Wetter und Klima: Ist das nicht das Gleiche?

20. April 2020, 4 Kommentare
Themen: Service

Vier Jahreszeiten gibt es. Im Sommer scheint die Sonne, im Winter schneit es. So weit so gut. Immer wieder erhalten wir bei MeteoSchweiz Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, wo die genauen Unterschiede zwischen Wetter und Klima denn nun überhaupt liegen.

Quelle: unsplash.com/ Chris Lawton
Quelle: unsplash.com/ Chris Lawton
Vergrösserte Ansicht: Der Zustand der Atmosphäre auf einem Foto, auch das wäre eine mögliche Definition von Wetter. Egal ob es sich dabei um Starkschneefall oder Sonnenschein über dem Hochnebel handelt. Quelle: Daniel Gerstgrasser
Der Zustand der Atmosphäre auf einem Foto, auch das wäre eine mögliche Definition von Wetter. Egal ob es sich dabei um Starkschneefall oder Sonnenschein über dem Hochnebel handelt. Quelle: Daniel Gerstgrasser

Was ist Wetter?

Die nüchterne Definition von Wetter lautet: «Wetter ist der aktuelle Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort». Viel einfacher und verständlicher könnte man es aber auch so formulieren: «Wetter ist das, was der Mensch gerade spürt und sieht, wenn er sich draussen in der Natur befindet».

Die einzelnen Wetterelemente, wie zum Beispiel Sonne, Wolken, Regen, Wind oder Gewitter und so weiter bilden also den aktuellen Zustand der Atmosphäre und damit das Wetter ab. Diesen Zustand kann man messen. MeteoSchweiz macht dies mit einer Vielzahl von verschiedenen Messgeräten und Messverfahren, sei es am Boden oder in der Atmosphäre.

Was sind Wetterprognosen?

Die erhobenen Daten zum aktuellen Wetter bilden die Grundlage, um den weiteren Verlauf des Wettergeschehens vorhersagen zu können. Dafür betreibt MeteoSchweiz verschiedene Prognosemodelle. Diese berechnen mit Hilfe von komplexen physikalischen Gleichungen den Zustand der Atmosphäre - also das Wetter - für die Zukunft.

Vergrösserte Ansicht: Beispiel einer Berechnung des Prognosemodells COSMO-1 von MeteoSchweiz: Vorhersage der Wind- und Temperaturverhältnisse auf einer Höhe von 2000 Metern. Quelle: MeteoSchweiz
Beispiel einer Berechnung des Prognosemodells COSMO-1 von MeteoSchweiz: Vorhersage der Wind- und Temperaturverhältnisse auf einer Höhe von 2000 Metern. Quelle: MeteoSchweiz

Ob beruflich oder in der Freizeit, diese Prognosen helfen den Nutzerinnen und Nutzern bei der Planung. Sei es zur Bestimmung der Essensvorräte einer SAC-Hütte oder als Planungsgrundlage für den Flugverkehr. Übrigens erbringen solche Prognosen alleine den Branchen Verkehr und Energie jährlich einen Nutzen von 100 Millionen Schweizer Franken.

Was ist das Klima? Und was hat es mit dem Wetter zu tun?

Der Begriff «Klima» bedeutet grundsätzlich nichts Anderes als alle Wetterereignisse über eine längere Zeit zusammengenommen. Zur Beschreibung des Klimas werden langjährige Durchschnittswerte verschiedener meteorologischer Messgrössen wie Temperatur, Niederschlag oder Sonnenscheindauer verwendet. Das Klima wird unter anderem global oder aber auch national beschrieben.

Die Berechnung der Durchschnittswerte erfolgt weltweit über den gleichen Zeitraum von 30 Jahren. Damit können wir das Klima verschiedener Regionen miteinander vergleichen. Die Dauer von 30 Jahren für eine Klimanormperiode wurde 1935 von der Weltorganisation für Meteorologie definiert.

Mit der Klima-Norm zur Klimaänderung

In den letzten Jahrzehnten lag die Temperatur immer häufiger über der Norm. Dazu gibt es eine spannende Darstellung der Schweizer Jahrestemperatur als Abweichung zur Norm 1961−1990. Sie zeigt eindrücklich, wie die Temperatur seit Ende der 1980-er Jahre kräftig angestiegen ist.

Vergrösserte Ansicht: Schweizer Temperaturentwicklung zwischen 1864 – 2019 mit Abweichung vom Mittel der Klimanormperiode von 1961 - 1990.
Schweizer Temperaturentwicklung zwischen 1864 – 2019 mit Abweichung vom Mittel der Klimanormperiode von 1961 - 1990.

Das Klima der Zukunft

Basierend auf den heutigen Klima-Normwerten können Szenarien für die Klimaänderung in den nächsten Jahrzehnten berechnet werden. So hat MeteoSchweiz zusammen mit anderen namhaften Instituten die CH2018-Klimaszenarien erstellt. Diese zeigen die möglichen zukünftigen Entwicklungen basierend auf verschiedenen, global getroffenen Annahmen zum Treibhausgasausstoss. In diesem Sinn unterscheiden sich Klima-Szenarien grundsätzlich von Wetterprognosen.

MeteoSchweiz ist offen für einen respektvollen Onlinedialog und freut sich über Ihre Kommentare und Fragen. Kontaktformular

Kommentare (4)

  1. Andy, 10.05.2020, 09:12

    Es gab mal einen Film - Denn Sie wissen nicht was sie tun -

    Meteo Swiss weiss nicht mehr was sie sagen.

    Mal so, mal so, schwankt ständig und hat mit professioneller Wetter Vorhersage nichts mehr zu tun.

    Mit ganz freundlichen Grüssen von Andy Burian aus Langenbruck Basel-Landschaft

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  2. Klaus, 23.04.2020, 11:37

    Habt ihr Messstationen welche früher auf dem Land gestanden sind und jetzt mitten in der Stadt stehen? Falls ja, könnte das unteranderem ein Grund dafür sein das die Temperatur zunimmt. In einer Stadt ist es bekanntlich wärmer als auf dem Land (merkt man wenn man mit dem Roller in eine Stadt fährt).

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    1. Daniel, 25.04.2020, 14:39

      Dieser Effekt wird m.W. im Rahmen einer Homogenisierung von Stationsdaten berücksichtigt (war im diesem Blog auch schon ein Thema). Meiner Meinung nach geht es nicht, den Fachleuten zu unterstellen, sie könnten eine derart offensichtliche Beobachtung nicht berücksichtigen. Zumal Städtische Wärmeinseln seit Jahrzehnten ein Forschungsthema sind.

    2. MeteoSchweiz, 28.04.2020, 09:00

      Guten Tag Klaus

      Im Klimamessnetz der MeteoSchweiz gibt es einige stadtnahe Messstandorte. Direkt in einem Stadtzentrum wird nicht gemessen, da dies den internationalen Vorgaben einer mehr oder weniger natürlichen Umgebung nicht entspricht. Daneben sind selbstverständlich viele Messstandorte in ländlicher Umgebung vorhanden. Vergleicht die Messreihen von stadtnahen und von ländlichen Messstandorten, ergibt sich dieselbe langfristige Temperaturzunahme.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz