Kalt, aber es wird noch kälter

16. Januar 2017, 1 Kommentar
Themen: Wetter

Am Montag wurde fast auf der ganzen Alpennordseite ein Eistag registriert. Als Eistag gilt, wenn die Temperatur ganztags unter null Grad bleibt. Zudem gab es gebietsweise nochmals etwas Neuschnee, so auch den abgebildeten Schneekristall (Bild: Urs Graf). In den kommenden Tagen dürfte es nochmals kälter werden.

Die Schweiz lag am Montag zwischen einem Hoch über dem nahen Atlantik und einem Tief über dem Mittelmeer unter einer nord- bis nordöstlichen Strömung. Diese führte weiterhin schubweise feuchte und labil geschichtete Luft zur Schweiz. Im Unterschied zu den Vortagen machte sich aber bereits das erwähnte Hoch zunehmend bemerkbar, das in der Höhe für eine Abtrocknung sorgte.

Schneefall

Trotzdem reichte es noch für Schneeschauer, die von Deutschland her zur Schweiz zogen. Der Niederschlagsschwerpunkt lag in den zentralen und östlichen Landesteilen, und hier insbesondere den Voralpen entlang. So gab es vielerorts nochmals ein paar Zentimeter Neuschnee.

Polarluft

Die zur Schweiz eingeflossene Luftmasse war polaren Ursprungs. Berechnungen der Luftmassenherkunft zeigen, dass die Luft vor fünf Tagen noch in den Polargebieten lag und dann über das Europäische Nordmeer und die Nordsee Richtung Alpenraum floss.

In der Nacht sank die Temperatur  in den Niederungen auf Werte zwischen -5 und -10 Grad, stellenweise war es auch noch kälter, insbesondere in der Region Bern (z.B. Bern/Zollikofen oder Thun mit -13 Grad). Noch markant kälter war es natürlich in den Bergen mit bis zu -22 Grad in den Hochtälern.

Aber auch die Höchsttemperatur lag meist unter null Grad. Im Flachland lag sie um -1 Grad. Nur stellenweise im Kanton Aargau und am Genfersee wurden Werte knapp über dem Gefrierpunkt registriert. Am Genfersee blies aber bereits die Bise, was die gefühlte Temperatur auch hier deutlich unter null Grad sinken liess.

Mit Bise wirds noch kälter

Dies dürfte aber noch nicht alles gewesen sein: Die Zufuhr von Polarluft hält auch am Dienstag und Mittwoch an. Die Temperaturen dürften also noch etwas weiter absinken.  Zudem verstärkt sich die Bise. Insbesondere im Genferseegebiet erreicht sie Sturmstärke. Auch dann dürfte die gefühlte Temperatur wieder sehr tief liegen, um -15 Grad in den Niederungen und unter -30 Grad auf den Bergen des Juras.  Was bei diesen Wetterlagen ebenfalls zu erwarten ist, ist die sogenannte gefrierende Gischt. Der über den See peitschende Wind lässt die Gischt ans Ufer spritzen, und bei den negativen Temperaturen gefriert das Wasser dort. MeteoSchweiz hat deshalb in Teilen der Westschweiz eine Unwetterwarnung für Sturmwinde bei Dauerfrost ausgegeben.

Kommentare (1)

  1. Wolfgang Schatz, 16.01.2017, 23:37

    Guten Abend,

    vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.
    Was ich nicht verstehe: Seit Wochen wird in vielen Medien gemeldet, daß die Temperaturen am Nordpol viel zu hoch, teilweise bei Null Grad liegen würden. Wo kommt dann plötzlich die Polarluft bis nach Mitteleuropa her?