Sehr milder und niederschlagsreicher Oktober

30. Oktober 2019, 25 Kommentare
Themen: Klima

Die Schweiz registrierte im landesweiten Mittel den fünftwärmsten Oktober seit Messbeginn 1864. In einzelnen Föhntälern der Alpennordseite wurde der mildeste oder zweitmildeste Oktober seit Messbeginn aufgezeichnet. Der Monat brachte in der ganzen Schweiz reichlich Niederschlag. Die grössten Mengen erhielt die Alpensüdseite, was den Pegel des Lago Maggiore bis knapp an die Hochwassergrenze ansteigen liess.

Herrlicher Altweibersommer im Klöntal. Foto: Daniel Gerstgrasser, 14. Oktober 2019.
Herrlicher Altweibersommer im Klöntal. Foto: Daniel Gerstgrasser, 14. Oktober 2019.

Häufiger extrem mild

Der Oktober ist der fünfte Monat in Folge mit deutlich überdurchschnittlicher Temperatur. Mit 8,5 °C im  landesweiten Mittel stieg die Oktobertemperatur 2 °C über die Norm 1981‒2010. Damit blickt die Schweiz auf den fünftwärmsten Oktober seit Messbeginn 1864 zurück (Abb. 1).

Während mehr als 100 Jahre waren 8 °C das extremste, was der Oktober im landesweiten Mittel ganz selten lieferte. In den letzten rund 30 Jahren gehören solche oder höhere Monatsmittel hingegen alle paar Jahre zum Oktober-Repertoire. Die Häufung sehr milder Oktobermonate kam mit der allgemeinen Erwärmung. Seit der vorindustriellen Periode 1871‒1900 ist die Oktobertemperatur im landesweiten Mittel um 2,3 °C von 4,4 °C auf 6,7 °C angestiegen (Abb. 1).

Vergrösserte Ansicht: Abb. 1: Die Oktobertemperatur im landesweiten Mittel seit Messbeginn 1864. Der Oktober 2019 erreichte 8,5 °C. Die grüne unterbrochene Linie zeigt die Oktober-Norm 1981‒2010 von 6,5 °C. Die roten Linien zeigen die 30-jährigen Mittel 1871‒1900 (vorindustriell) und 1990‒2019.
Abb. 1: Die Oktobertemperatur im landesweiten Mittel seit Messbeginn 1864. Der Oktober 2019 erreichte 8,5 °C. Die grüne unterbrochene Linie zeigt die Oktober-Norm 1981‒2010 von 6,5 °C. Die roten Linien zeigen die 30-jährigen Mittel 1871‒1900 (vorindustriell) und 1990‒2019.

Extrem mild zeigte sich der Oktober in einzelnen Föhngebieten den Alpennordseite. Andermatt  auf 1438 m Höhe registrierte mit 8,3 °C die höchste Oktobertemperatur seit Messbeginn 1864. Knapp über 8 °C erreichte hier bisher nur der Oktober 2001. In Meiringen war es mit 11,3 °C der zweitmildeste Oktober seit Messbeginn 1889, zusammen mit dem Oktober 2001. Nur unwesentlich milder zeigte sich in Meiringen der Rekordoktober 2006 mit 11,5 °C.

Wechselhaft und kühl im Norden – oft sonnig im Süden

In den ersten zehn Oktobertagen herrschte auf der Alpennordseite und in den Alpen wechselhaftes und kühles Wetter. Während häufiger Störungsdurchgänge aus Nordwesten und Norden fiel oft reichlich Niederschlag. Am 2. Oktober sank die Schneefallgrenze in den Bergen gebietsweise bis auf 1300 m. Am 3. lag die Tagesmitteltemperatur in hohen Lagen lokal 7 °C unter der Norm 1981‒2010. Verbreitet sonnig war es nur am 1. und 3. Oktober.

Die Alpensüdseite registrierte derweil Dank häufigem Nordföhn reichlich Sonnenschein. Sehr sonnig waren der 2., 3., 7. und 10. Oktober. Ziemlich sonnig zeigten sich im Süden auch der 4. und 5. sowie der 8. Oktober. Die dazwischen gelagerten trüberen Tage lieferten der Südseite etwas Niederschlag.

Altweibersommer zum Ersten . . .

Vom 11. bis am 17. Oktober brachten Hochdruckgebiete über Zentral- und Südosteuropa der ganzen Schweiz viel Sonnenschein (siehe Titelfoto). Am 13. stieg die Tagesmaximumtemperatur im Norden und im Wallis verbreitet auf 22 bis 23 °C, in der Nordwestschweiz mit föhnähnlichen Effekten sogar auf 25 bis 26 °C. In Delémont war es mit 26,2 °C für die zweite Oktoberdekade (10. bis 20. Oktober) der höchste Wert seit Messbeginn 1959, für Basel mit 25,6 °C der dritthöchste Wert seit Messbeginn 1897.

Auch auf der Alpensüdseite war der 13. der mildeste Tag der Schönwetterperiode. Die Höchstwerte blieben hier jedoch knapp unter 20 °C. Die Rekordwerte für die zweite Oktoberdekade liegen auf der Alpensüdseite bei 27 bis 29 °C, letztmals erreicht im Oktober 2011.

Die Schönwetterperiode mit hohen Temperaturmaxima stimmt fast exakt mit dem klassischen Altweibersommer überein. Eine Analyse des Messstandortes Davos für September und Oktober zeigte, dass die Schönwetterhäufigkeit im Untersuchungszeitraum von 1901 bis 2015 an den Tagen vom 12. bis zum 17. Oktober besonders hoch war. Die Periode ist in der nachfolgenden Grafik mit dunklen Säulen markiert. Die Schönwettertage 2019 sind mit gelb gefüllten Kreisen dargestellt. Als Schönwettertag wird definiert, wenn 80 % oder mehr der möglichen Sonnenscheindauer erreicht wird.

Der Messstandort Davos wurde gewählt, weil das sonnige Wetter des Altweibersommers in Berglagen über dem herbstlichen Nebelmeer am deutlichsten zum Ausdruck kommt, und Davos über eine sehr lange Messreihe der Sonnenscheindauer verfügt.

Mehr zum Altweibersommer

Föhn im Norden – viel Niedschlag im Süden

Die Schönwetterperiode wurde am 15. Oktober von einer kräftigen Föhnlage mit anschliessendem Kaltfrontdurchgang unterbrochen. Die Föhntäler der Alpennordseite erlebten vom 14. auf den 15. Oktober eine sehr milde Nacht mit durchgehend 18 bis 23 °C. Die heftigsten Windböen erreichten 90 bis 100 km/h. Auf der Alpennordseite war es am 15. ganztags trüb und ab Mittag, im Westen bereits ab dem Vormittag regnerisch.

Die Alpensüdseite verschwand bereits am 14. Oktober unter einer Wolkendecke. Am Morgen des 15. setzte kräftiger Regen ein, am Abend verstärkt durch Gewitter. Besonders im westlichen Tessin fielen kräftige Niederschläge von über 70 mm, lokal gab es auch 90 bis 110 mm.

Zwischen dem 18. und 24. Oktober waren Südwest- und Südlagen mit häufigem Föhn im Norden und viel Niederschlag im Süden das bestimmende Wetterelement. Vom 18. bis am 21. Oktober fielen im nordwestlichen Tessin 200, lokal bis knapp 400 mm Regen bei einer hoch liegenden Schneefallgrenze von rund 3000 m. Das viele Wasser liess den Lago Maggiore schnell ansteigen. Der Seepegel blieb aber unter der Hochwassergrenze.

Föhn bringt extreme Temperaturen

Nach einer kurzen Abschwächung am 22. Oktober brachte der Föhn am 23. in einzelnen Tälern der Alpennordseite extrem hohe Temperaturwerte. Die Tagesmitteltemperatur stieg lokal 11 bis 13 °C über die Norm 1981‒2010. Engelberg registrierte mit 18,2 °C das zweithöchste Oktober-Tagesmittel seit 1864. Meiringen verzeichnete am 23. Oktober mit 25,5 °C das höchste Oktober-Tagesmaximum in der seit 1959 homogen verfügbaren Messreihe.

Die Alpensüdseite zeigte sich am 23. Oktober trotz Föhn weitgehend niederschlagsfrei und recht sonnig. Die Tagesmaxima erreichten 19 bis 21 °C. Erst am nächsten Tag fiel im Süden der klassische Föhnniederschlag bei dichter Staubewölkung. Die Tagesmaxima erreichten noch 14 bis 16 °C, während die Föhnstandorte auf der Alpennordseite 22 bis 24 °C meldeten.

Altweibersommer zum Zweiten . . .

Vom 25. bis 27. Oktober schob sich aus Westen ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Zentral- und Südeuropa. Es bescherte der ganzen Schweiz sonniges und mildes Herbstwetter. Morgendliche Nebelfelder auf der Alpennordseite lösten sich auf und die Tagesmaxima erreichten beidseits der Alpen bis 20 °C, im Südtessin bis 22 °C.

Das schöne Herbstwetter gegen Ende Oktober passt genau in die jüngste Entwicklung des Alpenweibersommers. In der oben erwähnten Analyse zum Altweibersommer in der Schweiz wird ersichtlich, dass in der Periode ab 1981 die grösste Häufung von Schönwettertagen vom 25. bis am 27. Oktober zu finden ist. Das früher klassische Schönwetter von Mitte Oktober hat sich in die dritte Oktoberdekade verschoben.

Markanter Wetterwechsel

Nach einem sonnendurchfluteten Wochenende erwachte die Schweiz am 28. Oktober mit trübem Regenwetter. In den aus Nordwesten zufliessenden zunehmend kühleren Luftmassen sank die Schneefallgrenze regional bis auf 2500 m. Auf der Alpensüdseite gab es zunächst noch längere sonnige Abschnitte und Höchstwerte bis 20 °C, bevor gegen Abend auch hier der Niederschlag einsetzte.

Niederschlagsreicher Oktober

Nach einem verbreitet unterdurchschnittlichen September lieferte der zweite Herbstmonat reichlich Niederschlag. Die Alpensüdseite registrierte in vielen Gebieten über 150 %, lokal auch über 200 % der Norm 1981‒2010. Die übrige Gebiete der Schweiz erhielten meist 120 bis 150 % der Norm (Stand 29.10.2019).

Vergrösserte Ansicht: Abb. 4: Eine herbstlich verfärbte Buche am Wisenberg (BL). Daneben gab es am 20. Oktober noch viele Buchen mit grünen Blättern.
Foto: Regula Gehrig.
Abb. 4: Eine herbstlich verfärbte Buche am Wisenberg (BL). Daneben gab es am 20. Oktober noch viele Buchen mit grünen Blättern. Foto: Regula Gehrig.

Die herbstliche Blattverfärbung liess sich Zeit

Die Wälder blieben in diesem Jahr recht lange grün und die Blattverfärbung setzte später als normal ein. Die Anzahl der Meldungen zur Blattverfärbung stieg erst ab ungefähr Mitte Oktober stärker an. Bei der Buche wurde die Blattverfärbung in höheren Lagen vermehrt ab dem 10. Oktober und in tiefen Lagen ab dem 13. Oktober beobachtet. Im Mittel zeigen die Beobachtungen der Buche eine 4 Tage spätere Blattverfärbung als im Durchschnitt der Periode 1981‒2010. Es gab im aktuellen Jahr bei der Buche kaum Beobachtungen in den Klassen „früh oder „sehr früh“, die im letzten Jahr aufgrund der Trockenheit sehr häufig waren. Später als normal verfärbten sich auch die Birke (+2 Tage), die Vogelbeere (+3 Tage), und der Bergahorn (+4 Tage), dies im Vergleich mit der Periode 1996‒2018.

Die Blätter der Winterlinde und der Sommerlinde, bei denen aber erst relativ wenige Beobachtungen vorliegen, verfärbten sich bis jetzt ziemlich genau zu einem normalen Zeitpunkt. Nur bei der Rosskastanie verfärbten sich die Blätter ab der letzten Septemberwoche im Mittel 4 Tage früher als normal. Mit ein Grund ist, dass sich ihre Blätter durch die Miniermotte schon früh braun färben und eine Unterscheidung mit der normalen Blattverfärbung kaum machbar ist. Die Lärchen verfärbten sich an den Engadiner Stationen zwischen dem 10. und 21. Oktober, was normal bis sehr spät ist.

Der Grund für die späte Blattverfärbung liegt in den hohen Temperaturen der Monate September und Oktober. Obwohl die Blattverfärbung durch die abnehmende Tageslänge gesteuert wird, vermögen hohe Temperaturen in diesen Monaten die Blattverfärbung zu verzögern. Im Oktober gab es nur wenig kühle Nächte. Diese wären nötig, um zusammen mit viel Sonnenschein am Tag die Blattfarben intensiv leuchten zu lassen. Zumindest im Mittelland fehlten in diesem Jahr die sehr intensiven Herbstfarben.

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Kommentare (25)

  1. Tobias W., 11.11.2019, 08:06

    Liebes Meteoteam

    Danke für die Datenaufbereitung und ausführliche Interpretation. Besonders gefallen hat mir der Abschnitt zur Blattverfärbung.

    Bei der Unterhaltung am Mittagstisch haben wir uns über den Herbstnebel unterhalten. Leider kann ich dazu in der Zusammenfassung wenig finden. Gibt es im Oktober so wenig Nebel(-tage, -stunden), dass diese nicht ausgewertet oder kommentiert werden?

    Freundliche Grüsse und ä scheenä Tag

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    1. MeteoSchweiz, 13.11.2019, 11:58

      Hallo Tobias

      Nebelbeobachtungen liegen nur von wenigen Messstandorten vor. Landesweite Aussagen können damit nicht gemacht werden. Ausführliches zum Thema Nebel ist auf der Website von MeteoSchweiz zu finden:

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/altweibersommer-eisheilige-und-andere-spezialitaeten/nebel-im-herbst.html


      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  2. Thomas, 07.11.2019, 22:08

    @Kevin:

    Ich habe mir die Mühe gemacht, alle Monate der Temperaturreihe von Bern zu analysieren und finde die gewonnenen Erkenntnisse weit eindrücklicher als Ihrige:

    Schaut man jeweils die fünf wärmsten Monate von Januar-Dezember an, sind 29 Monate im 21. Jhr. unter den Top 5 zu finden. Dies sind bei 60 Monaten (5*12) nahezu 50%. Obwohl die 19 Jahre nur ca. 12% der Zeitreihe 1864-2019 abdecken. Unter den Top 5 der kältesten Monate ist hingegen kein einziger Monat aus dem 21. Jhr.!!

    Der Juni ist dabei ein Extremfall: Die fünf wärmsten Juni-Monate 1864-2019 traten alle im 21. Jhr. auf. Besonders eindrücklich: Der kälteste Juni im 21. Jhr. (2001) war wärmer als 72 Juni-Monate zwischen 1864 und 2000!! Anders formuliert: Was heute ein sehr kühler Juni ist, war früher normal.

    Der Dezember ist der einzige Monat, in dem kein Monatsmittel im 21. Jhr. unter den Top 5 der wärmsten landet. Trotzdem folgt der kälteste Dezember im 21. Jhr. (2010) erst auf Rang 41 der kältesten Dezember.

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    1. Kelvin, 12.11.2019, 15:47

      Zum Glück leben wir in der Schweiz und nicht in den USA. Dort wurden im Oktober in mindestens 15 Bundesstaaten über 600 neue Oktober-Minima registriert, wobei die früheren Rekorde in einigen Orten gleich mehrmals gebrochen wurden. Zum Beispiel im Yellowstone-Nationalpark (Old Faithful), wo der alte Rekord in drei Schritten von minus 24 C auf minus 32 C pulverisiert wurde. Gegenwärtig ist zudem in den USA eine neue Kältewelle im Gang, die wieder neue Minusrekorde bringen dürfte.
      Vielleicht werden wir uns auch in Mitteleuropa bald sehr warm anziehen müssen. Vielleicht sollten wir uns jetzt mit Begriffen wie Grand Solar Minimum befassen, statt immer nur auf CO2 zu starren.
      By the way: Mein Name ist Kelvin und nicht Kevin, ein Fachmann wie Sie sollte diesen Unterschied eigentlich kennen.

  3. Benjamin Eller, 05.11.2019, 19:20

    Liebes Meteoteam
    Vielen Dank für eure interessanten Blogs! Der Oktober war ja auch von starken Föhnlagen geprägt. Lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und häufigeren, stärkeren und heisseren Föhnphasen herstellen? Vielen Dank, Beni

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    1. MeteoSchweiz, 08.11.2019, 08:07

      Guten Tag Herr Eller

      Am klassischen Föhnstandort Altdorf zeigt die Föhnhäufigkeit in den letzten rund 100 Jahren keinen Trend zu mehr oder weniger Föhn. Eine ausführliche Zusammenstellung zur Altdorfer Föhnreihe ist im MeteoSchweiz Arbeitsbericht Nr. 241 von 2012 zu finden.

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2012/1/foehnklimatologie-altdorf--die-lange-reihe--1864-2008--und-ihre-.html

      Die momentan laufende Analyse zu den jährlich längsten Föhnperioden in der Schweiz (ab Beginn der automatischen Messungen 1981) zeigt ebenfalls keinen Trend. Der Föhn ist offenbar ein sehr konstantes meteorologisches Phänomen.

      Zur Temperatur während Föhnphasen gibt es unseres Wissens keine Untersuchung. Die Jahrestemperatur ist am Föhnstandort Altdorf in den letzten rund 150 Jahren um 1,8 °C angestiegen. In Zürich, Genf und Bern sind es 1,9 °C, in Basel 2,1 °C. Der Föhnstandort Altdorf zeigt also eine vergleichbare Erwärmung wie Standorte ohne oder ohne wesentlichen Föhneinfluss. Die Föhnaktivität liefert in Altdorf somit keinen erkennbaren spezifischen Beitrag zur Erwärmung.


      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  4. holzhackerheini, 01.11.2019, 22:28

    Schone Herbst und bitte dann noch ein sonniger Winter. Sieht ja in die Bergen super aus. Selbst im Winter kann man tolle Wanderungen ohne Schnee machen! Wir brauchen ja nicht jedes Jahr auf die Pisten Schi zu fahren. Ist auch viel besser fur die Umwelt und die Tieren im Wald!

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  5. Alpenenrico, 01.11.2019, 05:20

    Also ein ganz normaler Oktober, betrachtet man die beiden Wetterphänomene Altwiibersommer und Föhnlagen. Positiv hervorzuheben ist der Niederschlag. Man kann natürlich statistische Werte so auslegen bzw. Regional und temporal uneinheitlich damit jeder Monat in ein Extrem um fällt, damit der "menschengemachte Klimawandel" (zwei wissenschaftlich völlig falsche Begriffe im Übrigen) ja auch schön immer stets wieder aufs Neue untermauert werden kann, statt eine kritische Hinterfragung oder Betrachtungsweise. Seit wann z. B. ist der Föhn ein Zeichen des Klimawandels? Kein Wunder geht die ganze Geschichte in eine Richtung Ersatzreligion. Schade um die tolle App.

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    1. S. Cepticus, 01.11.2019, 17:19

      Interessant, ein neuer Experte in der Runde. Erleuchten Sie uns doch etwas detaillierter mit Ihren revolutionären wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ich für meine Wenigkeit warte gespannt.

      Spannend finde ich auch den Begriff "Ersatzreligion". Wenn die Faktenlage betreffend Erwärmungstrend evident ist, braucht es keine Glaubenskomponente sondern lediglich einen durchschnittlich klaren Kopf.

    2. Andreas, 01.11.2019, 18:08

      >Seit wann z. B. ist der Föhn ein Zeichen des Klimawandels?
      Wer hat das denn behauptet? Diese Aussage geht weder aus dem Bericht noch irgendeinem der Kommentare hervor. Und welchen Einfluss soll das auf "die App" haben?

    3. E. Kessler, 01.11.2019, 21:23

      Danke! Sehr treffend ausgedrückt. Diesen Eindruck habe ich auch und das ärgert mich seit langem.

  6. Lars, 31.10.2019, 17:46

    Zum Glück war nach dem verkorksten Sommer der Oktober einigermassen akzeptabel. Nur hätte es noch ein bisschen wärmer sein können. Wollen wir mal hoffen, dass es einen milden Winter und einen schönen heissen Sommer gibt.

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  7. Daniel Inäbnit, 31.10.2019, 07:43

    Lieber Wiipuur63, ihre Aussagen sind nicht faktenbasiert und deshalb inkorrekt. Für das Gros der Wissenschaftlerinnen und -schaftler endet die kleine Eiszeit um 1850 (vgl. Encyclopedia of Global Environmental ChangeLittle Ice Age, Michael E Mann, 1 (2002)). Ab 1850 sind die Auswirkungen der Industriellen Revolution in der Atmosphäre messbar: der Gehalt der Treibgase steigt. Warum soll der Temperaturanstieg anders dargestellt werden, er ist Fakt! Natürlich könnte man politisch motivierte Referenzperioden heranziehen, doch was ändert es? Ziehen wir noch rechtzeitig die richten Schlüsse, damit das Leben auf der Erde auch weiterhin möglich sein wird.

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  8. D. Keller, 31.10.2019, 04:10

    Zumindest der Laubwald scheint sich vom trockenen Sommer 2018 gut erholt zu haben (keine frühzeitige Verfärbung).

    Antworten

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  9. D. Keller, 31.10.2019, 04:03

    Wieviele Föhnstunden hat uns der Oktober beschert? Wie sieht das im Vergleich zur Norm/Vergangenheit aus?

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    1. MeteoSchweiz, 01.11.2019, 14:14

      Guten Tag Herr Keller

      An vier klassischen Föhnstandorten sieht es für den Oktober 2019 wie folgt aus:

      Altdorf 69 Föhnstunden (Mittel 1981-2010: 46); Chur 103 Föhnstunden (Mittel 1981-2010: 71); Vaduz 68 Föhnstunden (Mittel 1981-2010: 39); Visp 72 Föhnstunden (Mittel 1981-2010: 47).

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  10. Wiipuur63, 30.10.2019, 14:32

    Liebes Meteoteam,
    Es ist aus meiner Sicht einfach nicht korrekt, die Periode 1870-1900als vorindustriellen Klimastandard zu definieren, nur weil per Zufall in dieser Zeit systematische Wetterbeobachtungen und -messungen begonnen haben. Dieser Zeitrahmen war die zu Ende gehende kleine Eiszeit und nicht repräsentativ für die Zeit vor 1900. Wenn man bspw. die abgeschätzten Klimadaten des hochmittelalterlichen Klimaoptimums oder die des Altlantikums zum Vergleich heranziehen würde, sähe der Temperaturanstieg seit 1990 lange nicht so dramatisch aus. Von der letzten Warmzeit (Eem) gar nicht zu reden!

    Antworten

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    1. s.b, 30.10.2019, 18:58

      Zum Glück definieren nicht Laien die Norm, sondern Experten... aber Dank dem Internet können sich Laien auf dasselbe Niveau stellen wie die Experten, hier hat es keine Bildungsvorgaben. Der Grund zur Wahl dieser Normperiode wurde schon X-Fach begründet. Danke Meteoswiss für die Arbeit und natürlich mal wieder diese Bilder (immer wieder wander inspiration)..made my Day!

    2. Werner Hertzog, 30.10.2019, 21:26

      Ich glaube, das will man nicht wissen, weil es nicht ins Weltbild passt.

    3. deni, 30.10.2019, 22:24

      Lieber Wiipuur63,
      eine ausführliche Diskussion und Begründung der Wahl der vorindustriellen Referenzperiode findet sich auf der folgenden SMA-Seite:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/service-und-publikationen/Publikationen/doc/AB_Vorind_Refp_v1.1_de.pdf
      Natürlich ist das Ende der "kleinen Eiszeit" (ca. 1850) in der Nähe der Referenzperiode und manche der grossen Alpengletscher erreichten ihren Höchststand erst um 1870, die Unterschiede zu einer anderen Wahl der Referenzperiode sind jedoch klein (im Bereich von 0.1 bis 0.2 Grad). Das hochmittelalterliche Klimaoptimum war wie der Name schon sagt eine Temperaturanomalie und erst noch eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte. So wuchsen z.B. die Gletscher in der Arktis, in Kanada und in Patagonien deutlich während in den Schweizer Alpen ein signifikanter Rückgang zu beobachten. Daher eignet sich eine solcher "anormaler" Zeitraum sicher nicht als Referenzperiode.
      freundliche Grüsse
      deni

    4. Reto, 31.10.2019, 09:27

      Unterschied: diese sog. mittelalterliche Warmzeit konzentrierte sich auf einzelne Regionen, global war es damals nicht wärmer als heute. Das selbe gilt für das Altlantikum. Zudem lagen nicht mal diese Temperaturen gemäss Forschern höher als heute. Wir haben aktuell eine durch den Menschen verursachte Klimaerhitzung, welche auf der ganzen Welt spürbar ist, nicht nur in einzelnen Regionen. Zudem ist die Geschwindigkeit der Erwärmung noch nie dagewesen. Wenn es so weiter geht, werden bis Ende des 21. Jh so hohe Temperaturen herrschen wie noch nie seit dem Bestehen der Menschheit. Diese Entwicklung zeigt sich anhand der kontinuierlichen Rekordtemperaturen beim Wetter in der Schweiz exemplarisch, als einzige Ursache konnten die Forscher die durch die Menschen verursachten Emissionen bestimmen. Die heute beobachtete globale Klimaveränderung entspricht den Vorhersagen der Forscher, welche bereits in den 70/80-er Jahren gemacht wurden. Es muss jetzt endlich gehandelt werden.

    5. MeteoSchweiz, 01.11.2019, 13:32

      Guten Tag Wiipuur

      Das Thema "Vorindustrielle Referenzperiode" wird ausführlich in unserem Fachbericht Nr. 274 vom vergangenen Jahr 2018 behandelt:

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/vorindustrielle-referenzperiode.subpage.html/de/data/publications/2019/6/klimaentwicklung-in-der-schweiz%E2%80%93vorindustrielle-referenzperiode-und-veraenderung-seit-1864-auf-basis-der-temperaturmessung.html

      Bei Ihrem Hinweis, dass der aktuelle Temperaturanstieg nicht so dramatisch aussieht, wenn man frühere Warmzeiten als Vergleich verwendet, fehlt der ganz zentrale wissenschaftliche Befund der aktuellen Klimadiskussion: Die heute verfügbaren physikalischen Berechnungen zeigen, dass ab etwa Mitte des 20. Jahrhunderts beim globalen Temperaturanstieg die menschliche Klimabeeinflussung durch Treibhausgase (Anstieg klimarelevanter Bestandteile in der Atmosphäre wie Kohlendioxid, Methan, Lachgas) klar sichtbar ist.

      Gemäss dem aktuellen Wissen wäre die globale Temperatur in den letzten Jahrzehnten mehr oder weniger stabil geblieben oder hätte sich periodisch sogar leicht abgekühlt, wenn nur die natürlichen Faktoren Einfluss hätten (z.B. Vulkane, Meeresströmungen, Sonne). Nur unter Einbezug der menschlichen Faktoren (zusätzliche Treibhausgase durch unsere Emissionen) zeigen die Berechnungen eine globale Erwärmung, wie sie auch tatsächlich gemessen wird. Das ist der deutlich sichtbare Fussabdruck der menschlichen Klimabeeinflussung, wie er uns durch die umfangreichen Klimamodellierungen vor Augen geführt wird.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    6. jahrgang56, 01.11.2019, 13:50

      Als Bub musste ich in der Stadt Zürich jeden Winter vor dem Haus Schnee schaufeln. Noch als junger Mann war der Katzensee jeden Winter gefroren und die Eisfläche wurde durch die Polizei freigegeben. Beides gibt es seit knapp 30 Jahren nicht mehr. Aber der Wiipuur hat schon recht: Es gibt keinen Klimawandel, die Erde ist eine Scheibe und wer etwas anderes behauptet, gehört auf den Scheiterhaufen!

    7. Kelvin, 01.11.2019, 15:59

      Ich sehe es genau so wie Sie. Eine "vorindustrielle Referenzperiode" gibt es gar nicht, weil auch vor 1870 die Temperaturen stark schwankten, ein ständiges Auf und Ab war die Regel.
      Und die Erwärmung in der jüngeren Vergangenheit ist auch weit weniger dramatisch, als sie immer wieder dargestellt wird. Ich habe mir die Mühe gemacht, die homogenen Temperaturreihen von Bern seit 1864 zu analysieren. Fazit: Dezember: Die wärmsten Jahre waren in dieser Reihenfolge: 1868!, 1880!, 1915!, 1934.
      September: auf den ersten zwei Plätzen 1949 und 1961, 1947 auf Rang 5.
      Mai: Mit grossem Abstand am wärmsten war es 1868! Auf Rang 2 folgt 2009 (1,6 Grad weniger warm).
      Auch bei den anderen Monaten schaffen es weit zurückliegende Jahre in die Top Ten, so liegen z.B. 1936 und 1921 auf den Plätzen 3 und 4 in der Januar-Statistik.
      Solches und anderes wird natürlich von den Alarmisten gerne unter den Teppich gekehrt.

    8. Domi91, 05.11.2019, 15:23

      Guten Tag Kelvin
      Ich beziehe mich auch auf die Messstation Bern mit den Daten ab 1864.
      Es ist wirklich spannend, dass die wärmsten Dezember 1868, 1880, 1915, 1934 waren. Aber Sie erwähnen ja auch nur die wärmsten. Achten sie einmal auf die kälteren Dezember um diese Zeit. Zwischen 1972-2018 gab es nur 5 Dezember (von 47) die unter -1.5°C lagen. Der kälteste davon war -2.2°C. Aber alleine zwischen 1864-1870 gab es 5 Dezember (von 7) die unter -1.5°C waren, nämlich 1864 -4.7°C, 1865 -3.1°C, 1867 -3.2°C, 1869 -2.8°C und 1870 -5.2°C!. Wie gesagt der kälteste Dezember der Periode 1972-2018 war -2.2°C.
      Sie picken sich einfach die wärmsten heraus und das führt zu nichts. Solche Vergleiche kann ich auch machen: Dez 2018 3.2°C vs. Dez 1879 -10.5°C! (13.7°C kälter).