Mit Föhn bis 17 Grad

6. Januar 2018, 7 Kommentare
Themen: Wetter

Am Samstag drehte einerseits der Höhenwind zunehmend auf Südwest und liess gleichzeitig etwas nach. Anderseits stieg der Luftdruck vor allem in den unteren Luftschichten im Tagesverlauf etwas an.

Blick vom Wildspitz auf das "föhngepeitschte" Nebelmeer   J.Fisler
Blick vom Wildspitz auf das "föhngepeitschte" Nebelmeer J.Fisler

Störung zog nordwestärts ab.

Vergrösserte Ansicht: Bereits in der Morgenanalyse lag die Störung (Warmfront) deutlich nordwestlich der Schweiz über Frankreich und Deutschland.
Bereits in der Morgenanalyse lag die Störung (Warmfront) deutlich nordwestlich der Schweiz über Frankreich und Deutschland.
Deutscher Wetterdienst

Die Winddrehung hatte zur Folge, dass die Störung in Juranähe nordwestwärts abzog.

Nördlich des Alpenhauptkamms recht sonnig

Vergrösserte Ansicht: Im Vergleich der Ballonaufstiege in Payerne (VD) von 00 Uhr UTC (grün) und 12 Uhr UTC (schwarz) ist vor allem die Abtrocknung (gestrichelte Linie markiert den Taupunkt) gut zu erkennen. Gleichzeitig die bereits erwähnte Winddrehung und -abnahme in der rechten Bildhälfte.
Im Vergleich der Ballonaufstiege in Payerne (VD) von 00 Uhr UTC (grün) und 12 Uhr UTC (schwarz) ist vor allem die Abtrocknung (gestrichelte Linie markiert den Taupunkt) gut zu erkennen. Gleichzeitig die bereits erwähnte Winddrehung und -abnahme in der rechten Bildhälfte.
MeteoSchweiz

Gleichzeitig sorgte leichtes Absinken (Subsidenz) und eine etwas zunehmende Föhnströmung über den Alpen in weiten Teilen der Alpennordseite und nördlich des Alpenhauptkamms  für recht sonniges Wetter.

Im Mittelland blieb feuchtkühle Grundschicht zurück

Vergrösserte Ansicht: Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) von 10.05 bis 10.10 Uhr UTC ist das Nebelmeer über dem Mittelland gut zu erkennen. Ebenso die Staubewölkung südlich des Alpenhauptkamms.
Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) von 10.05 bis 10.10 Uhr UTC ist das Nebelmeer über dem Mittelland gut zu erkennen. Ebenso die Staubewölkung südlich des Alpenhauptkamms.
Polarumkreisender Satellit Terra der NASA

Einzig über dem Mittelland blieb eine feuchtkühle Grundschicht mit Nebel und Hochnebel zurück. Deren Obergrenze lag mit leichter Bisentendenz zwischen 600 und 1100 Metern.

Südstau nahm etwas zu

Vergrösserte Ansicht: Auf der Mittagssondierung von Milano ist die feuchte Luftschicht vom Boden bis etwa 3300 Meter hinauf gut zu erkennen.
Auf der Mittagssondierung von Milano ist die feuchte Luftschicht vom Boden bis etwa 3300 Meter hinauf gut zu erkennen.
Italienischer Wetterdienst

Südlich der Alpen und am Alpenhauptkamm nahm der Südstau etwas zu und sorgte hier für meist wolkenverhangene oder nebliggraue Verhältnisse. Zudem fielen immer wieder, meist schwache Niederschläge. Die Schneefallgrenze lag zwischen 1100 und 1600 Metern.

In Vaduz mit Föhn bis 16.8 Grad

Vergrösserte Ansicht: Kurz nach Föhneinbruch stieg die Temperatur in Vaduz rasch auf 16.8 Grad an.
Kurz nach Föhneinbruch stieg die Temperatur in Vaduz rasch auf 16.8 Grad an.
MeteoSchweiz

Die Temperatur erreichte in den Niederungen im Norden 6 bis 11 Grad, in den Alpentälern mit Föhn 12 bis 17 Grad. Im Tessin wurde maximal eine Temperatur von  4 bis 7 Grad gemessen. In 2000 Metern Höhe war es im Norden maximal +3, im Süden -1 Grad.

In Kammlagen lokal stürmischer Südwind

Vergrösserte Ansicht: Blick von Hohsaas zum Fletschhorn: die Spuren der stürmischen Witterung der letzten Tage sind nicht zu übersehen.
Blick von Hohsaas zum Fletschhorn: die Spuren der stürmischen Witterung der letzten Tage sind nicht zu übersehen.
Ch. Schmutz

Über den Bergen, besonders über den Alpen wehte ein mässiger bis starker, in exponierten Kammlagen auch stürmischer Süd- bis Südostwind, in den Alpentälern blies teilweise der Föhn. Im Mittelland gab es wie bereits angetönt eine leichte Bisentendenz.

Im Zeitraffer ist das dynamische Spiel zwischen Föhn und Hochnebel sehr schön und sehr anschaulich zu sehen und zu bewundern. Aufnahme J. Fisler.

Kommentare (7)

  1. roger, 07.01.2018, 18:10

    Super Zeitrafferaufnahmen!!! Wir haben am Samstag die Föhnmauer aus Saas Fee und am Nachmittag vom Mittelallalin beobachtet. Das Tessin lag unter eine Stauwolkendecke.. und wir hatte strahlenden Sonnenschein im Gebiet Saas Fee.

  2. Kaiserin der Galaxie, 07.01.2018, 17:36

    Föhn, ich nenne es Homomutatus- Tag. Die gehaarpten Wolken und "Fehler im Radar" sind ja nicht zu übersehen.

  3. Monika, 07.01.2018, 08:34

    Vielen lieben Dank für die tollen Zeitraffer Filme, echt ein Schauspiel.
    Dank.

    1. Bruno, 07.01.2018, 16:21

      Schon hübsch, aber ich hätte trotzdem lieber keinen Nebel!

  4. Jürg, 07.01.2018, 08:25

    sehr schön der film mit föhn und aufgewühltem kaltluftmeer - danke

  5. Rieder Andy, 06.01.2018, 20:25

    Tolle Bilder, waren heute mit unserer Tourengruppe auf dem Lauerenstöckli und haben das Wechselspiel ebenfalls beobachtet.

  6. Chorsängerin, 06.01.2018, 18:36

    Das ist ja ein tolles Video mit dem Nebelmeer. Da denke ich an den Atlantik in der Bretagne. Unglaublich!