Inhaltsbereich

Weltweit gemittelt sehr milder Januar 2021

10. Februar 2021, 9 Kommentare
Themen: Klima

Im globalen Mittel war es mit 0,24 °C über der Norm 1991-2020 der sechstwärmste Januar im Copernicus Datensatz ab 1979, gemeinsam mit dem Januar 2018. In Teilen Nordamerikas, Grönlands und über dem Arktischen Ozean lag die Januartemperatur weit über der Norm, während sie in Sibirien deutlich unter der Norm blieb. Gemittelt über Europa bewegte sich die Januartemperatur in Bereich der Norm 1991-2020. Im Westen und Norden Europas, insbesondere in Südnorwegen und Mittelschweden, lag der Januar unter, im Südosten über der Norm 1991-2020.

Räumliche Verteilung der weltweiten Januartemperatur 2021 als Abweichung zur Norm 1991‒2020.  Quelle: Copernicus.
Räumliche Verteilung der weltweiten Januartemperatur 2021 als Abweichung zur Norm 1991‒2020. Quelle: Copernicus.

Kühler Januar in Sibirien

Die grössten Abweichungen zur Norm 1991-2020 gab es in den hohen nördlichen Breiten. In weiten Teilen Sibiriens blieb der Januar deutlich unter der Norm. In Alaska, Kanada und Grönland, in der Barents- und Karasee und im nördlichen Arktischen Ozean war es hingegen verbreitet deutlich milder als die Norm.

Weitere Regionen mit weit überdurchschnittlicher Temperatur waren Nordafrika, der Nahe Osten und das Tibetische Plateau. Andere Landgebiete zeigen eine Mischung aus über- und unterdurchschnittlichen Bedingungen. Unterdurchschnittliche Januarwerte gab es insbesondere im südlichen Afrika, im südlichen Australien und in Teilen der Antarktis.

Kühle La-Niña im Pazifik

Die Lufttemperatur blieb über einem Grossteil des Nordpazifiks und über dem Atlantik östlich von Kanada relativ hoch. Ebenso war die Lufttemperatur über den Meeresgebieten östlich von Argentinien, über dem Indischen Ozean und über dem zentralen Südpazifik überdurchschnittlich hoch. Demgegenüber zeigte vor allem ein grosses Gebiet über dem tropischen Ost- und Zentralpazifik relativ kühle La-Niña Bedingungen.

Kühler Januar in West- und Nordeuropa

Die Januartemperatur 2021 blieb in Westeuropa und im grössten Teil Nordeuropas deutlich unter der Norm 1991-2020. Besonders betroffen waren Südnorwegen, Mittelschweden und der äusserste Nordwesten Russlands. Norwegen erlebte seinen kältesten Januar seit 2010, mit einer Temperatur von 3,3 °C unter der Norm 1991-2020. Ein Messstandort verzeichnete sogar mehr als 10 °C unter der Norm.

Im Gegensatz dazu war es über dem Osten und Südosten des Kontinents milder als die Norm 1991-2020. Die ersten zehn Tage des Monats sollen die mildesten in der 160-jährigen Messreihe von Athen gewesen sein.

Vergrösserte Ansicht: Abb. 1: 
Räumliche Verteilung der Januartemperatur 2021 in Europa als Abweichung zur Norm 1991‒2020. Quelle: Copernicus
Abb. 1: Räumliche Verteilung der Januartemperatur 2021 in Europa als Abweichung zur Norm 1991‒2020. Quelle: Copernicus

Die Copernicus Mitteilung zum Januar 2021 ist in englischer Sprache verfügbar.

Neue Norm 1991−2020

Seit Januar 2021 verwendet der europäische Copernicus-Dienst die Norm 1991−2020. Die Änderung der Normperiode wirkt sich nicht auf Trendberechnungen oder absolute Ranglisten aus. Der bisher wärmste Januar bleibt der Januar 2020.

Mit der Änderung der Normperiode ändern sich hingegen die Angaben zur Normabweichung. So lag der Januar 2021 weltweit gemittelt 0,24 °C über der Norm 1991−2020 oder eben 0,43 °C über der Norm 1981−2010. Aus diesem Unterschied lässt sich auf die Klimaänderung der letzten 10 Jahre schliessen.

In den letzten zehn Jahren hat sich der Planet um 0,19 °C erwärmt. Aber es gibt erhebliche regionale Unterschiede. Im Januar zum Beispiel war die Erwärmung mit über 0,5 °C vor allem über den arktischen Regionen, Skandinavien und dem zentralen Teil Europas ausgeprägt, wie die nachfolgende Abbildung zeigt.

Vergrösserte Ansicht: Unterschied der Januar-Temperaturabweichung 2021 zwischen den Referenzperioden 1981−2010 und 1991−2020.
Abb. 2: Unterschied der Januar-Temperaturabweichung 2021 zwischen den Referenzperioden 1981−2010 und 1991−2020.

Mehr dazu bei Copernicus.

MeteoSchweiz wird die Norm 1991−2020 am 1.1.2022 einführen. Im Laufe des Jahres 2021 findet die Aufarbeitung aller Messreihen statt, welche zur Berechnung von Normwerten verwendet werden. Dabei wird sichergestellt, dass die Messungen über den gesamten Zeitraum und mit den heutigen Messbedingungen vergleichbar sind (Homogenisierung).

In der Schweiz regional schneereicher Januar

In einigen Regionen der Schweiz zeigte sich der Januar wieder einmal so richtig winterlich. Häufiger Schneefall sorgte auch in tiefen Lagen für viele Tage mit Schneedecke. In der Ostschweiz gab es einen der kräftigsten Neuschneefälle seit Messbeginn, lokal mit Rekordmengen. Einige sehr kalte Nächte rundeten das Bild eines klassischen Wintermonats ab. An vielen Messstandorten war es der niederschlagsreichste Januarmonat seit mindestens 60 Jahren.

Die Januartemperatur blieb in den Berglagen oberhalb von 1000 m im Mittel rund 2 °C unter der Norm 1981−2010. In den tiefen Lagen nördlich der Alpen gab es lokal deutlich überdurchschnittliche Januarwerte. Auf der Alpensüdseite meldete Lugano 0,2 °C über der Norm, Locarno-Monti hingegen 0,6 °C unter der Norm. Im landesweiten Mittel ergab sich eine Januar­temperatur von 1,0 °C unter der Norm 1981−2010.

Vergrösserte Ansicht: Abb. 2: 
Räumliche Verteilung der Januarniederschläge 2021 in der Schweiz in Prozent zur Norm 1981‒2010. Quelle: MeteoSchweiz
Abb. 3: Räumliche Verteilung der Januarniederschläge 2021 in der Schweiz in Prozent zur Norm 1981‒2010. Quelle: MeteoSchweiz

Den umfassenden Überblick zum Januar 2021 in der Schweiz liefert das Bulletin Januar 2021 von MeteoSchweiz. 

MeteoSchweiz ist offen für einen respektvollen Onlinedialog und freut sich über Ihre Kommentare und Fragen. Kontaktformular

Kommentare (9)

  1. Nili Miller, 13.02.2021, 17:22

    Die Klimaerwärmung erscheint mir als neues Schreckgespenst, welches vorwiegend politisch erwünscht und ausgespielt wird, um neue Steuern zu generieren und Ängste zu schüren. Ebenfalls dient diese als Lenkungsinstrument für unsere Regierungen die Menschen zu steuern und zu beeinflussen. CO2-Steuer, E-Mobilität etc. Dies ist verwerflich. Wir sollten das Thema durchaus ernst nehmen, aber nicht instrumentalisieren. Zudem müssten wir deutlich grössere Zeiträume berücksichtigen. Zu guter letzt spielt für das Klima die Sonne die Hauptrolle und nicht der Mensch (Sonnenfleckenaktivität, Sonnenstürme etc.)

    Antworten

    Antworten auf Nili Miller

    * Pflichtfelder

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Jeder Beitrag wird von der Redaktion geprüft, bevor er freigeschaltet wird. Das kann eine gewisse Zeit dauern.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    Ihren Beitrag konnte leider nicht übermittelt werden. Probieren Sie es später erneut.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    1. Rolf Gysling, 15.02.2021, 19:08

      Es ist immer wieder sehr erstaunlich wie sich Leute vor Veränderungen fürchten und diese abstreiten. Würden Sie auch nur mit ein bisschen offenen Augen durch die Welt (oder Schweiz) gehen ist der Klimawandel überall sichtbar. Die Regierung war ja 40 Jahre lang mehr oder weniger inaktiv und erst in den letzten max 10 Jahren hat sich überhaupt etwas in der Richtung getan. Meine Güte die Sonne, ja die haben die Forscher sicher ganz vergessen. Gut, dass Sie sie darauf hinweisen.

    2. Bruno Christen, 16.02.2021, 07:31

      Verwerflich war eher, all die Jahre seit 1995, als die Klimaerwärmung erkannt wurde, nichts zu tun. Das Lebewesen Mensch hat nun mal die Dominanz auf dem Planeten Erde errungen und sollte (muss!) veranwortungsvoll damit umgehen. Das ist wohl die einzige Chance, nicht den eigenen Untergang einzuleiten. Da sind Steuern wie CO2 Abgaben das kleinste Übel.

    3. Michi, 17.02.2021, 09:57

      Nili Miller hat völlig Recht finde ich. Weil wenn man bedenkt, dass Die E-Autos anderweitig die Umwelt zerstören, durch Kupferminen, Kobaltminen, Silizium Verarbeitung in Chile, Betonbauten abgesehen davon des Wasserverbrauch ( Beton macht ca. 50% des gesamten Co Weltweit aus. Der Boss von Tesla Milliarden in Satelliten investiert für noch mehr Weltall Schrott ) usw, all das was es dazu braucht bis ein E-Auto fahrbar tauglich ist.

      Ohne Flora = kein Sauerstoff.

      Warum nicht eFuel, ( Mit organische Lichtzellen wird Strom produziert dem Co aus der Lift zu gewinnen und um damit Benzin & Diesel zu produzieren ). Das ist ein echtes Kreislauf, also 0% zusätzlicher Co...

      Wenn herkömmliche Autos für die Co Katastrophe alleine verantwortlich gemacht werden, befindet man sich ganz stark auf dem Holzweg ( Unsere menschliche Lunge produziert im Jahr ca. 60 Tonnen Co, die einer Kuh, Schwein usw. plus die Fleischproduktion?!).

      Man sollte selber nach den wahren Ursachen suchen und nicht bequem...

    4. Dr. Richard Schwertfeger, 22.02.2021, 23:33

      Richtig, endlich einer, der den Durchblick hat. Danke.

    5. E. Baumann, 23.02.2021, 14:09

      " Zu guter letzt spielt für das Klima die Sonne die Hauptrolle und nicht der Mensch".
      Ach denken Sie die Sonne wurde nicht berücksichtigt?
      Nur so als Denkanstoss: Hätten wir keinen Treibhauseffekt, sprich keine Rückstrahlung der Wärme, hätten wir hier dauerhaft Minustemperaturen. Und das auch mit Sonne

  2. Tom, 12.02.2021, 11:42

    Hallo Team sehe ich das richtig dass rund um den Nordpol PLUS Temperaturen herschen im Januar 2021?

    Antworten

    Antworten auf Tom

    * Pflichtfelder

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Jeder Beitrag wird von der Redaktion geprüft, bevor er freigeschaltet wird. Das kann eine gewisse Zeit dauern.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    Ihren Beitrag konnte leider nicht übermittelt werden. Probieren Sie es später erneut.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    1. MeteoSchweiz, 12.02.2021, 15:57

      Grüezi Tom

      Die durchschnittliche Januartemperatur rund um den Nordpol (Region Nordgrönland, Spitzbergen, Franz-Josef-Land) liegt bei etwa minus 20 bis minus 25 °C. Auch wenn die Temperatur dort im aktuellen Januar 4 bis 6 °C, oder gebietsweise auch 10 °C über dem Durchschnitt (d.h. über der Norm) lag, so ist dies immer noch weit unter 0 °C.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  3. tasos, 11.02.2021, 16:22

    Letztes Jahr war es in der Schweiz sehr mild und in der Mitteland hat es nur wenige cm Schnee gehabt also man kann uns darüber freuen dass 2021 so kalt war. Ich habe trotzdem eine Frage, ich habe gesehen dass noch viel Niederschlag kommt als Schnee aber in den französischen Alpen aufhört liegt das daran dass die Wolken kein Niederschlag mehr haben oder auf etwas anderes?

    Antworten

    Antworten auf tasos

    * Pflichtfelder

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Jeder Beitrag wird von der Redaktion geprüft, bevor er freigeschaltet wird. Das kann eine gewisse Zeit dauern.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    Ihren Beitrag konnte leider nicht übermittelt werden. Probieren Sie es später erneut.

    Besten Dank für Ihr Verständnis