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MeteoSchweiz unterstützt weltweiten Schutz vor Naturgefahren

13. Oktober 2021

Mit dem Weather4UN-Projekt leistet MeteoSchweiz einen Beitrag an den Aufbau eines Koordinationsmechanismus der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Dieser zielt darauf ab, den Zugang zu Wetterinformationen im Falle von Naturkatastrophen für humanitäre Zwecke zu verbessern. Zum Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge möchten wir Ihnen dieses Projekt in diesem Blogbeitrag näher bringen.

Das Weather4UN-Projekt wird durch unser Regionalzentrum in Genf umgesetzt, welches ihre Büros im 5. Stock  des WMO-Hauptgebäudes hat. Foto: Mikhaël Schwander
Das Weather4UN-Projekt wird durch unser Regionalzentrum in Genf umgesetzt, welches ihre Büros im 5. Stock des WMO-Hauptgebäudes hat. Foto: Mikhaël Schwander

Der weltweite Bedarf an humanitärer Hilfe war noch nie so hoch wie heute. Im Jahr 2021 werden weltweit rund 238 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen sein (40% mehr als im Vorjahr). 83 % der Naturkatastrophen, die zu humanitären Krisen führen, werden durch extreme Wettereignisse verursacht. In den letzten 10 Jahren waren weltweit 1.7 Milliarden Menschen von solchen Ereignissen betroffen, mehr als 400’000 Menschen verloren dabei ihr Leben (IFRC World Desaster Report 2020). Für humanitäre Organisationen ist es deshalb entscheidend, in allen Phasen einer Katastrophe optimalen Zugang zu meteorologischen Informationen zu haben, um Einsätze in den betroffenen Gebieten zu planen und durchzuführen. Darüber hinaus bemühen sich die humanitären Organisationen zunehmend darum, die Folgen von Extremereignissen zu antizipieren und nicht erst auf deren Auswirkungen zu reagieren.

Um vorbeugende Massnahmen mit zuverlässigen meteorologischen und klimatologischen Daten und Informationen zu unterstützen, hat die WMO 2019 beschlossen einen Koordinationsmechanismus (WMO Coordination Mechanism – WCM) aufzubauen. Letztendlich wird das Weather4UN-Projekt zur Entwicklung des Umsetzungsplans für den WCM beitragen. Der Plan wird in mehreren WMO-Arbeitsgruppen (z. B. den WCM-Expertenteams und der Gruppe Standing Committee on Disaster Risk Reduction and Public Services) diskutiert und am WMO-Kongress im Jahr 2023 vorgestellt.

Der Bundesrat beschloss im Jahr 2020 durch das Projekt Weather4UN (2021-2023), unter Federführung vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, zur Entwicklung dieses Koordinationsmechanismus beizutragen. Wir werden dabei unterstützt von der Humanitären Hilfe  der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Das Projekt Weather4UN wird zwei Schwerpunkte setzen:

1. Verbesserung des Zugangs zu Informationen

Ein erster Projektteil entwickelt einen Prozess, über welchen vorhandene Informationen von den nationalen Wetterdiensten und WMO-Zentren zu meteorologischen Extremereignissen gesammelt und analysiert werden. Die humanitären Organisationen werden über Ereignisse, welche für sie von Bedeutung sind, informiert und fachlich beraten. Dieser Teil des Projekts wird in enger Zusammenarbeit mit dem WMO-Sekretariat in Genf entwickelt.

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 1: Symbolbild. Foto: Pixabay - Pexel
Abbildung 1: Symbolbild. Foto: Pixabay - Pexel

2. Abschätzung der Auswirkungen bevorstehender Extremereignisse

Ein zweiter Projektteil konzentriert sich auf die Entwicklung eines Tools zur Abschätzung von erwarteten Auswirkungen bevorstehender Wetterereignisse. Diese Risikoabschätzung basiert auf der Verbindung eines probabilistischen Risikoberechnungsmodells (CLIMADA) mit den probabilistischen Prognosemodellen der nationalen Wetterdienste und WMO-Zentren. Die Informationen helfen Vor-Ort-Einsätze zu planen und frühzeitig gezielte Massnahmen zum Schutz der betroffenen Bevölkerung einzuleiten. Dieser Teil des Projekts wird in enger Zusammenarbeit mit Prof. David Bresch (Weather and Climate Risks, ETH Zurich und MeteoSchweiz) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften entwickelt.

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 2: Symbolbild. Foto:  IFRC
Abbildung 2: Symbolbild. Foto: IFRC
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