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Viel Sonnenschein und sommerlich warm

30. Juni 2020, 4 Kommentare
Themen: Wetter

Neben viel Sonnenschein gab es heute am Himmel auch ein paar Wolkenfelder zu bestaunen. Wo und weshalb diese Wolkenfelder über der Schweiz zu finden waren, lesen Sie im heutigen Blog.

Aussicht vom Muot da l’Hom oberhalb von Ftan ins Val S-charl mit Piz Lischana, Piz San Jon Dadaint, Piz Madlain, Piz Starlex, Ortler im Hintergrund halb in den Wolken, Piz Pisoc und Piz dals Vadès v.l.n.r. Foto: U. Graf
Aussicht vom Muot da l’Hom oberhalb von Ftan ins Val S-charl mit Piz Lischana, Piz San Jon Dadaint, Piz Madlain, Piz Starlex, Ortler im Hintergrund halb in den Wolken, Piz Pisoc und Piz dals Vadès v.l.n.r. Foto: U. Graf

Wetterlage

Hinter der gestrigen Kaltfront gelangte die Schweiz in der Höhe in eine gestreckte Westlage. Dabei wurde aus Westen vorübergehend etwas trockenere Luft zum Alpenraum geführt. Im Bodendruckfeld dehnte sich vom Atlantik ein Zwischenhoch zur Schweiz aus und sorgte für stabiles und trockenes Wetter.

Vergrösserte Ansicht: Bodenanalyse mit Fronten um 6 UTC. Das Zwischenhoch sorgte für eine Abtrocknung der Luftmasse.
Bodenanalyse mit Fronten um 6 UTC. Das Zwischenhoch sorgte für eine Abtrocknung der Luftmasse.
Deutscher Wetterdienst

Im Osten anfangs noch Restbewölkung

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Gestern Abend und in der Nacht auf heute wurde auch die Bewölkung am Alpennordhang aus Westen zunehmend abgetrocknet. In der im Flachland weitgehend klaren Nacht sanken die Temperaturen bis am Morgen auf angenehme 10 bis 12 Grad, in der Nähe von grösseren Seen wurden 12 bis 15 Grad gemessen. Ebenfalls etwas höhere Tiefsttemperaturen wurden in Nord- und Mittelbünden verzeichnet. Die Stationen im Churer- und gebietsweise im St. Galler Rheintal sowie in Liechtenstein meldeten beispielsweise Tiefstwerte um 14 Grad. Der Grund für die etwas milderen Tiefstwerte war die Bewölkung, die sich in diesen Regionen bis in die Morgenstunden hielt. Erst im Laufe des Vormittags löste sich diese ebenfalls weitgehend auf.

Im Süden am Morgen schwache Konvektion

In den Morgenstunden zog ein Kurzwellentrog über Norditalien. Durch die Hebung bildeten sich südlich der Schweizer Landesgrenze ein paar schwache Schauer. In der Schweiz blieb es trocken, es bildete sich im Südtessin lediglich dichtere Quellbewölkung, die sich im Laufe des Vormittags langsam auflockerte. Dadurch war die Sonnenscheindauer im Südtessin am frühen Morgen etwas eingeschränkt. In der Folge war es ebenfalls meist sonnig mit ein paar Quellwolken.

Vergrösserte Ansicht: Dichte Quellbewölkung über Lugano heute Morgen um 6:30 Uhr MESZ.
Dichte Quellbewölkung über Lugano heute Morgen um 6:30 Uhr MESZ.
https://sansalvatore.roundshot.com/

Im Norden und Nordwesten vorüberziehende Altocumulus-Felder

In den mittleren und höheren Luftschichten zog heute eingelagert in die westliche Höhenströmung eine angefeuchtete Zone über die Vogesen zum Schwarzwald. Dabei wurde die Nordwestschweiz und der Nordrand der Schweiz randlich gestreift. Die angefeuchtete Zone führte besonders in der Nordwestschweiz zu teils dichterer Altocumulus-Bewölkung. Weiter Richtung Osten waren die Altocumulus-Felder nicht mehr ganz so dicht und erlaubten dadurch die Sicht auf die höher gelegenen Cirren-Felder, die ebenfalls den blauen Himmel zierten.

Vergrösserte Ansicht: Die teils dichtere Altocumulus-Bewölkung schränkte beispielsweise in Delémont die Sonnenscheindauer um 11 Uhr MESZ kurzzeitig ein.
Die teils dichtere Altocumulus-Bewölkung schränkte beispielsweise in Delémont die Sonnenscheindauer um 11 Uhr MESZ kurzzeitig ein.
https://juratourisme.roundshot.com/delemont/

Im Tagesverlauf einige Quellwolken

Neben den oben erwähnten Wolkenfeldern bildeten sich im Laufe des Tages ein paar Quellwolken. Diese waren über den Bergen, besonders gegen Osten und Süden hin, etwas grösser. Da die Luft im Flachland bereits gestern und in der Nacht auf heute abgetrocknet wurde, konnten sich hier nur wenige flache Quellwölkchen bilden. In den Bergen dagegen war noch mehr Restfeuchtigkeit vorhanden, im Osten wandelte sich die Restbewölkung teils gleich in Quellbewölkung um.

Sommerlich warm

Während im Mittelland im Tagesverlauf teils mässiger Westwind aufkam, wehten in den Alpentälern beidseits der Alpen mässige Talwinde mit Böenspitzen zwischen 30 und 50 km/h.  

Mit viel Sonnenschein gab es sowohl im Norden wie auch im Süden einen weiteren Sommertag. Auf der Alpennordseite wurden Tageshöchstwerte von 25 bis 28 Grad gemessen. Am wärmsten wurde es bis Redaktionsschluss um 17 Uhr mit 28.1 Grad in Genf. Südlich der Alpen erreichten die Höchstwerte um 29 Grad. In Biasca wurde mit 30.0 Grad sogar ein Hitzetag registriert.

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Kommentare (4)

  1. Rolf Bächtold, 01.07.2020, 10:13

    Guten Tag
    Die dünne schwarze Linie im Emagramm ist offenber die Temperatur des thermomètre mouillé , 1. könne Sie mir sagen,wo ich eine Beschreibung davon finde, 2. warum wird sie im Emagramm eingezeichnet,wozu braucht sie der Meterologe ?

    Freundliche Grüsse:Rolf Bächtold

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    1. MeteoSchweiz, 01.07.2020, 11:41

      Guten Tag Herr Bächtold. Unter https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/suche.subpage.html/de/data/blogs/2017/3/schoen-verziert.html?query=Feuchttemperatur&pageIndex=0&tab=search_tab finden Sie im Abschnitt "Verdunstung oder Schmelzen" eine Beschreibung der Feuchttemperatur.
      Für uns Meteorologen ist die Feuchttemperatur v.a. im Winterhalbjahr zur Bestimmung der Schneefallgrenze von Interesse: In jenen Höhenbereichen, in welchen die Feuchttemperatur grösser als 1.3 Grad ist, fällt der Niederschlag meist in flüssiger Form, sprich als Regen.
      Viele Grüsse MeteoSchweiz

  2. Malte, 30.06.2020, 18:21

    Vielen Dank, ihre Artikel machen immer wieder viel Spaß zu lesen.

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  3. Emma Haltner, 30.06.2020, 18:18

    Ich muss sagen der Juni 2020,hat mir mit wenigen Ausnahmen,sehr gut gefallen.Schöne Wolkenbilder,erholsamer Schlaf,ich hoffe der Sommer geht weiter so.Dem Meteo-Team ,vielen Dank,für die wunderbaren Fotos,Emma

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