Der Sommer hält bis zum Schluss durch

28. August 2015, 2 Kommentare
Themen: Wetter

In einer hochdruckbestimmten Wetterlage wird am Freitag und übers kommende Wochenende mit südwestlicher Höhenströmung sehr warme, für Ende August sogar recht aussergewöhnlich warme Luft zum Alpenraum geführt.

Milde Nacht

Die Schweiz liegt am Freitag im Einflussbereich einer schwachen Hochdruckbrücke, die sich vom Atlantik über Südeuropa bis zum Schwarzen Meer erstreckte. Mit südwestlicher Höhenströmung wird sehr warme Luft herangeführt. Über Frankreich und Deutschland hinweg lag wie schon gestern eine Frontalzone, die in der Nacht auf heute Freitag und am Vormittag im Jura sowie im Flachland noch einige ausgedehnte mittelhohe und hohe Wolkenfelder brachte. Entsprechend kühlte es hier in der Nacht nur mässig ab, die Tiefstwerte lagen meist zwischen 17 und knapp 20 Grad. Am mildesten blieb es in Neuenburg. Mit minimal 20.8 Grad gab es dort eine Tropennacht.

Tagsüber nahm der Hochdruckeinfluss bereits langsam zu. Die oben erwähnte Frontalzone zog leicht nordostwärts ab - und damit auch die teils dichteren Wolkenfelder vom Vormittag. In der Folge war es - mit Ausnahme von ein paar Schleierwolken - sehr sonnig. Auf der Alpensüdseite waren im Gegensatz zur Alpennordseite eher die tieferen Luftschichten leicht angefeuchtet, weshalb der Tag dort mit einigen tiefen Wolkenfeldern begann. Im Tagesverlauf wandelten diese sich in flache Quellwolken um.

Hitzetag

In einer südwestlichen Strömung, die bis kommenden Montag anhält, fliesst derzeit warme, für die Jahreszeit sogar recht aussergewöhnlich warme Luft zum Alpenraum. So erreichte am Freitagnachmittag die Temperatur im Flachland der Alpennordseite Höchstwerte von 29 bis 31 Grad. Damit konnte man in vielen Regionen des Mittellands einen Hitzetag registrieren, nicht aber in Basel. Dort wurde heute an der SwissMetNet-Station Basel-Binningen "nur" 29.0 Grad gemessen, während man gestern noch 31.7 Grad gemessen hat. Grund dafür waren gegenüber heute nicht etwa wärmere Luftmassen oder deutlich mehr Sonnenschein, sondern Föhneffekte, die mit dem spürbaren Südwestwind aufgetreten sind. Heute herrschte an der Wetterstation eher nordwestlicher Wind.

Hitzetage Ende August? In der Schweiz ein eher seltenes Phänomen

Tage mit einer maximalen Temperatur von mindestens 30 Grad sind für die letzte Augustwoche ziemlich selten. Letztmals verbreitet war dies in den Jahren 2003 und 2011 der Fall. Noch seltener sind Hitzetage, wenn sie wie aktuell an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen erscheinen. Im Durchschnitt kommen Hitzetage in der letzten Augustwoche im Flachland - je nach Region - etwa alle 5 bis 10 Jahre vor. Selbst im Tessin kommen sie dann nicht häufiger vor. In Bern wurden seit Messbeginn 1864 30 Grad oder mehr sogar erst drei Mal gemessen (ebenfalls bezogen auf die Tage 25. bis 31. August). Die höchste Temperatur in der letzten Augustwoche (25. bis 31. August) von 33.7 Grad wurde bisher in Basel-Binningen gemessen und zwar am 28. August 1992. Die damalige Wetterlage ähnelt ziemlich der aktuellen.

Wie oben schon erwähnt, bleibt es am kommenden Wochenende heiss mit Höchstwerten von 29 bis 33 Grad im Flachland. Die Nullgradgrenze liegt in rund 4700 Metern Höhe! Der Sommer 2015 hält also bis zum Schluss durch, denn pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am nächsten Dienstag, 1. September, erfasst eine Kaltfront von Westen her die Alpennordseite und bringt eine (wohl etwas nachhaltigere) Abkühlung.

Kommentare (2)

  1. Patrick Bünter, 30.08.2015, 10:36

    Ich nerve mich immer wieder über Meteoschweiz, wenn diese von Temperaturen respektive Höchsttemperaturen in Basel-Stadt schreiben. Die Messstadion liegt auf einem Hügel und ist für die Stadt überhaupt nicht repräsentativ höchstens für die Region. In der Stadt und vorallem in West-Basel ist es meistens 2 Grad wärmer.

    1. MeteoSchweiz, 31.08.2015, 09:55

      Im Blog ist von der Station Basel-Binnigen die Rede, nicht von Basel-Stadt. Die Uni Basel unterhält noch andere Messstationen, zum Beispiel in der Langen Erle oder an der Klingelbergstrasse. Aber selbst an diesen vermutlich nicht nach WMO Standard eingerichteten Stationen wurden am 28. August die 30 Grad nicht erreicht.