Adventskalender 2019

9. Dezember 2019, 11 Kommentare
Themen: Über uns

Liebe Leserinnen und Leser, willkommen zum diesjährigen Adventskalender von MeteoSchweiz, der sich rund ums Thema «Messstationen» drehen wird. Von vollautomatischen Messstationen bis zum modernen Wetterradar und von technischen Erklärungen bis zu Kuriositäten, die unseren Experten begegneten, stellen wir jeden Tag einen anderen Messstandort vor.

09.12.2019 - Die älteste und momentan modernste Messstation in einem

Vergrösserte Ansicht: Foto der Station Genève / Cointrin (GVE)
Foto der Station Genève / Cointrin (GVE)

Für die Messstation Genf (GVE) existieren Messdaten seit 1753, womit sie die älteste Station im Klima-Messnetz von MeteoSchweiz ist. Damals stand die Station allerdings noch beim Observatorium am See.

Seit 1950 steht die offizielle Messstation für Genf am Flughafen Cointrin gleich neben dem Beobachtungsposten von MeteoSchweiz. Genau gleich wie die Station Zürich / Kloten (KLO) liefert auch die Station Genève / Cointrin (GVE) meteorologische Grundlagen für einen sicheren Betrieb des Flughafens. Nebst den «normalen» meteorologischen Messgeräten findet seit September 2019 eine einjährige Messkampagne mit modernsten Fernerkundungs-Messgeräten statt. Dies nachdem im Jahre 2018 eine ähnliche Messkampagne bereits am Flughafen Zürich / Kloten durchgeführt wurde und dort wertvolle Erfahrungen gesammelt werden konnten.

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 1: Die auf dem Flughafen Genf für die Messkampagne installierten Geräte. Die erste Reihe zeigt aktive Fernerkundungsmessgeräte, die elektromagnetische Wellen in die Atmosphäre aussenden und das zurückkommende Signal messen. In der zweiten Reihe findet man passive Messgeräte, die Strahlung aus der Umgebung messen ohne selbst Strahlung auszusenden.
Abbildung 1: Die auf dem Flughafen Genf für die Messkampagne installierten Geräte. Die erste Reihe zeigt aktive Fernerkundungsmessgeräte, die elektromagnetische Wellen in die Atmosphäre aussenden und das zurückkommende Signal messen. In der zweiten Reihe findet man passive Messgeräte, die Strahlung aus der Umgebung messen ohne selbst Strahlung auszusenden.

Die verschiedenen Geräte sind in der Abbildung 1 zu sehen. Sie dienen dazu in Echtzeit Messdaten über Wolkenhöhe, Wolkenbedeckung, Wind und Temperaturen auf verschiedensten Höhen zu erfassen. Dies ist für die Fliegerei wichtig, denn es kann am Boden beispielsweise windstill sein und in der Höhe ein starker Wind wehen und umgekehrt. Für einen sicheren Start oder Landeanflug sind solche Informationen unerlässlich.

Die Messkampagne dient auch dazu die automatische Erstellung von sogenannten METARs (Meteorological Aerodrome Reports) mittels moderner Sensoren auszuloten. Bis jetzt steckt hinter der Erstellung von METARs noch viel «Handarbeit», das heisst, die Meldungen über das aktuelle Flugplatzwetter werden auf den wichtigsten schweizerischen Zivil- und Militärflugplätzen von Wetterbeobachtern erstellt. 

Fernerkundungsmessgeräte und visualisierte Produkte

08.12.2019 - Automatische Radiosondierung mit modernster Technologie

Vergrösserte Ansicht: Links die Anlage zur automatischen Auflassung der Ballonsonden und rechts die Inflationshalle, in der die Ballons für spezifischere Radiosondierungen gefüllt werden.
Links die Anlage zur automatischen Auflassung der Ballonsonden und rechts die Inflationshalle, in der die Ballons für spezifischere Radiosondierungen gefüllt werden.

Seit 70 Jahren führt MeteoSchweiz in Payerne (PAY) hochpräzise Messungen der Atmosphäre mit Radiosonden durch. Diese Messungen bilden eine wichtige Grundlage für Wettervorhersagen und Klimaanalysen. Sie ermöglichen zum Beispiel die Ermittlung instabiler Wetterlagen. Ein Teil dieser Radiosondierungen wurde 2018 automatisiert. Dieses Video zeigt, wie die automatischen Messungen funktionieren.

Die 1942 gegründete aerologische Station Payerne hat nicht nur eine lange Tradition bei Messungen in der freien Atmosphäre, sondern wurde in den vergangenen Jahren mit modernsten Instrumenten ausgestattet.

Bodengestützte Fernerkundungsinstrumente ergänzen die Radiosondierung und erstellen unabhängig voneinander Temperatur- und Feuchteprofile bis in grosse Höhen. So werden unter anderem mit einem sogenannten Raman-LIDAR Feuchte-, Temperatur- und Aerosolprofile erstellt. Daneben sind Ceilometer (elastische Rückstreu-LIDARs) im Einsatz, die Wolkenbasis und Aerosolprofile liefern.

Die Atmosphärenstation Payerne (PAY) gehört ebenfalls zum weltweiten Referenznetz der Weltmeteorologischen Organisation für aerologische Messungen GRUAN (GCOS Reference Upper Air Network.

Die Aerologische Station Payerne

Weitere Informationen:

07.12.2019 – Manuelle Messungen seit 1884

Vergrösserte Ansicht: Besuch beim Stationsbetreuer in Braggio über dem Calancatal. Silvano Bacchini betreut seit 1970 die manuelle Niederschlagsmessstation von MeteoSchweiz.
Besuch beim Stationsbetreuer in Braggio über dem Calancatal. Silvano Bacchini betreut seit 1970 die manuelle Niederschlagsmessstation von MeteoSchweiz.

Unter den verschiedenen Pluviometern der MeteoSchweiz ist der von Braggio einer mit dem ungewöhnlichsten Zugang. Obwohl er sich in der Nähe einer Ortschaft befindet, ist er nur mit der Seilbahn oder auf einem Saumpfad erreichbar.

Braggio ist auf 1.323 m ü.M. auf einer Sonnenterrasse über dem Calancatal gelegen. Das Dorf war einst für die Herstellung von Kirsch bekannt. Tatsächlich gab es etwa 250 Wildkirschbäume die den Rohstoff für das geschätzte Destillat lieferten.

MeteoSchweiz misst seit 1884 (!) die Niederschläge in Braggio. Dies dank dem unermüdlichen Einsatz von zuverlässigen Beobachtern. Silvano Bacchini (Foto), wird im nächsten Jahr den 50. Jahrestag der Messungen feiern. Seit 1970 betreut er die manuelle Niederschlagsmessstation. Aber auch seine Vorgänger standen mit vierzig, vierundzwanzig und zwanzig Dienstjahren lange Zeit im Einsatz für MeteoSchweiz.

06.12.2019 - Die längste meteorologische Messreihe im Alpenraum

Vergrösserte Ansicht: Temperaturmessung auf dem Grand St-Bernard um 1935 (links) und die modernen automatisierten Geräte vor einem Fenster des Hauptgebäudes (rechts). Wie die meteorologischen Messungen musste auch die Räumung der meterhohen Schneemengen früher von Hand erledigt werden (Bild links: Max Kettel, Bild rechts: Renate Auchmann.)
Temperaturmessung auf dem Grand St-Bernard um 1935 (links) und die modernen automatisierten Geräte vor einem Fenster des Hauptgebäudes (rechts). Wie die meteorologischen Messungen musste auch die Räumung der meterhohen Schneemengen früher von Hand erledigt werden (Bild links: Max Kettel, Bild rechts: Renate Auchmann.)

Im Jahr 1817 wurden auf Initiative von Marc-August Pictet, dem damaligen Direktor der Genfer Sternwarte, meteorologische Messungen auf dem Hospiz des Grand St-Bernard aufgenommen. Er hatte erkannt, dass zum Verständnis der Zusammenhänge in der Atmosphäre auch Messungen aus höheren Schichten der Atmosphäre nötig waren.

Die extremen Bedingungen des Messstandorts sorgten von Beginn an für Herausforderungen. So mussten die Geräte für Temperatur-, Feuchtigkeit und Niederschlagsmesser vor den oberen Geschossen des Hospizgebäudes angebracht werden, damit sie auch bei meterhohem Schnee erreicht und mehrmals täglich abgelesen werden konnten. Zudem müssen die Geräte auch extremsten Stürmen standhalten können:

Während dem Sturm «Vivian» wurde am 27. Februar 1990 mit 268 km/h die höchste je in der Schweiz gemessene Böenspitze auf dem Grossen Sankt Bernhard registriert Schweizer Rekorde und Extreme.

Vergrösserte Ansicht: Jahresmittel-Temperatur auf dem Col du Grand St-Bernard von 1818 bis 2016. Der über 20 Jahre geglättete Verlauf ist mit einer roten Linie eingezeichnet.
Jahresmittel-Temperatur auf dem Col du Grand St-Bernard von 1818 bis 2016. Der über 20 Jahre geglättete Verlauf ist mit einer roten Linie eingezeichnet.

2017 wurde das 200-jährige Bestehen der Messstation auf dem Col du Grand St-Bernard (GSB) gefeiert. Ausserdem wurde sie die weltweit erste Centennial Observing Station der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Mit diesem Label möchte die WMO die Wichtigkeit langjähriger und bedeutsamer Messstationen unterstreichen, die mindestens 100 Jahre bestehen und deren nachhaltige Sicherung unterstützen. Die zweite Centennial Observing Station der Schweiz ist übrigens jene auf dem Säntis, die in diesem Adventskalender ebenfalls vorgestellt wird.

05.12.2019 – Wir messen das Wetter auch im Nationalpark

Vergrösserte Ansicht: Neben der Gaststätte ragt ein grosser Mast in die Höhe, hier wird der Wind und die Strahlung gemessen.
Neben der Gaststätte ragt ein grosser Mast in die Höhe, hier wird der Wind und die Strahlung gemessen.

Wenig unterhalb des Ofenpass, malerisch im Schweizer Nationalpark gelegen, ist unsere Wetterstation Buffalora direkt an der Passstrasse kaum zu verfehlen.

Vergrösserte Ansicht: Hinter dem Gebäude, etwas gegen den Hang verschoben, werden Niederschlag, Schnee, Feuchte und Temperatur gemessen.
Hinter dem Gebäude, etwas gegen den Hang verschoben, werden Niederschlag, Schnee, Feuchte und Temperatur gemessen.

Oft werden hier die schweizweit tiefsten Temperaturen gemessen. Grund hierfür ist die Geländeform im Bereich der Station: Die Alp Buffalora bildet eine weite Arena, hier vereinigen sich die beiden Bergbäche Aua da Murtaröl und Ova dal Fuorn, welche dem Inn zufliessen. Knapp unterhalb der Station verengt sich das Tal und so staut sich die bei günstigen Wetterlagen lokal gebildete Kaltluft auf.

Günstig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wolkenarme und windstille Bedingungen herrschen. Hier profitiert Buffalora von seiner inneralpinen Lage am Übergang vom Unterengadin zum Val Müstair: durch die Abschirmung hoher Berge erreichen Störungen Buffalora meist nur in abgeschwächter Form. Die jährliche Niederschlagssumme beträgt im Schnitt nur 793 mm, dies trotz der Höhenlage von fast 2000 m. ü. M. Buffalora gehört zudem zu den windärmeren Stationen auf dieser Höhe.

So erstaunt es nicht, dass hier im Schnitt der Periode 1981-2010 pro Jahr 252 Frosttage (Minimum < 0 °C) registriert werden, ähnlich viele wie auf dem über 700 m höher gelegenen Weissfluhjoch oder dem Piz Martegnas.

Für den absolut tiefsten Messwert im Stationsnetz von MeteoSchweiz reicht es dennoch nicht ganz: Rekordhalter ist diesbezüglich La Brévine mit -41.8 °, gemessen am 12.01.1987. Buffalora hat es am 06.01.2019 «nur» auf -36.7 °C geschafft.

04.12.2019 – Das Wetter geht hoch hinaus

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 1: Die Messstation Jungfraujoch (JUN) mit der Sphinx. Die höchstgelegene Messstation der Schweiz.
Abbildung 1: Die Messstation Jungfraujoch (JUN) mit der Sphinx. Die höchstgelegene Messstation der Schweiz.

Die beliebte Touristenattraktion der Schweiz ist mit 3'500 m.ü.M. gleichzeitig die höchste automatische Wetterstation von MeteoSchweiz. Oftmals herrschen extreme Wetterbedingungen, die Geräte sind komplett eingefroren oder zugeschneit (siehe Bilder). Auch ist dies der kälteste Ort der Schweiz: mit -7,2 °C wurde hier die tiefste je gemessene mittlere Jahrestemperatur der Schweiz registriert. Nicht zu verwechseln mit dem kältesten Ort der Schweiz, wo absolut die tiefste Temperatur gemessen wurde. Mehr dazu später im Adventskalender.

Extreme Wetterbedingungen

Saharastaub über der Schweiz – die Beobachtung der «reinen» Atmosphäre

Die hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch (JUN) ist wegen ihrer Lage im Hochgebirge insbesondere für die Erforschung der atmosphärischen Zusammensetzung ausserhalb der verschmutzten Grenzschicht von Bedeutung. Sie gehört deshalb als eine von weltweit 31 Stationen zum Global Atmosphere Watch (GAW) Messnetz der Weltmeteorologischen Organisation (WMO). Der Schwerpunkt dieses Messnetzes ist die Messung und Überwachung von Ozon, CO2, atmosphärische Strahlung und Aerosole. So hat MeteoSchweiz an diesem Ort auch die Entwicklung einer neuen operationellen Methode, die das Auftreten von Saharastaub mit einer stündlichen Auflösung erkennen lässt, vorangetrieben. Damit kann die Häufigkeit von Sahara-Ereignissen in den Alpen untersucht werden. Das letzte Ereignis fand am 12. November 2019 statt.

Manuelle Wetterbeobachtungen

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 6: Das Ehepaar Käser betreibt die Messstation Jungfraujoch abwechslungsweise mit dem Ehepaar Fischer (nicht im Bild).
Abbildung 6: Das Ehepaar Käser betreibt die Messstation Jungfraujoch abwechslungsweise mit dem Ehepaar Fischer (nicht im Bild).

Das Jungfraujoch ist ebenfalls Teil des manuellen Beobachtungsmessnetzes. Abwechslungsweise müssen das Ehepaar Käser und Fischer (Artikel Jungfrauzeitung) bei Wind und Wetter raus um die Bewölkung, die Wolkenarten, die Sichtweite und einiges mehr fünf Mal pro Tag erfassen und der MeteoSchweiz übermitteln. Das Schweizer Fernsehen SRF war im Frühling 2019 auf dem Jungfraujoch und hat unter anderem das Ehepaar Käser besucht und bei ihrer Arbeit begleitet. Den Beitrag können Sie hier online anschauen.

Weitere Informationen

03.12.2019 – Pollenmessungen am Genfersee

Vergrösserte Ansicht: Pollenstation Lausanne
Pollenstation Lausanne

Mit einer spektakulären Aussicht über den Genfersee trohnt die volumetrische Pollenfalle auf einem Dach, 50 Meter über den Strassen Lausannes. Sie ist Teil des Pollenmessnetzes von MeteoSchweiz Pollenstation Lausanne.

An jeder der 14 Messstationen werden die Konzentrationen von 48 verschiedenen Pollenarten mittels einer volumetrische Pollenfalle gemessen. Diese Pollenfalle saugt mit Hilfe einer Pumpe zehn Liter Luft pro Minute durch eine 14 x 2 mm grosse Öffnung an. Hinter diesem Ansaugschlitz dreht sich eine Trommel, auf der sich ein mit Silikon beschichteter Kunststoffstreifen befindet. Die mit der Luft angesaugten Pollen und andere organische und anorganische Partikel bleiben auf dem Streifen haften. Die Trommel wird wöchentlich gewechselt und an das Analysezentrum in Payerne geschickt. Dort werden aus dem Streifen Tagespräparate hergestellt. Unter dem Mikroskop werden die Pollen bestimmt und ausgezählt und die Pollenkonzentration pro Kubikmeter Luft berechnet. Auf dem Objektträger sind neben den Pollen auch andere organische Partikel wie Pilzsporen sowie verschiedene anorganische Partikel wie Saharastaub oder Russteilchen zu beobachten.

Volumetrische Pollenfalle

Automatisierung der Pollenmessungen

Das Pollenmessnetz von MeteoSchweiz verwendet momentan den aktuellen Standard, mit dem wie oben beschrieben jeden Mittwoch die Pollenbeobachtungen der vergangenen Woche bereitgestellt werden können. Dieser Standard deckt jedoch die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr ab. Daher sollen Pollen künftig automatisiert, mit einer neuen Lasertechnologie gemessen werden. Diese eröffnet neue Perspektiven in Richtung Echtzeitübertragung und höhere Qualität. Die Schweiz erhält so ein international beispielhaftes Analyse- und Prognosewerkzeug im Bereich der Pollenmessungen.

Ab 2020 findet die Testphase sowie anschliessend der Rollout der gewählten Geräte statt. Damit die neu in Echtzeit verfügbaren Daten z.B. in unseren Vorhersagen und weiteren Produkten optimal genutzt werden können, müssen diverse Produkte zuerst angepasst werden. Das Projekt zur Automatisierung wird somit voraussichtlich Ende 2022 abgeschlossen.

Pollenmessnetz der Schweiz 

02.12.2019 – Die südlichste Station der Schweiz

Die Messstation Stabio (SBO)  ist die südlichste Messstation map.geo.admin.ch Stabio des automatischen Bodenmesssnetzes der MeteoSchweiz. Sie befindet sich, seit sie 1981 automatisiert wurde, an diesem Standort südlich von Stabio am Rande eines Industriegebietes. Da MeteoSchweiz – im Gegensatz zum SLF – in der Regel Stationen im besiedelten Gebiet baut und nur selten im Gebirge, ist die Suche nach einem geeigneten Standort teilweise eine grosse Herausforderung. Die Weltmeteorologische Organisation WMO gibt klare Regeln vor, wie die Nationalen Wetterdienste ihre Messstationen aufzustellen haben und welche Messqualität erreicht werden muss. In der Regel werden deshalb offene, nicht verbaute, naturnahe und möglichst langfristig unveränderte Standorte gesucht. Eine Messstation soll über die Jahre das für den Standort repräsentative Klima erfassen - dieses soll nicht durch sich veränderte Umgebungen (Bau von Strassen und Gebäuden, Wachstum von Bäumen etc.) negativ beeinflusst werden.

MeteoSchweiz lässt aus diesem Grund alle fünf Jahre die Messstationen einer externen Inspektion unterziehen. Das unter dem Namen «METEO-Cert» bei der WMO veröffentlichte Messstations-Zertifizierungsverfahren wird in der Schweiz vom Institut für Metrologie im Auftrag von MeteoSchweiz angewandt Zertifizierung von Messstationen. Seit der Einführung dieser Inspektionen ist es uns möglich im Falle von Problemen bei Gesprächen mit Landeigentümern den konkreten Handlungsbedarf nachvollziehbar aufzeigen und konkrete Massnahmen wie beispielsweise das Zurückschneiden von Büschen beauftragen zu können. Dies trägt zu einer Verbesserung der Messqualität bei, wie der Fall Stabio exemplarisch zeigt.

Die untenstehende Grafik zeigt die tägliche Sonnenscheindauer der Station Stabio zwischen 2011 und 2019. Die rote Linie illustriert die für diesen Standort maximal mögliche Sonnenscheindauer. Es ist zu sehen wie seit ca. Winter 2012 die gemessene Sonnenscheindauer jeden Winter abnimmt. Eine Inspektion 2017 hat gezeigt, dass die Wiese in der Nachbarparzelle über die letzten immer mehr verbuscht ist und diese Büsche Schatten auf die Geräte werfen.

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 1: Die Auswirkung von wachsenden Büschen auf die Messung der täglichen Sonnenscheindauer in Stabio zwischen 2011 und 2019.
Abbildung 1: Die Auswirkung von wachsenden Büschen auf die Messung der täglichen Sonnenscheindauer in Stabio zwischen 2011 und 2019.

Ein Gespräch mit dem Eigentümer führte 2018 dazu, dass diese im Süden der Station gelegenen Büsche geschnitten wurden und die ursprüngliche Wiese wieder hergestellt wurde. Das nachfolgende Foto illustriert dies. Auch zu sehen ist aber, dass es nördlich der Station immer noch Bäume gibt, welche dazu führen, dass im Sommer nicht die maximal mögliche Sonnenscheindauer gemessen werden kann (siehe Grafik oben). Diese Bäume sind geschützt und können nicht gefällt werden. Die Standortsuche für eine Messstation ist und bleibt in der dicht besiedelten Schweiz eine Herausforderung!

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 2: Die Station Stabio 2015 (oben) und 2019 (unten). Deutlich zu sehen wie die südlich der Station gelegenen Büsche Schatten auf die Instrumente warfen und deshalb entfernt werden mussten.
Abbildung 2: Die Station Stabio 2015 (oben) und 2019 (unten). Deutlich zu sehen wie die südlich der Station gelegenen Büsche Schatten auf die Instrumente warfen und deshalb entfernt werden mussten.

Weitere Informationen:

01.12.2019 - Eine hochgelegene SwissMetNet-Station mit toller Aussicht

Vergrösserte Ansicht: Die Messstation auf dem Pilatus verzückt mit einer spektakulären Aussicht.
Die Messstation auf dem Pilatus verzückt mit einer spektakulären Aussicht.

Den Anfang macht die Station auf dem Pilatus (PIL). Der Standort gehört zum automatischen Messnetz der Schweiz, dem SwissMetNet. Über die letzten Jahre hat MeteoSchweiz das Bodenmessnetz modernisiert und erweitert.

Nun zählt das SwissMetNet knapp 300 automatische Messstationen: 160 Wetterstationen, welche alle meteorologischen Parameter (u.a. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Sonneneinstrahlung, Niederschlagsmenge, Windrichtung und -geschwindigkeit) erfassen, ergänzt durch 130 automatische Niederschlagsmessstationen. Details zur Instrumentierung finden Sie auf unserer Website.

Diese Stationen liefern alle zehn Minuten eine Vielzahl an aktuellen Daten zu Wetter und Klima in der Schweiz. Die Daten werden automatisch an die zentrale Datenbank der MeteoSchweiz übermittelt, wo sie verschiedene Qualitätskontrollen durchlaufen. Sie können die Messdaten in Echtzeit auf der MeteoSchweiz-Website oder App abrufen.

Im Video erfahren Sie mehr über das Messnetz der Zukunft:

 

MeteoSchweiz ist offen für einen respektvollen Onlinedialog und freut sich über Ihre Kommentare und Fragen. Kontaktformular

Kommentare (11)

  1. Christoffel Jürg, 06.12.2019, 07:42

    Bei der Messstation auf dem Grossen St-Bernard fällt mir auf das die Messinstrumente an einer Hauswand befestigt sind.
    Andere Messtationen müssen ja freistehend sein, sind die Messungen trotzdem vergleichbar.
    Sehr interessanter Adventskalender. Danke.

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  2. Hingucker, 04.12.2019, 15:15

    Liebe Adventskalender-Meteorologen,
    im Beitrag vom 4.12. ist der erste Link zum SRF (im Text) falsch.
    Lieber Gruß

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  3. Christine, 03.12.2019, 15:54

    Vielen Dank liebes MeteoSchweiz Team für den Advenzkalender! Eine so schöne Idee!

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  4. Jakob Frauchiger, 03.12.2019, 08:25

    Wunderbar, danke!

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  5. A.von Arx, 03.12.2019, 07:18

    Ein sehr schönes Video mit allen Facetten des Wetters haben Sie da gemacht.Toll! Ebenso die Musik passt voll dazu.Kompliment.
    Vielen Dank, ein freudiger Start in den Tag.
    Es grüsst Sie A.von Arx

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  6. Jeannette Staiger, 02.12.2019, 23:16

    💎Herzlichen Dank für das tolle und eindrückliche Video und der interessante Bericht! Eine schöne und nicht zu stürmische Vorweihnachtszeit wünsche ich Ihnen. 💐

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  7. Timo Stammwitz, 02.12.2019, 20:33

    Grazie mille Stabio - Die Bäume gehen der statistisch perfekten Messreihe in Zeiten der Klimaerwärmung eindeutig vor.

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  8. Wenzinger Bruno, 01.12.2019, 14:14

    Zu Thema messen. Das mache ich seit x-Jahren in Schneisingen, allerdings nur mit einen normalen Regenmesser, aber sehr regelmässig um 18.00 Uhr. Ich denke, dass Meteo Schweiz kein Interesse an den Daten hat?
    Sie würden aber zu Verfügung stehen.
    Freundliche Grüsse
    Brunon Wenzinger

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    1. MeteoSchweiz, 02.12.2019, 11:46

      Sehr geehrter Herr Wenzinger, herzlichen Dank für Ihr Angebot. In der Tat ist es so, dass wir nur 2 km südlich von Schneisingen entfernt die automatische Messstation Ehrendingen OED betreiben. Insofern haben wir aktuell keinen Bedarf an zusätzlichen Messdaten in dieser Region. Freundliche Grüsse MeteoSchweiz.

  9. 'ne kölsche Jung', 01.12.2019, 10:17

    Liebe MCH-ler,
    ein tolles und sehr eindrucksvolles Video habt Ihr da gemacht (mehr davon!)! Chapeau!
    Leider werden die letzten beiden Standorte nicht angezeigt (Gipfellagen) - wo ist das?
    Ich wünsche Euch einen fröhlichen ersten Advent aus dem Rheinland

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    1. MeteoSchweiz, 02.12.2019, 11:45

      Sehr geehrter Herr, das zweitletzte ist das Schneemessfeld Weisslufjoch WFJ. Am Schluss ist der Radar Plaine Morte zu sehen. Herzlichen Dank und freundliche Grüsse MeteoSchweiz.