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Sehr warmer Juni mit vielen Gewittern

29. Juni 2021, 51 Kommentare
Themen: Klima

Die Schweiz erlebte den viertwärmsten Juni seit Messbeginn 1864, zusammen mit dem Juni 2002. Hitzetage mit 30 °C oder mehr gab es vor allem um die Monatsmitte. Das erste und letzte Junidrittel zeichnete sich durch anhaltende Gewittertätigkeit aus. Besonders kräftige Gewitter mit Starkniederschlägen, Hagel und Sturmböen zogen ab dem 18. Juni über die Schweiz.

Der Juni war in der Schweiz auch ein Hagelmonat. Hagel am oberen Zürichsee, 21.06.2021  Arrangement und Foto: Stephan Bader
Der Juni war in der Schweiz auch ein Hagelmonat. Hagel am oberen Zürichsee, 21.06.2021 Arrangement und Foto: Stephan Bader

Junitemperatur mit Spitzenplatz

Die Junitemperatur erreichte im landesweiten Mittel 14,4 °C oder 2,6 °C über der Norm 1981−2010. In den tiefen Lagen der Alpennordseite bewegte sich der Juni zwischen 19 und 20 °C oder rund 2 bis knapp 3 °C über der Norm. Die tiefen Lagen der Alpensüdseite registrierten ein Junimittel um 22 °C oder rund 2,5 bis 3 °C über der Norm. Gipfellagen meldeten 2,5 bis 3,5 °C über der Norm.

Ebenso warm war der Juni im landesweiten Mittel im Jahr 2002. Etwas wärmer zeigte er sich in den Jahren 2019 und 2017 mit leicht über 15 °C. Deutlich höher stieg die Junitemperatur nur im legendären Hitzesommer 2003. Damals lag das landesweite Mittel bei 17,3 °C oder 5,5 °C über der Norm 1981−2010.

Feuchte Gewitterluft

Nach einem sonnigen Sommertag am 1. Juni lag bis am 9. Juni feuchte Gewitterluft über der Schweiz. Die Gewitter brachten vor allem auf der Alpennordseite gebietsweise kräftige Schauer. Die grössten Tagessummen lagen meist zwischen 40 und knapp 60 mm. Am östlichen Alpennordhang gab es vereinzelt auch Tagessummen zwischen 75 und 80 mm. Auf der Alpensüdseite fiel derweil gebietsweise nur sehr wenig Regen. Lokal erreichten die höchsten Tagessummen nur 1 mm oder weniger.

Sonniges Sommerwetter

Vom 10. bis am 12. Juni bestimmte ein Ausläufer des Azorenhochs das Wetter in der Schweiz. Anschliessend bildete sich über Europa ein Hochdruckgebiet, welches sich langsam nach Nordosten bewegte.

Ab dem 12. Juni stiegen die Tageshöchstwerte im Wallis und auf der Alpensüdseite über 30 °C. Auf der Alpennordseite wurde die 30 °C Schwelle ab dem 15. Juni überschritten. Den Höchstwert im Messnetz von MeteoSchweiz gab es in Magadino/Cadenazzo auf der Alpensüdseite mit 34,3 °C am 13. Juni. Den Höchstwert auf der Alpennordseite registrierte Bad Ragaz mit 33,6 °C am 18. Juni.

Gewitter aus Südwesten

Am 18. Juni verabschiedete sich das sonnige Sommerwetter und eine anhaltende Südwestströmung mit sehr feuchter Gewitterluft übernahm das Wetterregime. Während einer Woche wurde vor allem die Alpennordseite immer wieder von kräftigen Gewittern mit Starkniederschlägen, Hagel und Sturmböen und getroffen.

Heftiger Auftakt

Kräftige Gewitterregen fielen bereits in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni. Der Messstandort Wädenswil registrierte einen Stundenwert von 60,9 mm. Das liegt weit über dem bisherigen Höchstwert von 49 mm, gefallen am 6. August 1994. In den Niederungen der Alpennordseite ist der Wädenswiler Stundenwert von 60,9 mm der Zweithöchste seit der Automatisierung im Jahr 1981. Den Rekord in den Niederungen der Alpennordseite hält der Messstandort Zürich-Fluntern mit 71,2 mm innerhalb einer Stunde, gefallen am 15. August 1988. Auf Rang 3 liegt Payerne mit 60,4 mm am 22.08.1995. Zum Vergleich: Auf der Alpensüdseite erreichte der Rekord-Stundenwert 91.2 mm (Schweizer Rekord), gefallen am 28. August 1997 in Locarno-Monti.

Viel Regen in kurzer Zeit

Im Verlauf der anhaltenden Gewitterlage mit mildfeuchter Luft aus Südwesten wurden vom 20. bis am 24. sowie am 28. Juni mehrere Regionen der Schweiz von Unwettern heimgesucht. Lokal fielen innerhalb von 30 Minuten oder einer Stunde Regenmengen, die über lange Zeit betrachtet nur alle 30 bis 50 Jahre erreicht oder überschritten werden.

Die höchsten Stundensummen erreichten auf der Alpennordseite knapp über 40 mm, auf der Alpensüdseite knapp 40 mm. An mehreren Orten auf der Alpennordseite fiel innerhalb einer Stunde, zum Teil sogar innerhalb einer halben Stunde, ein Drittel einer durchschnittlichen Juni-Regensumme.

Die höchsten Tagessummen lagen über 70 mm. Sie wurden an Messstandorten im Emmental und im zentralen Mittelland gemessen. Solche Tagessummen werden in diesen Regionen über lange Zeit betrachtet alle 10 bis 20 Jahre erreicht oder überschritten.

Als Folge der grossen Regenmengen in kurzer Zeit hatten mehrere Gebiete auf der Alpennordseite zwischen 20. bis am 24. mit Überschwemmungen zu kämpfen, wie zum Beispiel die Region Cressier, das Oberbaselbiet und die Regionen Zug und Aarau. Mehrere Erdrutsche unterbrachen lokal den Bahnverkehr. Viele Schadensmeldungen gab es erneut am 28. Juni.

Hagel

Neben dem vielen Regen brachten die Gewitter in zahlreichen Gebieten der Schweiz Hagel. Grosse Flächen waren vor allem zu Beginn der Unwetterperiode betroffen. Eine eindrückliche breite Hagelschneise, die sich vom Genfersee bis zum Bodensee zog, zeigte der Hagelradar am 20. Juni 2021 (Abb. 2).

Beim Hagelereignis vom 20. Juni 2021 umfasste der Anteil mit über 80 % Hagelwahrscheinlichkeit in der Schweiz eine Gesamtfläche von rund 4'500 km2. Es gehört damit flächenmässig zu den grossen Hagelereignissen. Bei den grössten Ereignissen der letzten 20 Jahre umfasste der Anteil mit über 80 % Hagelwahrscheinlichkeit eine Gesamtfläche zwischen 7'500 km2 und 10'000 km2.

Grosse Hagelkörner

Während der Gewitter vom 28. Juni 2021 fielen lokal grosse Hagelkörner. Betroffen waren insbesondere die Westschweiz, Teile des Kantons Bern, die Zentralschweiz und der Kanton Zürich. Golfballgrosse Hagelkörner wurden aus La Chaux-de-Fonds und aus dem Kanton Zürich gemeldet. In der Zentralschweiz fielen Hagelkörner mit 7 cm Durchmesser oder mehr. Neben zahlreichen Hagelschäden gab es auch Schäden durch die Regenfluten und durch starke Windböen.

Gewitterböen

Die Gewitter vom 18. bis am 28. Juni waren lokal begleitet von kräftigen Windböen. Die höchste registrierte Windspitze in den Niederungen der Schweiz fegte am 20.Juni mit 118 km/h über Grenchen hinweg. In Wädenswil waren es am 21. Juni 113 km/h. Am 28. Juni meldete Thun 111 km/h. Mehrere Messstandorte in den Niederungen der Alpennordseite registrierten am 20. oder am 28. Juni Windspitzen zwischen 100 und 110 km/h.

Nicht einzigartig

Anhaltende Gewittertätigkeit im Juni mit Überschwemmungen und Hangrutschen brachte letztmals das Jahr 2016. Im Klimabulletin von MeteoSchweiz vom Juni 2016 steht: «In der ersten Monatshälfte brachten Gewitter kräftige Niederschläge und lokale Überschwemmungen. Zur Monatsmitte löste feuchte Mittelmeerluft in der Süd- und Ostschweiz Starkniederschläge aus. Überschwemmungen und Geröllmassen verursachten lokal grössere Schäden. Im letzten Monatsdrittel zogen heftige Gewitterregen in der östlichen Landeshälfte erneut Unwetterschäden nach sich. An einzelnen Messstandorten war es einer der nassesten Junimonate seit Messbeginn vor über 100 Jahren».

Sehr gewitterreich war auch der Juni 2007, wie den Annalen der MeteoSchweiz 2007 zu entnehmen ist. Auch damals dauerte die Gewitterlage eine Woche: «Gleich zu Beginn des klimatologischen Sommers traten wiederholt heftige Gewitter mit lokal massiver Schadensfolge auf. Die ungewöhnliche Häufung dieser lokalen Unwetter war die Folge einer vom 4. bis 10. Juni anhaltenden Flachdrucklage. Diese Wetterlage ist eine typische Voraussetzung für die Entstehung schwerer, nur lokal wirksamer Gewitter. Im aktuellen Fall blieb die Flachdruckwetterlage aber eine ganze Woche erhalten».

Massive Junirekorde

An einzelnen Messstandorten fiel mehr als das Doppelte einer durchschnittlichen Juni-Regensumme. Daraus ergaben sich neue Junirekorde, die zum Teil weit über den bisherigen Höchstwerten liegen. Als Beispiele sind hier die Messstandorte Buchs-Aarau und Thun aufgeführt (Stand 29.6.2021):

In Buchs-Aarau fielen 252 mm Regen. Der bisherige Junirekord von 216,7 mm stammt aus dem Jahr 1986. Die Messreihe reicht bis 1959 zurück. In Thun erreichte die Junisumme 263 mm. Der bisherige Junirekord aus dem Jahr 2001 lag bei 241,4 mm. Thun verfügt über eine lange Messreihe bis zurück ins Jahr 1875.

In Fahy im Pruntruter-Zipfel lieferte der Juni bisher 210 mm, etwas mehr das Doppelte der durchschnittlichen Junisumme. Das wäre die zweithöchste Junisumme seit Messbeginn 1959. Der bisherige Junirekord von 1990 liegt mit 212,1 mm aber nur geringfügig höher. Bis zum Monatsende ist auch hier ein neuer Junirekord in Reichweite.

Im Süden regional wenig Regen

Auf der Alpensüdseite fielen im Juni gebietsweise bisher nur 30 bis 40 mm, im Val Müstair und im Unterengadin nur 20 bis 30 mm. Das entspricht etwa 20 bis 30 % der Norm 1981−2010.

Späte Heuernte erst Ende Mai und im Juni

Ende Mai wurde das Wetter endlich trocken und wieder wärmer. Die meisten Bauern konnten erst ab dann das Heu ernten. Vom Tiefland bis auf über 1000 m wurde geheut. Der Rückstand auf den mittleren Termin der Vergleichsperiode 1981−2010 betrug dabei 6 Tage. Auch oberhalb von 1000 m wurde das sonnige und warme Juniwetter zum Heuen genutzt. In dieser Höhe fand die Heuernte sogar 3 Tage früher statt als im Mittel.

Der Schwarze Holunder begann im Tessin ab dem 10. Mai und auf der Alpennordseite ab dem 20. Mai zu blühen. Hauptsächlich fand seine Blütezeit in diesem Jahr jedoch im Juni statt, wobei bis Ende Juni Beobachtungen bis gegen 1000 m vorliegen. Dank den hohen Junitemperaturen war die Blüte nur um 3 Tage verspätet und fand nicht ganz so spät statt wie zum Beispiel im Jahr 2013 oder in den meisten Jahren vor dem Jahr 1990. Blühende Sommerlinden wurden vermehrt ab Mitte Juni beobachtet. Auch sie blühten dank dem milden Juni zu einem normalen Zeitpunkt. Zu einem normalen Zeitpunkt blühten auch die Weinreben, im Tessin ab Anfang Juni und auf der Alpennordseite ab etwa Mitte Juni.

An den hoch gelegenen Beobachtungsstationen im Wallis und in Graubünden war der Frühling in vollem Gang: die Vogelbeeren und der rote Holunder blühten, die Fichten trieben ihre Nadeln, Margeriten blühten oberhalb von rund 900 m, und im Oberengadin wurde noch blühender Löwenzahn beobachtet. Die Blüte der Margeriten fand zu einem normalen Zeitpunkt statt, alle andern Phasen waren um 6 bis 10 Tage verspätet.

Der definitive Bericht zum Juni 2021 ist ab dem 09. Juli 2021 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.

Kommentare (51)

  1. Daniel, 16.07.2021, 07:27

    Wie kann es sein, dass die Wahrnehmung dermassen mit eurer Interpretation ausseinanderklafft?
    Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal noch im Juli Schneefelder auf 1400m vorfand, geschweige denn so einen nasskalten Sommerbeginn hatte und wenn man bei euch liest, jagt ein Hitzerekord den nächsten.

    1. Jean-Jacques, 25.07.2021, 23:26

      Es geht nicht um Interpretation sondern um Messwerte (im Juni)!!!

  2. Marco, 08.07.2021, 20:18

    Waren in diesem Juni denn vor allem die Nächte warm?
    Die Tmax scheinen ja nicht ganz so extrem gewesen zu sein. Ich meine wenn wir einen fast durchgehend bewölkten Juni hätten und das Tmin meist bei 18 und Tmax bei 24 läge, wäre das Mittel zwar rekordverdächtig warm und doch gäbe es keinen Sommertag und subjektiv würde es die Leute kaum verstehen, wenn man von einem "Extrem-Juni' reden würde.

    1. MeteoSchweiz, 09.07.2021, 15:52

      Grüezi Marco

      In Bern lag das Tagesminimum im Juni 2021 an 27 Tagen über der Norm 1981-2010. An 16 Tagen lag das Tagesminimum mehr als 3 °C, an 10 Tagen mehr als 4 °C und an 6 Tagen mehr als 5 °C über der Norm. Doch auch das Tagesmaximum lag an 21 Tagen über der Norm 1981-2010. An 12 Tagen lag es mehr als 4 °C, an 7 Tagen mehr als 5 °C über der Norm

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  3. sparlera, 06.07.2021, 19:27

    1. "Die Maitemperatur blieb im landesweiten Mittel 2,3 °C unter der Norm 1981−2010."
    2. "Die Schweiz erlebte den kältesten Frühling seit über 30 Jahren mit einem landesweiten Mittel von 1,1 °C unter der Norm 1981−2010."
    3. "Die Junitemperatur erreichte im landesweiten Mittel 14,4 °C oder 2,6 °C über der Norm 1981−2010."
    Also, ist dieses Jahr etwas speziell oder nicht? Mai : viel kälter, Juni : viel wärmer, Juli - wurde sagen kalter als bis jetzt im 7 Tagen ist immer 14-15 Grad maximal.

    1. MeteoSchweiz, 07.07.2021, 09:48

      Guten Tag Sparlera

      Das erste Halbjahr 2021 lag in der Schweiz nördlich der Alpen verbreitet 0,2 bis 0,4 °C über der Norm 1981-2010. Regional gab es auch Werte von 0,5 bis 0,7 °C über der Norm. In dieser Hinsicht ist der bisherige Verlauf des Jahres 2021 nicht speziell.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  4. D. Keller, 06.07.2021, 14:49

    Die Tagesmitteltemperatur wird heute ja aus den stündlichen Werten (0-24 Uhr) ermittelt.
    Vor einigen Jahren hat man nachts aber gar nicht gemessen. Wie berechnet man die Tagesmitteltemperatur ohne Nachtemperaturen? Wie vergleichbar sind die Daten?

    1. MeteoSchweiz, 07.07.2021, 09:30

      Grüezi Herr Keller

      MeteoSchweiz musste die Frage der Vergleichbarkeit der Daten vor 40 Jahren lösen. Damals nahm das erste automatische Messnetz den Betrieb auf. Sie finden einen ausführlichen Bericht dazu unter:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/1993/12/comparaisons-de-differentes-methodes-de-calcul-de-la-temperature.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. D. Keller, 08.07.2021, 12:55

      @MeteoSchweiz: Also französisch lern ich deswegen nicht mehr.
      Gibts da auch was auf deutsch?

    3. MeteoSchweiz, 09.07.2021, 08:46

      Guten Tag Herr Keller

      Der Bericht in dieser Ausführlichkeit ist nur französisch verfügbar. Der Übergang von der konventionellen Messung (drei Beobachtungstermine pro Tag) zur automatischen Messung wird auch in der folgenden deutschsprachigen Publikation (Kap. 4.2) thematisiert:

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2003/12/homogenisierung-von-klimamessreihen-der-schweiz-und-bestimmung-d.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  5. Martin Widmer, 06.07.2021, 11:12

    Warmer Juni? Wer's glaubt wird seelig. Es war einer der kältesten überhaupt seit ich mich erinnern kann.

    1. MeteoSchweiz, 06.07.2021, 14:14

      Grüezi Herr Widmer

      Nicht nur MeteoSchweiz, auch der Deutsche Wetterdienst und Météo-France sind da ganz anderer Auffassung: Drittwärmster Juni in Deutschland seit 1881; fünftwärmster Juni in Frankreich seit 1900.
      Pressemeldung DWD:
      https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2021/20210629_deutschlandwetter_juni2021_news.html
      Juni-Bulletin Météo-France:
      https://meteofrance.com/actualites-et-dossiers/actualites/climat/juin-2021-orageux-et-chaud

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Ricardo, 06.07.2021, 16:01

      Lieber Herr Widmer
      Sie sind wahrscheinlich sehr sehr jung… es geht nicht um Glauben sondern um
      Fakten.

    3. Louis, 06.07.2021, 16:19

      Sicherlich ist es besser, Facebook zu glauben als der Wissenschaft. Traurige Jugend.

  6. Tom, Embrach, 04.07.2021, 08:54

    Subjektivität... Es ist erschreckend, wie sehr Menschen aufgrund subjektiver Eindrücke eine Meinung bilden.
    Huch, ich friere, also gibt es keine Klimaerwärmung.
    Ach, ich kann ja atmen und es riecht sauber, also ist die Luftverschmutzung inexistent.
    Ich erinnere mich noch sehr gut an Winter mit meterhohen Schneewällen in Davos um die Eisbahn herum, und wir waren jedes Jahr am Schaufeln im Flachland.
    Selten geworden.
    Auch früher gabs Starkniederschläge, auch an Hagel kann ich mich erinnern. Und Gewittern schaue ich fasziniert zu. Aber das war deutlich seltener der Fall. Solche Sturzbäche vom Dach runter, wenn der Ablauf nicht mehr mitmacht, gabs alle 3-4 Jahre mal, inzwischen ist das jedes Jahr 2-3x der Fall. Auch war nach 1-2 Gewittern Schluss und es kehrte eine Weile Ruhe ein, solche Phasen mit wochenlangen heftigen Gewittern und Hagel gleich an mehreren Tagen nacheinander waren selten.
    Subjektivität... ich habe subjektiv langsam das Gefühl, den Klimawandel zu spüren...

    1. Fritz, Basel, 06.07.2021, 08:16

      Tom,
      das Subjekt ist ein mit Bewusstsein ausgestattetes, denkendes, erkennendes, handelndes Wesen. Was soll daran erschreckend sein ?

  7. Matthias Vogt, 03.07.2021, 00:23

    Liebes Meteo Schweiz Team , ich habe eine Frage an euch. Warum sehen bei den Gewitter die Farben immer wieder anders aus . Also entweder eine Grünliche Farbe oder Grau oder gelblich gemischt? Hat das dann mit der Schwere des Gewitters zu tun? Ich wünsche euch einen wunderschönen Abend. Liebe Grüsse Matthias

    1. MeteoSchweiz, 05.07.2021, 11:25

      Grüezi Herr Vogt

      Die Farben hängen nicht direkt mit der Schwere der Gewitter oder allfälligem Hagel zusammen. Die grünliche Färbung wird höchstwahrscheinlich durch den hohen Wasserdampfgehalt der Wolken verursacht. Der rote Anteil des Lichtes wird dabei absorbiert und es bleibt schlussendlich eine eher grünliche Färbung übrig. Das Ganze ist aber auch abhängig vom jeweiligen Sonnenstand. Weitere Informationen dazu finden sie in einem Beitrag von unseren Kolleginnen und Kollegen vom Deutschen Wetterdienst: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/4/16.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  8. Aliénor von Roten, 01.07.2021, 18:00

    Liebes MeteoTeam,

    Vielen Dank für die rasche Auskunft. Eine weitere Frage; waren die Hagelereignisse der vergangenen Tage/Wochen verknüpft? Ergaben sich diese aus einer gewissen Wetterlage und können allenfalls ein ein zusammenhängendes Ereignis betrachtet werden oder was ist ihre Erklärung für die kurz nacheinanderfolgenden Gewitter zwischen dem 18. und 29. Juni. Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    1. MeteoSchweiz, 02.07.2021, 08:36

      Guten Tag Aliénor von Roten

      Wie im Blog berichtet, war es die anhaltende Südwestlage, welche immer wieder feuchtwarme Gewitterluft in die Schweiz transportierte.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  9. Ernst Kern, 01.07.2021, 14:31

    Wir können uns nicht über den Juni beklagen
    die kühlen Tage waren für mich Wohlfühlwetter
    was hierzulande normal ist..... der Juni ist noch kein Hochsommermonat...
    ich mag mich noch gut Erinnern an die nassen und kühlen Hochsommermonate 1980/1981 damals viel
    in Davos und Arosa Schnee und es war sogar kühler als im Juni 2021

    Eine brütende Hitze wie in der ersten Augusthälfte 2003
    war für viele nicht mehr erträglich das ist nicht mein Wunsch

  10. Alex Schmid, 01.07.2021, 14:27

    Liebes Meteo Team

    Da Sie Ihre Schlussfolgerungen über den Juni hier bereits am 29.6. gezogen haben, müssen in die endgültige Monatsbetrachung ja noch die beiden letzten Tage einfliessen. Kann man die finalen Zahlen für den Juni 2021 irgendwo auf der Webseite der SMA nachlesen?

    Danke und freundliche Grüsse Alex Schmid

    1. MeteoSchweiz, 02.07.2021, 08:26

      Guten Tag Herr Schmid

      Das definitive Monatsbulletin Juni 2021 erscheint am 9. Juli 2021 unter:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/monats-und-jahresrueckblick.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  11. Marco, 01.07.2021, 13:44

    Gibt es Stationen (evtl. Gipfellagen?) wo das erste Halbjahr kühler war als die Referenzperiode 1981-2010?

    1. MeteoSchweiz, 02.07.2021, 09:29

      Grüezi Marco

      Die Temperatur im ersten Halbjahr 2021 lag vor allem im Engadin und in den Bündner Südtälern leicht unter der Norm 1981-2010. Ganz knapp unter der Norm liegen die Werte auch auf dem Jungfraujoch und auf dem Säntis.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  12. Aliénor von Roten, 01.07.2021, 08:58

    Guten Tag liebes Meteo Team,

    Gibt es nach solchen Starkniederschlagsereignissen, wie um den 19. und 28. Juni eine Übersichtskarte, beispielsweise der Hagelintensität, die heruntergeladen werden kann?
    Vielen Dank für Ihre Auskunft, freundliche Grüsse, aliénor von roten

    1. MeteoSchweiz, 01.07.2021, 12:21

      Grüezi Aliénor von Roten

      Die Monats-Übersichtskarten finden Sie unter dem unten angegebenen Link. Bei den Hagelkarten gibt es leider momentan noch ein technisches Problem. An der Lösung wird gearbeitet.
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/monats-und-jahresgitterkarten.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  13. Erika Gut, 30.06.2021, 19:02

    Ich würde sehr gerne nach solchen Ereignissen eine Karte mit der mehrtägigen niederschlagssumme sehen, da ich fast immer in der Niederschlagskarte sehe, dass das St. Galler Rheintal VIEL weniger Regen bekommt als viele Regionen, vor allem "hinter" dem Säntis. Bei uns sind die Böden sicher noch nicht gesättigt.
    Danke

    1. MeteoSchweiz, 01.07.2021, 12:13

      Guten Tag Frau Gut

      Im St. Galler Rheintal brachte der Juni 2021 meist Niederschlagsmengen zwischen 70 und 90 % der Norm 1981-2010. Lokal gab es auch 100 %. Das definitive Juni-Bulletin mit der Niederschlagskarte finden Sie ab dem 9. Juli unter:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/monats-und-jahresrueckblick.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Timo Kleger, 01.07.2021, 17:24

      Hier schaue ich gerne vorbei: https://meteoradar.ch/regenkarten/index.php

  14. Ernst Kern, 30.06.2021, 18:21

    Der diesjahrige Juni wird für mich als sonniger und warmer Sommermonat in Erinnerung bleiben
    Die beängstigend starken Gewitter ab 18. Juni ebenfalls.

  15. Hans Joseph, 30.06.2021, 18:03

    Der viertwärmste Juni seit Messbeginn? Also entweder habe ich ein gestörtes Wärmeempfinden oder Sie haben etwas falsch gerechnet.

    Gut, ich kann nur für meine Wohnregion Basel sprechen. Hier war es etwa bis zum 10. nach meinem Empfinden viel zu kühl und nass. Danach durchaus warm bis heiss, sommerlich, aber normal für den Monat. Während der Gewitterphase auch noch sommerlich, sofern es nicht gerade wie aus Kübeln geschüttet hat. Und jetzt seit einigen Tagen wieder eher kühl. Gerade heute geradezu kalt, hab wieder die langen Hosen aus dem Schrank geholt.

    Also ich bin ja kein Meteorologe, aber nach meinem Empfinden war der Juni, zumindest in der Region Basel, einer der kühlsten der letzten 10 Jahre.

    1. MeteoSchweiz, 01.07.2021, 12:06

      Grüezi Hans Joseph

      Die Norm (1981-2010) der Tagesmitteltemperatur liegt in Basel im Juni zwischen 16 °C (Monatsbeginn) und 19 °C (Monatsende). Im Juni 2021 lagen in Basel nur 6 Tage unter der Norm. An 14 Tagen lag die Tagesmitteltemperatur sogar über 20 °C, also ein rechtes Stück über der Norm.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. NK, 05.07.2021, 08:14

      Mir kam der Juni auch nicht übermässig warm vor.

  16. Marco, 30.06.2021, 10:28

    Wie präsentieren sich die Anzahl Blitze und die Anzahl Hitzetage im langjährigen Durchschnitt? Blitze wohl rekordverdächtig, Hitzetage wohl nicht sehr speziell. Hatte z.B. Bern überhaupt einen Hitzetag?

    1. MeteoSchweiz, 30.06.2021, 13:45

      Grüezi Marco

      Zur Anzahl Blitze gibt es keine Normwerte. Ebenso können keine allfälligen Rekorde beurteilt werden, da die Blitz-Datenreihe nicht homogen ist. Bei den Hitzetagen sieht es im Juni wie folgt aus: Bern 0 (Norm 1), Basel 4 (Norm 2) und Genf 5 (Norm 3).

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  17. Andy Burian, 30.06.2021, 06:51

    Liebes, liebes Meteo Swiss Team,,
    Dieses Jahr habe ich gerade mal an5 Tagen keine Jacke tragen müssen.
    Wie könnt ihr nur schreiben, der Juni wäre zu warm.
    Ich habe noch keinen Tag geschwitzt dieses Jahr.
    Und wir haben Ende Juni.
    Also in der Schweiz war es ganz nicht Einen Tag zu warm.
    Mit ganz lieben Grüssen von Andy Burian aus Langenbruck Basel-Landschaft Schweiz

    1. MeteoSchweiz, 30.06.2021, 14:04

      Guten Tag Herr Burian

      Die Messwerte zeigen in Ihrer Region (Basel-Binningen) die folgende Faktenlage: Unterdurchschnittlich war die Tagesmitteltemperatur nur am 6. und 7. Juni sowie am 24./25. und 29. Juni. Demgegenüber lag die Tagesmitteltemperatur vom 10. bis am 20. Juni 3 bis 8 °C über der Norm 1981-2010, und vom 1. bis zum 4. Juni lag sie 3 bis 4 °C über der Norm.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Dominik, 30.06.2021, 15:59

      In Basel gibt es im Durchschnitt 2 Hitzetage im Juni im Schnitt und dieses Jahr waren es 4. Sie schreiben hier aus einer totalen falschen subjektiven Wahrnehmung. Der Durchschnitt der Höchsttemperatur ist 25 Grad in Basel im Juni und es gab mehr als 10 davon die das schlagen.

    3. Reto, 30.06.2021, 16:00

      Bitte die Fakten anerkennen. Auch 2021 ist bisher wärmer als der Durchschnitt 1981-2010. Die negative Abweichung des relativ kalten Mai (-2.0 Grad) wurde durch den viel zu warmen Juni (+2.6 Grad) schon mehr als kompensiert. Nicht zu sprechen vom extrem warmen Februar. Das Gedächtnis der Leute ist halt sehr selektiv und kurz. Wegen der schnell fortschreitenden, menschengemachten Klimaerhitzung meinen sie es müsse im Juni konstant 30 Grad und mehr sein. Ist (war) aber nicht das schweizerische Klima - das ist vielleicht (im Moment noch) in Andalusien oder Sizilien zu finden. Wie beim Frosch im Glas das langsam erwärmt wird - er bleibt drin und wartet, weil er meint es werde ja nicht wärmer. Plötzlich kocht das Wasser aber dann und er wird dahingerafft. Diesen Juni habe ich als typisch subtropisch erlebt - heisse, stechende Sonne durchsetzt mit vielen starken Gewittern und Regenfällen.

    4. Marco, 30.06.2021, 18:14

      Vielleicht lag es daran, dass Extremwerte in diesem Juni ausblieben, dass man ihn gar nicht als so heiss empfand. 4 Tage Tmax von 32 Grad sind in Basel jetzt nicht so extrem. Da gab es in den letzten Jahren schon ganz andere Hitzewellen im Juni. Womöglich waren vor allem die Tmin und Tagesmittelwerte hoch? Die Nächte vielleicht auch, weil sie aufgrund der vielen Gewitter auch nicht oft durchgehend klar waren? Die Sonnenscheindauer dürfte trotz des hohen Wäremüberschusses wenn überhaupt auch nicht gross über dem Durchschnitt gelegen sein, oder?

    5. Milos Cekovic, 01.07.2021, 10:38

      Lieber Herr Burian
      Sie machen genau den Fehler, den die meisten Leute machen: subjektive Einschätzung des aktuellen Wetters als Klima betrachten. Nur zwei-drei Punkte, über welche Sie nachdenken sollten:
      1) Trauen Sie den Daten der Messstationen und den Auswertungen der Meteoschweiz nicht? Lügen diese, Ihrer Meinung nach?
      2) Ich schlage Ihnen vor, dass Sie die Temperaturen von Ihrem Thermometer jeden Tag aufschreiben und nach 5-10 Jahren die Tendenz selbst ausrechnen. Sie werden auf die gleichen Schlüsse kommen, wie Meteoschweiz.
      3) Sie leben auf über 700 Meter über Meer. Wenn sie "runter" ins "Städtli" (Liestal) oder "Stadt" (Basel) kommen, sieht das Wetter (und Klima) anders aus.
      Beste Grüsse ebenfalls aus Oberbaselbiet

    6. Patrick, 01.07.2021, 13:22

      Wenn man z.B. die Meteoblue Messstadion beim Tinquely nimmt (also auf Stadthöhe und auf Stadtgebiet) war die Durchschnittstemperatur gar 20.5 Grad.

    7. NK, 05.07.2021, 08:32

      Mir kam es auch eher kälter vor. Vielleicht liegt das auch daran, dass offenbar die Temperaturen der letzten 10 Jahre nicht in den langjährigen Durchschnitt einbezogen werden? Warum werden denn nur die Temperaturen von 1980 bis 2010 verwendet?

    8. MeteoSchweiz, 05.07.2021, 14:55

      Guten Tag NK

      Es war der viertwärmste Juni seit Messbeginn. Für diese Einordnung ist es unerheblich, welche Normperiode verwendet wird. Alles zum Thema Normperioden finden Sie unter:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2021/3/was-ist-eigentlich-normal-beim-klima---von-referen.html

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  18. Andy, 30.06.2021, 06:41

    Liebes Meteo Swiss Team,
    Wo bitte war dieser Juni sehr warm?
    In der Schweiz wohl kaum.
    Fast jeden Tag haben wir gefroren.
    Manchmal verstehe ich Sie nicht mehr.
    Mit ganz lieben, lieben Grüssen von Andy Burian aus Langenbruck Basel-Landschaft

    1. MeteoSchweiz, 30.06.2021, 14:06

      Grüezi Herr Burian

      Unser Beitrag zur Juniwitterung bezieht sich ausschliesslich auf die Schweiz, wie dies im Text gut zum Ausdruck kommt.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Patrick, 01.07.2021, 13:26

      Für das gibt es Temperaturaufzeichnungen, welche dies genau aufzeigen und somit stimmen. Subjektivität zählt da nicht sondern wissenschaftliche, statistische Fakten.

  19. rpistorio, 29.06.2021, 22:58

    Der Himmel ist nie mehr blau.

  20. Philippe Gyarmati, 29.06.2021, 15:35

    Guten Tag

    Beim Hagelschlag in Wolhusen vom 28.06.2021 handelt es sich um ein Extremereignis bezüglich Intensität und Korngrösse (7-10cm). Ganze Hausdächer wurden zerstört. Abgesehen vom Laupener Hagelschlag vom 05.07.1999 ist mir kein vergleichbares Hagelereignis bekannt. Ist eine Ereignisanalyse geplant?

    Besten Dank und Grüsse

    1. MeteoSchweiz, 30.06.2021, 14:17

      Grüezi Herr Gyarmati

      Eine schöne Dokumentation zum massiven Hagelereignis vom 2. August 1927 finden Sie hier:
      http://www.sturmarchiv.ch/index.php?title=19270802_01_SSWDHC5_Zentrale_Voralpen
      Bezüglich einer Ereignisanalyse zum Ereignis vom 28.6.2021 ist vorderhand noch nichts bekannt.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz