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Zügige Bisenlage

29. Mai 2020, 6 Kommentare
Themen: Wetter

Am Freitag herrschte auf der Alpennordseite eine zügige Bisenlage. Darum stiegen die Temperaturen im Tagesverlauf - trotz recht trockener Luft und bereits sommerlichem Sonnenstand - nur auf frühlingshafte Werte an.

Bisenstimmung am Vormittag vor Güttingen am Bodensee. Aufnahme W. Nater
Bisenstimmung am Vormittag vor Güttingen am Bodensee. Aufnahme W. Nater

Hoch mit Schwerpunkt über Nordeuropa

Vergrösserte Ansicht: Bodenanalyse vom frühen Nachmittag. Quelle: Deutscher Wetterdienst
Bodenanalyse vom frühen Nachmittag. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag lag die Schweiz an der Südflanke eines immer noch recht umfangreichen und kräftigen Hochdruckgebiets mit Schwerpunkt über Nordeuropa.

Aus Nordosten recht trockene aber nur mässig warme Luft

Vergrösserte Ansicht: Blick vom Wasserbergfirst südwestwärts zum Seenalpersee und Rossstock (Mitte links). Aufnahme D. Gerstgrasser
Harmlose Quellwolken am späten Vormittag über den Zentralschweizer Alpen: Blick vom Wasserbergfirst südwestwärts zum Seenalpersee (vorne in der Bildmitte) und Rossstock (Mitte links). Aufnahme D. Gerstgrasser

Mit nordöstlichen Winden floss dabei mässig warme, aber trockene Luft gegen die Alpennordseite und die Alpen. Gleichzeitig wurde aus Südosten etwas feuchtere Luft von Norditalien her gegen die Alpensüdseite geführt.

Meist sonnig

Vergrösserte Ansicht: Auf den Ballonaufstiegen vom frühen Nachmittag in Payerne (schwarz) und Mailand (grün) sind die Stabilitätsunterschiede (ausgezogene Linie markiert Temperatur) und Feuchteunterschiede (gestrichelte Linie markiert Taupunkt) gut zu sehen. Quelle: MeteoSchweiz
Auf den Ballonaufstiegen vom frühen Nachmittag in Payerne (schwarz) und Mailand (grün) sind die Stabilitätsunterschiede (ausgezogene Linie markiert Temperatur) und Feuchteunterschiede (gestrichelte Linie markiert Taupunkt) gut zu sehen. Quelle: MeteoSchweiz

So schien die Sonne vom frühen Morgen bis zum späten Abend von einem meist wolkenlosen blauen Himmel. Einzig im Mittel- und Südtessin bildeten sich im Tageverlauf etwas vermehrt Quellwolken.

Im Norden mit starker Bise 21, im Wallis bis 26 Grad

Vergrösserte Ansicht: Noch ein Bild am Vormittag mit Blick über den von der Bise aufgerauten Bodensee vor Güttingen in Richtung Ostsüdost. Aufnahme W. Nater
Noch ein Bild am Vormittag mit Blick über den von der Bise aufgerauten Bodensee vor Güttingen in Richtung Ostsüdost. Aufnahme W. Nater

Nach einem - für Ende Mai - erneut recht frischen Start erreichte die Temperatur in den Niederungen am Nachmittag 21 Grad. Im Wallis wurden bis 26 und im Tessin rund 22 Grad erreicht.

Auch in den Bergen nur allmählich wärmer

Vergrösserte Ansicht: Aussicht am späten Vormittag vom Wasserbergfirst unter lokaler Quellwolke Richtung Pragelpass, Silberen und Glärnischmassiv.
Aussicht am späten Vormittag vom Wasserbergfirst unter lokaler Quellwolke Richtung Pragelpass, Silberen und Glärnischmassiv.

Die Nullgradgrenze kletterte im Tagesverlauf auf 2700, im Wallis bis 3200 Meter.

Auf der Alpennordseite mässige bis starke Bise

Vergrösserte Ansicht: Nicht nur im Mittelland, sondern auch am Urnersee genossen die Wassersportler die guten Windverhältnisse dank verstärktem Talwind. Quelle: https://www.seegarten-isleten.ch/webcam/current.jpg
Nicht nur im Mittelland, sondern auch am Urnersee genossen die Wassersportler die guten Windverhältnisse dank verstärktem Talwind. Quelle: https://www.seegarten-isleten.ch/webcam/current.jpg

Auf der Alpennordseite wehte tagsüber eine mässige bis starke Bise. Wie üblich war diese im Westen – insbesondere im westlichen Genferseegebiet – etwas stärker als im Osten. In den Alpen entwickelten sich - thermisch bedingt - mässige Talwindsysteme.

Zum Schluss noch ein kurzer Panoramafilm vom Wasserbergfirst mit thermischem Windgeräusch. Aufnahme: D. Gerstgrasser

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Kommentare (6)

  1. Christina Jäger, 31.05.2020, 15:08

    Liebes Meteoteam
    Meine ich das nur, oder haben wir tatsächlich mehr Bise als früher?
    Wenn ja hängt das mit der Klimaerwärmung zusammen, oder besteht Hoffnung, dass es wieder "besser" wird.
    Besten Dank und freundliche Grüße Ch. Jäger

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    1. MeteoSchweiz, 31.05.2020, 15:17

      Diesen Mai hatten wir aussergewöhnlich viele Bisentage, soviel wie noch nie in den letzten 40 Jahren. Diese Häufung hat aber nichts mit Klimawandel zu tun. In den letzten Jahren gab es ansonsten keine Auffälligkeiten diesbezüglich.

  2. Wolfgang, 29.05.2020, 23:38

    Woher kamen eigentlich die vielen Quellwolken im Osten, die die ohnehin kühlen Temperaturen noch weiter dämpften? Nach Ihrer Grafik reicht das Hochdruckgebiet doch bis weit in die Alpen hinein.

    Grüße
    Wolfgang

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    1. MeteoSchweiz, 29.05.2020, 23:50

      Im Bodendruckfeld ragte das Hoch zwar bis an die Alpen heran. In den höheren Luftschichten war der Hochdruckeinfluss allerdings schwächer, insbesondere in der ersten Tageshälfte waren die östlichen und südlichen Alpenregionen sogar noch leicht zyklonal, d.h. von tieferem Druck/Niveau geprägt. Zudem lag in den östlichen Alpen und im Süden noch etwas feuchtere Luft von den Vortagen (zu sehen in der Radiosondierung von Mailand, grüne Kurve). Diese beide Faktoren führten zu etwas mehr Quellwolken (vor allem über Teilen Österreichs).

  3. Antonio, 29.05.2020, 22:41

    Guten Abend !

    Die Bise kommt ja bekanntlich aus Nordosten .
    Aus welcher Gegend kommt die Luft her... Und wieviel Kilometer ist der Weg von ihren Ursprung ...?

    Besten Dank !

    Freundlichen Gruss, Antonio

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    1. MeteoSchweiz, 29.05.2020, 23:40

      Die Luft, welche heute Freitag die Alpennordseite mit der Bise erreichte, lag ursprünglich über dem Atlantik. Sie wurde ums wetterbestimmende Hoch, dessen Zentrum über dem Ärmelkanal bzw. über der Nordsee lag, herumgeführt (im Uhrzeigersinn ums Hoch rum), ehe sie als Bise zu uns gelangte. Innerhalb von vier Tagen legte die Luft somit geschätzte 4000 km zurück.