Ein Tag im operativen Betrieb „Zürich – Prognose- und Flugwetterzentrale“

8. November 2019
Themen: Über uns

In unserer Blogserie erhalten Sie Einblick in den spannenden Alltag von Mitarbeitenden im operativen Betrieb von MeteoSchweiz. Wir haben operativ tätige Abteilungen an allen Standorten besucht, ihnen bei der Arbeit über die Schulter geschaut und sie dazu befragt. Nachfolgend veröffentlichen wir den vierten Teil davon - zum Team Prognose- und Flugwetterzentrale in Zürich.

Was heisst operativer Betrieb? So bezeichnen wir bei MeteoSchweiz Abteilungen, welche meist rund um die Uhr Systeme überwachen und Dienstleistungen für interne oder externe Kunden erbringen. Dazu gehören zum Beispiel unsere Wetterdienste in Zürich, Locarno und Genf, unsere Informatik- Abteilung oder die Abteilung Messtechnik am Standort Payerne. Für unseren vierten Beitrag dieser Serie haben wir Bruno Kunz zu seiner Arbeit in der Prognose- und Flugwetterzentrale befragt. Diese Abteilung ist unter anderem und neben Locarno und Genf für die Wettervorhersagen von MeteoSchweiz zuständig.

Vergrösserte Ansicht: Typischer Arbeitsplatz eines Prognostikers, insgesamt 6 Bildschirme stehen zur Verfügung.
Typischer Arbeitsplatz eines Prognostikers, insgesamt 6 Bildschirme stehen zur Verfügung.

Bruno Kunz und seine Kolleginnen und Kollegen von der Prognose- und Flugwetterzentrale in Zürich erstellen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr  Wettervorhersagen, offizielle Wetterwarnungen und spezifische meteorologische Dienstleistungen für die Aviatik, Behörden, Partner und andere Kunden . Sämtliche Arbeiten, die sie ausführen, sind in den jeweiligen Diensttouren in einer Checkliste aufgelistet und müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne erledigt und verbreitet werden. Bruno Kunz arbeitet dabei vorwiegend für die Aviatik und hat in der Zeit, in welcher wir ihn begleiten durften einerseits die Wetterprognose für Regionalflughäfen (wie Grenchen oder auch Samedan) als auch die Prognose für Militärflugplätze in der Schweiz erstellt. Dazu verwendet er verschiedene Modelldaten, zum Beispiel vom MeteoSchweiz Wettermodell sowie Satellitenbilder, Niederschlagsradar, Bodenmessdaten, etc.

Andererseits werden in der Prognose- und Flugwetterzentrale unzählige Telefonate zur derzeitigen Wetterlage beantwortet. Es handelte sich dabei meist um Anfragen von Privatpiloten und Ballonfahrer, Schulausflüge,  Landwirte (z.B. für das Heuen) oder von Versicherungen (Schäden durch Unwetter).

“Ich bin glücklich, dass ich mein früheres Hobby vor über 10 Jahren zu meinem Beruf machen konnte.“ - Bruno Kunz

 

Welche Fähigkeiten benötigt man, um in einer solchen Abteilung zu arbeiten? Darüber und zu weiteren Punkten gibt uns Bruno Kunz Auskunft.

Stehen derzeit grössere Projekte an?

Da wäre beispielsweise das Projekt AutoMETAR, welches zum Ziel hat, die Wetterbeobachtungen am Flughafen Zürich (analog Genf) während der Nacht zu automatisieren.

Was werden zukünftige Herausforderungen in Ihrem Tätigkeitsfeld sein?

Die weiter fortschreitende Automatisierung ist eine grosse Herausforderung, aber auch eine Chance. Miteinher geht die laufende Optimierung des operativen Betriebes, sei es bezüglich Dienstplanung sowie die enge Verflechtung der vier Beobachtungs- und Prognoseteams innerhalb der Abteilung Prognose- und Flugwetterzentrale.

Welche speziellen Fähigkeiten werden für Ihren Beruf benötigt?

Entscheidend ist sicherlich die fachliche Kompetenz und die Begeisterung für das Thema Wetter sowie eine gewisse Robustheit, welche man im Schichtbetrieb haben muss (Thema unregelmässige Arbeitszeiten, starke saisonale Schwankungen, was den Arbeitsanfall angeht). Immer wichtiger wird auch die Bereitschaft, flexibel zu sein, da der operationelle Betrieb regelmässig auf ändernde interne sowie externe Regulationen und Bedürfnisse reagieren muss. Ein „dickes Fell“ sowie Durchhaltewillen und eine Prise Humor kann manchmal ebenfalls nicht schaden.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Beruf?

​Ganz klar alles - was mit Wetter als solches zu tun hat. Seit ich denken kann, hat mich das Thema fasziniert und ich bin deshalb glücklich, dass ich mein früheres Hobby vor über 10Jahren zu meinem Beruf machen konnte. Ebenso gefällt mir die enge, teamübergreifende Arbeitsweise innerhalb der Abteilung. Auch finde ich es interessant, regelmässig mit MitarbeiterInnen aus anderen Abteilungen, Bereichen und Regionalzentren zusammenarbeiten zu dürfen. Privat bringen die unregelmässigen Arbeitszeiten nebst den natürlichen Nachteilen ausserdem auch viele Vorteile mit sich. So kann ich beispielsweise auch einmal an einem Montagnachmittag mit meiner Tochter die Zeit in einer halbleeren Badi geniessen oder in Ruhe Einkäufe erledigen.

 

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