Die Sonne machte sich rar...

1. Mai 2016, 2 Kommentare
Themen: Wetter

In der Nacht fiel in einigen Bergregionen erneut eine Ladung Neuschnee. Tagsüber machte sich die Sonne rar, versteckte sich aber nicht überall hinter dem Wolkengrau. Generell gibt es in der Schweiz nur sehr wenige Tage, an denen die Sonne nirgends scheint. Details dazu lesen Sie im heutigen Blog.

Ein Höhentief war heute wetterbestimmend

Die Schweiz lag heute im Einflussbereich von einem Höhentief. Dieses hatte in der Nacht sein Zentrum über Monaco, folglich wehten die Höhenwinde über dem Alpenraum aus Südosten. Tagsüber verlagerte sich das Tief ins Mittelmeer, gegen Abend wird sein Zentrum über Sardinien erwartet.

Die Verlagerung führte über den Alpen zu einer Winddrehung auf Nordost, zudem baute sich im Tagesverlauf ein Nordüberdruck von rund 8 Hektopascal auf.

Eine Ladung Neuschnee

Mit der südöstlichen Anströmung ist es nicht verwunderlich, dass in der Nacht der Schwerpunkt des Niederschlags vom oberen Saastal bis zum Simplongebiet lag.

Aber auch im Berner Oberland regnete bzw. schneite es ordentlich. Dabei ist die Schneefallgrenze auf 800 bis 1000 Meter gesunken. Lokal schneite es aber erneut bis gegen 600 Meter hinunter, so beispielsweise im Emmental:
 

Die höchste manuell gemessene Neuschneemenge wurde mit 39 cm vom Simplon-Hospiz gemeldet, die automatischen Stationen des SLF registrierten im Simplongebiet bis zu 50 cm Neuschnee.

Aber auch im Berner Oberland schneite es kräftig, so wurden aus Adelboden 28 cm Neuschnee gemeldet, an der Unteren Gantrischhütte wurden gar 38 cm gemessen.

Tagsüber im Norden ausgesprochen trüb, im Süden weniger...

Mit der eingangs erwähnten Winddrehung und dem Aufbau vom Nordüberdruck verlagerte sich der Niederschlag tagsüber an den Alpennordhang.

Gleichzeitig trocknete die Luftmasse auf der Alpensüdseite ab. Die Abtrocknung erfolgte aber nur in den unteren Luftschichten, sodass sich die Sonne auch im Tessin nur spärlich zeigte. Trotzdem war der Wettereindruck hier um einiges freundlicher als im Norden.

Bei tiefhängender Bewölkung mit Nieselregen, Regen oder gar kräftigen Regenschauern wollte keine Frühlingsstimmung aufkommen. Einzig einige nachmittägliche Gewitterherde nordwestlich des Bodensees erinnerten an den nahenden Sommer....

Nicht überall trüb - ansonsten wäre dies ein recht seltenes Ereignis

Trotz der ausgedehnten Bewölkung wurden an einige Stationen mehr als eine Stunde Sonne registriert: Dies beispielsweise in Sion, am Eggishorn oberhalb Fiesch und in der Leventina.

Im Übrigen kommt es in der topografisch reich gegliederten Schweiz recht selten vor, dass es im ganzen Land über einen Tag lang komplett trüb bleibt. Detaillierte Auswertungen dazu existieren zwar nicht, es dürften aber nicht mehr als ein oder zwei Tage pro Jahr sein.

Die Wetterlage die solches zustande bringt, ist am ehesten ein stationäres Genuatief, welches im Alpenraum markante Aufgleitniederschläge auslöst.

Kommentare (2)

  1. Peter Sager, 01.05.2016, 21:27

    Das Wetter ist dieses Jahr nicht nur schlecht es ist akokalptysch schlecht. Die Eiszeit steht vor der Tuere und niemand sagt uns dies.

    1. Jakob Frauchiger, 02.05.2016, 10:13

      Vermutlich vergleicht man den Temperaturanstieg mit dem Zurückgehen des Wassers vor einem Tsunami. Das Wasser kommt dann eben schnell und ebenso wird vermutlich die Temperatur sinken. Lassen Sie uns vorher noch eine grüne Sahara und freien Schiffsverkehr über den Nordpol geniessen...