sind.
Ein Blick auf die Niederschlagsmengen zeigt, dass in den letzten 24 Stunden auf der Alpennordseite verbreitet 5 bis 20 mm gefallen sind. Wobei die Niederschlagsschwerpunkte vor allem am Nordrand der Schweiz sowie über dem Jura auszumachen sind.
MeteoSchweiz

In der Nacht auf heute erreichte ein okkludierendes Frontensystem die Alpennordseite und brachte verbreitet Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag dabei um 700 Meter. Im Laufe des Nachmittags folgte eine Warmfront und führte erneut zu einer Intensivierung der Niederschläge sowie zu einem Ansteigen der Schneefallgrenze gegen 900 Meter.

Die Höchsttemperatur erreichte heute auf der Alpennordseite bescheidene 5 bis 8 Grad.

Dauergast Nr. 2: Der Wind

Die Schweiz lag heute im Bereich einer stürmischen nordwestlichen Höhenströmung. Auf dem Säntis wurden 145 km/h registriert, während auf dem Titlis 130 km/h gemessen wurden. Die eher stabile Luftschichtung sowie der teils intensive Regen verhinderten grösstenteils das heftige Durchgreifen des Windes bis ins Flachland. Trotz allem, auch an den Flachlandstation wurden Böenspitzen zwischen 50 und 70 km/h gemessen.

Sonne nur im Tessin

Vergrösserte Ansicht: Sonniger Start in den Tag: In Ascona war es am Morgen (ca. 8 Uhr Lokalzeit) praktisch wolkenlos.
Sonniger Start in den Tag: In Ascona war es am Morgen (ca. 8 Uhr Lokalzeit) praktisch wolkenlos.
roundshot

Wem die oben genannten Gäste langsam doch etwas aufsässig wurden, der fand sein Glück heute auf der Alpensüdseite. Besonders am Morgen wirkten die Alpen als eigentliche Wetterscheide. Dort startete der Tag nämlich praktisch wolkenlos. Doch die stürmische Höhenströmung machte sich auch dort im Laufe des Vormittags bemerkbar. Und zwar in dem immer dichtere hohe Wolkenfelder auch übers Tessin zogen. So verzeichnete am Nachmittag einzig das Südtessin noch nennenswerten Sonnenschein. Die Temperaturen erreichten auf der Alpensüdseite 14 Grad.

Wann verabschieden sich diese Gäste denn nun wieder?

Vergrösserte Ansicht: Die Ensemble-Vorhersagen des ECMWF zeigen für die Station Zürich für nächste Woche einen deutlichen Druckanstieg (unterste Grafik). Auch in den Niederschlagsvorhersagen (mittlere Grafik) zeigt sich ab Mittwoch ein Trend zu trockenem Wetter.
Die Ensemble-Vorhersagen des ECMWF zeigen für die Station Zürich für nächste Woche einen deutlichen Druckanstieg (unterste Grafik). Auch in den Niederschlagsvorhersagen (mittlere Grafik) zeigt sich ab Mittwoch ein Trend zu trockenem Wetter.

Das Ende des Wechselhaften Wetters (und somit der Abschied der Gäste Wind und Niederschlag) taucht tatsächlich am Horizont der Vorhersagemodelle auf. Und zwar in Form eines länger andauernden Hochs, welches sich ab Mitte nächster Woche bei uns zu etablieren scheint.

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Kommentare (17)

  1. Timo Stammwitz, 16.03.2019, 00:26

    Die gefallene Neuschneemenge der letzten 24h kompensiert knapp 2 Hitzetage in der Gletscherbilanz. Man rechne, wie viele solcher schönen Warmfrontfolge-Staulagen wir heute bräuchten, um auch in Zukunft noch Gletscher in den Alpen anzutreffen.

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  2. Säntisfee, 15.03.2019, 20:55

    80 mm Regen auf dem Säntis und ausschliesslich dort? Sonst ist's mehrheitlich weniger als 20 mm. Der Säntis ist ja der Regenpol der Schweiz, aber solche Unterschiede erstaunen schon.

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  3. Stephan, 15.03.2019, 16:28

    Regen ist noch länger dringend nötig. Im Mittelland sind die nicht von Oberflächengewässern gespeisten Grundwasservorkommen immer noch sehr sehr tief seit dem letzten Sommer/Herbst!

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  4. Stähli, 15.03.2019, 14:39

    Diese Art der Berichterstattung ist für ein erhöhtes Bewusstsein um die Kostbarkeit WASSER definitiv nicht förderlich. Denn es ist trügerisch, in der Annahme zu sein, dass Wasser aus dem Wasserhahn kommt.

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    1. Andrej, 16.03.2019, 21:45

      Also bei mir kommt Wasser aus dem Dusch/Wasserhahn, aber auch in der Toilette habe ich welches.

  5. Hyppo, 15.03.2019, 13:29

    Hauptsache, man hat etwas zum Jammern...

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  6. Arlette Yildiz, 15.03.2019, 12:52

    Nachdem ich eine Weile in der Wüste von Arizona verbracht habe, schätze ich jeden Tag mit Regen. Besonders seit der Trockenheit im letzten Sommer.

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    1. M. Bucher, 15.03.2019, 17:42

      Schon, dass Sie mit einer Flugreise um die halbe Welt für die Klimathematik sensibilisiert werden konnten... nächstes Mal schauen Sie sich doch einen Dokumentarfilm an und sparen den Flug und den Kerosinverbrauch (damit können sie ein Jahr lang Autofahren)

  7. Doris, 15.03.2019, 10:59

    Dieser wertvolle Gast darf ruhig noch bleiben, bevor man den nächsten Gast bis Ende Jahr ertragen müssen............

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  8. Andrej, 15.03.2019, 10:56

    Also bei mir sind diese Gäste immer hoch willkommen, ich liebe Regen und Wind, jeh mehr, desto besser.... Am liebsten noch mit Gewitter.

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  9. Doris, 15.03.2019, 08:47

    Dieser Gast darf ruhig noch bleiben! Bevor der nächste Gast bis Ende Jahr bleibt.........

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  10. Althaus Hans Peter, 15.03.2019, 08:33

    Regen ist immer hochwillkommen! Wer weiss wie schnell die Bise wieder alles wieder alles austrocknet........

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  11. Horst Naujoks, 14.03.2019, 22:58

    Wechselnde Gäste machen das Leben spannend. Mir sind alle willkommen, auch die die 'regelmässig' wieder reinschauen :-)

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  12. Glögglifrösch, 14.03.2019, 21:12

    Regensegen ist ein gern gesehener Gast!
    sei willkommen!

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  13. Wolfgang, 14.03.2019, 20:06

    Da hat das Tessin den eindeutig besten Dauergast.

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  14. Andreas, 14.03.2019, 19:36

    Besser und erfreulichere Gäste als die ständige und regelrechte Hochdruckpest letztes Jahr.

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    1. Chorsänger, 15.03.2019, 17:16

      Dank sei dir Gott, du tränkest das durstge Land! Schlusschor des ersten Teils des Oratoriums Elias von Felix Mendelssohn