Zwischenbilanz zum Niederschlagsereignis

4. Mai 2015
Themen: Wetter

Eine aktive Niederschlagszone, die am Sonntagabend aus Südwesten die Schweiz erfasst hat, ist heute nach Nordosten abgezogen. Vor allem nördlich der Alpen sind in der vergangenen Nacht erneut grössere Regenmengen gefallen. Insgesamt wurden von Sonntagabend bis am Montagmorgen entlang der Voralpen und im Chablais zwischen 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter, lokal auch bis 50 Liter pro Quadratmeter registriert. Die Schneefallgrenze lag dabei im Bereich von 2700 bis 3000 Metern.

Erste Bilanz zu den Niederschlägen (1. bis 3. Mai 2015)

Die grössten 3-Tagessummen lieferte das Niederschlagsereignis zwischen dem 1. und dem 3. Mai 2015 im Bereich Unterwallis-Waadtländer-Alpen-Berner-Oberland sowie in Teilen des Jura. Dort wurden verbreitet  zwischen 90 und 150 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Beim Messstandort Morgins (VS) wurde seit Messbeginn in den 60er Jahren die höchste je gemessene 3-Tages-Summe registriert. In den vergangenen 3 Tagen ist so viel Regen gefallen wie normalerweise durchschnittlich im Monat Mai. Beispielsweise in Changins am Genfersee, in Aigle (VD) oder in Neuenburg wurden die durchschnittlichen Mai-Summen bereits erreicht oder übertroffen.

Grösste 3-Tages-Summen an ausgewählten Messstationen

  • Morgins: 210.1
  • Champéry: 203.6
  • Emosson: 200.1
  • Derborence: 195.3
  • Salanfe: 170.9
  • Tsanfleuron: 162.4
  • La Dôle: 158.8
  • Magglingen: 149.3
  • Leukerbad: 142.4
  • Anzère (Montana): 141.7
  • Weissenstein: 138.9
  • Château-d'Oex: 138.2
  • Trient: 137.5
  • Boltigen: 136.7
  • Gsteig: 133.6                         
  • Adelboden: 130.4                             
  • Napf : 126.3                                              
  • Grenchen: 125.8                                     
  • Montana: 123.3                                 

Wetterprognose

Sturm in den Bergen
Gegen Abend kommt nördlich der Alpen Südföhn auf, der in der Nacht auf Dienstag über den Bergen, wie auch in den Alpentälern, Sturmstärke erreicht. Über den Alpenkammlagen werden Windspitzen von 100 bis 130 km/h, in den Föhntälern 80 bis 100 km/h erwartet.

Mögliche Gewitter in der Nacht auf Mittwoch
Gegen Dienstagmittag erreicht aus Südwesten eine neue aktive Störungszone den Jura. In der Folge erfasst diese Kaltfront die ganze Alpennordseite und die Föhnphase geht zu Ende. Im Vorfeld, und unmittelbar mit dem Eintreffen der Kaltfront können teils kräftige Gewitter auftreten, insbesondere im Jura und entlang der westlichen Voralpen bis zum westlichen Mittelland, aber auch auf der Alpensüdseite. Die Kaltfront überquert in der Nacht auf Mittwoch die Schweiz ostwärts und dahinter tritt eine Beruhigung ein. Von Dienstagmittag bis Mittwochmorgen sind in der West- und Nordwestschweiz, sowie im zentralen Mittelland verbreitet 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter, in Verbindung mit Gewittern lokal auch 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter Niederschlag zu erwarten. Die Schneefallgrenze liegt vor der Kaltfront noch bei 3000 Metern und sinkt dann bis am Mittwochmorgen nördlich der Alpen auf 1600 bis 2000 Meter ab.

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