Adventskalender 2018

11. Dezember 2018, 9 Kommentare
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Auch dieses Jahr gab es am Himmel wieder viele fotogene Szenerien. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MeteoSchweiz sowie Augenzeugen haben die besten Wetter-Fotos für sie zusammengestellt und erklärt. Mit Wolken- und Wetterspektakel, aber auch mit stillen Impressionen möchten wir Sie durch die Adventszeit begleiten. Wir wünschen Ihnen frohe Festtage!

Adventskalender-Bild mit Nummer

1. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Paukenschlag zum Jahresbeginn. Die Gischt des sturmgepeitschten Zugersees fliegt meterhoch über die Seepromenade in Zug. Aufnahme am 3. Januar 2018 während des Sturms Burglind. Foto: Andreas Hostettler
Paukenschlag zum Jahresbeginn. Die Gischt des sturmgepeitschten Zugersees fliegt meterhoch über die Seepromenade in Zug. Aufnahme am 3. Januar 2018 während des Sturms Burglind. Foto: Andreas Hostettler

Am Vormittag des 3. Januar 2018 erfasste der Sturm Burglind/Eleanor grosse Teile der Schweiz. Es war der stärkste Wintersturm seit Lothar 1999 und brachte vor allem im Jura und im Flachland der Alpennordseite aussergewöhnlich starke Winde. So wurden im Flachland verbreitet Windspitzen von 90 bis gut 130 km/h, in Berglagen 140 bis 170 km/h und an exponierten Lagen stellenweise bis 200 km/h gemessen. Das Rhonetal, Nord- und Mittelbünden waren nur am Rand betroffen, die Alpensüdseite wurde grösstenteils vom Sturm verschont.

 

2. Dezember 2018

Kelvin-Helmholtz-Wellen entstehen meist an einer Grenzschicht zwischen zwei unterschiedlichen Luftmassen. In diesem Fall haben sich die Kelvin-Helmholtz-Wellen an der Tropopause, der Grenzschicht zwischen der Troposphäre, die auch Wetterschicht der Atmosphäre genannt wird, und der Stratosphäre, der trockenen Schicht oberhalb der Troposphäre, gebildet. Die Tropopause befindet sich je nach Wetterlage und Breitengrad zwischen etwa 8 und 15 km Höhe. Im Foto sind die Wolkenschichten in der Troposphäre sowie die sehr trockene Luft darüber gut zu erkennen. Eine weitere „Zutat“ für die Entstehung von Kelvin-Helmholtz-Wellen ist die Änderung der Windrichtung oder –stärke mit der Höhe. An diesem Tag wehte etwa auf der Höhe der Wolkenschicht ein Starkwindband (Jet-Stream) und in der darüber liegender Tropopause und Stratosphäre nahm der Wind stark ab, wodurch sich diese wunderschönen Kelvin-Helmholtz-Wellen bilden konnten.

3. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Oberaarjochhütte am 20. August 2018. Im Hintergrund eine Cumulonimbuswolke auf der Alpensüdseite und im Vordergrund das Überfliessen der feuchtkühlen Luft ins Goms. Foto: Daniel Gerstgrasser
Oberaarjochhütte am 20. August 2018. Im Hintergrund eine Cumulonimbuswolke auf der Alpensüdseite und im Vordergrund das Überfliessen der feuchtkühlen Luft ins Goms. Foto: Daniel Gerstgrasser

Kurz vor Sonnenuntergang sind auf der Alpensüdseite einzelne Gewitterzellen entstanden, der Amboss war auch nördlich des Alpenhauptkamms gut sehen. Der Ambos ist der obere Teil eines Cumulonimbus (Gewitterwolke). Er entsteht, wenn die Wolke die Tropopause erreicht. Dort kann die feuchte Luft nicht weiter aufsteigen und breitet sich daher seitwärts aus. Am unteren Bildrand fliesst mit dem Grimselwind feuchtkühle Luft Richtung Goms.

Auf folgendem Video ist besonders das Überfliessen der feuchtkühlen Luft ins Goms gut sichtbar. Video: D. Gerstgrasser

4. Dezember 2018

Ein Regenbogen kann beobachtet werden, wenn man die Sonne im Rücken hat und eine abziehende Regenwolke von der Sonne beleuchtet wird. Die Farben des Regenbogens entstehen durch Brechung und Reflexion des Sonnenlichts an Regentropfen. Dies bezeichnet man auch als Dispersion. Die Farben sind immer dieselben und erscheinen immer in der gleichen Reihenfolge von aussen nach innen: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett.

Bei einem doppelten Regenbogen werden die Lichtstrahlen zweimal an der Grenzschicht im Inneren der Regentropfen reflektiert. Die Lichtstrahlen treten dann in einem anderen Winkel aus dem Tropfen wieder aus und bilden ihren eigenen Bogen, der grösser ist und den ersten Regenbogen (Hauptregenbogen) umschliesst. Aufgrund der doppelten Reflektion sind die Spektralfarben auch umgekehrt angeordnet.

Bei starkem Föhn bilden sich auf dem Urnersee oft sogenannte Wasserteufel. Sie entstehen durch Verwirbelungen, welche beispielsweise durch den Föhn ausgelöst werden. Sichtbar werden die kleinräumigen und kurzlebigen Luftwirbel durch die Gischt. An diesem Tag wehte der Föhn mit Böenspitzen von 102 km/h in Isleten und 92 km/h in Altdorf.

6. Dezember 2018

Photo "Sonnenaufgang": Abend- bzw. Morgenrot entsteht durch Streuung des Sonnenlichts an Gasmolekülen, Staub- und Dunstpartikel in der Atmosphäre. Dabei wird das kurzwellige blaue Licht stärker als das rote langwellige Licht gestreut, weshalb tagsüber der Himmel blau erscheint. In Horizontnähe, also beim Abend- bzw. Morgenrot, überwiegen aufgrund des längeren Weges durch die Atmosphäre die langwelligen rötlichen Farbtöne.

7. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Lebhafte Herbstfarben in den Weinbergen vom Lavaux bei Chexbres. Blick auf den Genfersee im Oktober 2017. Foto: Lionel Peyraud
Lebhafte Herbstfarben in den Weinbergen vom Lavaux bei Chexbres. Blick auf den Genfersee im Oktober 2017. Foto: Lionel Peyraud

Die Sonne scheint auf die bereits eingefärbten Weinberge im Lavaux und der Himmel erscheint gleichzeitig tiefblau. Gerade im Herbst erscheint das Himmelsblau besonders intensiv. Dies aufgrund der geringeren Luftfeuchtigkeit. Dies hat zur Folge, dass weniger Wassermoleküle für die Streuung des Lichts zur Verfügung stehen. Wenn die Luft viel Feuchtigkeit, also viele Wassermoleküle, enthält, wird das Sonnenlicht, das weiss erscheint, stärker gestreut. Somit erscheint uns der Himmel bei Dunst weisslich. Je weniger Feuchtigkeit nun in der Luft enthalten ist, desto blauer erscheint der Himmel.

8. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Abendliche Herbststimmung vom Säntis aus Richtung Nordwesten am 15.September 2009 um 18:10 Uhr. Foto: Heinz Graf
Abendliche Herbststimmung vom Säntis aus Richtung Nordwesten am 15.September 2009 um 18:10 Uhr. Foto: Heinz Graf

Wenn die direkte Sonnenstrahlung durch die Wolken verdeckt wird, scheint sie an den Wolkenrändern sichtbar zu werden. Diese Strahlen werden dann an Wasser- und Staubpartikeln in der Luft mit einem kleinen Winkel gestreut. Die Strahlen heben sich dabei vom Wolkenschatten ab und treten dadurch sichtbar hervor. Dies wird auch als Tyndall-Effekt bezeichnet.

9. Dezember 2018

Die totale Mondfinsternis war ein spektakuläres Ereignis und die Wetterverhältnisse waren dafür ideal. Nach dem Auflösen der Quellwolken konnte die Mondfinsternis im Wallis, aber auch in der Deutschschweiz bei klarem Himmel beobachtet werden. Dabei war nicht nur der sogenannte rote Mond, der sich im Schatten der Erde befindet, gut sichtbar, sondern auch der Planet Mars, der an diesem Abend besonders hell geleuchtet hatte.

10. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Wolkenstimmung über dem Tsanfleurongletscher und Oldenhorn mit den Berner Alpen im Hintergrund. Foto: Simone Trefalt
Wolkenstimmung über dem Tsanfleurongletscher und Oldenhorn mit den Berner Alpen im Hintergrund. Foto: Simone Trefalt

Die linsenartigen Wolken oberhalb der Cumuluswolke im Hintergrund nennt man Pileus. Pileus ist eine Begleitwolke von geringer horizontaler Ausdehnung in Form einer Kappe oder Haube und befindet sich unmittelbar am oberen Teil einer Cumulus- oder Cumulonimbus-Wolke (Gewitterwolke).

Pilei bilden sich wenn starke Aufwinde in den tieferen Schichten auf stabil geschichtete Luft in höheren Schichten treffen. Durch das Aufsteigen der Luft, wird diese abgekühlt und erreicht ihren Taupunkt. Ein Pileus oberhalb einer Cumulus-Wolke ist häufig ein Hinweis auf eine sich bildende Cumulonimbus-Wolke, da der Pileus einen starken Aufwind andeutet und dies eine Voraussetzung für ein starkes Gewitter ist.

11. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Wasserhose über dem Zürichsee am 26. August 2018 fotografiert von Richterswil aus. Foto: Daniel Gerstgrasser.
Wasserhose über dem Zürichsee am 26. August 2018 fotografiert von Richterswil aus. Foto: Daniel Gerstgrasser.

Die Höhenkaltluft über dem noch warmen Zürichsee sorgte in den Morgenstunden für die Bildung einer wunderschönen Wasserhose. Ihre Lebensdauer betrug etwa sieben Minuten.

Die oft filigranen Wasserhosen bilden sich nur in einer schwachwindigen Umgebung, die einen hohen Feuchtegehalt der Luft (damit im Wirbelwind Kondensation stattfindet und der „Schlauch“ sichtbar wird) und eine grosse Labilität aufweist (letztere ist typischerweise im Herbst über unseren relativ warmen Seen gegeben).

Video von der Wasserhose über dem Zürichsee (D. Gerstgrasser):

12. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Asperitas Wolken der Gattung Altocumulus fotografiert am 22.9.2018 über dem Schwyzer Talkessel. Foto: Peter Beeler
Asperitas Wolken der Gattung Altocumulus fotografiert am 22.9.2018 über dem Schwyzer Talkessel. Foto: Peter Beeler

Asperitas sind gut definierte, wellenartige Strukturen an der Unterseite einer Wolke. Sie sind chaotischer angeordnet und weisen eine geringere horizontale Organisation auf als die Art Undulatus. Asperitas Wolken sind gekennzeichnet durch lokale Wellen an der Wolkenbasis, mit glatten oder gesprenkelten Strukturen. Teils scheint es, als ob man eine aufgeraute Meeresoberfläche von unten betrachtet. Diese Wolkenstruktur tritt meist im Zusammenhang mit Wolken der Gattungen Stratocumulus und Altocumulus auf, also in den tieferen und mittleren Wolkenschichten.

13. Dezember 2018

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14. Dezember 2018

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15. Dezember 2018

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16. Dezember 2018

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Weiterführende Informationen

Adventskalender 2017

Adventskalender 2016

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Kommentare (9)

  1. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:04

    Sehr toll 👏🏻 aber gibts auch Orkane
    Bei uns🤩🥺🤔🥶😨😱😢😬🙄😯?

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    1. MeteoSchweiz, 10.12.2018, 13:38

      Ja, Orkane sind auch bei uns möglich, auch wenn sie eher selten auftreten. Lothar Ende 1999 dürfte das bekannteste Orkantief hierzulande sein. MeteoSchweiz spricht von orkanartigen Böen oder Orkanböen ab rund 110 km/h in den Niederungen und ab rund 160 km/h auf den Berggipfeln.

  2. Mad Max, 05.12.2018, 13:51

    Danke dem MeteoSwiss Team für die wunderschönen Adwents Bilder,und die tollen Videos!Wünsche Euch allen auch eine ruhige Adventszeit!🕯🌟

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    1. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:09

      Frohe Weihnachtszeit

  3. Christina Jäger, 01.12.2018, 15:04

    Oh ich freue mich!
    VIELEN Dank.
    Herzliche Grüsse

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    1. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:07

      Hallo wie findest du das App 🤔?

  4. Adrian, 01.12.2018, 09:42

    Jaja, das war ein Sturm, musste dann rund eine Woche lang meine Joggingrunde ändern. Andererseits, Sturm ist ja eigentlich erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben...

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    1. Jeanine, 06.12.2018, 10:44

      Wir ergötzen uns auf eine Art an diesen Anblicken, ausgelöst durch "Unwetter" wie dem Burglind oder einfach durch die Bildung von mächtigen Gewitterwolken die sich in den schönsten orange-rot-Tönen zeigen. Gleichzeitig fürchten wir die Zunahme ebendieser Extremwetterereignissen, ausgelöst durch den Klimawandel. Ist der Akt des sich Ergötzens Teil der Evolution, also eine Anpassung an die Umwelt - egal wie bedrohend sie für die Existenz der eigenen Spezies ist - von der man umgeben wird? Oder das psychologische Phänomen dass man in so etwas Überwältigendem wie dem Klimawandel etwas (Schönes) sucht und an dem festhält, damit dieses Überwältigende etwas weniger überwältigend erscheint?
      Wie auch immer, wünsche einen schönen Samichlaustag :-)

    2. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:08

      Kannst du ein samichlaus Spruch ?