Luftdruck in Zürich in Rekordhöhe

28. Dezember 2016, 2 Kommentare
Themen: Wetter

Ein extrem kräftiges Hoch über Süddeutschland bestimmte heute das Wetter in der ganzen Schweiz. Dadurch waren an den meisten Orten blauer Himmel und eitel Sonnenschein die dominierenden Wetterelemente. Das überaus starke Hoch manifestierte sich auch bei den Werten des Luftdrucks. In Zürich wurde mit 976.7 hPa noch nie ein derart hoher Stationsdruck registriert.

Was ist eigentlich mit Luftdruck genau gemeint?

Ein äusserst kräftiges Hoch mit Zentrum über Süddeutschland bestimmte heute das Wetter in der ganzen Schweiz. Nun, was bedeutet eigentlich hoher Luftdruck? Im Prinzip ist das nichts anders, als das Gewicht der Luftsäule an einem bestimmten Ort. Wenn also an einem Ort 1000 hPa herrschen, dann bedeutet dies, dass die auf 1 Quadratmeter Fläche lagernde Luft ein Gewicht von 10 Tonnen aufweist. Die Luftsäule, welche vom Boden bis zur Obergrenze der Atmosphäre sich erstreckt, wiegt also 10 Tonnen. Dies entspricht einer Wassersäule von genau 10 Metern.

Charakteristische Luftdrucke in verschiedenen Höhenlagen

Dementsprechend sinkt der Luftdruck, wenn man in die Höhe steigt, denn das Gewicht, das sich über einem Quadratmeter befindet, nimmt logischerweise ab, wenn man aufwärts geht. So kann überschlagsmässig gesagt werden, dass im Mittel in Meereshöhe etwa 1013 hPa gemessen werden. Auf 1500 Meter sind es nur noch 850 hPa, in 5500 Metern etwa 500 hPa und in knapp 12000 Metern etwa 200 hPa.

Nicht linerare Abnahme des Drucks mit zunehmender Höhe

Der Druck nimmt dabei nicht linear mit der Höhe ab, da Luft komprimierbar ist. Die Luftdichte ist bei hohem Druck gross, das heisst, die Luft ist stark zusammengepresst. Diesen Zustand finden wir naturgemäss in Bodennähe. Mit zunehmender Höhe wird die Luft dünner, damit ist ihre Dichte geringer. Damit ist gesagt, dass der Luftdruck mit zunehmender Höhe immer langsamer absinkt. Wenn man zum Beispiel in Meereshöhe einen Druck von 1000 hPa hat, braucht man etwa auf 1000 Meter zu steigen, um einen Druck von 900 hPa vorzufinden. Für eine Druckreduktion von 100 hPa braucht  es also 1000 Meter. Will man von 200 hPa, was etwa bei 12000 Metern vorzufinden ist, auf ein Druckniveau von 100 hPa gelangen, als wiederum eine Druckreduktion von 100 hPa erreichen, so muss man über 4000 Meter ansteigen.

976.7 hPa - neuer Stationsrekord am Zürichberg

Heute und schon gestern in der Nacht herrschte über der Schweiz ein besonders hoher Druck. In Zürich, genauer gesagt am Zürichberg, wurde mit 976.7 hPa seit dem Bestehen der Station an diesem Standort im Jahre 1949 noch nie ein derart hoher Wert verzeichnet. Der bisherige Höchstwert datiert vom 3. März 1990 mit 976.5 hPa. In Kloten ist es mit 992.6 hPa seit 1959 der zweithöchste Wert. Höher lag der Druck einzig am 15. Februar 1959 mit 993 hPa. In Neuchâtel, das seit 1901 Werte in vergleichbarer Höhenlage liefert, wurden heute 983.8 hPa erreicht. Damit lagen heute 9.83 Tonnen Luft pro Quadratmeter über Neuchâtel. Noch mehr Luft lagerten bisher über Neuchâtel nur in 7 Fällen. Als Rekord gilt 985.5 hPa, gemessen am 15. Februar 1959 und am 4. März 1990. Reduziert man den heute gemessenen Druck auf Meereshöhe, so kommt man je nach Verfahren auf unterschiedliche Werte. Wenn man eine Standardatmosphäre nimmt, so erhält man einen Druck von etwa 1042 hPa. Solche hohen Luftdruckwerte sind beachtenswert, jedoch gibt es weltweit deutlich höhere Werte. Den höchsten Wert weist bisher Tosontsengel in der Mongolei auf, der Wert erreichte 1085.8 hPa und zwar am 19. Januar 2001.

Kommentare (2)

  1. Jakob Frauchiger, 28.12.2016, 18:56

    Sehr geehrte Damen und Herren

    In welcher Höhe ist die Geschwindigkeit der herabströmenden Luftmasse am grössten und wie gross und über welche Fläche?
    Am Beispiel des eben beobachteten 1045hPa Hochs?
    Unterstützt die Subsidenz auch die Auflösung der Kondensstreifen der Flieger?

    Ich stelle mir ein Hochdruckgebiet wie einen "vertikalen Föhn" vor.

    Ein Tiefdruckgebiet erkläre ich in meiner Fantasie so, dass in einer Waldlichtung ein Heissluftballon startet. Bis dass Luft durch den umliegenden Wald zugeströmt ist, herrscht auf der Lichtung ein Tiefdruckgebiet. Viele Heissluftballone ergeben einen thermischen Aufwind. Viele Aufwinde schlechtes Wetter im Sommer.

    1. MeteoSchweiz, 29.12.2016, 11:59

      Die Geschwindigkeit ist relativ klein und erreicht die Grössenordnung von etwa 10 cm/s. Die Geschwindigkeit dürfte in mittleren Atmosphärenschichten, das heisst, bei etwa 5000-6000 Metern am grössten sein. Die horizontale Ausdehnung kann recht gross sein und 1 Mio. Quadratkilometer überschreiten. Zu beachten ist. Wenn über einem kräftigen Bodenhoch starke Absinkbewegung herrscht, dann befindet sich in grössserer Höhe meist eine kräftige Strömung, welche konvergiert (zusammenströmt). Meistens sind dies Strömungen aus dem Nordsektor, meist Nordwestwind. Das Höhenhoch (Hochdruckgebiet in 7-12 km) selber liegt dann weiter westlich, aber darin findet keine oder fast keine Absinkbewegung statt, weil dort die Konvergenz mangels starker Winde fehlt.

      Ja, die Subsidenz löst Kondensstreifen sehr rasch auf. Meist knapp hinter dem Flugzeug verschwinden die Kondensstreifen in der absinkenden, sich erwärmenden und damit trockener werdender Luft .