Mit Föhntendenz in den Alpentälern mild

22. Januar 2017, 3 Kommentare
Themen: Wetter

Glück hatte, wer heute mit der Seilbahn an die Sonne fahren durfte. Wie zum Beispiel im Titelbild auf den Karren bei Dornbirn in Österreich. Während unter dem Hochnebel immer noch eisige Temperaturen herrschten, war es heute in den Alpentälern mit Föhntendenz mild. Nachdem sich der Hochnebel auch heute kaum auflockerte, versuchen wir es mit einer Stimmungsauflockerung der anderen Art. Mehr dazu am Ende des Blogs.

Hochdruckzentrum über Rumänien

Das Zentrum des Hochdruckgebietes lag heute über Rumänien. Damit herrschte über der Schweiz eine südöstliche Höhenströmung vor, was in den nördlichen Alpentälern eine Föhntendenz bewirkte. Ansonsten änderte sich am Wettereindruck wenig. Über dem Mittelland der Alpennordseite lag eine kompakte Hochnebeldecke, welche heute eine Obergrenze von etwa 800 Meter hatte. Diese reichte auch erstaunlich weit in die Alpentäler hinein.

Grosse Temperaturunterschiede auf kleinem Raum

So lag etwa Vaduz heute ganztags unter dem Hochnebel und erwischte einzig mal ein Loch in der Hochnebeldecke, welches für immerhin 7 Minuten Sonne sorgte. Damit hatte die Station gegenüber den anderen Flachlandstationen unter dem Nebel doch etwas an Sonne voraus. Die Höchsttemperatur lag bei -7.5 Grad. Im 35 km entfernten Chur war es ganztags sonnig. Mit Föhntendenz erreichten die Temperaturen hier +7.5 Grad. Damit entstand auf kurzer Distanz ein Temperaturunterschied von fast 15 Grad. Die milde Luft in Chur führte zu einem kleinräumigen Tief in dieser Region und einem Druckgradienten zwischen Chur und Vaduz von 5 hPa.

Die Föhnströmung machte sich auch über dem Alpenkamm bemerkbar, wo ganztags Südwind registriert wurde. Auf dem Gütsch wurden Windspitzen bis knapp 80 km/h gemessen.

Beste Fernsicht

Vergrösserte Ansicht: In der Höhe beste Fernsicht, wie hier auf dem Balmberg im Kanton Solothurn.
In der Höhe beste Fernsicht, wie hier auf dem Balmberg im Kanton Solothurn.
T. Jordi

Dank dieser Föhntendenz herrschte über dem Hochnebel perfekte Fernsicht. Grösstenteils konnte die Fernsicht bei uneingeschränkter Besonnung genossen werden. In der Westschweiz zog jedoch im Tagesverlauf immer dichtere hohe und mittelhohe Bewölkung auf. Diese wurde vom Tief über dem westlichen Mittelmeer abgeschwemmt. Zeitweise waren sogar schwache Echos auf dem Radarbild zu erkennen. Am Flughafen in Genf wurde bei einer Flugplatzbeobachtung schwacher Schneefall gemeldet. Die Temperaturen unter dem Hochnebel bewegten sich wiederum bei kalten -7 bis -4 Grad. Auf der Alpensüdseite wurden um 5 Grad erreicht.

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Kommentare (3)

  1. Gugger Daniel, 23.01.2017, 16:14

    Chamäleon? (Zunge rechts)

  2. Bichler Wolfgang, 22.01.2017, 22:28

    Katze?

  3. Gisela, 22.01.2017, 20:37

    Ich habe beim ersten Blick auf eine Kaulquappe getippt, aber Faultier passt am Sonntag natürlich viel besser - lustige Bilder, die den Nebelblues restlos wegpusten!