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Daten zu Blitzeinschlägen: jetzt in der App und auf der Webseite verfügbar

9. Juni 2021, 8 Kommentare

Die Sommersaison ist da und es wird immer mehr Gewitter geben. Somit wird es immer leichter sein, einem der spektakulärsten, wenngleich auch gefährlichsten Wetterereignisse beizuwohnen: den Blitzen. Ab sofort können die Blitze der gesamten Schweiz in Echtzeit auf der App und der Webseite von MeteoSchweiz angesehen werden.

Gewitter bei Zug. Foto: Urs Graf
Gewitter bei Zug. Foto: Urs Graf
Urs Graf

Wenn Sie sich im Freien befinden und die Animation der MeteoSchweiz-App immer näher kommende Blitze anzeigt… ist es angebracht, sich Schutz zu suchen, auch wenn Sie noch keinen Donner gehört haben!

Blitzortung

Einen Blitz kann man nicht nur mit blossem Auge sehen, sondern er strahlt ein breites Spektrum an elektromagnetischen Wellen aus. Ein Teil der ausgestrahlten Wellen (die etwa der Niederfrequenz entsprechen) kann sich ungehindert über Hunderte von Kilometern ausbreiten.

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 1: In der App werden die Blitze im Bereich "Animationen" -> "Niederschlag & Blitze" angezeigt. Die Anzeige wird über die Auswahl des runden Knopfes mit dem Blitz-Icon aktiviert und ist im Bild mit dem roten Pfeil gekennzeichnet. Im Bild: Gewitter vom 4. Juni 2021.
Abbildung 1: In der App werden die Blitze im Bereich "Animationen" -> "Niederschlag & Blitze" angezeigt. Die Anzeige wird über die Auswahl des runden Knopfes mit dem Blitz-Icon aktiviert und ist im Bild mit dem roten Pfeil gekennzeichnet. Im Bild: Gewitter vom 4. Juni 2021.
Vergrösserte Ansicht: Abbildung 3: Die Blitzeinschläge werden in einem rechteckigen Bereich angezeigt, der leicht über die Grenzen der Schweiz hinausgeht. Alle in einem Zeitraum von 5 Minuten gemessenen Blitze werden auf dem gleichen Bild angezeigt.
Abbildung 3: Die Blitzeinschläge werden in einem rechteckigen Bereich angezeigt, der leicht über die Grenzen der Schweiz hinausgeht. Alle in einem Zeitraum von 5 Minuten gemessenen Blitze werden auf dem gleichen Bild angezeigt.

Eine der besten Methoden zur Messung der Blitze besteht in der Installation eines Antennennetzes, das Niederfrequenzsignale erfassen kann. MeteoSchweiz verfügt über keine solche Infrastruktur, sondern stützt sich auf das Messnetz des französischen Unternehmens Météorage, das etwa hundert Antennen in ganz Europa verwaltet.

Wie laden sich Wolken elektrisch auf? … Genauso wie beim Reiben eines Luftballons.

Blitze sind elektrische Entladungen und treten auf, wenn sich eine Gewitterwolke mit genügend Elektrostatik auflädt. Der Mechanismus ist grundsätzlich derselbe, den wir alle schon ausprobiert haben, wenn wir zum Beispiel einen Luftballon am Ärmel des Pullovers reiben und beobachten, dass die Oberfläche des Ballons die Haare zu Berge stehen lässt, sobald man den Ballon dem Kopf nähert. Beim Reiben werden elektrische Ladungen vom Pullover auf den Ballon übertragen, wodurch ein elektrostatisches Feld erzeugt wird.

Etwas Ähnliches passiert im Inneren der Gewitterwolke: Die leichteren Eiskristalle werden von aufsteigenden Luftströmungen angehoben, während die grösseren Kristalle aufgrund ihres Gewichts nach unten fallen. In diesem Auf und Ab prallen verschiedene Arten von Eispartikeln und Wassertröpfchen bei Minusgraden aufeinander und tauschen elektrische Ladungen aus, sodass weite Teile im Inneren der Wolke mit statischer Elektrizität aufgeladen werden. Wenn das elektrostatische Feld stark genug wird, können sich die angesammelten Ladungen sozusagen durch die Luft zwängen und entladen sich in Richtung der Wolke selbst oder in Richtung einer nahegelegenen Wolke (was zu Wolke-Wolke-Blitzen führt, die etwa 90% der Fälle ausmachen) oder in Richtung des Bodens (Wolke-Boden-Blitze).

Vergrösserte Ansicht: Abbildung 4: Die Reibung verschiedener Arten von Eispartikeln in Gegenwart von flüssigen Wassertröpfchen bei Minusgraden führt zur Elektrifizierung einer Gewitterwolke, d.h. zur Bildung von positiv oder negativ geladenen Bereichen. Quelle: University of Arizona.
Abbildung 4: Die Reibung verschiedener Arten von Eispartikeln in Gegenwart von flüssigen Wassertröpfchen bei Minusgraden führt zur Elektrifizierung einer Gewitterwolke, d.h. zur Bildung von positiv oder negativ geladenen Bereichen. Quelle: University of Arizona.

Wenn man einen Ballon ausreichend aufladen könnte (ohne ihn platzen zu lassen!), wäre es prinzipiell möglich, eine kleine elektrische Entladung zu erzeugen… bei MeteoSchweiz haben wir es versucht, aber leider ohne Erfolg. Ein etwas ernsthafteres Experiment wäre mit einem Van-de-Graaff-Generator möglich, bei dem der Ballon durch ein Metallobjekt, normalerweise in Form einer Kugel, ersetzt wird. Die Ansammlung elektrischer Ladung im Generator wird durch die Bewegung eines umlaufenden Bandes ermöglicht. Bringt man einen kleinen Metallgegenstand in die Nähe des aufgeladenen Generators, wird das elektrische Feld so stark, dass sich die angesammelte Ladung durch die Luft vom Generator zum Gegenstand entlädt. So wird ein Blitz in Miniaturform erzeugt.

Gewitter – Gefahren, Warninformationen und Verhaltensempfehlungen

Gewitter sind faszinierend und gefährlich zugleich. Welche Risiken existieren? Wie wird vor Gewittern gewarnt und wie kann man sich schützen? Dieses Video bietet Antworten auf diese Fragen:

Weiterführende Informationen:

MeteoSchweiz ist offen für einen respektvollen Onlinedialog und freut sich über Ihre Kommentare und Fragen. Kontaktformular

Kommentare (8)

  1. Andreas, 17.06.2021, 17:53

    Super, danke!

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  2. Eugen Perger, 09.06.2021, 18:32

    Das Blitzsymbol ist recht gross geraten, es überdeckt die Farbgebung in den Gewitterkernen, wie ich finde, die wichtigste Information. Wenn man das Symbol ausblendet verschwindet es nicht sofort. Es wäre vor allem gut wenn es kleiner wäre um die Farbschattierungen nicht grossflächig zu überdecken

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    1. MeteoSchweiz, 11.06.2021, 11:47

      Guten Tag Herr Perger

      Besten Dank für Ihre Rückmeldung. Wir leiten dies gerne weiter.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Eisenberger, 13.06.2021, 10:11

      Hallo Meteo CH
      Die Blitzfunktion ist super. Ich bin auch der Meinung, dass das Blitzsymbol zu gross ist. Ein einfacher Punkt wäre besser.

  3. Tester, 09.06.2021, 16:55

    Schade nur dass die neue Blizz-Funktion von Anfang an verbugt war und noch immer ist, gab wohl keinen Systemstest nur Unittest ;-).

    Desktopanwendung, sowohl mit Chrome wie auch mit Firefox ist folgendes Verhalten zu beobachten --> Bitte fixen.

    Bug:
    Blizzkästchen Haken rausnehmen --> die Blizze werden einfach eingefroren anstelle von entfernt.

    Workaround:
    Blizzkästchen Haken entfernen ein paar Bilder "vorspulen" Blizzkästchen wieder Haken setzen --> Nun sind die Blizze weg?!

    Gruss, ein Systemtester.

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    1. MeteoSchweiz, 10.06.2021, 13:53

      Guten Tag

      Besten Dank für das Testen und die Meldung der Probleme.
      Wir haben die Funktionalität auf unseren Systemen getestet und nach einwandfreiem Funktionieren die Freigabe für PROD/Internet erteilt.
      Ihre Beobachtungen können wir auf der Website teilweise nachvollziehen. Wir werden das Funktionieren weiterbeobachten und mögliche Lösungen mit den Entwicklern besprechen.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  4. sturmjägerin, 09.06.2021, 15:58

    Super, danke sehr! Ich habe gestern gesehen, es ist super! 😍

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    1. Cristina, 15.06.2021, 15:56

      Wow einfach 😊