Unten grau, oben weiss

15. März 2019, 2 Kommentare
Themen: Wetter

Mit einer starken nordwestlichen Höhenströmung wurden seit gestern Morgen wiederholt feuchte Luftmassen zur Alpennordseite geführt. Es wurden intensive Niederschläge ausgelöst, welche in den Bergen zu einem grossen Teil als Schnee fielen. Im heutigen Blog schauen wir uns an, wo wieviel Neuschnee gefallen ist.

Tiefverschneites Obersaxen heute morgen (Foto: F. Hoff).
Tiefverschneites Obersaxen heute morgen (Foto: F. Hoff).

Wetterlage

Vergrösserte Ansicht: Die Bodendruckanalyse des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt die Warmfront, welche die Schweiz heute im Tagesverlauf überquert hat.
Die Bodendruckanalyse des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt die Warmfront, welche die Schweiz heute im Tagesverlauf überquert hat.
DWD

Auch heute lag die Schweiz im Einflussbereich einer starken nordwestlichen Höhenströmung. Mit einer Warmfront wurden weiterhin feuchte und milde Luftmassen zum Alpenraum geführt.

Viel Weiss in den Bergen

Vergrösserte Ansicht: Neuschneekarte vom SLF für die vergangenen drei Tage.
Neuschneekarte vom SLF für die vergangenen drei Tage.
SLF

Die andauernden Schneefälle haben am Donnerstagmorgen ihren Anfang genommen. Seit dann wurden mit der nordwestlichen Höhenströmung immer wieder sehr feuchte Luftmassen zu den Alpen geführt. Dementsprechend fiel dort während den letzten 36 Stunden intensiver und anhaltender Niederschlag. Die Neuschneekarte vom SLF für die vergangenen drei Tage (bis heute Morgen) zeigt über den Alpen Neuschneemengen von 30 bis 60, lokal bis 77 cm. Dabei fällt auf, dass die Niederschläge aufgrund der stürmischen Höhenströmung recht weit ins Tessin verfrachtet wurden. Bis Redaktionsschluss dürften oberhalb von 1500 Meter nochmals 10 bis 30 cm Neuschnee dazugekommen sein.

 Während des Tages stieg die Schneefallgrenze von 1200 auf 1600 Meter. So dass sich der Himmel unterhalb dieses Bereichs meist in einem einheitlichen grau zeigte und Dauerregen fiel.

Uneinheitliche Schneefallgrenze

Vergrösserte Ansicht: Der Verlauf der Schneefallgrenze für die Stationen Disentis (blau), Engelberg (rot) und Koppigen (grün) verlief sehr unterschiedlich. Während die Schneefallgrenze in Koppigen bei Bern seit gestern kontinuierlich von 600 auf 1200 Meter heute Morgen anstieg, verblieb sie in Disentis bis heute Mittag bei 1000 Meter. In Engelberg dagegen stieg sie bereits gestern auf 1200 Meter und erreichte heute im Tagesverlauf 1750 Meter.
Der Verlauf der Schneefallgrenze für die Stationen Disentis (blau), Engelberg (rot) und Koppigen (grün) verlief sehr unterschiedlich. Während die Schneefallgrenze in Koppigen bei Bern seit gestern kontinuierlich von 600 auf 1200 Meter heute Morgen anstieg, verblieb sie in Disentis bis heute Mittag bei 1000 Meter. In Engelberg dagegen stieg sie bereits gestern auf 1200 Meter und erreichte heute im Tagesverlauf 1750 Meter.
MeteoSchweiz

Am Donnerstag lag die Schneefallgrenze zunächst noch um 700 Meter. Im weiteren Verlauf stieg sie kontinuierlich auf 1600 Meter an. In den inneralpinen Tälern der östlichen Alpen verblieb die Schneefallgrenze jedoch bis am Freitagmittag noch zwischen 700 und 900 Meter, so zum Beispiel in der Surselva. In Engelberg hingegen, wo die Nordwestwinde das Tal recht gut erreichen, stieg die Schneefallgrenze sogar auf 1750 Meter.

Grau im Norden, blau im Süden

Wie erwartet bekam man auch heute die Sonne auf der Alpennordseite und in den Alpen nicht zu Gesicht. Je weiter sich man Richtung Süden von den Alpen entfernte, desto mehr Sonne konnte tagsüber genossen werden. So verzeichnete das Südtessin bis Redaktionsschluss bis 10 Sonnenstunden und Biasca immerhin noch 6 Stunden Sonne. Und bei einer Höchsttemperatur von 20 Grad kamen schon fast Frühlingsgefühle auf.

Im Norden lassen die milden Temperaturen bis morgen noch auf sich warten. Hier wurden heute 10 bis 14 Grad gemessen.

Nachtrag zu gestern

Gestern erwähnten wir an dieser Stelle, dass die Höchsttemperaturen im Flachland der Alpennordseite 5 bis 8 Grad erreichten. Eine altbekannte Weisheit hat uns jedoch gelehrt, dass wir den Tag nicht vor dem Abend loben sollten. Daher warfen wir Meteorologen heute nochmals einen Blick auf die Höchsttemperaturen von gestern. Und siehe da: die Temperatur stieg etwa in Altdorf nach Redaktionsschluss noch auf 11 Grad. Gehen wir diesem Phänomen auf den Grund… Als erstes schauen wir uns ein Meteogramm der Station Altdorf an, welches uns einen Überblick über die wichtigsten Wetterparameter gibt.

Was hat diese plötzliche Erwärmung ausgelöst?

Wahrscheinlich bewirkte etwas kältere Luft in der Höhe eine Labilisierung. Dies führte einerseits zu einer Intensivierung der Niederschläge. Andererseits führte die Labilisierung dazu, dass der stürmische Wind aus mittleren Höhen bis auf den Talboden durchgreifen und das dort vorhandene Kaltluftpolster ausräumen konnte.

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Kommentare (2)

  1. Wettergott, 16.03.2019, 08:42

    Immer diese Ausreden und wie immer sind andere (der Wind) Schuld🤣🤣🤣🤣

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  2. Peter Voser, 16.03.2019, 07:11

    genüsslich lasen wir in Locarno die Wettermeldungen. Wieder mal alle Träume vom Süden erfüllt. Im Hemd an der Sonne schwitzen. Und kurz nach dem Sonnenuntergang ein fantastisches Schauspiel:
    Einem Nordlicht gleich wechselten die "Regenbogenfarben über dem Ghridone im Westen und ein paar Leute staunten. Was war das?

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