Schweizer Klimaerwärmung auf einen Blick

26. Januar 2017, 18 Kommentare
Themen: Klima

Das Schweizer Klima hat sich in den letzten gut 150 Jahren um knapp 2°C erwärmt. Eine neue Grafik von MeteoSchweiz präsentiert die Schwankungen und den Anstieg der Schweizer Temperatur besonders anschaulich.

Das Jahr 2015 (Bild) gehört zusammen mit 2011 zu den wärmsten Jahre im Zeitraum 1864 bis 2016.

Die neue Grafik des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz zeigt für jedes Jahr von 1864 bis 2016 eine Schweizer Karte, auf der die Temperaturabweichung vom Mittel der Jahre 1961-1990 zu sehen ist.

Durch die Einfärbung lässt sich die Erwärmung eindrücklich erkennen: ausgehend von den kalten, weiter zurück liegenden Jahren (blau) zu den nah an der Gegenwart liegenden, warmen Jahren (rot). So wird offensichtlich, dass seit 1987, also seit rund 30 Jahren, warme Jahre besonders häufig aufgetreten sind. Hingegen waren die 1880er und die erste Hälfte der 1890er Jahre vergleichsweise kalt. Änderungsaussagen über die Jahrzehnte hinweg sind mit Hilfe der gezeigten Mittelwerte in Balkenform einfach möglich. Es lässt sich zum Beispiel ablesen, dass die 2010er Jahre bisher rund 2.2°C wärmer sind, als die kühlen 1880er Jahre.

Auf einen Blick: die speziellen Einzeljahre erkennbar

Spezielle Einzeljahre lassen sich einfach ausmachen: zum Beispiel 2011 und 2015, die wärmsten Jahre im Zeitraum 1864 bis 2016, ebenso wie 1879, das den Kälterekord in der Periode hält. Aber auch Jahre, die deutlich kälter (1956) oder wärmer (1961) waren als ihre Nachbarjahre treten immer mal wieder auf. Gründe dafür sind zufällige natürliche Schwankungen im Klimasystem. Damit wird augenscheinlich, dass die Erwärmung nicht jedes Jahr gleich stark ausfällt.

Neben der zeitlichen Entwicklung enthält die Grafik interessante regionale Information. Meist zeigt das Temperatursignal schweizweit in dieselbe Richtung – das Jahr war in der ganzen Schweiz entweder deutlich zu warm oder zu kalt. Es gibt jedoch auch Ausnahmen von dieser Regel, die bei genauerer Untersuchung der Wetterabfolge im entsprechenden Jahr oft meteorologisch erklärbar sind. So gibt es zum Beispiel die Tendenz, dass tiefdruckbestimmte Jahre in hohen Lagen (Alpenkamm) kühler ausfallen als in tiefen Lagen (Mittelland). Ein Beispiel dafür ist das Jahr 2010. Je nach Abfolge der Wetterlagen ist die Erklärung der Muster auch deutlich schwieriger.

Kommentare (18)

  1. David, 05.04.2017, 05:38

    warum die grafik nicht einfach als eps zum download anbieten? geben sie doch ein bisschen mehr zurück als man vielleicht auf den ersten blick erwarten würde. täte den bundesnahen betrieben einfach gut, mehr service zu bieten. merci!

    1. MeteoSchweiz, 10.04.2017, 08:45

      Die Original-Grafik hat eine Grösse von 12 MB. Diese umfangreiche Dateien sind nicht ideal für unseren Webauftritt. Wir haben die ursprüngliche Grafik im Blog-Beitrag mit einer Variante mit etwas höherer Auflösung ersetzt.

  2. Andrea, 28.01.2017, 00:36

    Gibt es diese Grafik auch als Plakat? Wäre spannend für die Schule als Diskussionsgrundlage.

    1. MeteoSchweiz, 30.01.2017, 08:51

      Nein, im Moment leider noch nicht, aber Danke für den Hinweis.

  3. Laura, 27.01.2017, 21:53

    Ach, die Klimamärchen-Onkel und ihre Geschichten, Hauptsache die Subventionen vom Steuerzahler fliessen weiter in unsinnige und nutzlose Projekte (also vor allem in die Taschen der Klima-Beamten und "Professoren")...

    1. Jürgen Baumann, 28.01.2017, 17:43

      Sorry Laura
      Deine Erde scheint ziemlich flach zu sein. Bitte begründe Deine Aussage!
      Jürgen

  4. Tiho Aleksic, 27.01.2017, 11:11

    Hmmm... Klimaerwärmung im Titel schreiben ist einfach. Bitte kommentiert den Mittelwert seit 1880. Der Mittelwert ergibt eine Minustemperatur. Ah ja, der Mittelwert ausgerechnet vom 1880-2010 (Durchschnitt von 10 Jahren) ist seit immer noch im Minusbereich. Ich verstehe, das Wort Klimaerwärmung nicht ganz.

    Die Schwankungen sind ganz gewöhnlich - in 100 Jahren wird es wieder kälter usw.

    Bitte liebe Meterologen klärt die Leute korrekt auf und verbreitet keine Angst.

    1. Dominic, 29.01.2017, 10:19

      Sehr geehrter Herr Aleksic

      Ich bitte Sie, bei der Wahrheit zu bleiben und nicht unfundierte Behauptungen in die Welt zu setzen. Im Internet können sie problemlos Bodenstationswerte herunterladen, die bis ins Jahre 1900 zurückgehen. Die Erwärmung ist nicht überall gleich stark. Als Beispiel ist der Säntis aufgeführt!

      Messreihe: 1900 bis 2010
      Mittelwert: -1.3°
      Standartabweichung: 6.8°
      Durchschnittliche Zunahme in diesen 111 Jahren: 4.2°

      Berichte sollen spannend geschrieben daherkommen und nicht mit Zahlen überladen sein. Dies ist bei diesem Artikel der Fall – vielen Dank dafür!

    2. MeteoSchweiz, 30.01.2017, 08:50

      Zur Veranschaulichung der gezeigten Werte: Als Norm oder Mittelwert wird in dieser Grafik die international oft verwendete 30-jährige Periode der Jahre 1961 bis 1990 verwendet. Alle Abweichungen der Jahrzehnte (Säulen im unteren Teil der Grafik) werden dazu berechnet. Die 1880er Jahre (das Mittel der Jahre 1880-1889) waren gemäss Abbildung 0.81 Grad Celsius kälter als die Norm von 1961-1990, die 2010er Jahre (das Mittel der Jahre 2010-2016) 1.38 Grad Celsius wärmer.

  5. Stefan Lehmann, 26.01.2017, 17:52

    Somit sieht man, dass sich das Klima wieder normalen Werten annähert, nachdem es Ende 19. / Anfangs 20. Jahrhundert deutlich zu kalt war.

    1. Zobrist Peter, 26.01.2017, 22:57

      ...somit sieht man, dass es immer noch Menschen gibt wie Herr Lehmann, denen man alle Facts unter die Nase reiben kann, und sie sehen immer noch, was sie wollen...

    2. Severin, 27.01.2017, 16:45

      haha sogar auf der Meteoschweiz-Seite gibts trolle. Die verstecken sich noch in der letzten Höhle.

    3. Laura, 28.01.2017, 10:06

      Genau, aber dieses Faktum wird die Klima-Märchen-Onkel nicht davon abhalten ihre Untergangs-Szenarien weiterhin ungehemmt zu verbreiten. Sie sind ja auch ausnahmslos alle von Steuergeldern abhängig, da ist es wichtig dass die Kohle vom Steuerzahler weiterhin (natürlich für die "Umwelt") fliesst. Über die nutzlosen und umweltschädlichen Machenschaften von Ablasshandels-Organisationen wie "myClimate" und Multimillionär Al Gore hat die Weltwoche ja bereits mehrmals genüsslich berichtet. Tatsachen und Fakten, die man in der postfaktischen Lügenpresse mit "alternativen" Nachrichten natürlich nicht findet... aber die geschützte Beamten-Bessermenschen-Propaganda-Werkstatt SRG lebt ja auch von planwirtschaftlichen Zwangsabgaben.

    4. Jürgen Baumann, 28.01.2017, 17:45

      Liebe Laura
      Danke für Deinen liebenswerten Kommentar. Bitte begründe Deine Einwände mit harten Fakten. Verschwörungstheorien helfen hier nicht weiter.
      Danke
      Jürgen

    5. Heinz Zurbriggen, 14.02.2017, 20:22

      Schade, dass ein Bundesamt als Plattform dienen muss, für solche fake news. Ich möchte mit meinen Steuergeldern nicht Verschwörungstheorien wie die Leugnung der menschgemachten Klimaänderung unterstützen müssen. Aber: danke für den super Blogartikel!

  6. Thalmann Roland, 26.01.2017, 15:35

    Das KLIMA ist nicht stabil war nie stabil und wird nie stabil sein.....

    Es gab schon immer Klimaveränderungen (wahrscheinlich ist das sogar ein treibender Motor für die Evolution weil dadurch eine ständige Anpassung an veränderte Bedingungen notwendig ist).

    So ist vielleicht eine Seegfrörni die Ausnahme und nicht die Regel....und wir sehen uns in hundert Jahren und überprüfen was wir alles vorhergesagt haben.....

    1. Wissen Schaftler, 26.01.2017, 21:24

      Wie konnten bloß alle Klimaforscher die bestechende Logik nicht erkennen, dass die Menschheit nicht ändern kann, was sich ohne ihr nicht schon geändert hat. Nochmal für Langsame: Es geht nicht darum, dass sich das Klima ändert, sondern das Ausmass und die Geschwindigkeit. Langsame Klimaschwankungen treiben tatsächlich die Evolution mit an, schnelle wie jetzt wirken sich auf die Artenvielfalt jedoch katastrophal aus. Das hat es auch schon gegeben, aber nur durch außergewöhnlichen Ereignissen wie Meteoriteneinschläge oder eben jetzt die Aussetzung von riesigen Mengen an Treibhausgasen wie jetzt. Wir befinden uns bereits am Anfang des 6. großen Artensterben, es gibt weltweit überall historische Dürren und Hitzewellen. Die Menschheit wird nicht aussterben, aber Sie überlassen ihren eigenen Kindern einen verschandeten Planeten mit verlorener Ernährungssicherheit, toten Korallenriffen, ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten und Extremwetter. Bravo.

  7. Eugen Perger, 26.01.2017, 11:02

    Beeindruckende Grafik.Ich frage mich ob gewisse früher regelmässig wiederkehrende Ereignisse in Zukunft überhaupt noch möglich sein werden; man denkt da sofort an das Zufrieren von Zürichsee und Bodensee. Ich vermute dazu braucht es ein mächtiges Kaltluftreservoir über Sibirien welches immer wieder ausbricht und Mitteleuropa von Dezember bis Februar in mehreren Wellen "überflutet". Gerade dieser Winter könnte zu denken geben: die stark verzögerte Abkühlung und Eisbildung in der Arktis könnte bald zur Folge haben das sibirische Kältewellen in Mitteleuropa in Zukunft erst ca ab Januar überhaupt möglich sein werden. Selbst ein ziemlich kalter Januar reicht dann aber kaum noch aus. Gerade heute liegt doch die Wahrscheinlichkeit trotz des kältesten Januars seit 30 Jahren bei nahezu Null, dass weitere Kaltluftvorstösse noch eine "Seegfrörni" ermöglichen werden