Warten auf Kaltfront

26. April 2016, 3 Kommentare
Themen: Wetter

Im Vorfeld einer atlantischen Kaltfront sind tagsüber zahlreiche Schauerzellen von Frankreich her über die Schweiz hinweggezogen. In den ersten Stunden des Tages beschränkten sich die Schauer auf den Juranordfuss. Mit der Annäherung der Kaltfront weitete sich die Schaueraktivität allmählich auf die ganze Schweiz aus.

Tief über Norddeutschland

Vergrösserte Ansicht: Grosswetterlage über Mitteleuropa um die Mittagszeit am Dienstag 26. April 2016. Deutlich erkennbar sind das Tief mit Zentrum über Norddeutschland und die dazugehörende Kaltfront über Frankreich.
Grosswetterlage über Mitteleuropa um die Mittagszeit am Dienstag 26. April 2016. Deutlich erkennbar sind das Tief mit Zentrum über Norddeutschland und die dazugehörende Kaltfront über Frankreich.
Quelle: DWD

Am Dienstag steuerte ein stationäres Tief mit Zentrum über Norddeutschland feuchte Meeresluft zu den Alpen. Im Vorfeld der dazugehörenden Kaltfront hat sich eine mässig starke West- bis Südwestströmung auf der Alpennordseite entwickelt. Eingebettet in die Strömung zogen bei meist bewölkten Verhältnissen zahlreiche Regenschauer von Frankreich her über die Schweiz. In der Nacht bewegten sich die Schauerlinien zunächst dem Juranordfuss entlang. Mit der Annäherung der frontalen Zone verlagerten sich die Schauer weiter südlich und zogen anfangs Nachmittag vor allem über das Mittelland und dem Alpennordhang entlang hinweg. Danach entstanden Schauerzellen allmählich auch in den Alpen sowie im Mittel- und Südtessin. Trotz den zahlreichen Schauern blieben die Niederschlagsmengen sehr bescheiden, nämlich zwischen 0 und 5 mm. Einzig bei einzelnen Messstationen auf dem Jurakamm wurden Niederschlagsmengen leicht über 5 mm gemessen.

Böiger West- bis Südwestwind

Im Vorfeld der Kaltfront frischte der West- bis Südwestwind deutlich auf. Im Flachland erreichten die Böenspitzen Werte zwischen 50 und 60 km/h, vereinzelt wurden auch Böen zwischen 70 und 75 km/h gemessen. Oberhalb von etwa 1000 Metern registrierten die Windmesser Böen zwischen 85 und 105 km/h. Auf den Säntis wurde die stärkste Windböe mit 115 km/h gemessen.

Im Schutz der ersten Alpenkette

In der ersten Tageshälfte blieben die alpinen Täler und die Alpensüdseite im Schutz der ersten Alpenkette und genossen mehrere Stunden Sonne bei trockenem Wetter. Wie bereits erwähnt nahm die Bewölkung in der zweiten Tageshälfte mit der Annäherung der Kaltfront zu, und kurz danach bildeten sich auch die ersten Schauer. Auf der Alpennordseite lagen die Höchsttemperaturen zwischen 7 und 11 Grad. Auf der Alpensüdseite lagen die Höchstwerte um 15 Grad.

Kommentare (3)

  1. Stefan Oberli, 26.04.2016, 20:19

    Also in Kandersteg liegt die Schneegrenze nach einem Tag mit guter Sicht, trockenem Wetter und sehr gemässigtem Wind mit selten über 30km/h und diversen Ruhephasen und 10 Grad auf 1175m Höhe wieder bei 1500-1700m. Das dürfte die deutlich höchste Schneegrenze der Alpennordseite sein. Jedenfalls noch in Adelboden, Beatenberg und ähnlichen hats noch immer Schnee auf den Hausdächern. Und das mit Grindelwald war heute wohl auch wieder. Noch sonniger, milder (vermutung). Warten auf das allgegenwärtig schlechte Aprilwetter könnte man da titeln. Wird morgen wohl nicht viel anders. Ausser einem bisschen Morgenschnee. Die Walliser waren hauptsächlich windiger. Da konnte das Mehr an Sonne noch im Rhonetal wenig ausrichten.

  2. walter scartazzini, 26.04.2016, 19:01

    hallo meteoteam
    sie haben mit den böen-daten 2016-03-23 möglicherweise ein falsches bild aufgestartet

    1. MeteoSchweiz, 27.04.2016, 10:16

      Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben die Grafik ausgetauscht - Sie sehen nun die Werte der Böenspitzen vom 26.4.