Extrem milder Januar mit viel Sturm und viel Schnee

30. Januar 2018, 14 Kommentare
Themen: Klima

Anhaltende und oft stürmische Tiefdrucklagen überfluteten die Schweiz mit viel milder und feuchter Luft aus dem Atlantik und aus dem Mittelmeerraum. Regional stieg die Januartemperatur in eine extreme Rekordhöhe. Auch im landesweiten Mittel ist der mildeste Januar seit Messbeginn 1864 zu erwarten. Der Wintersturm Burglind wütete lokal mit Rekordböen. Aus der herangeführten feuchten Luft fielen in den Bergen grosse Neuschneemengen.

In den Bergen tiefer Winter, im Flachland Frühling. Foto Winter: D. Gerstgrasser; Foto Frühling: S. Bader
In den Bergen tiefer Winter, im Flachland Frühling. Foto Winter: D. Gerstgrasser; Foto Frühling: S. Bader

Massive Wärmerekorde in der Westschweiz

Am Messstandort Genf erreichte die Januartemperatur 2018 den alles überragenden Rekordwert von 6.2 Grad. Die bisher mildesten Januarmonate lieferten in Genf um 4.5 Grad. Am Walliser Messstandort Sion ist für den Januar 2018 mit 4.0 Grad zu rechnen. Hier lagen die bisherigen Januarrekorde bei 3 Grad. Auch an mehreren Messstandorten nördlich der Alpen wird es der mildeste Januar seit Messbeginn 1864, allerdings nicht mit derart grossem Abstand zum bisherigen Rekord.

Landesweit gemittelt ist ebenfalls der mildeste Januar seit Messbeginn zu erwarten. Er liegt mit 0.6 Grad aber nur knapp über dem bisherigen Januarrekord von 0.4 Grad aus dem Jahr 2007.

Auch in Gipfellagen bewegt sich die Januartemperatur 2018 im überdurchschnittlichen Bereich, jedoch deutlich unterhalb der Rekordwerte.

Sturm Burglind bringt lokal neue Windrekorde

Vom 1. bis zum 5. Januar 2018 führten kräftige Strömungen feuchtmilde Luft aus dem Atlantikraum zur Schweiz. In tieferen Lagen fiel verbreitet Regen, oberhalb von 1000 m Schnee. Eingebettet in dieses kräftige atlantisch-europäische Windregime zog am 3. Januar der heftige Sturm Burglind über die Schweiz.

Im Mittelland erreichten die Windspitzen meist zwischen 80 und 125 km/h. An vier Messstandorten gab es Werte über 130 km/h. Die Messstation Wädenswil am Zürichsee registrierte mit 151 km/h einen erstaunlichen neuen Rekord. Dies deshalb, weil eine solche Windspitze am Messstandort Wädenswil nur alle 100 Jahre oder seltener zu erwarten ist. An den übrigen Messstandorten des Mittellands mit verfügbaren Analysen zur Wiederkehrdauer sind die während Burglind gemessenen Windspitzen etwa alle 20 Jahre oder häufiger zu erwarten. Während des Jahrhundertsturms Lothar vom 26.  Dezember 1999 zeigte die Messstation Wädenswil eine Windspitze von 131 km/h. Die gleiche Windspitze brachte hier auch der Sturm Wilma vom 26. Januar 1995.

In Gipfellagen brachte Burglind Höchstwerte zwischen 150 und 200 km/h. Ebenfalls erstaunlich hoch lag der neue Rekordwert auf dem Pilatus mit 195 km/h. Der bisherige Rekord vom 5. Januar 2012 erreichte hier 168 km/h. Die Windmessreihe des Pilatus eignet sich nicht für die Angabe einer Wiederkehrdauer.

Einen weiteren ungewöhnlich hohen Rekordwert meldete Zermatt mit 145 km/h. Auch hier ist ein solches Windereignis nur alle 100 Jahre oder seltener zu erwarten.

Eine erste klimatologische Analyse zum Sturm Burglind hat MeteoSchweiz am 4. Januar 2018 veröffentlicht:

Lothar deutlich stärker als Burglind

Viel Schnee aus Süden

Vom 6. bis zum 9. Januar floss mit einer Süd- bis Südostströmung milde und feuchte Mittelmeerluft zu den Alpen. Sie löste vor allem im Wallis kräftige Niederschläge aus. In tieferen Lagen fiel reichlich Regen. In höheren Gebieten der Walliser Südtäler und im Simplongebiet fielen vom 8. auf den 9. Januar  40 bis 90 cm Neuschnee. Vom Saasertal über das Simplongebiet bis ins Nordtessin waren es vom 9. auf den 10. Januar nochmals 20 bis 40 cm. In diesen Gebieten herrschte grosse bis sehr grosse Lawinengefahr. Im Wallis waren einzelne Dörfer mehrere Tage nur noch mit Helikopter erreichbar.

Endlich etwas Sonne

Die Witterung blieb bis am 11. Januar tiefdruckbestimmt. Am 12. zeigte sich auf der Alpensüdseite und im Wallis die Sonne. Vom 13. bis am 15. Januar installierte sich ein Hochdruckgebiet über Nordost-Europa. Die Nullgradgrenze stieg bis auf 2200 m. Sonnig war es vor allem in den Bergen und im Süden. Über dem Mittelland lag Hochnebel, welcher sich regional nicht auflöste. Am 15. zog die Bewölkung der nächsten Sturmlage auf.

Stürme in Serie

Vom 16. bis am 22. lag die Schweiz unter einer anhaltend stürmischen Nordwest- bis Westlage. Darin eingebettet zogen am 17. das Sturmtief Evi und am 18. das Sturmtief Friederike nördlich der Schweiz vorbei.

Evi brachte im Mittelland Windspitzen zwischen 60 und 80 km/h, in erhöhten Lagen 90 bis 100 km/h. In Berglagen erreichten die Windspitzen verbreitet 130 bis 160 km/h. Im Wallis registrierte das Eggishorn maximal 170 km/h und der Gornergrat 196 km/h. Auf der Alpensüdseite blies ein kräftiger Nordwind mit Windspitzen von 50 bis 70 km/h in tieferen Lagen und 80 bis 100 km/h in Berglagen.

Während Sturm Friederike gab es im Mittelland verbreitet Windspitzen zwischen 50 und 80 km/h, vereinzelt auch bis 95 km/h. An erhöhten Lagen des Mittellands stiegen die Windspitzen auf 90 bis 110 km/h, in Berglagen auf 130 bis 160 km/h. Auf der Alpensüdseite blies ein mässiger Nordwind und im mittleren und südlichen Tessin schien die Sonne.

Intensive Sturmperiode

Mit der stürmischen Friederike endete eine sehr intensive dreitägige Sturmperiode. Am Messstandort Zürich-Fluntern (556 m ü.M.) gab es an allen drei Tagen eine maximale Windspitze um 100 km/h oder mehr. Eine vergleichbar intensive 3-tägige Sturmperiode liegt an diesem Messstandort mehr als 10 Jahre zurück (siehe  folgende Grafik). Im Januar 2004 erreichten die Stürme Franzi, Gerda und Hanna auf dem Zürichberg 101 km/h, 120 km/h und 136 km/h.

Dann muss man in den Aufzeichnungen bis zum Jahrhundertsturm Lothar vom 26. Dezember 1999 zurückblättern, um auf eine ähnlich intensive Sturmperiode zu treffen. Die Sturmperiode Lothar erfüllte die Bedingung einer Tagesspitze um 100 km/h oder mehr sogar während vier Tagen in Folge. Auch der massive Sturm Vivian vom 27. Februar 1990 war in eine viertägige Sturmperiode eingebettet.

Eine über acht Tage anhaltende intensive Sturmperiode lieferte der Januar 1995. Die zwei dazwischen geschalteten Tage mit weniger heftigen Winden brachten jeweils nur eine kurze Entlastung.

3-tägige intensive Sturmperioden mit täglichen Windspitze um 100 km/h oder mehr waren vor der Jahrtausendwende am Messstandort Zürich-Fluntern eine regelmässige Erscheinung. Sie wurden etwa alle zwei bis drei Jahre registriert. Seit der Jahrtausendwende sind 3-tägige intensive Sturmperioden selten geworden.

Die hier präsentierte Analyse versucht Messungenauigkeiten einzubeziehen, indem eine Limite von 95 km/h verwendet wird. Daher auch die Formulierung „um 100 km/h oder mehr“.

Nochmals viel Schnee

Die stürmische Wetterlage vom 16. bis am 22. Januar brachte in den Bergen fast täglich Neuschnee. Am 17. gab es im nördlichen Flachland vielerorts etwas Neuschnee. Am 20. Januar lag auch in den tiefen Lagen der Alpensüdseite eine geringe Schneedecke von 1 bis 3 cm. Besonders kräftig waren die Schneefälle in höheren Lagen am 20. und 21. Januar. In der Region Davos/Arosa fielen in diesen zwei Tagen insgesamt 80 bis 95 cm Neuschnee. Von den Walliser Südtälern über das Gotthardgebiet bis ins Bündner Oberland sowie im Unterengadin gab es 40 bis 75 cm, lokal auch um 80 cm Neuschnee. In Davos auf 1600 m erreichte die Neuschneesumme im Januar 2018 250 cm. Es ist die vierthöchste Januarsumme seit Messbeginn 1931. In Arosa ist es mit 285 cm die fünfthöchste Januarsumme seit Messbeginn 1890. Die Lawinengefahr war in weiten Teilen der Alpen gross bis sehr gross. Wieder war der Helikopter die einzige Verbindung zu einzelnen Tälern.

Sehr mild aus Südwesten

Ein kurzer Hochdruckeinfluss aus Westen brachte am 23. im Norden Tageshöchsttemperaturen zwischen 7 und knapp 10 Grad, am Genfersee 10 bis 11 Grad und auf der Alpensüdseite 10 bis 15 Grad.

Vom 24. bis am 26. floss sehr milde Luft aus Südwesten zur Schweiz. In den Niederungen der Alpennordseite erreichten die Tageshöchstwerte verbreitet 10 bis 12 Grad, am Genfersee und im Wallis 12 bis knapp 14 Grad. Über den Alpen herrschte eine Föhnlage. Auf der Alpensüdseite setzten am 25. Niederschläge ein. Die Schneefallgrenze bewegte sich um 1000 m. Die Tageshöchstwerte lagen im Süden am 25. und 26. zwischen 4 und knapp 7 Grad.

Sonne in den Bergen und im Süden

Ein Atlantikhoch sorgte ab dem 27. Januar zunächst in den Alpen, dann auch im Süden und im Westen für reichlich Sonnenschein. Im Mittelland lockerte der Hochnebel gebietsweise erst am Nachmittag oder gar nicht auf. Die Temperatur blieb verbreitet im sehr milden Bereich.

Blühende Haselsträucher in der ganzen Schweiz

Der Blühbeginn von Haselsträuchern wurde vereinzelt schon Ende Dezember und Anfang Januar beobachtet. Im Verlauf des Januars erhielten wir weitere Meldungen zum Blühbeginn der Hasel aus der ganzen Schweiz. Die Beobachtungen können meist in die Klasse "sehr früh" eingeteilt werden. Der Vorsprung beträgt im Durchschnitt der Stationen 25 Tage auf das Mittel der Periode 1996-2017. An einer Station wurde der Blühbeginn der Hasel noch nie so früh beobachtet wie in diesem Jahr. Bei anderen Stationen war es der 2. bis 6. früheste Wert, in Locarno nur der 12. früheste. Die allgemeine Blüte, wenn mindestens 50% der Haselkätzchen am Busch blühen, wurde bisher von 12 Beobachtungsstationen gemeldet. An diesen Stationen konnte die allgemeine Blüte 32 Tage früher beobachtet werden als im dreissigjährige Mittel von 1981-2010. Im Schweizer Pollenmessnetz wurden zwischen dem 8. und dem 15. Januar das erste Mal mässige Haselpollenbelastungen registriert. Auch das ist sehr früh und der Vorsprung auf das Mittel (1996–2017) beträgt auf der Alpennordseite 20 Tage, im Tessin jedoch nur 1-3 Tage. Die hohen Temperaturen im Januar führten in diesem Jahr vor allem auf der Alpennordseite zu dieser sehr frühen und schnellen Entwicklung der Haselsträucher.

Der definitive Bericht zum Januar 2018 ist ab dem 12. Februar 2018 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.
Monats- und Jahresrückblick

Kommentare (14)

  1. Carla G., 17.02.2018, 08:33

    Hallo zusammen, es ist immer interessant eurem Blog zu folgen. Dieser Januar hatte es ja ganz toll drauf.... wir haben ein Ferienhaus auf dem Urnerboden im Winter nur über Glarus zu erreichen. Ansonsten über den Klausenpass von Altorf her, gehört also eigentlich zum Kanton Uri. Die Stürme Burglind, Evi und Friederike waren alle dort auch aktiv. Burglind haben wir auch selber dort erlebt. Jetzt in der Nacht vom 20./21. Jan. hat ein ausläufer von Friederike dort gewütet. Unserem Haus wurde das halbe Dach bis auf‘s Unterdach in die Höhe katapultiert um dann davon die eine Hälfte über‘s Dach im hohen Bogen in‘s Wiesland/Schneeland zu transportieren.Eine grosse Anzahl Bäume im nahe gelegenen Wald wurden etwa 2-3m oberhalb der Wurzeln abgeknickt und einem anderen Haus etwa einen halben Kilometer von uns entfernt wurde ebenfalls eine halbe Dachseite wegkatapultiert. Danach hielt der Sturm ja noch an, so das man erst am Dienstag jeweils ein Notdach montieren konnte. Die Warm- und Regenfront hat dann noch die totale Durchnässung der Häuser mit sich gebracht. Meine Frage: Kann man im nachhinein die Winde dieser Nacht zurückverfolgen, weil ich denke das es nicht nur, oder gar nicht ,starker Nordwestwind war der für das ganze zuständig war. Ich glaube eher das da Westwind mit Südwind vermischt war. Wir hatten beim Vivian im 1990 das selbe Problem (halbes Dach mit Unterdach weggezerrt) mit wirklich fast den gleichen Wetterlagen schon einmal erlebt. Vielleicht würde es uns etwas weiterbringen um das Dach noch besser zu sichern. Mit freundlichen Grüssen aus dem Föhnland Uri...;-)

  2. G.Feuerstein, 01.02.2018, 14:26

    Zuerst ein großes Danke an die Bloger von MeteoSchweiz: Regelmäßige allgemeinverständliche Wetter- und Klima-Blogs mit aktuellen statistischem Diagrammen und dazu passenden meist nicht minder aktuellen Fotos sind ein Sonderservice für alle meteorologischen und klimakundlich Interessierte, den man andernorts in dieser Themenbreite nicht findet.

    In Zusammenhang mit dem RESI-Projekt (verbesserter Hochwasserschutz im Bereich Alpenrhein) hätte ich eine Frage an die MeteoSchweiz-Langfristprognostiker: Wie groß ist die Gefahr, dass sich wegen der Klimaerwärmung Extremhochwässer (große Regenmengen + Schneeschmelze) mehr und mehr ins Winterhalbjahr hinein verschieben? Mir ist nur aufgefallen, dass die Vorarlberger Voralpenflüsse (Leiblach, Rotach, Weißach - alle Nebenflüsse der Bregenzerache) am 22. Jänner für diesen Monat absolut rekordverdächtige Abflüsse aufgewiesen haben. Könnte mir vorstellen, dass die Situation am Schweizer Alpenrand ähnlich war.

    1. MeteoSchweiz, 05.02.2018, 13:04

      Nach dem aktuellen Stand des Wissens sind Starkniederschläge als Folge der zunehmenden Erwärmung in allen Jahreszeiten eher häufiger zu erwarten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Winter hierbei eine besondere Rolle spielt. Massive Hochwasser als Folge extremer Regenmengen und gleichzeitig kräftiger Schneeschmelze bis in grössere Höhen sind in der Regel ein Frühsommer-Phänomen, wie die Beispiele Mai 1999 und Juni 1910 zeigen. Zunehmend mildere Winter bringen eine höhere Schneefallgrenze und damit in den Alpen eine wachsende Fläche mit wenig oder keinem Schnee. Das Potenzial von schmelzendem Schnee in tieferen Lagen dürfte also grundsätzlich sinken. Kräftige winterliche Schneefälle gefolgt von einem Warmlufteinbruch mit starkem Regen und kräftiger Schneeschmelze sind jedoch wetterlagenbedingt und sowohl in einem milderen als auch in einem kühleren Klima möglich.

    2. G.Feuerstein, 07.02.2018, 18:05

      Vielen Dank für die untenstehende Info. Allein an dieser Fragestellung kann erahnt werden, wie komplex die Zusammenhänge zwischen Wetter und Klimaänderung sind und es keine einfachen Rezeptantworten gibt.

  3. Reto Petris, 01.02.2018, 09:21

    Die Winter der letzten Jahre entsprechen genau den Prognosen, die Klimaforscher schon vor 20-30 Jahren veröffentlicht haben. Selbst wenn feuchte, polare Kaltluft gegen die Schweiz geführt wird, reicht es nicht mehr, dass sich im Mittelland wirklich Schnee und Eis bildet, die Erwärmung ist mittlerweile einfach zu gross geworden. Das Winterklima, das Bern in den 70-er, 80er Jahre noch herrschte, hat sich mittlerweile auf die Höhe von Grindelwald zurückgezogen. Man muss davon ausgehen, dass der "Januar" 2018 in 20-30 Jahren der Standard ist und hier im Mittelland Schneefall und sogar Frost ein aussergewöhnliches Ereignis werden - mich deprimiert dies zutiefst, aber ist nicht mehr zu ändern. Ganz interessant auch in einem Blog von MeteoSchweiz beschrieben - das Extreme wird normal und das normale wird extrem.

    1. Andrej, 01.02.2018, 18:51

      Das Wetter war noch nie beständig, das ist ein allgemeiner Irrglaube.

  4. Altherr, 31.01.2018, 01:13

    Bei uns im Flachland ist der Winter wieder mal ein Totalausfall gewesen. Das bisschen Schnee Anfang Dezember ist längst wieder weg : dafür haben wir nun seit Wochen konstant warm mit teils über 10 Grad.. Ich wage zu behaupten dass wir bald keine Winter mehr haben, bzw. uns die milde Pampe das ganze Jahr über erhalten bleibt und wir Winterfans froh sein müssen wenn es mal unter 10 Grad hat

    1. Rocky, 02.02.2018, 14:18

      Der Januar war klar zu warm, keine Frage, aber nur im Flachland. In den Berglagen hatten wir einen normalen Januar (nachzulesen im Blogbeitrag von Meteoschweiz vom 24. Januar). Dort steht auch, warum es im Flachland zu warm war: "Mit den anhaltenden West- und Südwestlagen bildeten sich keine Kaltluftseen im Flachland." Also, es war schlicht zu windig. Wohlweislich spricht Meteoschweiz denn auch nicht von Klimawandel, sondern von Wetter.
      Winterwetter hatten wir übrigens zeitweise schon im November. Und der Dezember war sogar ein paar Zehntelgrade zu kalt. Und es hatte nicht nur ein bisschen Schnee, wie Sie schreiben, sondern mehr als der Norm entspricht. Das gilt für das Mittelland, aber insbesondere auch für die Tallagen des Wallis und des Tessins. In Sion schneite es an einem einzigen Tag sage und schreibe 60 Zentimeter (Rekord).
      Es ist falsch, anzunehmen, dass vor ein paar Jahrzehnten das Mittelland drei Monate lang unter einer Schneedecke lag.
      Und der Winter meldet sich ja wieder zurück, es gibt wahrscheinlich sogar ein paar Eistage. Also: bitte bei den Fakten bleiben und den Winter nicht beerdigen, bevor er gestorben ist.

  5. Baur, 31.01.2018, 00:58

    Ja, die Klimaerwärmung nimmt vor allem in Mitteleuropa immer beängstigendere Ausmasse an, wärmster Januar seit Messbeginn. Daran mag der nun folgende wahrscheinlich kühlere Februar gar nichts zu rütteln, auch nicht der Januar 2017, der bloss der kälteste Januar seit 30 Jahren war, es aber vor mehr als 30 Jahren zurück bis zum Messbeginn anno 1864 massenhaft kältere Wintermonate als wie im Januar 2017 gab. Für künftige Generationen im Schweizer Alpenraum sehe ich schwarz, die Menschheit ist zu träge, um substanziell gegen die Erderwärmung vorzugehen oder gar neue Methoden auszuprobieren, wie zum Beispiel Satelliten-getragene riesige Schattensegel, welche die Wärmeeinstrahlung auf der Erde reduzieren.

    1. Frauchiger Jakob, 01.02.2018, 07:01

      Raumfahrt zur Umverteilung der Sonnenstrahlung?
      Es ist bereits in der griechischen Mythologie beschrieben, dass der Sohn des Sonnengottes mit dem Gefährt des Sonnenwagens nicht umzugehen wusste...

    2. Baur, 01.02.2018, 16:39

      Herr Frauchiger, das mag sein, aber was schlagen Sie denn als Versuch gegen die Klimaerwärmung vor? Einfach gar nichts tun, und die Erwärmung hinnehmen bis Ihr Urenkel dann mit massiven Klimafolgen zu kämpfen haben, fehlende Gletscher, leere Stauseen im Sommer dank Dürre und 40 Grad Hitze in den Alpentälern? Arme Nachwelt! Die Wissenschaftler sind dazu da, auch unkonventionelle Methoden auszuprobieren, gefährliche Experimente können jederzeit wieder abgebrochen werden, wobei, auch Sie begeben sich bei brütender Sonne vielleicht an den Schatten und sind davon nicht krank geworden...?

    3. Gerri, 02.02.2018, 10:09

      Gegen die klimaerwärmung können die Menschen nichts tun, die klamaerwärmung hat auch nichts mit den Menschen zu tun. Messdaten können dies belegen, wenn man die richtigen benutzt (einfach mal recherchieren). Punkt und aus mit der Diskussion.

    4. houstonwe'vehadaproblemhere, 05.02.2018, 21:16

      Zum Glück ändert sich alles, das Wetter, das Klima, die Wirtschaft, die Verwaltung usw.
      Veränderung schafft neue Möglichkeiten, eine Herausforderung für die Intelligenz.
      Das Leben auf der Erde passt sich den neuen Umständen an. Mit oder ohne uns.

    5. Itschner Helen, 13.02.2018, 22:00

      Da muss ich Gerri recht geben. Vor laaaanger Zeit gab es doch die Eiszeit. Später wurde es wärmer. Flora und Tierwelt passten sich an. Aber - Technik gab es keine. Was jetzt passiert, könnte eine "Laune" der Natur sein.