Schnee ist im Anzug

4. Januar 2017, 3 Kommentare
Themen: Wetter

Bereits am Morgen fiel in den östlichen Landesteilen etwas Schnee. Nach einer Pause erreichte gegen Abend eine Kaltfront von Norden her die Schweiz und brachte neue Schneefälle. Besonders in den Bergen nahm der West- bis Nordwestwind deutlich zu und erreichte dort zum Teil Sturmstärke.

Schnee aus Norden

Ein kräftiges Tief über der Ostsee verlagerte sich heute Richtung Polen. Es steuerte dabei ein Frontensystem südwärts zu den Alpen. Dieses Frontensystem war noch nicht vollständig okkludiert, d.h. es war immer noch ein Einschub warmer, nicht abgehobener Luft vor der Kaltfront vorhanden. Die aufgleitende Warmluft erreichte heute Morgen die Alpen, wo sie noch zusätzlich gehoben wurde. Es setzten schwache Schneefälle ein. Im Flachland der Deutschschweiz „flöckelte“ es gebietsweise nur schwach, am östlichen Alpennordhang vom Glarnerland bis Nordbünden und im Alpstein hingegen schneite es etwas häufiger. In Davos beispielsweise wuchs die Schneedecke von 2 cm am frühen Morgen auf 7 cm am Mittag.

Hinter diesen Warmfrontschneefällen lockerte sich die Bewölkung gegen Mittag in den inneren Alpen etwas auf, und die Sonne zeigte sich vorübergehend vom Oberwallis über das Gotthardgebiet bis Mittelbünden. Gegen Abend erfasste dann die zum Tief gehörende Kaltfront von Norden her die Schweiz und neue Schneefälle setzten ein.

Starke Winde in der Höhe

Mit der Annäherung des Tiefs nahmen die Nordwestwinde in der Höhe stetig zu. Bis am Abend wurden die stärksten Winde in der östlichen Landeshälfte gemessen. Auf dem Pilatus wurden 100 km/h registriert, auf Crap Masegn oberhalb von Laax 120 km/h und auf dem Säntis 122 km/h. Im Laufe des Tages setzte sich der Wind, der in den unteren Schichten aufgrund der Ablenkung am Gebirge aus West wehte, immer mehr auch bis ins Flachland hinunter durch, wenn auch weniger stark als auf den Bergen. Die Böenspitzen bewegten sich in der Ostschweiz zwischen 40 und 60 km/h. Heute Abend und in der Nacht nehmen die Winde jedoch noch weiter zu. Dabei sind insbesondere in den Alpentälern zum Teil auch Sturmböen zu erwarten.

Es kommt Luft aus der Arktis

Hinter der Kaltfront, die heute Abend aus Norden die Schweiz erreicht, setzt der Zustrom von Kaltluft ein. In einer ersten Phase handelt es sich noch um polare Luft, in der zweiten Nachthälfte auf morgen Donnerstag gelangt dann auf der Rückseite des Tiefs mit einer Nordströmung noch kältere Luft zum Alpenraum. Die Luft stammt dabei aus arktischen Regionen. Dies wird dann vor allem auf Freitag spürbar, wenn die Temperaturen in der Nacht gegen -10 Grad fallen und auch tagsüber deutlich unter 0 Grad liegen werden.

Kommentare (3)

  1. Gisela, 04.01.2017, 21:01

    "Es kommt Luft aus der Arktis": Darin ist von "polarer Luft" und von noch kälterer "Luft aus arktischen Regionen" die Rede. Gibt es einen geographischen Unterschied oder ist die Temperaturdifferenz anders zu erklären? Ich war der Meinung, dass "polar" in etwa mit "arktisch" gleichzusetzen sei. Merci!

    1. Hans Meier, 05.01.2017, 14:10

      Es gibt einen Unterschied: Polar bezieht sich auf beide Pole, arktisch nur auf den Nordpol (und "antarktisch" nur auf den Suedpol). In der Praxis, fuer das Schweizer Wetter, ist die antarktische Luft aber wohl irrelevant, von daher ist arktisch und polar in dem Fall das Gleiche.

    2. Hans, 09.01.2017, 13:50

      Die Arktis und die Antarktis befinden sich geografisch gesehen zwar an den Polen, dennoch gibt es meteorologisch gesehen einen Unterschied zwischen polaren und arktischen bzw. antarktischen Luftmassen. Die Arktikluft ist die kälteste und damit auch trockenste Luftmasse und wird in den nördlichen Polarregionen gebildet. Die Polarluft hingegen wird in den mittleren Breiten gebildet oder entsteht durch die Transformation von Arktikluft auf ihrem Weg über das Meer (siehe Kapitel 19. Luftmassen und Luftmassengrenzen, S. 260/261 in: Liljequist G. H./Cehak K., Allgemeine Meteorologie, 3. Auflage).