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Zwischenhoch sorgt für sonniges Wetter

3. Mai 2021, 12 Kommentare
Themen: Wetter

Nach dem nassen Wochenende bescherte uns heute das Zwischenhoch «Trudi» einen weitgehend sonnigen Tag. Bei meist schwachwindigen Bedingungen stiegen die Temperaturen am Nachmittag im Norden auf 13 bis 17 Grad und im Süden auf rund 19 Grad. Morgen Dienstag sorgt ein Sturmtief mit dem Namen «Eugen» für aussergewöhnlich windiges Wetter für die Jahreszeit.

Im hinteren Wägital bei der Alp Abern geht es dem Schnee vom Wochenende wieder an den Kragen. Im Hintergrund eine der zahlreichen Quellwolken von heute Montag. Foto: Daniel Gerstgrasser
Im hinteren Wägital bei der Alp Abern geht es dem Schnee vom Wochenende wieder an den Kragen. Im Hintergrund eine der zahlreichen Quellwolken von heute Montag. Foto: Daniel Gerstgrasser

Zwischenhoch «Trudi»

Zum Wochenstart sorgte das Zwischenhoch «Trudi» für eine Abtrocknung der Luftmasse über dem Alpenraum. Das nasse Wochenende hinterliess in den unteren Luftschichten allerdings einiges an Restfeuchtigkeit. Es war deshalb nicht überraschend, dass sich im Laufe der Nacht, als es aus Westen aufklarte, nördlich der Alpen verbreitet Nebel bildete.

Vergrösserte Ansicht: Bodenwetterkarte von Montag, 3. Mai 2021. Das Zwischenhoch «Trudi» sorgte für einen sonnigen Montag. Nordwestlich von Irland steht das Tief «Eugen» in den Startlöchern, welches für einen windigen Dienstag sorgen wird. Quelle: DWD, BWK/FU-Berlin
Bodenwetterkarte von Montag, 3. Mai 2021. Das Zwischenhoch «Trudi» sorgte für einen sonnigen Montag. Nordwestlich von Irland steht das Tief «Eugen» in den Startlöchern, welches für einen windigen Dienstag sorgen wird. Quelle: DWD, BWK/FU-Berlin

Nebliger Morgen im Norden

Bei Sonnenaufgang waren weite Teile des Flachlandes von der Westschweiz bis zum Bodensee mit Nebel bedeckt. Die Nebelobergrenze lag bei rund 550 Metern. Im Laufe des Vormittags löste sich der Nebel relativ rasch auf beziehungsweise wandelte sich in Quellwolken um. Dasselbe geschah mit der am Morgen noch ausgedehnteren Restbewölkung in den östlichen Alpentälern.

Nebelauflösung im Val de Travers im Zeitraffer. Film: Andreas Stutz

Die Tiefsttemperaturen lagen meist im Bereich von -1 bis 4 Grad. In den nebelfreien Gebieten beziehungsweise in der Zeit bis zur Nebelbildung sank die 5 cm Temperatur flächig ins Negative, so dass verbreitet schwacher, lokal sogar mässiger Bodenfrost beobachtet wurde.

Vergrösserte Ansicht:

Mit Quellwolken meist sonnig

Tagsüber präsentierte sich das Wetter von der meist sonnigen Seite. Vielerorts gab es einen Mix aus Sonne und Quellwolken, wobei die Quellwolken kaum für Einschränkungen sorgten.

Vergrösserte Ansicht: Tageshöchsttemperaturen am heutigen Montag bis 16 Uhr Lokalzeit.
Tageshöchsttemperaturen am heutigen Montag bis 16 Uhr Lokalzeit.

In allen Höhenlagen war es meist schwachwindig und die Tageshöchsttemperaturen stiegen am Nachmittag auf 13 bis 17 Grad.

Vergrösserte Ansicht: Alp Abern im hinteren Wägital. Foto: Daniel Gerstgrasser
Alp Abern im hinteren Wägital. Foto: Daniel Gerstgrasser

Im Süden sonnig

Auf der Alpensüdseite hatte der Nordwind die Luftmasse bereits am Sonntag abgetrocknet. Die Sonne schien entsprechend vom Morgen bis am Abend und nur wenige Quellwolken zierten tagsüber den Himmel. Mit Höchstwerten auf rund 19 Grad war es wesentlich wärmer als im Norden.

Vergrösserte Ansicht: In der Leventina, hier oberhalb Tengia, zierten nur wenige Quellwolken den blauen Himmel. Foto: Joël Fisler
In der Leventina, hier oberhalb Tengia, zierten nur wenige Quellwolken den blauen Himmel. Foto: Joël Fisler

Sturmtief «Eugen» sorgt für windigen Dienstag

Morgen Dienstag wird ein Tief mit dem Namen «Eugen» für die Schweiz wetterbestimmend (siehe Bodenwetterkarte weiter oben). Das Tief zieht in den kommenden Stunden über Schottland hinweg und liegt am Dienstagmorgen über der Nordsee. Bis dahin verstärkt sich das Tief kontinuierlich und erreicht einen Kerndruck von rund 983 hPa.

Das Sturmtief sorgt am Dienstag vor allem über der Nordwesthälfte Deutschlands verbreitet für Sturmböen von 70 bis 90 km/h, lokal bis gegen 100 km/h. Die Schweiz ist davon insgesamt deutlich weniger betroffen, nichtsdestotrotz muss auf der Alpennordseite in den Niederungen mit Böen von etwa 50 bis 70 km/h und in erhöhten Lagen oberhalb von etwa 600 Metern mit 70 bis 90 km/h gerechnet werden. Die intensivste Phase wird vom späteren Vormittag bis am späteren Nachmittag erwartet.

Vergrösserte Ansicht: Die erwarteten maximalen Böenspitzen vom Wettermodell COSMO-2E für Dienstag, 4. Mai 2021. Quelle: MeteoSchweiz
Die erwarteten maximalen Böenspitzen vom Wettermodell COSMO-2E für Dienstag, 4. Mai 2021. Quelle: MeteoSchweiz

Die erwarteten Böenspitzen sind verglichen mit den Sturmtiefs im Winterhalbjahr sicherlich nichts Weltbewegendes. Für den Monat Mai ist das Sturmtief «Eugen» jedoch aussergewöhnlich stark. Ein hilfreicher Index, um vor einem bestimmten Wetterereignis eine Einschätzung zu erhalten, wie aussergewöhnlich der Event für die jeweilige Region und Jahreszeit ist, heisst EFI. EFI steht für «Extreme Forecast Index». Banal ausgedrückt, wird beim EFI für einen bestimmten Parameter die Modellvorhersage mit der Modellklimatologie verglichen. Je näher der EFI bei 1 liegt, umso markanter ist das Wetterereignis im Verhältnis zur Modellklimatologie. Für Interessierte gibt es unter weitere Informationen zum EFI.

Vergrösserte Ansicht: Über weiten Teilen von West- und Mitteleuropa erreicht der EFI Werte von 0.8 bis 0.9. Das Sturmtief «Eugen» ist für Mai damit aussergewöhnlich stark. Quelle: ECMWF
Über weiten Teilen von West- und Mitteleuropa erreicht der EFI Werte von 0.8 bis 0.9. Das Sturmtief «Eugen» ist für Mai damit aussergewöhnlich stark. Quelle: ECMWF
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Kommentare (12)

  1. Christine W., 05.05.2021, 17:34

    Vielen Dank für Ihre rasche Antwort 😀

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  2. Christine W., 05.05.2021, 11:29

    Lieber Herr Gerstgrasser
    Zuallererst Kompliment zu Ihren tollen Fotos, und danke für die humorvollen Beiträge.
    Eine nicht ganz meteorologische Frage, zu den Schneeverhältnissen im hinteren Wägital: auf ihrem Bild sieht die Schneehöhe bei der Aberen ziemlich mager aus. Können die Skier hinter der Alp montiert werden, oder sind Schneeschuhe die bessere Wahl? Vielen Dank im Voraus und beste Grüsse

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    1. MeteoSchweiz, 05.05.2021, 13:02

      Guten Tag Christine,
      Besten Dank für Ihr Kompliment! Bis zur Alp Aberen hat es tatsächlich nicht mehr viel Schnee, trotzdem hatte es am Montag sowohl eine Skitouren- als auch eine Schneeschuhspur. Bis zur Alp ist die beste Variante aber sicher zu Fuss. Weiter oben war ich nicht. Ich gehe aber davon aus, dass rasch eine geschlossene Schneedecke liegt und noch schöne Skitouren möglich sind.
      Mit freundlichen Grüssen, Daniel Gerstgrasser

  3. Mike (Basel), 04.05.2021, 12:15

    Welches Modell ist denn für die "Mögliche Entwicklung ab Dienstag, 11. Mai bis Montag, 17. Mai 2021" verantwortlich.

    Überwiegend südwestliche Strömung. Ziemlich sonnig mit einigen Föhnphasen. Temperatur über dem für die Jahreszeit üblichen Mittel.

    Das europäische Modell ECMWF und das amerikanische Modell GFS sehen für diese Zeit wieder deutlich unterdurchschnittliche einstellige Temperaturen. Sogar Schnee bis weit runter ist wieder im Bereich des Möglichen. Trogvorstoss von Westen mit anschliessendem Abtropfvorgang über den Golf von Genua. Sieht eher nach sehr viel Regen und Schnee bei einstelligen Temperaturen aus.

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    1. MeteoSchweiz, 04.05.2021, 13:21

      Guten Tag Mike. Besten Dank für Ihre Frage.
      Die von Ihnen angesprochene Prognose wird von unseren Kollegen in Locarno erstellt. Dabei stützen sie sich auf die diversen «Extended Range Produkte» des ECMWF (Europäisches Zentrum für Mittelfristvorhersagen) in England, die bei uns hausintern täglich aufdatiert und speziell für MeteoSchweiz aufbereitet werden. In Genf bzw. in Zürich wird die Prognose anschliessend noch auf Französisch/Deutsch übersetzt. Detaillierte Nachfragen richten Sie bitte direkt an unsere Kolleginnen und Kollegen in Locarno via https://www.meteosvizzera.admin.ch/home/chi-siamo/contatto.html
      Besten Dank und viele Grüsse MeteoSchweiz

    2. Rahel, 04.05.2021, 16:50

      Vielleicht können wir einfach dankbar sein, dass es jetzt hin und wieder Regen gibt. Wasser ist ja die Grundlage für alles Leben. Für jetzt und die Zukunft mögen wir doch zusammen arbeiten für sauberes Wasser und dass alle Menschen Zugang dazu haben anstatt uns über das Wetter im Mai zu "ereifern"! Und dankbar sein für den Überfluss den uns die Natur schenkt!

  4. Peter Andreas Sager, 03.05.2021, 18:56

    Diese Kälte trotz Sonne ist schon mühsam im Mai. Ich gehe davon aus, dass dieser Mai auch wieder der kälteste Mai seit ev. 50 Jahren wird.

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    1. Silvan, 03.05.2021, 21:53

      Diese Aussage am 03. Mai!!! Und ohne klare Tendenz im Monatsausblick von MeteoSchweiz!
      Naja...😅

    2. Wolfgang, 03.05.2021, 22:27

      Hoffentlich wird der Sommer wenigstens warm. Kurz ist er ja ohnehin...

    3. Arzaco, 03.05.2021, 23:33

      Der kälteste Mai seit ev. 50 Jahren... was für ein Blödsinn!

    4. Adrian, 04.05.2021, 07:21

      Und daran ist Meteo schuld? Anstatt zu jammern geniessen sie doch „Trudi“ noch etwas, bevor „Eugen“ es davonjagt...

    5. Emma, 04.05.2021, 15:42

      MeteoTeam, so tolle Fotos vom Frühlingserwachen, ob mit oder "fast"ohne Schnee. Der Zeitraffer Film ist genial, das sind richtige Aufsteller, besten Dank.