Wetterberuhigung

13. August 2019, 6 Kommentare
Themen: Wetter

Ein Hochdruckkeil hat sich bis nach Mitteleuropa ausgeweitet und für eine Wetterberuhigung gesorgt. Wie kühlere und trockene Luft von Nordwesten her über die Alpen geschwappt ist und die alte feuchtlabile Luft im Süden verdrängt hat, veranschaulichen wir im heutigen Blog.

Die noch ziemlich junge SwissMetNet Wetterstation Les Charbonnières (1045m) im Waadtländer Jura. Foto: Bruno Kunz
Die noch ziemlich junge SwissMetNet Wetterstation Les Charbonnières (1045m) im Waadtländer Jura. Foto: Bruno Kunz

Die Wetterlage ist in Umstellung begriffen. Nach zwei Tagen ergiebiger gewittriger Niederschlägen auf der Alpensüdseite und in den östlichen Alpen ist die bodennah im Norden eingeflossene, trockene und kühle Luft bereits über die Alpen geschwappt und verdrängt nun immer mehr die dort noch vorhandenen Restposten feuchtwarmer Luft. Die folgende Animation der äquivalentpotentiellen Luft, ein kombiniertes Mass für den Wärme- und Feuchtegehalt der Luft, illustriert diesen Prozess qualitativ:

Die Niederschläge der vergangenen zwei Tage summierten sich in den am meisten betroffenen Gebieten auf 50 bis 100 mm. Am Alpensüdhang wurden lokal bis 150 mm Niederschlag gemessen und das Tessin wurde mehrmals von Hagelgewittern heimgesucht.

Vergrösserte Ansicht: Niederschlagssummen von Sonntagabend 11. bis Dienstagabend 13. August 2019, Radar- und Bodenmessungen kombiniert.
Niederschlagssummen von Sonntagabend 11. bis Dienstagabend 13. August 2019, Radar- und Bodenmessungen kombiniert.

Am Alpennordhang zeigte sich die Sonne heute noch kaum, und gebietsweise fiel noch etwas Regen. Im Flachland der Alpennordseite sowie im Jura hingegen war die Stabilisierung und Abtrocknung der Luft schon so weit fortgeschritten, dass die Sonne sich im Tagesverlauf immer besser gegen die Quellbewölkung und die in grösserer Höhe noch vorhandenen Altocumulus- und Cirrusfelder durchsetzen konnte. Hier wurden 4 bis 7 Stunden Sonne verzeichnet.

Die Temperatur stieg in den Niederungen der Alpennordseite auf 18 bis 22, im Süden mit Nordwind bis 27 Grad. Der Taupunkt, ein Mass der Luftfeuchtigkeit, ist an den meisten Bodenstationen im Vergleich zum Vortag um rund 3 bis 8 Grad gesunken. Ein Vergleich der Radiosondenaufstiege von Payerne und Milano illustriert den Luftmassenwechsel und damit die veränderten thermischen und hygrischen Verhältnisse deutlich:

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Kommentare (6)

  1. Simon Vetsch, 14.08.2019, 07:07

    Wo findet man die isobarenkarte???

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    1. Katinka, 14.08.2019, 08:59

      Auf Wetterbericht klicken. Dann das letzte Icon ganz rechts mit den Isobaren anklicken.

  2. Wolfgang, 13.08.2019, 23:30

    Bei mir regnet es aktuell noch in Strömen. Bin gespannt, ob dieses Zwischenhoch überhaupt noch kommt. Gibt es im Bereich der Ostalpen eigentlich noch ein Niederschlagsdefizit?

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    1. MeteoSchweiz, 14.08.2019, 13:00

      Guten Tag Wolfgang

      Der Sommer 2019 brachte in den Ostalpen bisher verbreitet 60 bis 80 % der Niederschlagsnorm 1981-2010. Lokal liegen die Werte auch bei 90 bis leicht über 100 % der Norm. Das Frühjahr 2019 lieferte in den Ostalpen meist 100 bis 130 %, punktuell auch 150 bis 200 % der Norm 1981-2010.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  3. Karl Düppig, 13.08.2019, 20:34

    Was ist denn der Vorteil des Taupunktangabe gegenüber der bis anhin gängigen relativen Luftfeuchtigkeitsangabe bei den Meteorologen? Kann man das exakter messen als mit einem Hygrometer?

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    1. MeteoSchweiz, 14.08.2019, 10:39

      Wir bei der MeteoSchweiz messen den Taupunkt. Diesen können wir genauer erfassen, als die Luftfeuchtigkeit. Der Vorteil einer Taupunktangabe ist ihre absolute Grösse.