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Westlage bringt turbulentes Wetter

12. Januar 2016
Themen: Wetter

Eine kräftige Westströmung führte auch am Dienstag viel Feuchtigkeit zu den Alpen. Am meisten Niederschlag gab es vom Unterwallis bis zu den Berner Alpen. Nur im Südtessin zeigte sich länger die Sonne. Auf der Alpennordseite blies der Westwind zeitweise in Sturmstärke.

Ziemlich grosse Regenmengen in den westlichen Alpen

Am Dienstag herrschte im Alpenraum wie schon in den vorangegangenen Tagen eine starke Westströmung. Sie steuerte eher frische und feuchte Meeresluft in den Alpenraum. Wie häufig bei Westlagen erhielten die Gebiete im Unterwallis und in den westlichen Berner Alpen die grössten Niederschlagssummen. Gemäss Radar wurden am Dienstagnachmittag 24- Stundensummen von 30 bis 55 mm registriert, dies besonders im Gebiet zwischen der Dents du Midi und dem Gr. St. Bernhard und von der Les Diablerets den Berner Hochalpen entlang bis ins Lötschental. Demgegenüber blieben die Gebiete um Thun und Luzern fast trocken, auch das typisch für Westlagen. Die Schneefallgrenze lag bei etwa 700 bis 1000 Metern.

Nördlich der Alpen stark bewölkt, aber mild - im Südtessin meist sonnig und ebenfalls mild

Gänzlich ohne Niederschlag blieb das Südtessin - dort schien am Nachmittag sogar uneingeschränkt die Sonne. Durch den sogenannten Westföhneffekt  stieg die Temperatur nördlich der Alpen in Luzern mit fast 9 Grad am höchsten.  Gleichzeitig zeigte das Thermometer in Schiers, welches durch die Abriegelung am unteren Ende des Prättigaus von den milden Westwinden geschützt blieb, nur gerade 1.9 Grad, dies bei Schneefall. Noch wärmer war es indes im Mittel- und Südtessin, wo die nachmittägliche Sonne die Luft auf maximal 12.5 Grad steigen liess.

Westwind macht sich im Norden und in den Alpen kräftig bemerkbar

Ein Thema war auch der Westwind selber. Nördlich der Alpen blies er mit 70 km/h, an etwas exponierte Lagen wie am Zürichberg blieb der Windmesser bei maximal 85 km/h stehen. Stärker stürmte es erwartungsgemäss in den Bergen. Die höchsten Windgeschwindigkeiten verzeichneten dabei der Pilatus mit 128 und der Säntis mit 127 km/h. Sonst wurden auf den höheren Voralpengipfeln rund 110-120 km/h verzeichnet, ebenso stark windete es auch auf dem Chasseral. Um 95 km/h zeigten die Windmesser in Plaffeien, auf dem Napf und auf dem Hörnli.

Westwind war zwar kräftig, aber nicht ungewöhnlich stark

Die am Dienstag gemessenen Windspitzen sind aber für Westwind nichts Ungewöhnliches. Zwischen 1981 und 2015  lag das durchschnittliche Windmaximum in Kloten bei 97 km/h. Dies sind fast 30 km/h mehr als die Böenspitze von heute Dienstag mit 68 km/h. Die höchsten Windgeschwindigkeiten werden in Kloten  weitaus am häufigsten bei Westwind registriert. In vereinzelten Fällen können allerdings auch Gewitterböen für kräftige Böen sorgen. Die höchste Windböe wurde mit 130 km/h beim berühmten Weststurm Lothar am 26. Dezember 1999 verzeichnet. Auch auf den Berggipfeln sind die erwähnten knapp 130 km/h nichts Aussergewöhnliches, sind beispielsweise auf dem Säntis doch zwischen 1981 und 2015 als durchschnittliches Jahresmaximum knapp 175 km/h gemessen worden. Die Höchstwerte lagen dort bei rund 230 km/h, ebenfalls gemessen beim Sturm Lothar.

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