Sonniger Norden, bewölkter Süden

10. September 2019, 5 Kommentare
Themen: Wetter

Ein Tief über Südwesteuropa steuerte mit einer südwestlichen Höhenströmung feuchtere Luft besonders zum Alpensüdhang. Das Wetter in der Schweiz war dadurch zweigeteilt. Während es auf der Alpennordseite mit dünnen Schleierwolken meist sonnig war, zeigte sich das Wetter in den südlichen Landesteilen oft bewölkt. Zusätzlich machen wir im Blog einen Ausblick auf das Wetter der kommenden Tage.

Im Norden, wie hier am Walensee mit der Kapelle Betlis, blieben die Schleierwolken bis am Abend meist dünn und dienten lediglich der Verzierung des Himmels. Foto: Karin Stierli
Im Norden, wie hier am Walensee mit der Kapelle Betlis, blieben die Schleierwolken bis am Abend meist dünn und dienten lediglich der Verzierung des Himmels. Foto: Karin Stierli

Höhentief über den Balearen

Ein ausgeprägtes Höhentief, welches sich heute von der Biskaya über die Pyrenäen hinweg zu den Balearen verlagerte, führte mit süd- bis südwestlichen Winden etwas feuchtere Luft besonders zum Alpensüdhang. Die Alpennordseite war davon jedoch nur wenig beeinflusst und lag aus meteorologischer Sicht irgendwo im Niemandsland.

Nur lokal Nebelfelder

Mit der süd- bis südwestlichen Höhenströmung erreichten bereits gestern Abend dichte hohe Wolkenfelder die Schweiz. Die nächtliche Ausstrahlung war dadurch gehemmt und es konnten sich bis zum Morgen hin nur ganz lokal einzelne Nebelfelder bilden, bevorzugt im östlichen Mittelland.

Pünktlich zum Sonnenaufgang lockerte sich im Norden die dichte hohe Bewölkung auf und der Tag war in der Folge abgesehen von meist dünnen Schleierwolken vorwiegend sonnig.

Im Süden oft bewölkt

Mit der südlichen Anströmung staute sich die feuchte Luft bereits während der Nacht am Alpensüdhang, weshalb der Tag im Süden sowie dem Alpenhauptkamm entlang meist bewölkt begann. Im westlichen und nördlichen Tessin fiel sogar stellenweise wenig Niederschlag. Tagsüber gab es zwar vor allem im Mittel- und Südtessin auch kurze sonnige Abschnitte, insgesamt dehnte sich die dichte Bewölkung im Tagesverlauf aber zunehmend auch auf die Walliser und Berner Alpen aus. Ab Mitte Nachmittag war es deshalb auch in diesen Regionen meist bewölkt.

Milder Septembertag

Nachdem die Temperaturen in den Niederungen am frühen Morgen mit rund 8 bis 9 Grad im einstelligen Bereich lagen, kletterten sie bis am späten Nachmittag verbreitet auf 20 Grad. Im Unteren Aaretal des Kantons Aargau reichte es sogar für fast 22 Grad.

Ausblick für die kommenden Tage

Wer in den nächsten Tagen warmes und sonniges Herbstwetter geniessen möchte, bleibt am besten bei uns in der schönen Schweiz. Zwar sorgt eine schwache Störung morgen Mittwoch nochmals für ein paar Wolkenfelder und in den Bergen da und dort vielleicht auch für ein paar Tropfen Regen. Danach baut sich aber ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa auf und bleibt voraussichtlich bis mindestens anfangs nächster Woche wetterbestimmend.

Vergrösserte Ansicht: So dürfte sich das Wetter ab Donnerstag regelmässig präsentieren. Abendstimmung in Zürich auf der Quaibrücke. Foto: Tanja Stierli
So dürfte sich das Wetter ab Donnerstag regelmässig präsentieren. Abendstimmung in Zürich auf der Quaibrücke. Foto: Tanja Stierli

Mit den Temperaturen geht es dabei kontinuierlich bergauf und spätestens am Wochenende liegen diese wieder im sommerlichen Bereich um 25 Grad, teils auch höher. Eine gewisse Unsicherheit besteht eigentlich einzig fürs Flachland der Alpennordseite. Dort könnte es nämlich am Morgen jeweils Nebel- oder auch tiefe Hochnebelfelder haben. Nach aktueller Einschätzung dürften diese jedoch nicht allzu hartnäckig sein und sich im Laufe des Vormittags jeweils rasch auflösen. Besonders warm wird es auch in den Bergen. Die Nullgradgrenze steigt dabei am Donnerstag auf über 4000 Meter.

In Abhängigkeit der eigenen Präferenzen eine eher schlechte Wahl ist für die kommenden Tag das westliche Mittelmeer sowie die Iberische Halbinsel. Das Tiefdruckgebiet, welches bereits heute über Südfrankreich, entlang der spanischen Mittelmeerküste und auf den Balearen für kräftige Gewitter verantwortlich war, verlagert sich bis Ende Woche nur sehr zögerlich westwärts. Im Südosten von Spanien muss deshalb bis Ende der Woche immer wieder mit teils kräftigen Gewittern gerechnet werden.

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Kommentare (5)

  1. Portmann Samuel, 11.09.2019, 13:20

    Habe soeben (Mittwoch 11-12h) ein langes, quergeripptes Wolkenband beobachtet, von Basel bis Bern, und hier uber Basel zwei mal noch mit je drei kleineren Zwischenrippen...

    Auf dem Satellitenbild (sichtbar, Schweiz) ist der Wolkenfetzen nur zu erahnen, Rippen sieht man erst recht nicht. Jetzt, zwei Stunden spater, sind zehn grossere Rippen von Ajoie bis Luzern zu sehen, gerade 90 Grad gedreht.

    Ich habe gerade (woanders) gelesen, dass bei einer (bestimmten Art von?) DIVERGENZZONE die Luft nach zwei Seiten wggedrueckt wird, und dass sich dort leicht Gewitter bilden konnen.

    Haben wir nicht gerade so eine Situation?

    Mit Zentrum uber Nizza wird die Luft sowohl nach SW (spanische Mittelmeerkueste --- Regen in Alicante!) und NE (Streifen von Salzburg bis Prag) zur Seite gepresst.

    Der gerippte Streifen hier in der NW Schweiz war quasi ein erster Fetzen der Front. der von diesem Schwall abgehangt wurde und nachgeflattert hat - oder nachvibriert vieleher.

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    1. MeteoSchweiz, 11.09.2019, 19:13

      Guten Tag Herr Portmann

      Leider können wir die beschriebene Wolkenformation aus den Satellitenbildern tatsächlich nicht mehr nachvollziehen. Wir denken ebenfalls, dass sie in Zusammenhang mit der Störungszone von Ex-Hurrikan Dorian und den damit verbundenen Höhenwinden steht.

      Divergenzzonen, welche in der Höhe (Bsp. In 300 hPa) vorkommen, können in der Tat Gewitter auslösen. Die auseinanderströmende Luft muss ersetzt werden, was mit Luft aus den darunterliegenden Luftschichten geschieht. Das provoziert Hebung, welche zur Bildung von Gewittern nötig ist. Die heute allenfalls vorhandene Divergenz ist im Bereich der unteren Troposphäre aufgetreten, was in der Regel keine Gewitter auslöst.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  2. Dieter Neth, 11.09.2019, 07:32

    Seh' ich das richtig? Bei Alicante soll es mehrere 100 mm Regen geben? Das ist meines Wissens eine der trockeneren Gegenden von Spanien!

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    1. MeteoSchweiz, 11.09.2019, 09:22

      Das sehen Sie richtig. In der Gegend um Alicante und Murcia werden bis Freitagabend im Zusammenhang mit dem Tief über dem westlichen Mittelmeer zum Teil kräftige Gewitter erwartet. Aufgrund des Schauer- und Gewittercharakters der Niederschläge dürften die Niederschlagsmengen lokal grosse Unterschiede aufweisen. Stellenweise ist es durchaus möglich, dass bis Freitagabend ein Grossteil der jährlichen Niederschlagsmenge fallen könnte. Die jährliche Niederschlagsmenge von Alicante liegt bei rund 350 mm.

  3. brigit, 10.09.2019, 20:05

    Vielen lieben Dank den Fotografinnen und Fotografen. Sooo tolle Bilder, einfach zum Träumen!

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