Return to Sender...

25. Januar 2017, 3 Kommentare
Themen: Wetter

Am allgemeinen Wettercharakter hat sich auch heute nicht wirklich viel geändert. Ein Hoch über Deutschland bestimmte massgebend das Wetter in der Schweiz. Über der Alpennordseite lag zäher Hochnebel, darüber, in den Alpen und auf der Alpensüdseite schien beinahe uneingeschränkt die Sonne. Und trotzdem verlief das Wetter, zumindest in Bezug auf die Hochnebelobergrenze, genau umgekehrt als gestern.

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Das Auf und Ab der Hochnebelobergrenze

Am Dienstag ist die Hochnebelobergrenze von 900 gegen 1500 Meter angestiegen und das auf Grund eines Kaltlufttropfens in der Höhe, welcher knapp an der Schweiz vorbeigeschrammt war. (Lesen Sie dazu den Blog von gestern.) Im Laufe der Nacht auf heute entfernte sich dieses kleine Höhentief wieder von der Schweiz und zog weiter in Richtung Pyrenäen. In der Folge sank die Obergrenze des seit Tagen beständigen und zähen Hochnebels von anfangs 1300 bis 1500 Metern im Tagesverlauf wieder gegen 1100 bis 1300 Meter ab. Dabei zog sich der Hochnebel auch allmählich wieder aus den Alpentälern zurück. Bis am Mittag lockerte sich der Hochnebel im Wallis, über dem Walensee und in der Region Bad Ragaz bereits auf. Am Nachmittag zeigte sich auch in Meiringen und kurzzeitig in Interlaken die Sonne. Einzig in den Zentralschweizer Alpentäler, welche bei Bise oft zu bleiben, musste auch heute ganztags auf die Sonne verzichtet werden.

Vergrösserte Ansicht: Kein Wunder verwandelte sich der Brunnen am HB Zürich bei diesen vielen Eistagen in den letzten Wochen zu einer Eisskulptur.
Kein Wunder verwandelte sich der Brunnen am HB Zürich bei diesen vielen Eistagen in den letzten Wochen zu einer Eisskulptur.
Foto: Urs Wildermuth

Aus diesem Hochnebel konnten heute zeitweise einige Schneeflocken beobachtet werden. Die Messstation Uitikon meldete heute Morgen um 7 Uhr sogar 1 cm Neuschnee in den vergangenen 24 Stunden. Die Temperaturen machten unter dem Hochnebel wie bereits die letzten Tage keine grossen Sprünge. Von den nächtlichen Tiefstwerten im Mittelland zwischen -10 und -5 Grad stieg die Temperatur tagsüber nur um wenige Grad auf -7 bis -3 Grad an. Dass wir mit diesen tiefen Werten auf Kurs sind den kältesten Januar seit 30 Jahren zu erleben, darüber wurde gestern im Klima-Blog berichtet. In den Regionen die nicht unter dem Hochnebel lagen, war der Temperaturunterschied natürlich deutlich grösser. In Chur stieg die Temperatur von -14.4 auf -4.7 Grad an, in Visp von -12.6 auf -3.7 Grad und im Locarno von -0.1 auf 9.4 Grad.

Return to Sender…

Der erwähnte Kaltlufttropfen, welcher für das Anheben des Hochnebels sorgte und heute Mittag über den Pyrenäen lag, lässt uns aber noch nicht ganz in Ruhe. Zur Zeit ruht er sich lediglich über dem Süden Frankreichs aus, bevor er Anlauf nimmt und morgen eingebettet in die Südwestströmung erneut nordwärts wandert. Dabei schrammt er am Donnerstagabend wieder westlich der Schweiz vorbei. Dieser Kaltlufttropfen hat sich in der  Nacht auf Dienstag über den Beneluxstaaten abgespaltet, ist von dort aus über 1000 km nach Süden gereist und wird morgen wieder auf den Rückweg geschickt mit dem Stempel „Return to Sender“. Am Freitagmorgen sollte unser reisefreudiger Kaltlufttropfen dann wieder an seinem Ursprungsort zu liegen kommen, bevor er sich abschwächt und im allgemeinen Wettergeschehen untertaucht. Auf seiner langen Reise hat er allerdings auch allerlei Unfug gestiftet; er hat nicht nur wie bei uns für ein Auf und Ab des Hochnebels gesorgt, sondern auch für hohe und mittelhohe Bewölkung in seiner nahen Umgebung, für  Winddrehungen, für Schnee, Regen und heute Morgen in Südfrankreich gebietsweise wahrscheinlich auch für gefrierenden Regen.

Kommentare (3)

  1. Johan Montal, 26.01.2017, 09:22

    Ich lese diese Blogs alle Morgen mit grossem Vergnügen!! Welch Unterschied zu den damaligen recht dürren und gestelzten 'Verlautbarungen' der seinerzeitigen Meteorologischen (ich kann es schon nicht mehr richtig schreiben, musste 3 mal ansetzen) Centralanstalt. Dieser Wandel ist generell bei allen Bundesämtern festzustellen. Das ist gut und tut gut, herzlichen Dank

  2. Gisela, 25.01.2017, 20:43

    Dear Old Kaltlufttropf hat den Hüftschwung aber nicht ganz so im Griff wie Elvys....

    1. MeteoSchweiz, 26.01.2017, 17:38

      :-)