Dichte aber hohe Warmfrontbewölkung

11. Juli 2019, 6 Kommentare
Themen: Wetter

Nach dem sehr sonnigen Tag von gestern wirkte der heutige Donnerstag doch eher trüb. Vor allem nördlich der Alpen verdeckte die ausgedehnte Bewölkung fast den ganzen Tag über die Sonne.

Die Hündin Zoé geniesst die ausgedehnte Warmfrontbewölkung auf ihrer Wanderung oberhalb von Juf. Mit heiterem Sonnenschein wäre es ihr in ihrem warmen Fell wohl eher etwas zu heiss gewesen. Foto: D. Bieri
Die Hündin Zoé geniesst die ausgedehnte Warmfrontbewölkung auf ihrer Wanderung oberhalb von Juf. Mit heiterem Sonnenschein wäre es ihr in ihrem warmen Fell wohl eher etwas zu heiss gewesen. Foto: D. Bieri
Vergrösserte Ansicht: Unterhalb des dichten Altostratus der Warmfront konnten heute Vormittag oberhalb von Pontresina auf dem Aufstieg zur Chamanna Paradis auch einige schöne Altocumulus lenticularis beobachtet werden.
Unterhalb des dichten Altostratus der Warmfront konnten heute Vormittag oberhalb von Pontresina auf dem Aufstieg zur Chamanna Paradis auch einige schöne Altocumulus lenticularis beobachtet werden.
Foto: D. Buck

Schuld für die dichte graue Bewölkung war eine Warmfront, die mit der zunehmend starken nordwestlichen Höhenströmung über die Schweiz hinweg geführt wurde. Diese Warmfront gehörte zu einem Tiefdruckgebiet mit Kern über Nordschottland und sorgte besonders in den unteren Luftschichten für eine leichte Erwärmung.

Vergrösserte Ansicht: Auch in der Region Appenzell verdeckte der fast strukturlose Altostratus den Himmel.
Auch in der Region Appenzell verdeckte der fast strukturlose Altostratus den Himmel.
Foto: J. Lang

Da es heute aber deutlich weniger Sonnenschein als am Vortag gab, lagen die Temperaturen am frühen Nachmittag etwa in derselben Grössenordnung wie noch gestern Mittwoch mit der leicht kühleren Luftmasse. Die Tageshöchstwerte stiegen heute auf 19 bis 23 Grad auf der Alpennordseite und auf 23 bis 27 Grad im Wallis und im Süden.

Die heutige Bewölkung war aber vor allem ein Phänomen oberhalb von etwa 3000 bis 3500 Metern, wie man in der Höhensondierung von Payerne heute Mittag schön erkennen konnte. Darunter war die Luftmasse relativ trocken, so dass auch ein Teil des Warmfrontniederschlags auf seinem Weg Richtung Boden verdunstete und so die Radarbilder oft mehr Niederschlag suggerierten, als tatsächlich in den Regenmessern am Boden ankam.

Vergrösserte Ansicht: In der Höhensondierung von Payerne heute Mittag ist die dichte Warmfrontbewölkung schön zu erkennen (blauer Balken). Darunter sieht man die deutlich trockenere Luftmasse (gelber Pfeil).
In der Höhensondierung von Payerne heute Mittag ist die dichte Warmfrontbewölkung schön zu erkennen (blauer Balken). Darunter sieht man die deutlich trockenere Luftmasse (gelber Pfeil).
MeteoSchweiz

Am Nordrand der Schweiz und im östlichen Mittelland konnte man bis am Abend verbreitet 0.5 bis 2 mm Niederschlag messen, in den übrigen Regionen gab es heute meist nur vorübergehend ein paar Tropfen. Auf der Alpensüdseite, wo noch deutlich instabilere und wärmere Luft lag, bildeten sich im Tagesverlauf Quellwolken und in der Folge einzelne Schauer, lokal auch kleinere Gewitter.

Vergrösserte Ansicht: Niederschlag der letzten 24 Stunden bis Donnerstagabend 17.30 Uhr. Die Zahlen geben die tatsächlich gemessenen Regenmengen an, die Farbflächen sind aus den Radardaten und Messwerten abgeleitet. Während der Radar über grossen Teilen der Alpennordseite etwas Niederschlag mass, registrierten die Messstationen nur gebietsweise Niederschlag.
Niederschlag der letzten 24 Stunden bis Donnerstagabend 17.30 Uhr. Die Zahlen geben die tatsächlich gemessenen Regenmengen an, die Farbflächen sind aus den Radardaten und Messwerten abgeleitet. Während der Radar über grossen Teilen der Alpennordseite etwas Niederschlag mass, registrierten die Messstationen nur gebietsweise Niederschlag.
MeteoSchweiz

Kommentare (6)

  1. stefan, 12.07.2019, 10:07

    Ich fände es gut wenn nicht nur die sonnenscheindauer sondern manchmal auch die globahlstrahlung angegeben würde. Dann würde das Bild plötzlich nicht mehr so einseitig aussehen. Wir hatten weniger als 1 h Sonnenschein und trotzdem mehr als 40 Prozent der maximal möglichen globahlstrahlung. Also einen recht freundlichen Tag.

    1. MeteoSchweiz, 12.07.2019, 10:21

      Die Messwerte zur Globalstrahlung sind auf unserer Webseite zu finden (10 min-Daten und Verläufe an den Stationen, Tagesmittel): https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/messwerte.html?param=messwerte-globalstrahlung-10min

  2. BENE, 11.07.2019, 20:28

    Könnte das kleine grieshorn nicht auch eine dreifache Wasserscheide sein?

    1. Fredy Lötscher, 11.07.2019, 21:32

      Nach meinem dafürhalten ist das kleine grieshorn tatsächlich auch eine dreifach wasserscheide. Und trotzdem ist die wasserscheide am lunghin aussergewöhnlicher, denn sie ergiesst sich in drei unterschiedliche meere (nordsee, schwarzes meer, mittelmeer). Die scheide am klein grieshorn ergiesst sich letztlich hingegen nur in zwei meere (mittelmeer, nordsee).

  3. Franz, 11.07.2019, 20:14

    Der Pass Lunghin ist nicht die einzige dreifache Wasserscheide Europas, sondern nur von einem Pass her gesehen die einzige dreifache Wasserscheide Europas. Sonst gibt's noch andere dreifache Wasserscheiden, z.B. beim Witenwasserenstock (Po, Rhône und Rhein, siehe Wikipedia Witenwasserenstock)

    1. MeteoSchweiz, 11.07.2019, 21:09

      Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die Bildlegende entsprechend angepasst.