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Neue Grundlagen für einen besseren Schutz vor Hochwasser entlang der Aare

22. Februar 2021, 1 Kommentar

Historische Hochwasser mit grossen Abflussmengen und überfluteten Seeufern kennen wir von aussergewöhnlichen Ereignissen wie z.B. den Jahren 2005 oder 2007. Im Projekt EXAR (Extremhochwasser an der Aare) wurden einheitliche Grundlagen für die Beurteilung der standortspezifischen Gefährdung durch Extremhochwasser entlang der Aare erarbeitet.

Die hochwasserführende Aare im August 2005 am Zusammenfluss mit Reuss und Limmat im Wasserschloss bei Brugg (AG). Copyright: Schweizer Luftwaffe
Die hochwasserführende Aare im August 2005 am Zusammenfluss mit Reuss und Limmat im Wasserschloss bei Brugg (AG). Copyright: Schweizer Luftwaffe

Das Projekt in Auftrag gegeben hat der Bund unter der Leitung der Bundesämter für Umwelt (BAFU), Energie (BFE), Bevölkerungsschutz (BABS), sowie dem Eidgenössischen Nuklearinspektorat (ENSI) und MeteoSchweiz. Die Eidg. Forschungsanstalt WSL hat das Projekt geleitet und in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partner einheitliche Grundlagen erarbeitet. Die Resultate aus EXAR dienen als Basis für Sicherheitsbeurteilungen von Bauten, Anlagen und Infrastrukturen, welche für die Sicherheit der Bevölkerung und für den Wirtschaftsstandort Schweiz von grosser Bedeutung sind. Die kritischen Bauwerke im Einzugsgebiet der Aare umfassen unter anderem 19 Stauanlagen und die Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen sowie Beznau I und II.

Am 22. Februar 2021 wurden die Projektresultate präsentiert. Sie zeigen unter anderem, dass bei äusserst seltenen Niederschlagsereignissen vor der Aaremündung in den Rhein Spitzenabflüsse von mehr als 7000 m3/s möglich sind. Das entspricht dem zwölffachen des mittleren Abflusses. Zur Veranschaulichung: diese Abflussmengen entsprechen ungefähr dem mittleren Abfluss der beiden grössten Flüsse in Europa, der Wolga und der Donau. Dabei würde das Wasser der Aare nicht über den regulierten Bielersee abfliessen, sondern den Weg des alten Flussbetts der Aare nehmen.

Der Beitrag von MeteoSchweiz

Die Auslöser für solch aussergewöhnliche Hochwasserereignisse sind Niederschläge, welche in relativ kurzer Zeit mehr Wasser liefern als Flüsse, Seen und Böden aufnehmen können. Geographische Gegebenheiten, aber auch Verbauungen, Kanäle, Brücken, etc. können die Auswirkungen von Hochwassern zusätzlich stark beeinflussen.

Als Teil der Auftraggeber war MeteoSchweiz nicht direkt in die fachlichen Arbeiten des Projekts involviert. Aber: Für grossflächige Hochwasserereignisse sind über mehrere Tage anhaltende starke Niederschläge verantwortlich. MeteoSchweiz stellt das Monitoring solcher Ereignisse sicher und erarbeitet Grundlagen, damit diese Ereignisse räumlich und auch zeitlich eingeordnet werden können. Der Einbezug des Klimawandels wird dabei immer wichtiger. Das ermöglicht Betroffenen, sich für zukünftige Ereignisse besser anzupassen. Vor allem Fachleute können mit den durch MeteoSchweiz regelmässig neu berechneten Wiederkehrperioden von Niederschlägen nötige Entscheide für Anpassungen treffen.

Weiterführende Informationen

BAFU Unterlagen für die Medien: 

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Kommentare (1)

  1. Emma, 22.02.2021, 14:25

    Sehr eindrückliche Foto, von den Wassermengen bei Brugg. Bei uns im Säuliamt, wurde vor Jahren, ein Hochwasser-Rückhaltebecken gebaut.Seitdem haben wir Ruhe, auch wenn der Jonenbach, noch so viel Wasser bringt. Vielen Dank für die Info, Emma

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