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Kaltlufteinbruch

13. Oktober 2021, 1 Kommentar
Themen: Wetter

Eine Kaltfront aus Norden brachte in den Bergen in der Nacht etwas Neuschnee. Tagsüber erfolgte eine Wetterberuhigung. Neben den Details zum Tageswetter schauen wir heute auch an, wann normalerweise im Flachland der erste Schnee fällt.

Winterliches Erwachen auf dem Säntis, der Wetterbeobachter hat 18 cm Neuschnee gemessen. Quelle: https://saentis.roundshot.com
Winterliches Erwachen auf dem Säntis, der Wetterbeobachter hat 18 cm Neuschnee gemessen. Quelle: https://saentis.roundshot.com

Wetterlage

Vergrösserte Ansicht: Bodenanalyse mit Fronten von heute Morgen um 6 UTC. Die blauen Pfeile zeigen schematisch den Weg der Kaltluft zum Alpenraum.
Bodenanalyse mit Fronten von heute Morgen um 6 UTC. Die blauen Pfeile zeigen schematisch den Weg der Kaltluft zum Alpenraum.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, DWD

In der Nacht auf heute ist aus Norden feuchte Kaltluft eingeflossen. Im Laufe des Tages wurde am Boden von Westen her bereits wieder Hochdruckeinfluss wetterwirksam. Mit einem Nordüberdruck von etwa 9 Hektopascal staute sich die Feuchtigkeit allerding den Voralpen und Alpen entlang.

Niederschlagsmengen, Schneefallgrenze und Schneemessungen

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Am zentralen und östlichen Alpennordhang wurden 10 bis 20, lokal knapp 30 mm Niederschlag gemessen. Die Schneefallgrenze ist in der Nacht auf 1100 bis 1400 Meter gesunken. Entsprechend ergaben die morgendlichen Schneemessungen 1 bis 15 cm, lokal knapp 20 cm Neuschnee.

Abtrocknung im Tagesverlauf

Die eingeflossene feuchte Kaltluft war tagsüber nicht mehr sehr hochreichend. Bereits am Vormittag trocknete es oberhalb von 2500 bis 3000 Metern ab. Trotzdem sind am Alpennordhang noch einzelne Schauer entstanden.

Vergrösserte Ansicht: Auf dem Säntis setzte sich die Sonne bereits am Vormittag zumindest zeitweise durch. Im Tagesverlauf wurde der Gipfel aber wiederholt von Quellwolken eingehüllt. Die Temperaturen erreichten maximal -6 Grad.
Auf dem Säntis setzte sich die Sonne bereits am Vormittag zumindest zeitweise durch. Im Tagesverlauf wurde der Gipfel aber wiederholt von Quellwolken eingehüllt. Die Temperaturen erreichten maximal -6 Grad.
Quelle: https://saentis.roundshot.com

Auch im Flachland erfolgte bereits am Vormittag eine gewisse Abtrocknung. Tagsüber stellte sich ein freundlicher Wettercharakter mit einigen Quellwolken ein. Am zentralen und östlichen Alpennordhang sowie teils auch in Nord- und Mittelbünden erfolgte die Abtrocknung staubedingt nur sehr zögerlich.

Vergrösserte Ansicht: An unserer Wetterstation in Leibstadt erfolgten heute Wartungsarbeiten. Links im Bild ein Gerät zur Messung der Wolkenhöhe (Ceilometer), rechts eines zur Messung der Sichtweite.
An unserer Wetterstation in Leibstadt erfolgten heute Wartungsarbeiten. Links im Bild ein Gerät zur Messung der Wolkenhöhe (Ceilometer), rechts eines zur Messung der Sichtweite.
Foto: M. Kopp

Die Temperaturen erreichten in der Deutschschweiz maximal 12 Grad. Oberhalb von etwa 1600 Metern verharrte das Thermometer auf der Alpennordseite ganztags im frostigen Bereich.

Viel Sonne im Süden

Vergrösserte Ansicht: Die Sonnenstube wurde heute ihrem Namen gerecht - MeteoSchweiz Wetterkamera Montagnola oberhalb Lugano von 9 UTC.
Die Sonnenstube wurde heute ihrem Namen gerecht - MeteoSchweiz Wetterkamera Montagnola oberhalb Lugano von 9 UTC.

Wie meist bei nördlicher Anströmung zeigte sich die Alpensüdseite wetterbegünstigt. Lediglich gegen den Alpenhauptkamm hin waren ein paar Wolken zu sehen, ansonsten herrschten meist wolkenlose Verhältnisse.

Der Nordwind setzte sich im Tagesverlauf bis ins Südtessin durch. Er war aber mit Böenspitzen von 30 bis 50 km/h nicht allzu stark, sorgte aber für Temperaturen bis 20 Grad.

Zum Schluss aber noch einmal zurück zum Schnee. Manch einer kann es ja kaum erwarten, bis die Flocken auch im Flachland vom Himmel tanzen.

Und wann schneit es im Flachland?

Diese Frage können wir im Moment nicht beantworten. In den kommenden 10 bis 15 Tagen wird das mit Blick auf die Grosswetterlage aber sehr wahrscheinlich nicht der Fall sein... Wir können jedoch anhand der klimatologischen Aufzeichnungen schauen, zu welchem Termin es im langjährigen Mittel im Flachland zum ersten Mal schneit.

Vergrösserte Ansicht: Datum des ersten messbaren Neuschnees seit 1931 an der Station Zürich/Fluntern.
Datum des ersten messbaren Neuschnees seit 1931 an der Station Zürich/Fluntern.

Im langjährigen Mittel ist dies erst Ende November oder Anfang Dezember der Fall. Die frühesten Termine mit Neuschnee stammen an den meisten Stationen von Ende Oktober. In Zürich ist jedoch im Jahr 1936 bereits am 7. Oktober erstmals Schnee gefallen.

Manchmal lässt der erste Wintereinbruch bis ins Flachland aber auch sehr lange auf sich warten. An den meisten Flachlandstationen gab es Jahre, an denen erst im Februar oder gar März des Folgejahres der erste Neuschnee gemessen wurde.

Weitere Informationen und Grafiken zu diesem Thema finden Sie auf unserer Webseite.

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Kommentare (1)

  1. Philipp, 14.10.2021, 14:25

    Danke für die schöne Prognose, gah ez go sachä machä!

    Schööööööneee

    Antworten

    Antworten auf Philipp

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