Föhnig und sommerlich warm

12. September 2015, 2 Kommentare
Themen: Wetter

Der Sommer will und will nicht weichen. Bei sonnigem Wetter und Temperaturen bis 27 Grad konnte man heute locker noch einmal die Badehose hervorholen. Gleichzeitig trug dieser Samstag, 12. September, auch schon deutliche herbstliche Züge: Morgennebel entlang der Flussläufe, Föhn in den Alpentälern, Stau im Süden, kräftige Fronten-gebundene Schauer im Westen und Nordwesten.

Nebliger Start in den Niederungen

Vergrösserte Ansicht: Wenn es an einem feuchten Septembermorgen irgendwo Nebel gibt, dann in Frauenfeld - die Nebel-geplagten Bewohner der breiten Thurebenen mögen dem Autor diese Bemerkung verzeihen, aber er hat selber Jahrelang in der Region gewohnt und weiss wovon er spricht.
Wenn es an einem feuchten Septembermorgen irgendwo Nebel gibt, dann in Frauenfeld - die Nebel-geplagten Bewohner der breiten Thurebenen mögen dem Autor diese Bemerkung verzeihen, aber er hat selber Jahrelang in der Region gewohnt und weiss wovon er spricht.

Nach den überraschend im Flachland und Jura auftretenden Schauern und Gewittern des Vorabends wurde in den tiefsten Lagen viel Feuchtigkeit deponiert. Diese führte unter dem nächtlich aufklarendem Himmel zur Nebelbildung. So begann der Samstag vom Seeland über die Unterläufe
von Aare und Reuss hinweg bis zum Hochrhein neblig. Der Nebel löste sich rasch auf, und in der Folge zeigte sich auch hier, wie in den übrigen Gebieten der Alpennordseite, überall die Sonne und trieb die Temperatur auf sommerliche Höchstwerte von bis zu 27 Grad im Unteraargau und in der Region Basel.
 

Erste markante Föhnlage dieses Herbstes

Vergrösserte Ansicht: Blick von unserer Wetterkamera Rosswald im Oberwallis auf die Föhnmauer, die Staubewölkung, welche über die Pass- und Kammlagen im Simplongebiet von Süden her in die inneralpinen Gebiete dringt. Von links nach rechts Furggubäumhorn, Wasehorn, Hübschhorn, Fletschhorn, Tochuhorn, Spitzhörli und Glishorn. Anschliessend geht der Blick in der Bildmitte hinab ins nahezu wolkenlose Zentralwallis.
Blick von unserer Wetterkamera Rosswald im Oberwallis auf die Föhnmauer, die Staubewölkung, welche über die Pass- und Kammlagen im Simplongebiet von Süden her in die inneralpinen Gebiete dringt. Von links nach rechts Furggubäumhorn, Wasehorn, Hübschhorn, Fletschhorn, Tochuhorn, Spitzhörli und Glishorn. Anschliessend geht der Blick in der Bildmitte hinab ins nahezu wolkenlose Zentralwallis.

Im Süden staute sich kühlere und feuchtere Luft an den Alpen. Dies gab Anlass zu einer schwachen bis mässigen Föhnstömung in den angrenzenden Gebieten des Alpennordhangs. Im Tagesverlauf arbeitete sich der Föhn mit Böenspitzen von 50 bis 70 km/h in die Region Meiringen, zum Urner-, Ägeri- und Walensee sowie bis ins St. Galler Rheintal vor.

Am Abend aus Westen Schauer und Gewitter

Vergrösserte Ansicht: Wetterübersicht kurz vor Sonnenuntergang um 1630 UTC: Schauer und Gewitter im Westen, Föhn und sommerlich warm im Osten (von oben links nach unten rechts: Niederschläge, Temperatur, Sonnenscheindauer und Blitze, Mittelwind und Böenspitzen).
Wetterübersicht kurz vor Sonnenuntergang um 1630 UTC: Schauer und Gewitter im Westen, Föhn und sommerlich warm im Osten (von oben links nach unten rechts: Niederschläge, Temperatur, Sonnenscheindauer und Blitze, Mittelwind und Böenspitzen).

Derweil zogen als Vorboten einer recht niederschlagsaktiven, von Gewittern durchsetzten Störung ueber Frankreich Wolkenfelder von der Region Genf über den Jura bis zur Nordwestschweiz auf. Am Abend wurden diese immer dichter und bald zogen erste Schauer unter Intensivierung und flächiger Ausdehnung über das westliche Mittelland hinweg, um später unter Abschwächung das Flachland der Deutschschweiz zu erfassen. Der Westwind frischte dabei kurzzeitig böig auf.

Kommentare (2)

  1. Christian Bleuer, 13.09.2015, 16:22

    Gestern Samstag, 12. September, konnten wir eine imposannte Föhnwalze südlich der Glecksteinhütte (Lauteraarsattel) beobachten. Ein erstaunter Blick auf dem Regenradar zeigte, dass es im Süden keinen (nennenswerten) Niederschlag gab. Ist das nicht etwas aussergewöhnlich?

    https://www.facebook.com/Gleckstein/photos/pcb.748460945264313/748459241931150/?type=1&theater

    1. MeteoSchweiz, 14.09.2015, 09:41

      Nein, es kommt öfters vor, dass es bei Föhnlage auf der Alpensüdseite nicht regnet. Wenn zum Beispiel die Südströmung antizyklonal (=hochdruckbestimmt) ist, kommt es sogar häufig vor, dass es auch auf der Alpensüdseite meist sonnig ist. Bei indifferenter (=gestreckter) Südströmung ist es auf der Alpensüdseite meist bedeckt, es muss aber nicht in jedem Fall regnen. Häufig jedoch fällt doch besonders im Nordtessin, speziell im Maggiagebiet, mässiger bis starker Niederschlag. In diesen Fällen ist der Himmel auch in den nördlichen Alpen oft bewölkt (durch hohe und mittelhohe Bewölkung). Bei zyklonaler (tiefdruckbestimmer) Südströmung fällt in der Regel auf der Alpensüdseite ergiebiger Regen (oder im Winter Schneefall). Nördlich der Alpen ist diesem Fall die Kaltfront aus Westen schon da, und es kommt ebenfalls zu Niederschlägen. Oder im anderem Fall herrscht sogenannter Dimmerföhn; das heisst es weht zwar in den Alpentälern noch mässiger Föhn, gleichzeitig fällt aber aus Süden übergreifend Regen. Das Wort "dimmer" bedeutet dämmrig, dunkel oder düster. Bei "Dimmerföhn" herrscht die für Föhn ungewöhnlich düstere Stimmung. Das Wort "dimmer"ist ein Urner und Glarner Dialektwort.