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Eine spielerische Bastelarbeit

12. Januar 2022, 7 Kommentare

Heute Sonnenschein, morgen Regen? Wäre es nicht toll, das Wetter mit Hilfe von Naturmaterialien beobachten zu können? Selber herauszufinden, wie feucht z.B. die Luft ist? Basteln Sie Ihr eigenes Hygrometer und messen die Luftfeuchtigkeit selber. Ein Bastelspass für Gross und Klein!

Tannenzapfen
Tannenzapfen

Heute zeigen wir Ihnen, wie Sie mithilfe eines Tannenzapfens einen Feuchtigkeitsmesser, ein sogenanntes Hygrometer, bauen können. Hierbei machen wir uns die hygrophilen Eigenschaften von Holz zunutze, nämlich dessen Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und sich zu verformen.

Zuerst stellen wir unsere Utensilien zusammen:

Vergrösserte Ansicht: Zusammenstellung Bastelmaterial
Zusammenstellung Bastelmaterial
  • ein Stück fester Karton oder eine Platte aus Balsaholz
  • einen Tannenzapfen, am besten von der heimischen Föhre, er kann aber auch von einer Tanne oder jedem anderen Nadelbaum stammen
  • Faden oder Schnur
  • einen Holz- oder Plastikstab, eventuell einen Strohhalm
  • einen Filzstift
  • Kontakt- oder Heisskleber
Vergrösserte Ansicht: Seitenansicht des Tannenzapfens
Seitenansicht des Tannenzapfens

Zunächst geht es darum, den Tannenzapfen so an den Karton oder der Balsaholzplatte zu fixieren, dass er fest an der Unterlage haftet. Wenn Sie Heisskleber haben, verwenden sie diesen.

Vergrösserte Ansicht: An Tannenzapfen festgeklebter Stift
An Tannenzapfen festgeklebter Stift

Wenn Sie diesen Schritt erledigt haben, kleben Sie den Stift an einer Schuppe des Tannenzapfens fest, so dass der Stift parallel zum Karton oder der Balsaholzplatte bleibt.

An dieser Stelle erläutern wir einige botanische Begriffe:

Der wissenschaftliche Name des Tannenzapfens lautet «Zapfen » oder «Strobilus». Bei den weiblichen Zapfen heissen die Schuppen auch Hochblattschuppen; diese verwenden wir hier. Es gibt auch die Samenschuppen, die sich am unteren Teil der Hochblattschuppen befinden und die geflügelten Samen – die Pinienkerne – enthalten.

Vergrösserte Ansicht: Gebasteltes Hygrometer im Freien platziert
Gebasteltes Hygrometer im Freien platziert

Stellen wir nun das gebastelte Hygrometer an einem vor Regen geschützten Ort im Freien auf und geben auf unserer Karton-Unterlage die jetzige Position des Stabs sowie das derzeitige Wetter an. Unser Hygrometer ist bereit!

Vergrösserte Ansicht: Verschiebung des Stiftes je nach Luftfeuchtigkeit
Verschiebung des Stiftes je nach Luftfeuchtigkeit

Der Tannenzapfen schliesst sich an feuchten Tagen und öffnet sich an trockenen Tagen. Infolgedessen zeigt der Stab den Feuchtigkeitsgehalt der Luft an, indem er sich senkt oder hebt. Natürlich erfolgt diese Art der Messung nicht so zeitnah wie bei unseren Instrumenten, sie ist aber genauso effektiv und nicht minder interessant zu beobachten. Viel Vergnügen!

Und so misst MeteoSchweiz die Luftfeuchtigkeit mittels Hygrometer

Die Luftfeuchtigkeit wird mit einem Taupunktspiegel gemessen. Dabei wird ein Spiegel im Hygrometer abgekühlt, bis sich durch Kondensation Feuchtigkeit auf seiner Oberfläche niederschlägt. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich anhand dieser Taupunkttemperatur präzise ermitteln.

 

MeteoSchweiz ist offen für einen respektvollen Onlinedialog und freut sich über Ihre Kommentare und Fragen. Bitte beachten Sie dabei unsere Netiquette. Haben Sie bitte auch Verständnis dafür, dass kein Recht auf die Publikation eines Kommentares besteht und dass wir über die Freischaltpraxis keine Korrespondenz führen. Kontaktformular

Kommentare (7)

  1. Felicia, 15.01.2022, 07:40

    Das ist ein "Forigel" = Föhrenzapfen. Wer kennt diesen Ausdruck noch?

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  2. Sabine Oertli, 14.01.2022, 20:35

    Eine spannende Anleitung, danke.
    Botanisch herrscht aber ein mittleres Chaos:
    Der abgebildete Zapfen ist ein Föhrenzapfen.
    Unter "Tanne" versteht man die Weisstanne, deren Zapfen nicht als ganzes vom Baum abfallen. Die eignen sich also nicht für diese Bastelei.
    Geeignet wären von den einheimischen Arten noch Fichten-Zapfen. Ein anderer Name für die Fichte ist Rottanne.

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  3. Dorothea Padrusa, 13.01.2022, 12:17

    Solche Beiträge sind der Hit! Schön, dass damit altes Wissen gepflegt wird. Herzlichen Dank!

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  4. Luc Georgi, 13.01.2022, 09:23

    Mein Grossvater hatte kleine geschälte Fichtenzweige mit jeweils einem Seitenästchen an die Holztüre genagelt. An der Biegung des Seitenastes liess sich gleich wie beim Stift des Kieferzapfens die Luchttfeuchtigkeit ablesen.

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  5. Gabi ⁸Müller, 12.01.2022, 14:20

    Das mache ich schon seit vielen Jahre. Ein Föhrenzapfen steht draussen, an einem geschützten Ort. Er ist wirlich zuverlässig.

    Im Herbst haben wir bei einer Alphütte eine  Wetterstation gesehen. Draussen an der Wand ein Brett, ein Nagel und eine Schnur am Nagel.
    Unten stand:

    Schnur senkrecht - Windstill
    Schnur waagrecht - Sturm
    Schnur trocken - schönes Wetter
    Schnur nass - Regen
    Schnur gefroren - Winter

    :))

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    1. isychessy, 14.01.2022, 18:04

      echt cool 😎!!!!!!!!

  6. M. Bucher, 12.01.2022, 14:05

    Ist das ein Tannenzapfen? Von einer Fichte glaube ich nicht, die sehen anders aus.

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