Immer weniger Kältewellen

18. Januar 2017, 4 Kommentare
Themen: Klima

Lang andauernde Kältewellen sind in der Schweiz selten geworden. Die letzte massive Kältewelle erfasste unser Land im Februar 2012. Sie dauerte zwei Wochen. Gemittelt über 14 Tage sank die Temperatur in Zürich auf knapp minus 10 Grad. Für die aktuelle Kältewoche wird in Zürich ein Mittel von knapp minus 6 Grad erwartet.

Woher die Kälte kommt . . . arktische Eislandschaft in Westgrönland.
Foto: Stephan Bader

In den letzten vier Jahrzehnten sind massive Kältewellen aus unserem Winterklima fast verschwunden. In die gleiche Zeit fällt die starke Wintererwärmung. Trotz ihrer Seltenheit können sich Kältewellen aber immer noch sehr kräftig entwickeln. Die Kältewelle vom Februar 2012 gehörte zu den zehn extremsten 14-Tages-Ereignissen seit Messbeginn 1864.

Eiskalt vor allem im Januar und Februar

Die extremsten Kältewellen lieferten vor allem die Monate Januar und Februar. Kein Erbarmen kannte die Natur im Winter 1879/1880. Nach anhaltend massiver Kälte im Dezember 1879 wurde die Schweiz nur zwei Wochen später in der zweiten Januarhälfte 1880 von einer weiteren intensiven Kältewelle erfasst. Es war ein klassischer Seegfröörni Winter. Fast schon regelmässig längeren Besuch von arktischer Kälte erhielt die Schweiz zu Beginn der 1940-er Jahre. Gleich in drei Wintern in Folge sank das extremste 14-Tagesmittel in Zürich jeweils im Januar unter minus 9 Grad. 1941 war auch eine Seegfröörni dabei. Allerdings war das Eis nicht tragfähig.

 

Weniger Kälte – mehr Hitze

Während winterliche Kältewellen rar geworden sind, nimmt in der Schweiz die Häufigkeit sommerlicher Hitzeperioden in den letzten Jahrzehnten zu. Dies parallel zum kräftigen Anstieg der Sommertemperatur. In Regionen, welche immer wieder von Hitzeperioden betroffen waren, folgen sich Hitzeperioden heute in kürzeren Zeit-Abständen. Regionen, welche in der Vergangenheit kaum Hitzeperioden registrierten, müssen auch heute mehr oder weniger regelmässig damit rechnen. Bis Ende des 21. Jahrhunderts ist in der Schweiz mit einer deutlichen Häufigkeitszunahme sommerlicher Hitzeperioden zu rechnen.

Kommentare (4)

  1. Ernst Blum, 18.01.2017, 16:23

    Wo ist die Auswertung für den Dezember? Dürfen wir nur erfahren, dass der Dezember der sonnenreichste Monate seit je war? Die weiteren Daten werden dann einfach in der Jahresauswertung platziert? Wieso das?

    1. Hans Wiesendanger, 18.01.2017, 19:28

      Ich denke, dass im Klimabulletin für den Dez. 2016 genügend Daten aufgeführt sind. Dieses Bulletin wurde am 13. Januar 2017 herausgegeben.

    2. Gerhard Feuerstein, 19.01.2017, 00:26

      Vielleicht übersehen?

      Siehe Link http://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Klima/Gegenwart/Klima-Berichte/doc/klimabulletin_dezember_2016.pdf?topic=/content/meteoswiss/tags/topics/klima/publication/klimabulletin-monat

    3. MeteoSchweiz, 19.01.2017, 11:53

      Der bemerkenswerte Sonnenscheinrekord vom Dezember 2016 wurde am 30. Dezember, das heisst am Tag nach Rekordeintritt im Wetterblog kommentiert. Der Wetterblog vom 30. Dezember 2016 trägt sinngemäss den verheissungsvollen Titel " O sole mio".

      http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2016/12/o-sole-mio-.html