Weltweit zweitwärmstes Jahr

16. Januar 2020, 32 Kommentare
Themen: Klima

Im Copernicus-Datensatz ab 1970 war das Jahr 2019 global das zweitwärmste mit 0,59 °C über dem Durchschnitt 1981−2010. Rekordhalter ist das Jahr 2016 mit 0,63 °C über dem Durchschnitt. Für Europa zeigt der Copernicus-Datensatz einen neuen Jahresrekord. 2019 liegt etwas vor den Jahren 2014, 2015 und 2018. In der Schweiz war das Jahr 2019 das fünftwärmste seit Beginn der Messungen im Jahr 1864.

Abb. 1: Jahrestemperatur global im Jahr 2019 als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Quelle: Copernicus.
Abb. 1: Jahrestemperatur global im Jahr 2019 als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Quelle: Copernicus.

Weltweit extrem mildes Jahr

Im vergangenen Jahr 2019 stieg die globale Temperatur 0,59 °C über dem Durchschnitt 1981−2010. Sie erreichte Rang zwei hinter der Jahrestemperatur 2016 mit 0,63 °C und vor der Jahrestemperatur 2017 mit 0,54 °C über Durchschnitt 1981−2010. Im Jahr 2016 trug ein El-Niño-Ereignis wesentlich zur globalen Wärme bei. Im vergangenen Jahr 2019 hingegen waren die El-Niño Bedingungen im äquatorialen Pazifik neutral.

 

Vergrösserte Ansicht: Abb. 2: 
12-monatiges gleitendes Mittel der globalen Lufttemperatur als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Die schwarzen Balken stellen den Durchschnitt der Kalenderjahre 1970 bis 2019 dar. Quellen: ERA5 / Copernicus.
Abb. 2: 12-monatiges gleitendes Mittel der globalen Lufttemperatur als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Die schwarzen Balken stellen den Durchschnitt der Kalenderjahre 1970 bis 2019 dar. Quellen: ERA5 / Copernicus.

Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zeigte das Jahr 2019 eine Abweichung von +1,22 °C. Es sei daran erinnert, dass gemäss dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung bis 2100 auf "deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau bzw. mit weiteren Anstrengungen möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen ist".

Regionale Rekordwärme

Die meisten Regionen der Welt registrierten 2019 eine überdurchschnittliche Jahrestemperatur. In einigen wenigen Meeres- und Landregionen lagen sie jedoch nahe oder unter dem Durchschnitt. Im Zentrum und Südosten Kanadas bewegte sich die Jahrestemperatur sogar deutlich unter dem Durchschnitt.

Nicht so in Alaska, wo die Jahrestemperatur weit über den Durchschnitt stieg und einen neuen Rekord erreichte. Auch Australien verzeichnete 2019 einen neuen Rekord der Jahrestemperatur. Weitere Regionen mit neuem Jahresrekord sind Hongkong (Messbeginn 1884) und die Insel Réunion. Mehr Informationen zur Hitze und Trockenheit in Australien liefert ein Blog von MétéoSuisse.

 

Vergrösserte Ansicht: Abb. 3: 
Jahrestemperatur Europa im Jahr 2019 als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Quelle: Copernicus.
Abb. 3: Jahrestemperatur Europa im Jahr 2019 als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Quelle: Copernicus.

Rekordwärme in Europa

Europa registrierte mit 1,24 °C über dem Durchschnitt 1981−2010 ebenfalls das wärmste Jahr in der Copernicus-Messreihe ab 1970. Die massiv überdurchschnittliche Wärme zeigt sich vor allem in Osteuropa. Serbien meldete landesweit das wärmste Jahr seit Messbeginn 1951, Belgrad das wärmste seit Messbeginn 1888. Auch in Ungarn war 2019 im landesweiten Mittel das wärmste Jahr. Den bisherigen Rekord hielt hier das Vorjahr 2018. Weiter registrierten Litauen, Lettland, Zentral- und Westrussland, einschliesslich der Stadt Moskau, das wärmste Jahr seit Messbeginn. In Vilnius, der Hauptstadt Litauens, war es das wärmste Jahr seit Messbeginn 1778. In Polen war 2019 das wärmste Jahr seit 1781. Die bisherigen Höchstwerte stammen hier von den Jahren 2015 und 2018.

In Deutschland war das Jahr 2019 das zweitwärmste seit Messbeginn 1881, zusammen mit dem Jahr 2014. Rekordhalter ist das Jahr 2018. In Österreich lieferte das Jahr 2019 nach dem Jahr 2014 und dem Rekordjahr 2018 die dritthöchste Temperatur seit Messbeginn 1768. Frankreich registrierte im landesweiten Mittel ebenfalls das drittwärmste Jahr seit Messbeginn um 1900. Rang zwei brachte das Jahr 2014, Rang eins das Jahr 2018. In Italien war das Jahr 2019 das viertwärmste seit Messbeginn 1800 (Quelle CNR).

Fünftwärmstes Jahr in der Schweiz

Die Schweiz registrierte das fünftwärmste Jahr seit Messbeginn 1864. Rekordhalter ist das Jahr 2018. Im Jahresverlauf 2019 waren zehn Monate wärmer als die Norm 1981−2010, drei davon erreichten Werte im extremen Bereich. Der Sommer war landesweit der drittwärmste, der Herbst der sechstwärmste seit Messbeginn. Den umfassenden Überblick zum Witterungsjahr 2019 in der Schweiz liefert das Klimabulletin 2019 von MeteoSchweiz. 

Vergrösserte Ansicht: Abb. 4:
Räumliche Verteilung der Temperatur im Jahr 2019 in der Schweiz. Dargestellt sind die Abweichungen zum klimatologischen Normwert 1981‒2010.
Abb. 4: Räumliche Verteilung der Temperatur im Jahr 2019 in der Schweiz. Dargestellt sind die Abweichungen zum klimatologischen Normwert 1981‒2010.

Extrem milder Dezember

Global gemittelt lag der Dezember 2019 um mehr als 0,7 °C über dem Durchschnitt 1981−2010. In der Copernicus-Messreihe ab 1970 war es der mildeste Dezember, zusammen mit dem Dezember 2015. Auch Europa registrierte mit 3,2 °C über dem Durchschnitt 1981−2010 den mildesten Dezember, ebenfalls zusammen mit dem Dezember 2015.

Vergrösserte Ansicht: Abb. 5: Dezembertemperatur global und Europa im Jahr 2019 als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Quelle: Copernicus.
Abb. 5: Dezembertemperatur global und Europa im Jahr 2019 als Abweichung zum Durchschnitt 1981−2010. Quelle: Copernicus.

Die Schweiz erlebte im landesweiten Mittel den drittwärmsten Dezember seit Messbeginn 1864. Einzelne Föhntäler der Alpennordseite registrierten gar den mildesten oder zweitmildesten Dezember seit Messbeginn Ende des 19. Jahrhunderts, wie dem Klimabulletin Dezember 2019 von MeteoSchweiz entnommen werden kann. 

Das Copernicus Bulletin zum Dezember 2019 und zum Jahr 2019 ist in englischer Sprache verfügbar.

 

 

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Kommentare (32)

  1. Andy Burian, 16.02.2020, 11:15

    Hallo ihr Lieben,

    Also wenn das letzte Jahr zu warm gewesen ist möchte ich kein " sogenanntes" normal temperierte Jahr erleben, geschweige denn ein etwas kühleres als die Norm.

    Ich bin Jahrgang 1965 und ich habe noch nie soviel gefroren wie letztes Jahr.
    Habe noch nie zuvor so oft eine Jacke tragen müssen und ich war nicht alleine.

    Die paar wenigen Tage die es heiss war, die meiste Zeit mussten wir frieren

    Mit ganz freundlichen Grüssen, von einem ganz höflichen Menschen, der halt leider einer anderen Meinung ist.

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  2. Röbi, 10.02.2020, 19:20

    Letztes Jahr war richtig gut. Schnee und Kälte brauch ich auch nicht. Es kann gerne so weitergehen.

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  3. Arno, 08.02.2020, 22:02

    Arbeitet mal einen Sommerlang auf dem Feld da merkste dann die Hitze!!!

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  4. Kelvin, 27.01.2020, 16:22

    @Bill
    In den vergangenen Jahrzehnten haben die Niederschläge im Frühling, im Sommer und im Herbst NICHT abgenommen, im Winter gab es mehr Niederschlag. Es besteht also null Grund zu Panik. Für die kommenden Jahrzehnte wird zwar eine Abnahme der Sommerniederschläge erwartet, aber wie heisst es doch so schön: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."

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    1. Bill, 28.01.2020, 23:42

      Ich habe keine Panik... Hab mir auch noch keinen Mundschutz gekauft, wegen Corona... In vielen Regionen des Mittellandes waren 15 der letzten 20 Jahre wärmer als der Durchschnitt 1981 - 2010... Ebenfalls hat es in vielen Regionen während 13 von 20 Jahren durchschnittlich bis weniger Niederschlag gegeben... Da aber z. Bsp. die Bäume in den Wäldern bei höheren Temperaturen auch mehr Wasser verdunsten müssen, müsste es entsprechend mehr Niederschläge geben... Wenn es z. Bsp. in der Region Stans überdurchschnittlich viel regnet, und in der Region Stein am Rhein unterdurchschnittlich wenig, mag das zusammen eine durchschnittliche Niederschlagsmenge ergeben die absolut im Rahmen liegt... Nur nützt das den Wäldern oder den Bauern der Region Stein am Rhein wenig...

  5. Hans Haldimann, 18.01.2020, 18:51

    Erst einmal vielen Dank für den kontinuierlichen Wissenstransfer, den ich seit langem mit grossem Interesse lese.

    Dann auch vielen Dank den Klimaerwärmungsskeptikern. Es ist immer wieder erheiternd zu sehen, wie ein Beitrag über die Klimaerwärmung jedesmal Leute auf den Plan ruft, die ein Zitat finden, das beweist, dass es früher noch wärmer war als heute, und dass man also mit noch viel mehr Geländewagen noch viel schneller und weiter herumfahren und mit noch viel mehr Flugzeugen noch öfter an noch entferntere Orte fliegen und sich dort langweilen kann.

    Also: Sowohl den Wissenschaftern als auch den Satirikern vielen Dank!

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    1. S.H., 22.01.2020, 21:08

      Ich muss Ihnen da widersprechen.

      Nehmen Sie als Beispiel einen Baustatiker: Man entwickelt ein Modell um eine Brücke auszurechnen. Das Modell gibt eine Traglast von 10 t an.
      Man baut die Brücke und bei 0.5 t kracht sie zusammen.
      Offensichtlich ist Ihre Berechnungssoftware falsch.
      Ihr Modell ist falsch.
      Sehen Sie, Dass "in 12 Jahren" das Klima so und so viel grad wärmer sein wird, wurde schon auf 1990, 2000, 2012 vorhergesagt. (5 - 10° Erwärmung geistern rum).
      Wenn ich mir die Globalen Temperaturschwankungen ansehe, sind 0.7 °C über dem Schnitt absolut nicht signifikant. Bloss weil man mal in 50 Jahren einen kleinen Trend oder Ausschlag misst, heisst das nicht mal Ansatzweise das dies Bedeutsam ist. Wer misst, kriegt ein Resultat. Das ist nicht immer ein Problem.
      Auch, es gibt eine Physik dahinter: Alle Thermischen Systeme rechnet man vom Absoluten Nullpunkt aus. Wenn Sie 0.7 K / 290 K Durchschnitt, ist das 0.25 % Schwankung. Also Nichts...

    2. Andreas, 26.01.2020, 16:20

      @S.H.
      Die Differenz zwischen 36°C und 42°C ist lediglich 6K/309.15K, eine 1.94% Schwankung. Also nichts...

  6. Timo Stammwitz, 17.01.2020, 16:30

    Was treibt eigentlich Menschen zum egoistischen, gehässigen Klimawandel-Leugnen an? Kein Gefühl für die Umwelt (sie braucht uns nicht, wir aber schon), Angst vor Verantwortung (die hat man erst recht mit Leugnen), ein grosser dieselrussender SUV zu Hause, Jet-Set zum Schnäppchen regelmässig um den Planeten?
    Wie kann man wegschauen beim Gletschersterben, Veralgen der Gewässer, vertrocknen der Bäume, dursten der Alptiere?
    Wieviel Egoismus, Gefühllosigkeit und Ignoranz braucht es dazu?

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    1. Kelvin, 21.01.2020, 18:11

      Gletscher sind seit der letzten Eiszeit mehrmals "gestorben" und "wieder auferstanden", nüchterner: haben sich zurückgezogen und sind wieder gewachsen. Das ist wissenschaftlich längst x-fach bewiesen.
      Auch mit der angeblich zunehmenden Trockenheit ist es nicht weit her. Meteoschweiz hat schon mehrmals bestätigt, dass die Niederschläge in den letzten 150 Jahren nicht abgenommen haben, sie haben vielmehr zugenommen, weil es im Winter mehr schneit/regnet.

    2. Bill, 22.01.2020, 21:23

      Dass sich das Klima auch früher immer wieder verändert hat, und entsprechend auch die Ausdehnung der Gletscher, bestreitet hier absolut niemand... Ich denke es ist mehr die Geschwindigkeit des voranschreitenden Klimawandels, welche den Leuten Sorgen bereitet...
      Bei den Niederschlägen ist nicht nur die blosse Menge relevant, sondern auch die zeitliche und räumliche Verteilung... Und darauf haben sich verändernde Klimaverhältnisse doch wohl einen Einfluss (mäandernder Jetstream)... Was würde es der Natur denn nützen, wenn sie in der Ruhephase Winter total verregnet wird, wenn sie im Sommer sogar über Monate Dürre erleiden muss..? Aber in der Schweiz sind die Regale ja immer mit Essen gefüllt, egal wieviel Ernteausfälle zu beklagen wären... Wir haben dafür ja Geld...

  7. C. M., 17.01.2020, 14:47

    Vielen Dank für den sehr informativen Beitrag! Wichtig auch, dass nicht nur die Abweichung zum sich ständig erhöhenden Mittel der letzten Jahre angegeben ist, sondern auch die 1.22°C die effektiv mit dem Ziel gemäss Pariser Abkommen verglichen werden können. Und mir durchaus Angst machen.
    Kleine Kritik: die Farbskala bei der CH-Darstellung weicht stark zB von den europäischen ab und suggeriert eine viel höhere Erwärmung. Das könnte als irreführend kritisiert werden, dabei ist die Realität ja bedenklich genug!

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  8. Henry, 16.01.2020, 20:00

    @jt
    Laut Prof. em. Christian Schlüchter waren die Gletscher aber nicht nur vor 2000 Jahren kürzer als heute, sondern während mehr als der Hälfte der letzten 11000 Jahre (Holozän).
    Es ist zwar ein Fortschritt, wenn man nicht nur auf die letzten 150 Jahre, sondern immerhin auf die letzten 2000 fokussiert, aber das reicht immer noch nicht. Man muss mindestens das ganze Holozän, das heisst die letzten ca. 11700 Jahre, betrachten. Während des holozänen Optimums, das etwa 5000 Jahre dauerte, lagen die Temperaturen rund 2 Grad höher als heute (aus Martin Kappas, Klimatologie).

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    1. Andy Burian, 15.02.2020, 09:19

      Endlich mal wieder ein Realist und ein intelligenter Mensch.

      Liebe Grüsse von Andy Burian aus Langenbruck Basel-Landschaft

  9. Tom, 16.01.2020, 18:20

    Meine Frage zur Erwärmung der Erde:
    Hat auch die Polverschiebung und die Achsen verschiebung der Erde mit der Erwärmung zu tun oder spielt dies keine Rolle.

    Kann auch sein das durch die Erwärmung eine nächste Eiszeit kommen kann? Verdunstungskälte, ausbleiben Golfstrom usw.

    Mit freundlichen Grüßen aus Südtirol

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    1. MeteoSchweiz, 17.01.2020, 13:21

      Guten Tag Tom

      Polverschiebungen (Schwankungen der Erdachse) sind langsam wirkende Prozesse. Sie spielen bei Eiszeit-Warmzeit-Zyklen mit Zeithorizonten von mehreren Tausend Jahren eine Rolle. Die heute beobachtet schnelle Erwärmung ist nach dem aktuellen Wissensstand hauptsächlich auf menschliches Wirken zurückzuführen, das heisst auf den Anstieg klimarelevanter Bestandteile in der Atmosphäre wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Und diese Erwärmung geht weiter. Eine massive Abkühlung geht aus keiner Klimamodellierung hervor.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Paredes Bruno, 18.01.2020, 09:51

      Rasche Erwärmung: gab es bereits früher. Ist auch kein Beweis. Sie nennen es Indiz. Ein Indiz ist auch kein Beweis.
      Die Temp.-Messungen sind objektiv. Es wird wärmer! Liegt die optimalen immer noch unter 15°?
      Wieso erwähnen Sie den Wasserdampf und die Wolken nicht? Deren Einfluss (Wasserdampf) ist doch viel grösser und das mit den Wolken noch nicht (ganz) verstanden.
      Methanwirkung ist doch vernachlässigbar, oder?
      Wieso werden Temp.-Daten gelegentlich „frisiert“/korrigiert?

    3. MeteoSchweiz, 21.01.2020, 14:45

      Guten Tag Herr Paredes

      Mit den Klimamodellen werden alle bekannten Prozesse durchgerechnet. Dazu gehört auch die Wirkung von Wasserdampf und der Bewölkung. Aus der Gesamtheit dieser Modellrechnungen ergibt sich der deutlich sichtbare Fussabdruck der menschlichen Klimabeeinflussung. Die umfangreichen Informationen dazu, auch zum Thema Methan, sind in den IPCC-Berichten nachzulesen. Temperaturdaten werden übrigens nicht "frisiert", sondern sorgfältig homogenisiert. MeteoSchweiz hat dazu einen ausführlichen Blogbeitrag verfasst:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2019/7/Homogenisierung-von-Messreihen%E2%80%93eine-Voraussetzung-fuer-die-Klimabeobachtung.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  10. Andre keller, 16.01.2020, 14:15

    Super diese Temperaturen. Bin heute wieder im t- shirt am sünnele. Ich hoffe wir schaffen dieses Jahr einen neuen Rekord.

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    1. Remo Ruf, 16.01.2020, 16:50

      Auch Zyniker werden irgendwann dahinschmelzen... Aber es ist ja seit langem bekannt, dass der Mensch nur über finanzielle Anreize und nicht über moralische Vernunftsappelle zu steuern ist...

    2. Lars, 18.01.2020, 11:38

      Ich muss sagen, dass dieser Winter sogar mir gefällt. Es dürfte allerdings noch ein bisschen wärmer sein.
      Hoffentlich wird der Sommer richtig schön heiss.

  11. t0m, 16.01.2020, 14:11

    Wenn man davon ausgeht, dass die Römer kaum Gletscher in den alpen Vorfanden, muss man sich ernsthaft Fragen, was dieses Farbenspiel im Null Komma Bereich zur aktuell "kühleren" Zeit als damals, bewirken soll.
    Es wurde bereits wissenschaftlich nachgewiesen, das vor ca 2000 Jahren die Gletscherzungen ca. 300m Höher lagen als heut. Wo heute Gletscher sind, wurde sogar Todbaumholz gefunden. Für mich bedeutet das nur eins... Das Wetter wird wieder wärmer, so wie es schon einmal war. Eine Klimahysterie wie sie dieser Artikel "schürt" ist absolut NICHT angebracht. Ebensowenig wie neue Co2 Steuern.
    Quellen: Christian Schlüchter / Martin Funk (ETH)


    mit freundlichem Gruss
    T. Kunze

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    1. Rolf Hefti, 16.01.2020, 14:51

      Immerhin gibt es Flugverkehr seit 100 Jahren. Auf 10 - 15 Kilometer über Null waren vorher sicher keine Verbrennungsrückstände von Flugzeugturbinen zu finden. Die Weltbevölkerung hat sich vervierfacht und erzeugt nur schon deshalb viel mehr CO 2. Meine Meinung ist, der Rosenteich ist nun zugewachsen, der Mensch hat nun die maximale Klimaerwärmung zu durchleben. Alles Andere bleibt Illusion.

    2. jt, 16.01.2020, 15:17

      Schlüchters Untersuchungen zeigen einzig, dass es in der Vergangenheit wohl weniger lange Gletscher gab als gedacht, nicht mehr, nicht weniger. Für die heutige Erwärmung, die übrigens im Blogbeitrag hier eindeutig aufgezeigt wird, hat das keine Relevanz, weil kein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem heutigen Ereignis und schwächerer Vergletscherung vor 2000 Jahren besteht.

      Abgesehen davon: Es war nachweislich global nie so warm wie heute die letzten 2000 Jahre, siehe Studie der Uni Bern im Science dazu. Und dazu sind die Gletscher noch während der Kleinen Eiszeit, die erst seit etwa 160 Jahren vorbei ist, noch gewachsen, was wohl die Hauptursache ist, warum die heutigen Gletscher trotz höherer Temperaturen als zur Zeit der Römer noch länger sind. Sie hatten schlicht noch nicht die Zeit, so stark abzuschmelzen. Und wie auch von Martin Funk gesagt: Für die Vergletscherung ist auch die Niederschlagsmenge relevant. Ist übrigens Grundwissen in Geografie, das man schon im Gymnasium lernt.

      Kurz: Vergangene Ereignisse widerlegen die heutige anthropogene Erwärmung nicht, die übrigens inzwischen laut Prof. Knutti, ETH, jeden Tag zu fühlen ist, seit 2012. Und die durch 250000 Studien, auch laut Prof. Knutti, belegt ist.

      Quelle: http://archiv.ethlife.ethz.ch/articles/tages/gruenealpen.html

    3. toni walder, 16.01.2020, 15:37

      Der Artikel liefert Fakten, von Hysterie keine Spur.
      Danke und weiter so, liebe MeteoSchweiz!

    4. t0m, 16.01.2020, 15:49

      Gut. Da es offensichtlich keine gleichen Nenner gibt gehen wir anders an die Diskussion. Die bisherigen Co2 Lenkungsabgaben haben das Klima weder Retten noch Umkehren können. Will der Bund dennoch an diesem uneffektiven Lenkungsmechanismen festhalten? Wenn man obigen Beitrag lesen muss, dann scheint das nämlich so. In diesem Sinne freuen wir uns über ein Heute gesteuert von einem theoretischen Morgen.

    5. t0m, 16.01.2020, 16:57

      Und mit verlaubt jt.
      Der von Ihnen gesendete Link entspricht der Quelle meiner Aussage. Sie sollten den Text nochmals genauer lesen, anstatt schnell etwas heraus zu kopieren. Was auch immer der Niederschlag zur Gletscherbildung sowie die Glazialtheorien mit Geographie zu tun haben.
      Das Klima retten zu wollen grenz mir persönlich an Grössenwahn. Vor allen in Zeiten, in welchen die Umwelt immer mehr zerstört wird. Mit diesen unsinnigen Hin und Her Theorien wird weiterhin gar nix besser. Aber den Leuten das Auto zu verbieten ist keine Lösung. Einzig eine grössenwahnsinnige Phantasiererei.

    6. jt, 16.01.2020, 18:08

      Was morgen in Bezug aufs Klima geschieht, ist nicht theoretisch. Und es sollte jedem klar sein, dass unsere Handlungen heute das Morgen bestimmen, besonders beim Klima, das ziemlich verzögert auf Veränderungen reagiert.

      Ist wie beim Rauchen: Man hat heute keine Probleme, morgen wohl auch nicht, aber wenn der Lungenkrebs mal durchs Rauchen ausgelöst wurde, ist es zu spät.

      Die Lenkungsabgaben sind wenn, dann deswegen ineffizient, weil sie zu niedrig sind. Gibt genug Aussagen von Experten dazu.

    7. Boris, 17.01.2020, 15:16

      Die Glaziologie ist in der Schweiz der Geografie zugeordnet. Es hat darum sehr viel miteinander zu tun.

      Der Niederschlag hat ebenfalls extrem viel mit der Länge der Gletscher zu tun. Die Niederschlagsmenge sowie die Temperaturen sind die beiden wesentlichen Faktoren für die Gletscherlängen.

    8. Simon Vetsch, 17.01.2020, 16:13

      woher gibt es diese Angaben? Habe mal gehört, auf dem Aletschgletscher soll ein Baumstamm hervorgestossen worden sein, was auf eine höhere Waldgrenze hindeutet. Weiss aber nicht wo man solche Angaben findet.

    9. Simon Oberli, GletscherVergleiche.ch, 19.01.2020, 08:55

      Die Aussage "dass vor ca. 2000 Jahren die Gletscherzungen ca. 300m höher lagen als heute." stammt aus dem Jahr 2004, ev. sogar früher. 2004 befand sich z.B. das Gletschertor des Steingletschers auf einer Höhe von 1935m. 2018 lag das Gletschertor desselben Gletschers bereits auf einer Höhe von 2135m. Also ganze 200 Meter höher als zum Zeitpunkt der Aussage von Ch. Schlüchter. Es ist deshalb nicht korrekt, wenn die 300m auf "heute" (aktuell Januar 2020) angewendet werden. Das unabhängig davon, ob ein Vergleich zwischen damals und heute zielführend ist.

    10. MeteoSchweiz, 21.01.2020, 14:33

      Das Thema "Holz- und Torffunde als Klimaindikatoren - Alpen ohne Gletscher?" kann hier nachgelesen werden:
      http://www.alpinfo.ch/fileadmin/user_upload/alpinfoch/Forschung/Projekte/Klimaentwicklung/Die_Alpen_6-2004.pdf


      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz