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Temperaturentwicklung in der Schweiz seit der vorindustriellen Zeit

18. Juni 2019, 56 Kommentare
Themen: Klima

Die menschgemachte, globale Erwärmung wird aus dem Vergleich von heutigen mit vorindustriellen Temperaturmessungen berechnet. Um die Temperaturentwicklung in der Schweiz mit dem globalen Verlauf vergleichen zu können, ist die Definition einer vorindustriellen Referenzperiode für die Schweiz nötig.

Im Klimaabkommen von Paris aus dem Jahr 2015 hat sich die Staatengemeinschaft zum Ziel gesetzt, die menschgemachte, globale Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2°C zu beschränken. Die schlimmsten Folgen des Klimawandels können damit verhindert werden. Die Analyse der bisherigen Temperaturentwicklung zeigt, dass die globale Erwärmung heute bei +0.8°C gegenüber der vorindustriellen Zeit liegt, wobei sich verschiedene Regionen der Erde unterschiedlich stark erwärmt haben. Wo steht die Schweiz?

Sehen Sie im folgenden Video, wie die Temperaturentwicklung in der Schweiz mit der globalen Entwicklung verglichen werden kann und wo die Schweiz in diesem Vergleich heute steht. Lassen sie sich erklären, wie die Zukunft aussehen könnte und wie sich unsere Entscheidungen auf die zukünftige Temperatur in der Schweiz auswirken.

Kommentare (56)

  1. A.Neeser, 23.06.2019, 21:27

    Ob die vielfältigen Klimagraphiken mehr oder minder wissenschaftlich daher kommen, ist kaum von grosser Bedeutung.

    Faktum bleibt : Das Klima wird sich mit einer nicht unbeachtlichen, von uns Menschen verursachten Komponente, immer weiter erwärmen!

    Ein paar Batterieautos dort, ein paar Klimasteuern hier. Ein paar Sprachaufenthalte mehr in London anstatt im flugfernen Sydney ( Sprachschulen mit „Beach-Anschluss“ sind ja bei der generation millennium nicht unbeliebt) werden daran nichts ändern !
    Falls es tatsächlich zum Tag X des klimatischen Weltunterganges kommen wird , spielt es eine Rolle ob dann mit Tempo „100 Prozent“ oder nur mit Tempo „99.5 Prozent“ ?!
    Wohl kaum !

    Was erstaunlicherweise kaum jemand auszusprechen wagt, das Hauptübel der generellen Zerstörung der natürlichen Lebensreaourcen, die explodierende Weltbevölkerung !

    Täglich über 200‘000 Menschen mehr ! Täglich !

    In wenigen Jahrzehnten wird die „10“ erreicht sein . Eine unrühmliche und absolut zerstörerische „10“ .
    10 Milliarden Menschen , welche nur noch Heuschrecken und Algen essen, Bäumchen pflanzen und vielfältiges Biogemüse aus dem eigenen Garten ernten, um „die Welt zu retten“ !

    Rührend, wer das glauben mag ! Ich tue es nicht !

    Wer sich ernsthaft und ehrlich für einen für Mensch und Tier weiterhin bewohnbaren Planeten einsetzen will, weiss also, wo das gigantische Uebel liegt !

    Aber irgendwie scheinen dies Greta

    1. Irma, 25.06.2019, 22:18

      So sehe ich das auch, nur erreichen Sie die sich hemmungslos reproduzierenden Mit-Erdbewohner leider nicht, und wenn, dann umsonst.

    2. Baur, 26.06.2019, 02:00

      Gebe Ihnen absolut recht! Eine globale Geburtenkontrolle via Sterilisation von Mann und Frau nach dem ersten Kind unter Zwangsanwendung würde das Problem an der Wurzel packen, nur, da der Mensch ja angeblich etwas besseres ist als Katzen und Hunde, macht man das - leider! - nicht...daher vermehrt sich die Menschheit weiterhin wie die Karnickel.

    3. Stephan, 26.06.2019, 12:20

      Anstatt immer nur den Flugverkehr zu verteufeln sollte man lieber mal eine Auge auf die Schiffahrt werfen. Kreuzfahrtschiffe sind ganz schlimm... was tun die denn damit’s besser wird?

    4. T. Frei, 27.06.2019, 22:21

      Gebe Ihnen recht. Aber unser Wirtschaftssystem braucht ständiges Wachstum, sonst kollabiert es. Und nach der Globalisierung kann man keine neuen Märkte mehr erschliessen. Mehr Umsatz geht nur noch durch permanent wachsende Bevölkerung; sowohl im Binnenmarkt (siehe Schweiz) als auch global. Jeder Wirtschaftsführer und Politiker weiss um die Schädlichkeit einer wachsenden Bevölkerung (alle ausser der Papst), und das ist das perverde daran. Lieber die Erde zerstören als das kapitalistische System.
      Es ist sehr einfache Mathematik zu wissen, dass wir nur eine begrenzte Anzahl von Menschen ‚bewirtschaften‘ resp. aushalten können.

    5. willi202202, 28.06.2019, 13:22

      Dort wo die Weltbevölkerung hauptsächlich wächst, liegt nicht das CO2 Problem. Das liegt zu 90% am Westen und an China.

  2. Walter Hehl, 22.06.2019, 09:19

    Die Probleme mit der genauen Analyse der Temperaturen der Vergangenheit sind sicher beherrschbar. Auch in diesem Video ist das Problem die Zukunft; dies beginnt schon mit der leichtsinnigen Verwendung des Wortes „Klimaschutz“. Das Wort suggeriert eine Wirkung wie „Kälteschutz“: Ich ziehe die gefütterte Jacke an und mir ist es warm. Es wird ja nur der Fluss der Wärme unterbrochen. Beim Klima ist es anders: Es ist ein dynamischer Vorgang mit wechselwirkenden Systemen. Das Pendel ist dabei, in vielen Bereichen auszuschwingen: die Ozeane werden gerade wärmer, geben mehr CO2 ab, die Tundren tauen auf und werden dunkel, damit nimmt die Erwärmung zu, usw. Es wird dauern, bis diese Effekte auch nur umgekehrt werden! Die Erhöhung des CO2 in der Atmosphäre erfolgte in menschlichen Zeiten, jetzt kommen die Physik und die Biologie des Systems Erde – das reagiert nicht so schnell. „Klimaschutz“ heute heisst Wirkung nach Hunderten (Tausend) von Jahren - wenn überhaupt.

  3. y-Achse, 20.06.2019, 17:25

    Leute, ich glaube es haben nun alle begriffen, dass einige die Grafik als unwissenschaftlich empfinden. Man könnte es aber auch als Teaserbild sehen, das auf den im gleichen Stil gestalteten Film hinweist. Ich glaube, es ist tatsächlich so gemeint und mir persönlich lieber, als noch ein Landschaftsbild.

    1. Hendrik, 25.06.2019, 06:36

      Ich sehe das genau so. Vielen Dank, das nimmt mir die Schreibarbeit ab! Vielen Dank für den Artikel @meteo!

  4. Seb, 20.06.2019, 15:57

    Skeptiker, welche längere Messreihen als eine Voraussetzung zum Handeln sehen, sollten sich im Klaren sein, dass es nach den bestmöglichen jetzigen Prognosen in einigen Jahrzehnten ein viel grösseres Problem zu lösen gilt als jetzt.

    (Aber auch ich als Physiker störe mich an der fehlenden Beschriftung der y-Achse. Wenn schon ein Graph dann bitte ein Richtiger)

    1. Marco, 24.06.2019, 23:44

      Es stehen “TIME” bzw. “TEMPERATURE” auf den beiden Achsen der Grafik.

  5. Roger Meier, 20.06.2019, 11:52

    Sehr unwissenschaftlich das ganze.

    1. Beschriftung der Skalen fehlt oder nicht im Massstab
    2. Vorindustrielle Zeit wäre ein riesiger Zeitbereich. Was ist denn mit Temperaturschwankungen in eben dieser vorindustriellen Zeit? Kleine Eiszeit im 17. Jahrhundert? Mittelalterliche Warmzeit um 1300? Das wäre auch Vorindustrielle Zeit.
    3. Interessanter als die Temperatur wäre vielmehr der CO2 Ausstoss gewesen, da lässt sich ein menschengemachter Anstieg wohl eindeutiger zeigen als bei der Temparatur, die seit jeher in der Erdgeschichte grossen Trends und Schwankungen unterliegt.

    1. MeteoSchweiz, 20.06.2019, 13:53

      Guten Tag Herr Meier

      Die vereinfachte Darstellung ist gewollt. Bei Interesse steht ein Fachbericht der MeteoSchweiz zur Verfügung, der das Thema detailliert wissenschaftlich behandelt. Der Begriff der vorindustriellen Referenzperiode definiert in Anlehnung an den IPCC eine bestimmte Periode zu einem bestimmten Zweck, nämlich der Bestimmung der anthropogen verursachten Erwärmung. In diesem Zusammenhang ist die Zeit des Mittelalters nicht relevant.

      Freundliche Grüsse

      MeteoSchweiz

  6. chrigi, 20.06.2019, 00:11

    Danke für den Artikel und Film zur Klimaänderung
    einfach und kurz. Detail: Pinguine leben nicht am Nordpol.
    Bitte bringen sie das Thema industrielle Tierhaltung beim nächsten Klimafilm mit ein. Die Landwirtschaft und davon ein Grossteil industrielle Tierhaltung verursacht zwischen 20 und 30 % der klimarelevanten Emissionen. Es braucht wieder mehr Menschen, die Land für Essen hier und richtig bewirtschaften. So können wir Maschinen und nutzlose Hobbys einsparen;-)
    liebe Grüsse

    1. stadt frau, 20.06.2019, 12:16

      industrielle Tierhaltung ist leicht zu kritisieren,wehrt sich ja niemand. dient aber wenigstens der Nahrungsmittelproduktion für uns ALLE!!!
      Fraglich sind vor allem Haustiere welche aus Freude und zum Hobby gehalten werden, besonders denke ich da an Pferde und Hunde welche als sehr klimaschädlich gelten und nicht einmal zur Nahrungsmittel Produktion beitragen.
      Wünsche allen schöne Sommerferien aber BITTE ohne Flugzeug!

    2. J.E. Michel, 27.06.2019, 10:22

      @stadt frau: Das finde ich nun wirklich daneben, diese beiden Tiergruppen gegeneinander auszuspielen! Schliesslich haben Haustiere einen grossen Wert für die Psyche und oft auch für die Fitness! Das ist genauso wichtig.

  7. Conny, 19.06.2019, 22:11

    Das obere der beiden Diagramme wirkt sehr unwissenschaftlich. Mal abgesehen davon, dass die Einheiten auf der y-Achse fehlen, sind die Zeitabstände auf der x-Achse nicht gleich gross. Solche Darstellung sind wenig überzeugend und stellen die Seriosität von meteoschweiz in Frage.

    1. MeteoSchweiz, 20.06.2019, 07:18

      Hallo Conny

      Das Video fasst die Themen rund um die vorindustriellen Referenzperiode allgemeinverständlich zusammen. Die Vereinfachung der Darstellungen ist gewollt, alle wichtigen Zahlen werden aber angezeigt und gesprochen. Detaillierte Informationen finden Sie bei Interesse im Fachbericht von MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/vorindustrielle-referenzperiode.html

      Freundliche Grüsse

      MeteoSchweiz

  8. Dani Kö., 19.06.2019, 21:51

    Die Schweiz rettet das Klima nicht und ist auf der Welt ein unbedeutender Punkt, tut aber so als würden es die Welt retten, vor allem wenn es über das Portemonnaie gehen soll. Null CO2 bedeutet auch das Gegenteil einer Klimakatastrophe dass in einer Hungersnot enden würde (Thema Eiszeit). Klar hat sich das Klima verändert, vor 30-50 Jahren hatte man wochenlang satte Minus-Temperaturen und kaum Niederschlag im Winter und im Sommer längere stabile Schönwetterphasen. Heute sind die Winter, zumindest im Flachland kaum noch nennenswert und der Sommer ist dafür dynamischer & unstabiler geworden. Auch ein Zeichen das die Erde schon selber dran ist das Klima in den Griff zu bekommen, hat ja schliesslich fast 4 Milliarden Jahre Erfahrung. Mal schauen wer gewinnt, Erde vs. Menschheit ;)...

    1. Michu, 20.06.2019, 08:59

      Richtig erkannt, es geht um uns Menschen und nicht um die Erde. Die wird schon klar kommen, wir aber nicht.

    2. Wolfgang, 20.06.2019, 23:50

      Die Schweiz ist im Vergleich zu Deutschland doch geradezu vorbildlich im Klimaschutz: Allein die Förderung der Eisenbahn, Tempolimit und Nutzung regenerativer Energien fallen mir da ein. Die Schweiz mag klein sein, ist ein großes Vorbild.

    3. Mäse, 23.06.2019, 21:04

      Ich finde es geht sehrwohl auch um die Erde nicht nur um uns Menschen. Wer war zuerst da?

  9. MSL, 19.06.2019, 17:03

    Zum Glück oder zu unserem Pech: Die Klimawandel richtet sich nicht nach unserer Meinung. Er richtet sich streng nach den physikalischen Gesetzen: ab 0 Grad Celsius schmilzt Eis und ab 100 Celsius dieser Wasser. Wenn unsere Erde sich ungebremst erwärmt, dann sitzen wir in einem gigantischen Wasserkocher ...

    In Neu Delhli in Indien schmilzt der Asphalt. https://amp.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/hitzewelle-in-indien-wenn-der-asphalt-schmilzt/11845084.html

    Ob erst bei uns der Asphalt schmelzen muss bis der letzte Klimawandelskeptiker politisch einlenkt?

  10. M. Bucher, 19.06.2019, 16:25

    Gibt es eigentlich auch diese Daten über längere Zeiträume? Vielleicht 500 Jahre länger in die Vergangenheit? Der Chart ist etwas kurz für die Vorindustrielle Zeit.

    1. MeteoSchweiz, 20.06.2019, 09:08

      In der Schweiz gibt es einzelne instrumentelle Messreihen, die bis in die Mitte des 18. Jhd zurück reichen. Auf ihrer Basis konnte auch analysiert werden, ob die Wahl von 1871-1900 als vorindustrielle Referenzperiode für die Schweiz sinnvoll ist. Alle Details dazu finden Sie im Fachbericht. Weiter in die Vergangenheit ging z.B. der Schweizer Klimatologe Jürg Luterbacher, heute Professor an der Universität Giessen (D). Er hat mit mehreren anderen Autoren zusammen eine interessante Arbeit zur Sommertemperatur in Europa seit der Römerzeit verfasst. Darin findet sich eine Abbildung zur Entwicklung der Sommertemperatur der letzten 1200 Jahre (Figur 3).

      https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/2/024001

      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

  11. Meier Gody, 19.06.2019, 11:41

    Hallo, so viel ich weis wird erst seit 150 Jahren die Temp. gemessen. Das ist erdgeschichtlich ein Zeitraum von einer Sekunde. Heraklit sagte; Es gibt nichts dauerhaftes auser der Veränderung!
    Im 15 jahrhundert gab es mal ein Jahr da konnte laut Aufzeichnungen über das Wetter 2 x Kirschen geerntet werden. Auch damals hatte es 4 Monate nie geregnet, es konnte kein Korn gemahlen werden und alles war trocken. Das Klima ist, wir können es nicht beeinflussen! Laut BUWAL wächst der Wald in der Schweiz jährlich. Letztes jahr um die Grösse des Thunersee. Alle 3 Sekunden wächst ein m/3 Holz nach!! Das sind etwa 800 Kilo Co2. Es grüsst herzlich Gody

    1. Nicht Gody, 19.06.2019, 18:16

      Kein Gody

      Wenn du nicht an Temperaturen glaubst dann glaubst du vielleicht an den CO2 Gehalt in der Atmosphäre. Die kann man von Milionen Jahren alten Bohrkernen aus der Arktis ablesen, wenn die 150 Jahre zu wenig sind.

      Die CO2-Konzentration ist seit Beginn der Industrialisierung von 280 ppm (dem Wert der vorangegangenen Jahrtausende des Holozäns) auf inzwischen 405 ppm angestiegen.

      siehe: https://scripps.ucsd.edu/programs/keelingcurve/wp-content/plugins/sio-bluemoon/graphs/mlo_full_record.png

      Bezüglich der Aussage: "Gab es mal ein Jahr..." Wenn feststellen willst ob sich etwas langfristig ändert willst du ja wohl nicht wissen ob es mal ein Ausnahme-Jahr gab sondern die Regel ist wichtig. Der Durchschnitt und nicht ein Tag im Jahr. oder 1 Jahr im Jahrhundert.

      Bezüglich das Klima können wir nicht beeinflussen: Wir stossen pro Jahr soviel CO2 Pro Jahr aus wie früher in 1000 Jahren durch die Entstehung des Erdöls eingelagert wurde. Wenn du Internet hast benutze es! und überprüfe!

  12. Mike (Basel), 19.06.2019, 10:09

    Ich habe gestern einen längeren Kommentar geschrieben. Der wurde leider noch nicht freigeschaltet. Gibt es dafür einen Grund?

    1. MeteoSchweiz, 19.06.2019, 12:55

      Hallo Mike

      Die Abklärung und Beantwortung durch die jeweiligen Fachpersonen kann je nach Arbeitsaufwand länger oder kürzer dauern. Wir haben Ihren Kommentar mittlerweile aufgeschaltet.

      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

  13. Nicole, 19.06.2019, 06:21

    Vielen Dank für den interssanten Artikel. Mich nimmt wunder wie es sich erklären lässt, dass in der Schweiz der Temperaturanstieg einiges höher war als im internationalen Vergleich. Gibt es Vermutungen oder Erklärungen dazu?

    1. MeteoSchweiz, 19.06.2019, 15:13

      Hallo Nicole

      Danke für Ihre Frage. Wir haben dieses Thema im April 2016 in einem Blogbeitrag behandelt: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog/meteoschweiz-blog-suche.subpage.html/de/data/blogs/2016/4/ausnahmefall-schweiz-auch-bei-der-klimaerwaermung.html?query=Ausnahmefall+Schweiz&topic=%2Fcontent%2Fmeteoswiss%2Ftags%2Ftopics%2Fklima&timerange=&dateFrom=&dateTo

      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

  14. Alfred Altorfer, 19.06.2019, 00:17

    Fortsetzung 2:
    Einfluss der Erdoberfläche:
    Saubere Schnee und Eisoberflächen reflektieren einen grossen Teil der Einstrahlung.
    Auch Wasser, Wüsten, Strassen und Städte reflektieren einen Teil der Einstrahlung.
    Am wenigsten refektieren Wälder und bepflanzte Flächen.

    Einfluss auf das Klima:
    1. Dominierender Einfluss: Sonnenaktivität
    2. Disperse Stoffe in der Atmosphäre (Staub, Tropfen, Eiskristalle). Vom Menschen stark beeinflusst. Aber wollen wir wieder schmutzige Luft?
    3 Die Reflexion der Erdoberfläche hat einen erheblichen Einfluss und kann vom Menschen beeinflusst werden.
    3. Gelöster Gase in der Atmosphäre absorbieren nur wenig der Einstrahlung. Bei ca. 10g Wasser und 0,3g CO2 pro kg Luft ist der Einfluss von CO2 als "Klima-Gas" unbedeutend. Positiv ist, dass ein höherer CO2 - Gehalt das Pflanzenwachstum fördert!

    1. MeteoSchweiz, 19.06.2019, 11:46

      Guten Tag Herr Altorfer

      Der Einfluss der verschiedenen natürlichen und anthropogenen Faktoren auf die globale Temperaturentwicklung der letzten rund 150 Jahre wurde detailliert studiert. Eine anschauliche Zusammenfassung finden sie auf unserer Website (https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-weltweit/globaler-klimawandel.html) oder unter https://www.bloomberg.com/graphics/2015-whats-warming-the-world/ Es zeigt sich, dass natürlichen Faktoren wie Erdbahnparameter, Sonnenaktivität und Vulkanismus die Temperaturzunahme im 20. Jhd. nicht erklären können, sondern anthropogene Treibhausgasemissionen für den Anstieg verantwortlich sind.

      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

  15. Alfred Altorfer, 18.06.2019, 23:42

    Fortsetzung, Einfluss der Erdatmosphäre:
    Generell gilt dass disperse Teilchen, also Staub, Tropfen und Kristalle die Sonnendeinstrahlung stark reduzieren. Beispiele: in dichtem Nebel, oder in einem heftigen Schneefall sieht man nur noch wenige Meter weit. Im Londoner Smog, einer Mischung von Russ, Schwefelsäure-Tröpfchen und Nebel,war die Sicht so schlecht, dass die Autos nur noch ganz langsam fahren konnten. Durch grössere Regen-, oder Schnee-Wolken sehen wir die Sonne nicht mehr.
    Einfluss gelöster Gase: Ozon färbt den Himmel blau, und absorbiert UV-Strahlung.
    Gelöster Wasserdampf, CO2 und CH4 ist nicht sichtbar, absorbieren aber IR-Strahlung (Wärmestrahlung).
    Schwefelsaure Gase kondensieren sofort zu Tröpfchen und adsorbieren viel Licht und IR-Strahlung.
    Vom Mensch verursachte Klimaerwärmung:
    Durch die Luftreinhaltung: - Kein Russ, - kein Staub, - keine Schwefelsauren Abgase / Tröpfchen wird die Einstrahlung weniger gehindert, -- Klimaerwärmung.

  16. Alfred Altorfer, 18.06.2019, 23:03

    Klima "entsteht" durch die Einwirkung der Sonneneinstrahlung auf die Erde.
    Einfluss der Sonne:
    Leider wird kaum darauf Bezug genommen, dass die Intensität der Sonnenstrahlung nicht konstant ist. So tritt das sog. "el nino" Phänomen meistens in Abständen von 3 bis 7 Jahren auf.
    Genauso wie die Sonnenstrahlung periodisch schwankt, kann sie auch über längere Zeit zu- oder abnehmen. Darauf haben wir Menschen keinen Einfluss! Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde in Davos vor kurzem die erste Mess-Station instaliert, welche die Einstrahlung genau und reproduzierbar misst. Der Mensch beginnt also erst jetzt, eine Basis füe den wichtigsten Klimafaktor zu schaffen.
    Einfluss der Erdatmosphäre:
    Vor gut 200 Jahren gab es eine gewaltige Eruption vom Vulkan Tambora. Staub und Gase wurden so hoch geschleudert, dass sie vom Regen kaum mehr ausgewaschen wurden. Der Staub und die feinsten Schwefelsäure-Tröpfchen absorbierten soviel Sonnenlicht, dass die Erdtemperatur um einige Grade sank.

    1. Skeptiker, 19.06.2019, 12:21

      Sie machen es sich ein wenig zu einfach mit der Sonne, ich habe nachgeforscht und es scheint als seien sich die Wissenschaftler einig das die Sonne einen eher kleinen Einfluss hatte im Verhältnis zum Menschen.
      Schweizer Wissenschaftler gehen davon aus das wir auf ein Minimum in Sonnenaktivität zusteuern was unsere Temperaturen um 0,5 Grad reduzieren könnt und uns somit etwas Zeit verschaffen könnte um unseren Einfluss weiter zu reduzieren, denn leider wird nach diesem Minimum wieder stärkere Sonnenaktivität erwartet was uns wiederum einen wärmeren Planeten beschaffen würde.

      Diese Wissenschaftler sind sich auch sicher das unser Einfluss bedeutend höher ist als der von der Sonne.

    2. s.b, 19.06.2019, 12:51

      Eine Fülle von Halbwahrheiten, habe wir nicht alle darauf gewartet? Quellenangaben werden sowieso überbewertet (Interessant hierzu das momentan die AFD in Deutschland mit genau diesen Argumenten den Klimawandel leugnet, eine Meinung hierzu ist jedem selber überlassen). Bereits puplizierte Fakten muss man ja auch nicht lesen, sonst würde man ja erfahren das die Sonne sehr wohl erforscht und eingerechnet wurde(gemäss Sonnenaktivität hätte sich das klima abkühlen sollen) Würde man alles hier gut beschrieben bei Meteoswiss finden, aber das wäre zu wenig polemik. Bitte mehr solche Post, dann hab ich Gründe mein Leben nach Schema F ohne Rücksicht auf die Natur weiterführen zu können.

  17. Rolf Hefti, 18.06.2019, 22:47

    Niemand weiss, ob die Linie für eine Klimakorrektur -Erstens : Längstens überschritten ist. Zweitens : Ob der Mensch sich selber, in seinem Verhalten irgendwie zu ändern, überhaupt in der Lage ist. Drittens : Es sollte beachtet werden, dass der Fortschritt und die Wissenschaft von Gestern, das ganze Heutige Schlamassel produziert hat ! Möglicherweise ist die Reduktion von 99.999999 der Menscheit also nur der Natur geschuldet = Ein ganz normaler Vorgang.

    1. M. Bucher, 19.06.2019, 16:32

      Vielleicht müssen wir einfach mit der Klimaerwärmung leben. Irgendwo breitet sich die Wüste aus, im Norden gibt es vielleicht neue fruchtbare Gebiete. In Australien sterbe Korallen, vielleicht wachsen sie anderswo vermehrt. Ich bin mir sicher, dass wir das überleben. Wir sollten natürlich etwa tun, aber wenn wir wegen der Klima-Panik verarmen, dann hilft das auch nichts. Ich habe auf jeden Fall kein Problem mit etwas wärmeren Sommern. Und wenn es in der Schweiz mal ein paar Bauern weniger gibt, dann zahlen wir nur weniger Subventionen - und für die Umwelt wäre es wohl auch besser...

  18. Hausi, 18.06.2019, 18:21

    Im Diagramm fehlen die Einheiten für die Temperatur! Sind es 0.1° Abstand oder 1°? Sehr dilettantisch.

    1. S. Cepticus, 19.06.2019, 08:05

      Einfach mal tief durchatmen Mausi...Konstruktive Kritik ist beim Meteoschweiz-Team sicherlich immer willkommen, aber dabei bitte nicht vergessen "c'est le ton qui fait la musique".

    2. MeteoSchweiz, 19.06.2019, 10:02

      Hallo Hausi

      Das Video fasst die Themen rund um die vorindustriellen Referenzperiode allgemeinverständlich zusammen. Die Vereinfachung der Darstellungen ist gewollt, alle wichtigen Zahlen werden aber angezeigt und gesprochen. Detaillierte Informationen finden Sie bei Interesse im Fachbericht von MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2019/6/klimaentwicklung-in-der-schweiz%E2%80%93vorindustrielle-referenzperiode-und-veraenderung-seit-1864-auf-basis-der-temperaturmessung.html

      Liebe Grüsse, MeteoSchweiz

  19. Mike (Basel), 18.06.2019, 17:21

    Mit der Formulierung "Mehr als das Doppelte, der durchschnittlichen globalen Erwärmung" wäre ich vorsichtig. Ich würde sagen, ein nicht unerheblicher Teil der grösseren Erwärmung ist auf die Homogenisierung/Reduzierung der schweizer Daten zurückzuführen.
    Ich kenne keinen anderen Wetterdienst, der so sorgfältig homogenisiert.
    Man muss sich dazu nur mal die Mühe machen, das deutsche Gebietsmittel mit dem schweizer Gebietsmittel zu vergleichen. Das deutsche Gebietsmittel gibt es seit 1881. Ein korrekter Vergleich wäre also 1881 - 1910 mit 1989 - 2018.
    1881 - 1910 Deutschland: 7.80 °C
    1989 - 2018 Deutschland: 9.25 °C
    Erwärmung Deutschland: 1.44 °C

    1881 - 1910 Schweiz: 3.82 °C
    1989 - 2018 Schweiz: 5.75 °C
    Erwärmung Schweiz: 1.93 °C

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich im gleichen Zeitraum die Schweiz um ca. 0.5 K mehr erwärmt hat als Deutschland?!
    Frei zugängliche Daten des DWD.
    ftp://ftp-cdc.dwd.de/pub/CDC/regional_averages_DE/annual/air_temperature_mean/regional_averages_tm_year.txt

    1. MeteoSchweiz, 19.06.2019, 12:52

      Hallo Mike

      Das globale Temperaturmittel ist stark beeinflusst von der Entwicklung der Meeresoberflächentemperatur, welche langsamer ansteigt als die Temperatur über Land. Betrachtet man nur die Situation der Landoberfläche auf der Nordhalbkugel, liegt die Temperaturzunahme seit der vorindustriellen Zeit bei rund 1.3 Grad. Mit grösserer Entfernung von den Meeresregionen (kontinentalere Lage) sinkt deren Einfluss auf die gemessene Temperaturentwicklung, was einen Teil des Unterschieds zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Gebietsmittel erklärt. Die Homogenität der Datengrundlage könnte ebenfalls einen Teil des Unterschieds erklären. Messreihen von Nachbarstationen wie Hohenpeissenberg, Bregenz oder Innsbruck aus der sorgfältig homogenisierten HISTALP-Datenbank (http://www.zamg.ac.at/histalp/index.php) zeigen die gleiche Erwärmung von rund 2 Grad seit der vorindustriellen Zeit wie das Schweizer Gebietsmittel.

      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

    2. Mike (Basel), 19.06.2019, 13:31

      Danke für die Antwort.
      Sorry, aber HISTALP ist doch nicht sorgfältig homogenisiert. Da stimmt vieles nicht!
      Beispiel: Freiburg im Brsg.
      Die haben es nicht einmal geschafft, die Stationsverschiebung im Herbst 2006 einzuberechnen und die neuen Daten einfach an die alten angeheftet. Wie kann so etwas unentdeckt bleiben? Das müsste doch sofort auffallen? Seit 2007 ist die Jahresmitteltemperatur dort um 1 Grad gefallen?!
      http://www.zamg.ac.at/histalp/dataset/station/genGfxtest.php?statnr=169&param=T01&season=year&von=1760&bis=2020
      Da gibt es aber noch mehr.

    3. MeteoSchweiz, 19.06.2019, 14:09

      Unschön, vielen Dank für den Hinweis, den wir den Kollegen des Österreichischen Wetterdienstes, welche die HISTALP-Datenbank betreiben, mitteilen werden. Gerne können Sie aber auch selber mit ihnen via HISTALP-Website Kontakt aufnehmen, wenn sie weitere Ungereimtheiten finden. In der Summe bestätigen die unabhängigen Homogenisierungen von HISTALP allerdings die Homogenisierungs-Resultate aus der Schweiz.

      Liebe Grüsse, MeteoSchweiz

  20. Patrick Werner, 18.06.2019, 14:02

    Hi Meteo.
    Wäre es auch möglich die Temperaturen so darzustellen wie sie der Mensch fühlt. Wir stehen nicht immer im Schatten wo es Windstill ist. Es wäre toll wenn ihr an den 3 wichtigsten Hauptstandorten einen Temperaturmesser exponiert an der Sonne installieren könntet, wo dann auch der Chillfaktor mit ein gerechnet werden kann.
    Nur so eine Idee, bitte nicht gleich mich steinigen :-)
    Liebe Grüsse Patrick Werner, Krauchthal

    1. Housi, 18.06.2019, 15:38

      Finde ich persönlich eine sehr gute Idee! Ich stehe auch selten auf einer Wiese in 2 Metern Höhe ;-) dort, wo sich der Mensch primär aufhält (an der Sonne, um Beton, Asphalt und Schienen rum) ist es meiner Meinung nach viel extremer und die (gefühlten) 40°C wurden wohl auch da schon mehrmals überschritten.

    2. M. Wyss, 18.06.2019, 16:50

      Ich wäre schon zufrieden mit Stadt-Stationen. Die Temperatur auf dem offenen Feld ausserhalb Zollikofens ist beispielsweise für die Stadt Bern nicht unbedingt repräsentativ.

    3. MeteoSchweiz, 18.06.2019, 22:21

      Sie können die gefühlte Temperatur selber ausrechnen, und dies aus konventionellen Temperaturmessungen. Auf dem Web gibt es eine Vielzahl von Adressen, wo sie den Hitzeindex (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) oder den Windchill-Effekt (Temperatur und Windstärke) errechnen können. Eine Temperaturmessung in der Sonne macht keinen Sinn, da damit keine Vergleiche mit der Umgebung möglich sind. Aber es ist ihnen natürlich freigestellt, dies selbst zu messen.

    4. Patrick, 19.06.2019, 12:03

      Liebes Meteo Team

      In Basel oder Zürich wird immer weit, oberhalb der Stadt gemessen (Bruderholz und Züriberg). z.B. Wenn Sie Basel nehmen, ist es z.B. in Ostbasel Private Messstadion beim Tinguely Museum Rhein (Kleinbasel) rund 2 Grad wärmer als auf der Messstation Bruderholz. Wieso stellt Meteoschweiz z.B. nicht in einem Park eine weitere Messstation auf, welche für die Menschen repräsentativer ist?

    5. MeteoSchweiz, 20.06.2019, 10:09

      Hallo Patrick

      MeteoSchweiz wählt keine Messstandorte in innerstädtischen Lagen, da hier die international vorgeschriebenen Messbedingungen (v.a. relativ freie und natürliche Umgebung) nicht gegeben sind. Ein klimatologischer Messstandort muss für eine grössere Region repräsentativ sein. Die (künstliche) Beeinflussung der Messwerte durch die dichte Bebauung ist ein lokaler Effekt, der nicht die Gegebenheiten einer grösseren Region wiedergibt. Bei der Erfassung des Klimas und des langfristigen Klimaverhaltens ist die Beeinflussung der Messwerte durch künstliche lokale Effekte nicht erwünscht.

      Im Innern der Städte gab es in den letzten Jahren immer mehr Messstationen der Kantone oder anderer Institutionen. MeteoSchweiz wertet diese Daten im Vergleich mit den eigenen Messstandorten ausserhalb der Stadtkerne im Rahmen von Forschungsprojekten aus. Die Resultate zeigen den bekannten Wärmeinseleffekt, der sich insbesondere im Sommer während der Nacht als Belastung bemerkbar macht. Ein Bericht wurde von MeteoSchweiz publiziert:.

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2018/11/staedtische-waermeinseln-in-der-schweiz-klimatologische-studie-mit-messdaten-in-fuenf-staedten.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  21. Fust, 18.06.2019, 13:20

    Temperaturentwicklung

    Vielen Dank für die immer sehr interessanten Artikel!
    Ist es möglich eine Grafik Temperaturentwicklung über einen längeren Zeitraum abzubilden? Zum Beispiel Temperaturverlauf der letzten 2000 Jahre?

    1. xkcd, 18.06.2019, 17:22

      Eine unterhaltsame Timeline der letzten 20'000 Jahre gibt es hier:

      https://xkcd.com/1732/

    2. Zdrazil, 18.06.2019, 17:33

      Kaum, die Messung der Temperatur wurde erst im 18. Jahrhundert erfunden. Dazu kommt, dass die alten Messungen nicht nach heutigen Anforderungen gemacht und man muss somit mit Fehlern rechnen.
      Allerdings ist nicht die Temperatur entscheidend, sondern die Auswirkung auf die Umwelt, beispielweise auf das Gedeihen der Kulturpflanzen (zB Weinrebe). Da gibt es verschiedene Aufzeichnungen, welche zeigen dass die Temperatur in der vorindustrieller Zeit nicht konstant war.
      Dazu ein interessantes Buch: Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas

    3. MeteoSchweiz, 19.06.2019, 09:04

      Guten Tag Herr Fust

      Ja, der Schweizer Klimatologe Jürg Luterbacher, heute Professor an der Universität Giessen (D), hat mit mehreren anderen Autoren zusammen eine interessante Arbeit zur Sommertemperatur in Europa seit der Römerzeit verfasst. Darin findet sich eine Abbildung zur Entwicklung der Sommertemperatur der letzten 1200 Jahre (Figur 3).

      European summer temperatures since Roman times
      https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/2/024001


      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz