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Globaler Überblick zum Mai 2021

10. Juni 2021, 2 Kommentare
Themen: Klima

Wie der europäische Copernicus-Dienst berichtet, war der Mai 2021 weltweit gemittelt der fünftwärmste im Copernicus-Datensatz ab 1979, hinter den Maimonaten 2020, 2016, 2017 und 2019. Gemittelt über Europa lag die Maitemperatur 2021 unter dem Durchschnitt, jedoch weniger tief als im Mai des Vorjahres.

Abb. 1: Räumliche Verteilung der weltweiten Maitemperatur 2021 als Abweichung zum Durchschnitt 1991‒2020 in °C. Quelle: Copernicus.
Abb. 1: Räumliche Verteilung der weltweiten Maitemperatur 2021 als Abweichung zum Durchschnitt 1991‒2020 in °C. Quelle: Copernicus.

Überdurchschnittliche globale Temperatur

Im globalen Mittel lag der Mai 0,26 °C über dem Durchschnitt 1991−2020, bzw. 0,42 °C über dem Durchschnitt 1981−2010. Es war der kühlste Mai seit 2018, jedoch der fünftwärmste Mai im Copernicus-Datensatz ab 1979.

Weit über dem Durchschnitt lag die Maitemperatur in Westgrönland, Nordafrika, im Nahen Osten sowie in Nord- und Westrussland. Deutlich kühler als im Durchschnitt zeigte sich der Mai hingegen im Süden und in der Mitte der USA, in Teilen des nördlichen Kanadas, im südlichen Zentralafrika, im grössten Teil Indiens, im östlichen Russland sowie in der östlichen Antarktis.

Die Lufttemperatur über den Ozeanen

Unterdurchschnittliche Lufttemperaturen gab es über dem grössten Teil des tropischen und subtropischen östlichen Pazifiks sowie über dem Nordatlantik bis nach Nordwesteuropa. Über dem nördlichen Pazifik lag die Lufttemperatur generell über dem Durchschnitt, ebenso wie über dem aussertropischen Nordatlantik.

Über dem Ozean der südlichen Hemisphäre waren die Bedingungen eher uneinheitlich, mit Ausnahme von weit überdurchschnittlichen Werten über dem Weddellmeer als Folge der unterdurchschnittlichen Meereisbedeckung.

Kühler Mai in Europa

Gemittelt über Europa lag der Mai 0,46 °C unter dem Durchschnitt 1991−2020, bzw. 0,17 °C unter dem Durchschnitt 1981−2010. Der Mai vor einem Jahr war in Europa sogar noch kühler, vor allem in Osteuropa und Skandinavien mit 0,59 °C unter dem Durchschnitt 1991−2020.

Die meisten europäischen Länder erlebten einen Mai mit unterdurchschnittlicher Temperatur, wobei das Zentrum der Temperaturanomalie in Deutschland lag. Der Monat war geprägt von anhaltend tiefdruckbestimmten Wetterlagen, was für diese Jahreszeit untypisch ist. Das führte dazu, dass Deutschland den kältesten Mai seit 2010 registrierte. In Frankreich war es der kälteste Mai seit 2013.

Im Osten des Kontinents sowie in Südspanien, in Griechenland, in der Türkei und in Westnorwegen wurden jedoch überdurchschnittlich hohe Temperaturen gemessen. In Russland zum Beispiel gab es nördlich des Polarkreises Tageshöchstwerte von über 30 °C.

Die Copernicus Mitteilung zum Mai 2021 ist in englischer Sprache verfügbar.

Der Mai 2021 in der Schweiz

Die Maitemperatur blieb im landesweiten Mittel 2,3 °C unter der Norm 1981−2010. In den letzten 30 Jahren zeigten sich nur die Maimonate 2019 und 2013 ebenso kühl. Der fast täglich fallende Niederschlag summierte sich lokal zum nassesten Mai seit Messbeginn. Auf der Alpensüdseite hingegen blieben die Niederschlagsmengen verbreitet unterdurchschnittlich. Die Sonnenscheindauer stieg nur im Süden auf überdurchschnittliche Werte.

Den umfassenden Überblick zum Mai 2021 in der Schweiz liefert das Bulletin Mai 2021 von MeteoSchweiz.

Der Frühling 2021 in Europa und weltweit

Die borealen Frühlingstemperaturen im Jahr 2021 spiegeln mehr oder weniger die im Mai beobachteten Temperaturen wider. Gemittelt über Europa lag die Frühlingstemperatur (März bis Mai) 0,45 °C unter dem Durchschnitt 1991−2020, bzw. 0,06 °C unter dem Durchschnitt 1981−2010. Es war der kälteste Frühling in Europa seit 2013.

Frühlingstemperaturen unter dem Durchschnitt 1991−2020 gab es verbreitet in Europa, von Nordkanada bis Alaska, in Indien, im südlichen Afrika und in Teilen der Antarktis. Im tropischen und subtropischen östlichen Pazifik lag die Lufttemperatur aufgrund von La-Niña-Bedingungen während des grössten Teils des Frühlings ebenfalls unter dem Durchschnitt.

Überdurchschnittlich hoch war die Frühlingstemperatur in Nordafrika, im Nahen Osten und in Osteuropa, ebenso in Grönland und im nordöstlichen Nordamerika. Im Bereich des Weddellmeeres verzeichnete auch die Antarktis überdurchschnittlich hohe Werte. Über dem aussertropischen Nordatlantik und Nordpazifik war der Frühling meist wärmer als der Durchschnitt. Über den Ozeanen der Südhemisphäre zeigten sich die Temperaturbedingungen im Frühling eher uneinheitlich.

Der Frühling 2021 in der Schweiz

Die Schweiz erlebte den kältesten Frühling seit über 30 Jahren mit einem landesweiten Mittel von 1,1 °C unter der Norm 1981−2010. Kalt zeigten sich die Monate April und Mai. Nach den zwei niederschlags­armen Monaten März und April erhielten im Mai die meisten Gebiete der Schweiz, mit Ausnahme der Alpensüdseite, reichlich Niederschlag. Die Alpensüdseite registrierte regional den viert- oder fünftsonnigsten Frühling in den letzten 60 Jahren.

Den umfassenden Überblick zum Frühling 2021 in der Schweiz liefert das Bulletin Frühling 2021 von MeteoSchweiz.

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Kommentare (2)

  1. Lugauer Matthias, 14.06.2021, 15:53

    Interessant wären hierzu noch ähnliche Bilder, die die Meeresströmungen zeigen, bzw, deren Abweichungen vom langjährigen Mittel - oder der Salzgehalt des Meerwassers. Gibt es solche Daten? Die Karten von Mai und vom Frühjahr ähneln sich so sehr, dass ich den Eindruck habe, die Faktoren, die den Witterungscharakter bestimmen recht lange anhalten.

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    1. MeteoSchweiz, 15.06.2021, 11:25

      Grüezi Herr Lugauer

      MeteoSchweiz befasst sich nicht mit den weltweiten Meeresströmungen. Der Copernicus-Dienst zur Überwachung der Meeresumwelt CMEMS (Copernicus Marine Environment Monitoring Service) wird vom Deutschen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie geführt. Auf der entsprechenden Internetseite finden Sie auch eine Kontaktadresse.

      https://www.bsh.de/DE/THEMEN/Beobachtungssysteme/Copernicus/copernicus_node.html


      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz