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Hochwassermonat Juli

30. Juli 2021, 12 Kommentare
Themen: Klima

Nach den zwei regenreichen Monaten Mai und Juni fielen in der ersten Julihälfte abermals grosse Regenmengen und vielerorts Hagel. Gegen Monatsmitte kam es an mehreren Flüssen und Seen zu Hochwasser und Überschwemmungen. Erst auf das letzte Julidrittel hin gab es in der ganzen Schweiz einige Tage mit sonnigem Sommerwetter. Der Juli endete nass, im Tessin und der Innerschweiz kam es wiederum zu starken Regenfällen und Überschwemmungen. Der Monat zählt in der Nordschweiz zu den 5 niederschlagsreichsten seit Messbeginn. Die mittlere Schweizer Julitemperatur lag mit rund 14 °C um -0.3 °C unter der Norm 1981−2010, auf der Alpensüdseite im Bereich der Norm.

Anhaltende starke Niederschläge führten an mehreren Seen zu Überschwemmungen.  Foto: Daniel Gerstgrasser
Anhaltende starke Niederschläge führten an mehreren Seen zu Überschwemmungen. Foto: Daniel Gerstgrasser

Häufige Niederschläge, Gewitter und Hagel im Juli 2021

Der Juli 2021 war aussergewöhnlich nass. Der Monat war geprägt durch anhaltend feuchtlabile Strömung, die regelmässig und verbreitet zu niederschlagsreichen und schadenträchtigen Gewittern mit Hagelschlag und Sturmböen führte. Ausser in Südbünden überstiegen die Niederschlagssummen schweizweit 180% der Norm 1981-2010. An zahlreichen Stationen wurden langjährige Niederschlagsrekorde deutlich übertroffen. Lange Hagelzüge überquerten wie bereits im Juni weite Teile der Schweiz. Der Juli zählte schweizweit 8 Hageltage, einige Orte im Tessin wurden sogar an mehr als vier Tagen von Hagel getroffen.

Vergrösserte Ansicht: Niederschlags-Monatssumme Juli 2021 und Anzahl Hageltage im Juli 2021 (Stand bis 29.7.2021)
Abb. 1: Verbreitet fielen im Juli 180% der normalen Monatssumme. Weite Teile der Schweiz waren von Hagel betroffen. Vorläufige Daten bis 29.7.2021

Anhaltendend kühles Regenwetter

Vom 1. bis zum 17. Juli war das Wetter in der Schweiz überwiegend tiefdruckbestimmt. Eingebettet in meist kühlfeuchte Strömungen aus dem Atlantik zogen immer wieder kräftige Schauerstaffeln mit eingelagerten Gewittern über unser Land. Besonders kräftig waren die Niederschläge vom 12. bis am 16. Juli, ausgelöst durch ein Tiefdruckgebiet über Westeuropa, das nur langsam nach Südosten abzog.

Die grossen Niederschlagsmengen in dieser ersten Julihälfte sorgten dafür, dass vor allem in den zentralen Gebieten der Schweiz lokal der nasseste oder einer der nasseste Julimonate seit Messbeginn verzeichnet wurde.

In der kühlen Meeresluft lag die Tagesmitteltemperatur vom 1. bis zum 17. Juli beidseits der Alpen meist unter der Norm 1981−2010. Auf der Alpennordseite blieb die Tagesmaximum-Temperatur an mehreren Tagen unter 20 °C oder stieg nur knapp darüber. Auf der Alpensüdseite gab es vom 1. bis am 12. Juli meist Tageshöchstwerte zwischen 26 und 29 °C. Unter 25 °C blieben die Tageshöchstwerte im Süden vom 13. bis am 16. Juli.

Kräftige Gewitter mit Überschwemmungen im Süden

Am 7. und vor allem am 8. Juli brachten kräftige Gewitter auf der Alpensüdseite grosse Regenmengen und auch verheerenden Hagel. Die größten Niederschlagsmengen fielen zwischen dem mittleren Vallemaggia, der oberen Verzasca und der mittleren Leventina. Zum Beispiel wurden an der Station Faido innerhalb 24 Stunden 126 mm gemessen. Das viele Wasser überflutete die Gotthard-Autobahn und lokal wälzten sich vom Wasser mitgerissene Schlamm- und Geröllmassen durch Siedlungsgebiete. Der Hagel richtet grosse Schäden in der Landwirtschaft an. Regional gab es bei den Reben und beim Gemüse Totalverluste. Die Hagelkörner, die am 8. Juli im Tessin fielen, waren bis zu 4-5 cm gross. Gemäss der neuen Hagelklimatologie von MeteoSchweiz treten solche grossen Hagelkörner im Durchschnitt alle 10 bis 20 Jahre auf.

Massiver Gewittersturm über Zürich und starker Regen im Süden

Unmittelbar vor einer niederschlagsaktiven Kaltfront aus Westen zog in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli eine massive Gewitterzelle von Frankreich her über die Schweiz. Über der Stadt Zürich tobte der Gewittersturm besonders heftig. Die Sturmböen von lokal über 100 km/h entwurzelten oder knickten zahlreiche Bäume. Die vom Sturm gefällten Bäume verursachten grosse Schäden an Autos, Gebäuden und Fahrleitungen des öffentlichen Verkehrs.

Neben den Sturmböen brachte das Gewitter auch Hagel und in wenigen Minuten enorme Wassermengen. Innerhalb von zehn Minuten fielen in Waldegg am Stadtrand 31,1 mm, in Zürich-Affoltern 27,2 mm Regen. Für den Messstandort Zürich-Affoltern war es die zweithöchste 10-Minutensumme in der 40-jährigen Messreihe. Mehr Niederschlag in zehn Minuten fiel hier nur im Mai 1988 mit 30.3 mm. Die 31,1 mm von Waldegg gehören zu den zehn höchsten 10-Minutensummen auf der Alpennordseite.

Die schweizweit höchste je gemessene 10-Minuten Niederschlagssumme von 41,0 mm meldete Lausanne im Juni 2018. Auf der Alpensüdseite erreichte die bisher höchste 10-Minutensumme 37,3 mm, gefallen im Juli 2019 in Soglio im Bergell.

Auch südlich der Alpen gab es am 13. Juli starke Regenfälle, insbesondere zwischen Locarno und dem Maggiatal. An der Station Robiei in Alta Valle Maggia wurden 157,7 mm Regen in 12 Stunden gemessen, die höchste Menge seit Beginn der Messungen vor 30 Jahren. An zwei Tagen wurden insgesamt 210 mm gemessen. Die Gewitter verursachten auch starke Sturmböen, wie in Lugano, wo der Wind 90 km/h erreichte, und am Flughafen Locarno, wo eine Böe von 92,2 km/h große Schäden verursachte.

Hochwasser auf der Alpennordseite

In der ersten Julihälfte haben die Niederschlagssummen in den Einzugsgebieten der grossen Flüsse der Alpennordseite hohe Werte erreicht. An den Messstandorten Andermatt (oberes Reusstal), Braunwald (oberes Linthal), Sedrun (Vorderrheintal) und Grimsel Hospiz (oberes Aaretal) waren die gefallenen Mengen ein Rekord für die erste Julihälfte seit Messbeginn (Abb. 3). Die Rekorde blieben mit den Niederschlägen der letzten Juliwoche auch für den gesamten Monat bestehen.

Die grossen Niederschlagsmengen fielen ab dem 6. Juli in zwei Schüben innerhalb von zehn Tagen. In dieser kurzen Zeit erhielten Andermatt und Sedrun mehr als das Doppelte, das Grimsel Hospiz knapp das Doppelte einer durchschnittlichen Julimenge. In Braunwald war es deutlich mehr als eine durchschnittliche Julimenge.

Die grossen Niederschlagssummen in kurzer Zeit fielen auf ein bereits gefülltes hydrologisches System. Die Monate Mai und Juni mit anhaltender Niederschlagstätigkeit brachten in weiten Gebieten der Schweiz zum Teil deutlich überdurchschnittliche Niederschlagssummen. Zusätzlich gab in den Hochalpen im sehr milden Juni eine kräftige Schneeschmelze. Mit den zusätzlichen grossen Juli-Niederschlagsmengen kam es schliesslich an mehreren Seen und Flüssen auf der Alpennordseite zu Hochwasser und Überflutungen.

Sonnige Sommerwoche

Vom 17. bis am 23. Juli dehnte sich ein Hochdruckgebiet von den Britischen Inseln nach Mitteleuropa aus. Die Sommersonne zeigte sich zunächst in der Westschweiz, im Wallis und im Tessin, ab dem 19. Juli auch in der Ostschweiz. Vereinzelt traten in dieser Phase weiterhin lokale Schauer und Gewitter auf.

Auf der Alpensüdseite stieg die Tageshöchsttemperatur mit Unterstützung des Nordföhns bereits am 17. Juli über 30 °C und an einigen Stationen wurden Tropennächte verzeichnet. Auf der Alpennordseite gab es ab dem 18. Juli Sommertage mit Tageshöchstwerten von 25 °C oder höher, die Hitzemarke von 30 °C wurde hier bis auf wenige lokale Ausnahmen (Buchs, Aigle) aber knapp nicht erreicht.

Zum Monatsende nochmals kräftige Niederschläge

Ab dem 24. Juli war das Wetter wieder tiefdruckbestimmt. Die Südwestströmung führte nochmals feucht-instabile Luft in den Alpenraum. In der Folge kam es zwischen 24.-28.7. erneut zu Hagelgewittern und heftigen Niederschlägen. Betroffen waren weite Teile der Westschweiz und entlang des Jurabogens, wiederrum die Zentral- und Ostschweiz und besonders stark auch das Tessin. Die Hagelereignisse wiesen maximale Korngrössen auf, die nur alle 20-50 Jahre erwartet werden. Nebst Hagel fielen gebietsweise sehr intensive Niederschläge, so beispielsweise in Wolhusen LU (Messstation Kanton Luzern), wo in 10 Minuten 26 mm gemessen wurden. An den Südtessiner Stationen Morbio Superiore und Coldrerio kam es in den 3 Tagen bis zum 28.7. zu 357 mm respektive 351 mm Niederschlag, eine Menge, mit der seltener als alle 100 Jahre gerechnet werden muss. In Zusammenhang mit den Gewittern wurden auch kräftige Sturmböen gemessen, beispielsweise in Einsiedeln SZ mit 78 km/h, in Oberägeri ZG sogar mit 93 km/h.

Abb.4: Blick aus dem Zug über die Linthebene mit weissem Hagelteppich und überschwemmten Feldern, am 25. Juli 2021. Fotos: C. Schwierz.
Abb.4: Blick aus dem Zug über die Linthebene mit weissem Hagelteppich und überschwemmten Feldern, am 25. Juli 2021. Fotos: C. Schwierz.

Roter Holunder mit reifen Früchten

Im Sommer reifen die Früchte von Bäumen und Wildsträuchern. Reife Beeren des Roten Holunders konnten seit Ende Juni beobachtet werden. Im Juli wurden die roten Beeren bis in Höhenlagen von 1200 m beobachtet. Diese Termine lassen sich meist in die Klasse «normal» einordnen. Die Fruchtreife der Vogelbeeren tritt normalerweise im August und September auf. Anders als im letzten Jahr, wo schon im Juli sehr früh reife Vogelbeeren auftraten, wurden sie im aktuellen Jahr bisher noch kaum beobachtet.

Der Schwarze Holunder blühte Anfang Juli in Höhenlagen über 1000 m, etwa zu einem mittleren Zeitpunkt verglichen mit der 30-jährigen Periode 1981-2010.  In den höheren Lagen des Mittellands und der Voralpen blühten im Juli die Sommer- und Winterlinden wenige Tage später als im Mittel.

Seit Mitte Juni ist das Wald-Weidenröschen am Blühen. Am 22. Juli blühte es zum Beispiel in Davos auf 1560 m. Seine Blüte wird seit 1996 beobachtet, der Blühtermin im 2021 entspricht dem langjährigen Mittel.

Vergrösserte Ansicht: Blumenwiesen in voller Blüte wie im Gental auf 1900 m mit Blick zum Tällistock. Hier blühten unter anderem Margeriten, Wundklee und die Orchideenart Langspornige Handwurz.
Abb. 5: In den Alpen stehen die Blumenwiesen in voller Blüte wie im Gental auf 1900 m mit Blick zum Tällistock. Hier blühten unter anderem Margeriten, Wundklee und die Orchideenart Langspornige Handwurz. Foto: Regula Gehrig.

Der definitive Bericht zum Juli 2021 ist ab dem 11. August 2021 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.

Kommentare (12)

  1. Leonel Ziel, 25.08.2021, 21:07

    Wow!

  2. Volker, 02.08.2021, 00:31

    Sollte es am Schluss nicht heissen: "der definitive Bericht zum Juli 2021"?

    1. MeteoSchweiz, 02.08.2021, 10:15

      Guten Tag Volker, vielen Dank für Ihr aufmerksames Lesen. Sie haben natürlich recht, wir haben den Fehler korrigiert. Mit freundlichen Grüssen, MeteoSchweiz

  3. Reto, 01.08.2021, 19:58

    Sehr geehrtes meteo team,

    Rund 14 grad im juli sollen 0.3 grad kühler sein as das langjährige mittel. Wie kommen sie auf die durchschnitstemperatur von 14.3 grad im langjährigen mittel im monat juli?
    Ich kan mich nicht erinnern jemals ein juli erlebt zu haben in dem ich heizen musste.

    1. MeteoSchweiz, 02.08.2021, 12:30

      Guten Tag Reto, die Schweizerische Mitteltemperatur lässt sich nicht genau mit Ihren Erfahrungen vor Ort vergleichen. Sie bezieht sich zum einen auf die mittlere 24-Stunden-Temperatur (nicht Tages-Höchstwerte) und setzt sich zum anderen aus Stationsmessungen zusammen, die über die ganze Schweiz und verschiedene Höhenstufen verteilt sind. Die Analyse können sie selber nachprüfen, die Daten stehen hier zur Verfügung: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/schweizer-temperaturmittel/daten-schweizer-temperaturmittel.html Eine Erläuterung zum Schweizer Temperaturmittel finden Sie hier: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/schweizer-temperaturmittel.html Diese Karte veranschaulicht die Verteilung der Temperatur im Juli 2021 über der Schweiz https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/monats-und-jahresgitterkarten.html?filters=temp_mean_2021_07_2021 Eine Visualisierung der langjährigen Messwerte an den einzelnen Stationen finden Sie hier: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/jahresverlauf-an-stationen.html?station=sma
      Mit freundlichen Grüssen, MeteoSchweiz

    2. Ricardo, 02.08.2021, 16:40

      Temperaturmässig entsprach der Juli ziemlich genau der Norm 1981-2010. Wir sind es uns nicht mehr gewohnt.

    3. Hanspeter, 04.08.2021, 16:25

      Hallo MeteoSchweiz, in Ergänzung zu ihrer Antwort an Reto - ist es nicht auch so, dass die Tages-Temperaturunterschiede bei regnerischem Wetter geringer sind, d.h. die Tage zwar kühler, die Nächte dafür wärmer sind, als wenn aufgrund fehlender Wolken die Abstrahlung in der Nacht stärker ist. In der Summe also nur geringfügig tiefere Durchschnittstemperatur, auch wenn sich die Tage erheblich kühler anfühlen.

    4. MeteoSchweiz, 05.08.2021, 08:21

      Guten Tag Hanspeter,

      das ist eine mögliche Erklärung dafür, dass Wahrnehmung und Fakten manchmal nicht übereinstimmen. Zudem gab es in der Referenzperiode 1981-2010 einige sehr kühle Sommer, welche den langjährigen Durchschnitt für diesen Zeitraum nach unten gedrückt haben. So z.B. der Juli 1981 oder die Phase mit relativ kühlen Julimonaten zwischen 1984 und 1990. Dann waren auch die Julitemperaturen von 1993, 1997 und 2000 sehr kühl. Die MeteoSchweiz-Karten hierfür finden Sie hier: https://bit.ly/2TTnLQg.

      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

  4. Matthias Lugauer, 01.08.2021, 12:42

    Nun liegen drei nasse Monate hinter uns, das ist im Unterallgäu (Bayern) ähnlich wie in der Nordostschweiz. Nach den letzten Jahren, in denen die Sommer eher von Trockenheit geprägt waren, sind wir das nicht mehr gewohnt.
    Das Grundwasser hat sich bei uns gut von seinem dreijährigen Niedrigstand erholt, nun würde der Regen eigentlich reichen! Leider sind in Deutschland katastrophale Schäden durch Hochwässer, insbesondere in der Eifel entstanden.
    In den deutschen Medien wird laufend vom Klimawandel gesprochen, egal in welche Richtung das Wetter gerade ausschlägt. Ich habe in einem Leserbrief angemahnt, nicht jede Witterungskapriole dem (menschengemachten) Klimawandel zuzuschieben - der Mensch breitet sich ja auch immer weiter auch in gefährdete Zonen aus.
    Sind für Sie die letzten drei Monate ein klare Folge für den beobachteten Klimawandel oder würden Sie sie eher als Teil der Witterungsvariabilität ansehen, wie sie sowohl in einem kälteren als auch wärmeren Klima denkbar sind?

    1. MeteoSchweiz, 02.08.2021, 12:17

      Guten Tag Herr Lugauer, Trockenheit, Hitze und Überschwemmungen gehören zu einem gewissen Masse zur Variabilität des schweizerischen Sommerklimas. Messdaten und Modelle zeigen uns aber klare Signale, dass die Zunahme von Starkniederschlägen oder Hitzewellen eine Folge des Klimawandels ist, mit denen in Zukunft bei fortschreitender Erwärmung immer häufiger zu rechnen sein wird. https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/klimawandel-und-auswirkungen/schweizer-klimaszenarien.html . Eine kürzlich erschienene Studie (https://www.nature.com/articles/s41558-021-01092-9, https://www.tagesanzeiger.ch/das-gleiche-wetter-kann-in-einer-waermeren-welt-zu-extremen-ereignissen-fuehren-518399329441) kommt zu dem Schluss, dass mit der Klimaerwärmung vermehrt auch mit bisher sehr seltenen Extremen gerechnet werden muss. Inwieweit ein einzelnes Ereignis durch den Klimawandel wahrscheinlicher wurde, beantwortet ein Ansatz, der "Attribution" genannt wird. Für die Überschwemmungen im Juli 2021 hat der https://www.worldweatherattribution.org/ angekündigt, eine solche Analyse Mitte August zu veröffentlichen. Mit freundlichen Grüssen, MeteoSchweiz

  5. Fabian Berger, 30.07.2021, 17:32

    Handelt es sich hier um eine Wetterlage Vb? Was ist für diese Wetterlage typisch?

    1. MeteoSchweiz, 02.08.2021, 13:31

      Sehr geehrter Herr Berger, vielen Dank für Ihre interessante Frage. Eine schöne Zusammenfassung zur Vb Wetterlage finden Sie hier: https://www.researchgate.net/publication/330514195_Die_Vb_Zugbahn_-_in_OGM_Bulletin_20152 . Ausser beim Tief "Bernd", welches in Deutschlang die verheerenden Niederschläge brachte, war eine typische Vb-Zugbahn der "Juli-Tiefs" eher weniger zu erkennen. Vielmehr waren die kräftigen, gewittrigen Niederschläge damit verbunden, dass der Alpenraum oftmals auf der Vorderseite von langwelligen Trögen (Tiefdruckgebiet in der Höhe) lag, die bis weit in den Süden ausgriffen. Dabei wurde mit der vorherrschenden südwestlichen Höhenströmung immer wieder warme und feucht-labile Luftmassen aus dem Mittelmeerraum zu den Alpen transportiert. Diese feucht-warme Luft destabilisiert die Atmosphäre wodurch Gewitter und starke Niederschläge begünstigt werden. Die Episoden mit heftigen Gewittern und Hagel in diesem Juli waren genau durch das Auftreten dieser Höhentröge gekennzeichnet.
      Mit freundlichen Grüssen, MeteoSchweiz