Windiges Winterwetter am WEF

16. Januar 2017
Themen: Über uns

Wie jedes Jahr findet auch 2017 das WEF in Davos statt. Da der Schweiz der völkerrechtliche Schutz der Gäste obliegt, ist auch die Armee stark involviert und übernimmt unter anderem die Überwachung des Luftraumes oder den Transport von VIPs per Helikopter von Dübendorf nach Davos. Um diese Missionen erfolgreich durchführen zu können, sind genaue Wetterprognosen unerlässlich.

Betrieb der militärischen Wetterzentrale durch Spezialisten des Fachstabes MeteoSchweiz mit Wetterbriefings für die militärische Einsatzplanung, individuelle Beratung von Piloten und weiteren Arbeiten. (Bild vom World Economic Forum Annual Meeting 2016)

MeteoSchweiz und der Fachstab MeteoSchweiz

Innerhalb der Schweizer Armee existiert der Fachstab MeteoSchweiz, der durch Mitarbeitende  von MeteoSchweiz (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie) alimentiert wird. Im Fachstab sind unter anderem Meteorologen eingeteilt, welche die Armee auch ausserhalb der Dienstpflicht als Angestellte von MeteoSchweiz beraten und unterstützen.. Die Aufgaben unterscheiden sich dabei nur unwesentlich von ihrer zivilen Arbeit bei MeteoSchweiz. Die Armee kann 365 Tage im Jahr auf die Arbeit der MeteoSchweiz zählen und erhält viele Produkte für die tägliche Missionsplanung. Ist der Fachstab MeteoSchweiz im Einsatz, so wird zusätzlich der Bedarf an zusätzlichen Prognosen während des Einsatzes gestillt. So erfolgen tägliche Briefings für die Piloten wie die Einsatzleitung.

Die Aufgaben im Einsatz

Im wesentlichen berät der Meteorologe vor Ort die Luftwaffe in allen meteorologischen Belangen. Dies beinhaltet Prognosen für den Einsatzort im Detail, für die militärischen Flugplätze vor Ort und in der übrigen Schweiz. Weiter werden Prognosen für die Bodentruppen erstellt. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kunden zu kennen um möglichst flexibel darauf einzugehen. Das Wetter unterscheidet nicht zwischen Zivil- und Militärpersonen. Das heisst die Prognose für einen Militärflugplatz sieht identisch aus wie eine Vorhersage für einen Flughafen wie Zürich oder Genf. Insofern unterscheidet sich auch die Arbeit des Meteorologen vor Ort nicht von der sonstigen zivilen Arbeit: Einzig der morgendliche Blick in den Kleiderschrank entfällt, das Tenu ist doch recht einheitlich vorgegeben.

Unterstützung durch Wetterabteilung

Unterstützt wird der Fachstab MeteoSchweiz von der Wetter Abteilung 7. Diese unterhält verschiedene Standorte im Einsatzraum, liefert Beobachtungs- und Messdaten und betreibt eine zusätzliche Ballonsondierung während des WEF. Diese zusätzlichen Daten werden durch die militärischen wie zivilen Systeme verarbeitet und stehen danach in den Systemen von MeteoSchweiz zur Verfügung. Dank der erhobenen Daten können die Prognosen für die gewünschten  Standorte verifiziert und verbessert werden.

In der Wetterzentrale laufen alle Fäden zusammen. Hier sitzt der Meteorologe der MeteoSchweiz und erstellt die Prognosen, welche in Form von MeteoBriefings zusammengestellt werden. Ebenfalls steht in der Wetterzentrale das System „NinJo“, welches bei der MeteoSchweiz für die Visualisierung sämtlicher Wetterdaten zuständig ist. Der Prognostiker im Einsatz arbeitet also mit denselben meteorologischen Systemen wie der zivile Prognostiker. Im System werden auch die vom Militär erhobenen Daten dargestellt. Dank der Beobachtungsposten hat der Meteorologe jederzeit Zugriff auf die aktuellsten meteorologischen Daten und kann bei Bedarf sogar persönlich Rücksprache mit dem Beobachter nehmen. Um die bestmögliche meteorologische Betreuung zu erreichen ist eine permanente Koordination zwischen den militärischen Stellen und MeteoSchweiz unabdingbar.

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