Zweitwärmster Februar in Europa und weltweit

11. März 2020, 4 Kommentare
Themen: Klima

Der Februar 2020 war sowohl weltweit als auch in Europa, der zweitwärmste im Copernicus-Datensatz ab 1979. Die globale Temperatur lag 0,8 °C höher als die Februarnorm 1981−2010 und knapp 0,1 °C tiefer als im Rekordfebruar 2016.

Abb. 1: Globale Verteilung der Februartemperatur 2020. Dargestellt sind die Abweichungen (°C) zum Durchschnitt 1981‒2010. Quelle: Copernicus.
Abb. 1: Globale Verteilung der Februartemperatur 2020. Dargestellt sind die Abweichungen (°C) zum Durchschnitt 1981‒2010. Quelle: Copernicus.

Extrem mildes Eurasien

Die Februartemperatur lag fast in ganz Europa über der Norm 1981−2010. Extrem hohe Februarwerte wurden vor allem in der Region von Südfinnland bis zur nördlichen Ukraine registriert.

Massiv überdurchschnittliche Temperaturen wurden auch in den meisten Gebieten Russlands verzeichnet. Deutlich über der Norm 1981−2010 bewegte sich die Februartemperatur auch im Iran, in Afghanistan, in Zentralasien sowie in einem einem grossen Teil Chinas.

Weitere Gebiete mit deutlich überdurchschnittlicher Februartemperatur waren die Westantarktis, Nordwestafrika, kleinere Gebiete in Nord- und Südamerika, Zentral- und Südafrika sowie Westaustralien.

Vergrösserte Ansicht: Abb. 2: 
Räumliche Verteilung der Februartemperatur 2020 in Europa. Dargestellt sind die Abweichungen (°C) zum Durchschnitt 1981‒2010. 

Quelle: Copernicus.
Abb. 2: Räumliche Verteilung der Februartemperatur 2020 in Europa. Dargestellt sind die Abweichungen (°C) zum Durchschnitt 1981‒2010. Quelle: Copernicus.

Kühle Polarregion

Wie bereits im Januar 2020, lag die Februartemperatur in der Region Svalbard (Spitzbergen) deutlich unter der Norm 1981−2010. Dementsprechend erreichte die Ausdehnung des Meereises etwa den Durchschnitt 1981−2010. Sehr mild zeigte sich hingegen das Meeresgebiet zwischen Island und Grönland, was mit  einer unterdurch­schnitt­lichen Meereisbedeckung einher ging.

Weiter lag die Februartemperatur im östlichsten Teil Russlands, in Alaska, im nördlichen Kanada und in Grönland, weit unter der Norm 1981−2010. Auffallend unter der Norm zeigte sich der Februar (Sommermonat) im Südosten Australiens. Dieses Gebiet zeichnete sich in den letzten Jahren durch sehr heisse sommerliche Bedingungen aus.

Milde Meeresflächen

Obwohl auf allen grossen Ozeanen, vor allem auf der Südhalbkugel, Gebiete mit unterdurchschnittlicher Temperatur auftraten, bewegte sich die Februartemperatur, auf den Meeresflächen verbreitet, über der Norm 1981−2010.

Wärmster Winter in Europa

Der vergangene Winter (Dezember 2019 bis Februar 2020) war bei weitem der wärmste in Europa im Copernicus-Datensatz ab 1979. Die anhaltend hohe Temperatur führte zu einem europaweiten Wintermittel von 3,4 ºC über der Norm 1981−2010. Der Winter 2019/20 übertraf den bisherigen Rekordwinter 2015/16 um fast 1,4 ºC.

Das Copernicus Februar-/Winterbulletin ist in englischer Sprache verfügbar.

Vergrösserte Ansicht: Abb. 3: 
Räumliche Verteilung der Februartemperatur 2020 in der Schweiz. Dargestellt sind die Abweichungen (°C) zum Durchschnitt 1981‒2010. 

Quelle: MeteoSchweiz.
Abb. 3: Räumliche Verteilung der Februartemperatur 2020 in der Schweiz. Dargestellt sind die Abweichungen (°C) zum Durchschnitt 1981‒2010. Quelle: MeteoSchweiz.

Schweiz: zweitwärmster Februar, wärmster Winter

Die Schweiz registrierte mit einem landesweiten Mittel von 3,9 °C über der Norm den zweitwärmsten Februar seit Messbeginn 1864. Ähnlich warm zeigte sich der Februar letztmals vor 30 Jahren. In den Niederungen der Alpensüdseite stieg die Februartemperatur deutlich über die bisherigen Rekordwerte.

Mit dem extrem milden Februar, endete in der Schweiz der mildeste Winter seit Messbeginn 1864. Im landesweiten Mittel, stieg die Wintertemperatur auf 0,7 °C. Das liegt knapp 3 °C über der Norm 1981‒2010. Eine ähnlich extreme Winterwärme, mit landesweit über Null Grad, gab erst viermal in der über 155-jährigen Messgeschichte der Schweiz. In einigen Regionen der Schweiz lagen die Winterwerte deutlich über den bisherigen Rekorden.

Den umfassenden Überblick zum Februar 2020 und zum Winter 2019/2020 in der Schweiz liefern die Bulletins Februar 2020 und Winter 2019/2020 von MeteoSchweiz. 

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Kommentare (4)

  1. Kesi, 23.03.2020, 15:21

    Kennt man die aktuellen Zahlen der Schadstoff-bzw. Co2-Belastung der Schweiz oder Europa gegenüber den Zahlen vor den Coronavirusschutzmassnahmen?

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    1. MeteoSchweiz, 23.03.2020, 17:28

      Guten Tag Kesi

      Neue Satellitendaten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA zeigen vor allem über Norditalien einen Rückgang der Luftbelastung. Bereits im Februar 2020 wurde dieser Effekt über China nachgewiesen.

      http://www.esa.int/Space_in_Member_States/Austria/Coronavirus_Rueckgang_der_Stickstoffdioxid-Emissionen_ueber_Italien

      https://www.scinexx.de/news/geowissen/coronavirus-effekt-auf-wirtschaft-aus-der-luft-sichtbar/


      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  2. Raphael Hurter, 12.03.2020, 09:39

    Vielen Dank für diese interessanten Blogs. Ich habe eine Frage zu dieser doch sehr unterschiedlichen Verteilung zwischen deutlich zu kalten, aber auch viel zu warmen Orten. Über den ganzen Winter gesehen müsste das Wetter doch eigentlich recht ausgeglichen sein. Es scheint aber, dass es Orte gibt wo der ganze Winter nie richtig begann und andere wo es stets sehr kalt war. Liegt das an der häufiger auftretenden stationären Wetterlage, ist vielleicht das CO2 Gehalt in der Luft an den zu warmen Orten höher (also gibt es gar nicht eine so gute durchmischung in der Atmosphäre) oder noch was anderes...?

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    1. MeteoSchweiz, 16.03.2020, 10:10

      Guten Tag Herr Hurter

      Die von Saison zu Saison unterschiedliche Verteilung zwischen deutlich zu kalten und deutlich zu milden Regionen auf der Erde gehört zur bekannten Variabilität des Systems Atmosphäre. Eine der wesentlichen Ursachen dafür ist die Lage der Höhenströmung (Jetstream). Die Höhenströmung kann über Wochen in einer ähnlichen Lage verharren. Dadurch liegen einige Regionen über längere Zeit in Warmluft, andere hingegen in Kaltluft. Die in diesem Winter sehr kräftige und gestreckte Höhenströmung über dem Nordatlantik wirkte wie eine Schranke zwischen der polaren Kaltluft und der milden Luft über dem subtropischen Atlantik. Kaltluftausbrüche Richtung Europa gab es selten, dafür überwiegend Warmlufttransport aus dem Atlantik.


      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz