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Die Alpen – ein Hotspot im Klimawandel

1. Juni 2022, 28 Kommentare
Themen: Klima

Der Klimawandel zeigt sich im Alpenraum bereits heute deutlich, und seine Folgen sind klar spürbar. Eine neue Studie von MeteoSchweiz und weiterer Wetterdienste zeigt detailliert auf, welches Klima wir in dieser Region in Zukunft zu erwarten haben.

Der Hüfifirn im Claridengebiet mit Grossem Schärhorn im Hintergrund.
Der Hüfifirn im Claridengebiet mit Grossem Schärhorn im Hintergrund. Foto: Sven Kotlarski

Grenzenloser Klimawandel

Die Schweiz ächzt unter dem Klimawandel. Gegenüber vorindustrieller Zeit hat sich die Schweizer Mitteltemperatur bereits um mehr als 2 °C erhöht. Hitzewellen werden häufiger, die Sommer trockener und die Niederschläge intensiver. Gleichzeitig zieht sich die Schnee- und Eisbedeckung spürbar zurück. Die Schweizer Klimaszenarien CH2018 zeigen detailliert auf, mit welchem Klima wir in Zukunft in der Schweiz zu rechnen haben und wie globaler Klimaschutz die erwarteten Änderungen noch eingrenzen könnte. Dabei ist der Klimawandel ein weltweites Phänomen und macht auch an den Landesgrenzen nicht halt. Wie wird sich der zukünftige Klimawandel also im gesamten Alpenraum zeigen?

Klimaszenarien für den Alpenraum

Um diese Frage zu beantworten hat eine neue Studie der drei Wetterdienste MeteoSchweiz, ZAMG und Météo France die neueste Generation regionaler Klimasimulationen für den gesamten Alpenraum ausgewertet. Die betrachteten Simulationen sind identisch mit denjenigen, die auch für die Schweizer CH2018 Szenarien verwendet wurden. Das Analysegebiet umfasst nun jedoch den gesamten Alpenraum inklusive seiner Vorländer. Insgesamt wurden drei verschiedene Emissionsszenarien betrachtet, die unterschiedliche Annahmen über die zukünftigen menschlichen Treibhausgasemissionen treffen:

  • Starker Klimaschutz mit baldigem und deutlichem Rückgang der globalen Emissionen (RCP2.6);
  • Moderater Klimaschutz mit zunächst weiterem Anstieg der Emissionen, ab Mitte Jahrhundert jedoch nachhaltiger Emissionsreduktion (RCP4.5);
  • Eine Welt ohne Klimaschutz mit einem weiteren deutlichen Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen (RCP8.5).

Wärmer und feuchter im Winter – heisser und trockener im Sommer

Die Ergebnisse bestätigen die Hauptbotschaften der CH2018 Klimaszenarien und zeigen, dass diese angenähert auf den gesamten Alpenraum zutreffen. Sowohl im Sommer als auch im Winter ist bis zum Ende des 21. Jahrhunderts eine deutliche weitere Erwärmung zu erwarten. Diese wird im Sommer, in den Hochlagen der Alpen sowie auf der Alpensüdseite besonders stark ausfallen (Abbildung 1).

Im Szenario ohne Klimaschutz (RCP 8.5) ist die erwartete Erwärmung am grössten und kann in den Hochlagen der Alpen im Sommer 5 °C übertreffen. Fast im gesamten Alpenraum ist mit einer Erhöhung der Winterniederschläge und mit einem Rückgang der sommerlichen Niederschlagsmengen zu rechnen, letzteres insbesondere im westlichen und südlichen Alpenraum (Abbildung 2). Auch hier gilt: Das Szenario ohne Klimaschutz, in dem die weltweiten Treibhausgasemissionen am höchsten sind, würde im Vergleich zu den anderen Emissionsszenarien zu den stärksten Niederschlagsänderungen führen. Starkniederschläge werden zunehmen – selbst in den Sommermonaten trotz erwartetem Rückgang der mittleren Niederschlagsmengen. Wichtig: Die Karten in Abbildung 2 geben die mittlere Änderung aller betrachteten Klimasimulationen an. Sie entspricht dem wahrscheinlichsten Wert. Um diesen Wert herum gibt es in der Regel eine gewisse Unsicherheits-Bandbreite.

Im Winter deutlich weniger Schnee

Eine immer wieder gestellte Frage ist, ob die erwartete Zunahme der Winterniederschläge zu einer Zunahme der natürlichen Schneedecke führen und so den Effekt höherer Temperaturen auf die Schneedecke ausgleichen könnte. Abbildung 3 zeigt klar, dass dem nicht so ist. Für alle Emissionsszenarien und in allen Höhenlagen haben wir mit einer Abnahme der winterlichen Schneedecke zu rechnen. Der Temperaturanstieg führt dazu, dass der Niederschlag bis in grössere Höhen häufiger in Form von Regen statt Schnee fällt. Für das Szenario ohne Klimaschutz könnte der Rückzug der Schneedecke in tiefen Lagen bis zum Ende des Jahrhunderts 80 % oder mehr gegenüber heutigen Verhältnissen betragen. In Lagen über 2500 Metern wird der Rückzug geringer ausfallen, ist aber auch hier vor allem für das Szenario ohne Klimaschutz deutlich spürbar.

Grenzübergreifende Klimaszenarien sind wichtig

Studien wie die hier beschriebene sind zentral, um den Klimawandel in einen grösseren regionalen Kontext einzubetten und nationale Klimaszenarien zu ergänzen. Klima und Klimawandel machen keinen Halt an Landesgrenzen. Viele natürliche und ökonomische Systeme funktionieren grenzübergreifend und sind gesamthaft vom derzeitigen und zukünftigen Klimawandel betroffen. Beispiele hierfür sind länderübergreifende hydrologische Einzugsgebiete (wie diejenigen des Rheins, der Donau oder der Rhône), regionale Touristenströme oder multinationale Wertschöpfungs- und Produktionsketten. Eine enge Zusammenarbeit von Forschungsinstitutionen und Wetterdiensten aus den betroffenen Regionen ist nötig, um diese wichtigen Fragen zu beantworten, die regionalen Expertisen zusammenzubringen und Synergien zu nutzen.

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Kommentare (28)

  1. Adrian, 25.06.2022, 21:24

    Die ausgeprägten Phänomene, z.B. Starkregen etc. bezweifle ich nicht. Nur scheint es mir, dass kein Zusammenhang besteht zu etwas mehr oder weniger Autofahren in der Schweiz oder ganz Europa. Solange derart viel Regenwald, als Klimagürtel der Erde bekannt, abgeholzt wird, könnten wir ab 2023 netto null CO2 ausstossen, die Wetterextreme würden dennoch bleiben. Die Temperaturen steigen. Aber den betroffenen Ländern dürfen wir hier natürlich nichts vorschreiben.

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  2. Patrick, 08.06.2022, 12:37

    Ich muss Martina recht geben. Auch in der Schweiz (im Radio, im TV, aber auch der Mindset der Bevölkerung) wird stets das Wetter mit dem meisten Sonnenschein und dem wolkenlosesten Himmel heraufgepredigt und quasi als das Nonplusultra dargestellt. Und daneben das "schlechte" Wetter als der Miesepeter dargestellt und darauf folgt jeweils ein negatives Verhalten. Der/die eine oder andere (Bauern, ältere Menschen, ...) wünschen sich vielleicht jedoch manchmal andere Verhältnisse. Gerade fürs Klima und unsere Gletscher kann eine längere, kühlere Periode sehr vorteilhaft sein. Als regelmässiger Berggänger schätze ich auch mal ein Gewitter. Lernen wir doch jedes Wetter wertzuschätzen und das schöne darin zu sehen, auch wenn es mal 5 Tage regnet. "Schönes Wetter" ist immer relativ. Danke übrigens MeteoSchweiz für Euren Job, weiter so!

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  3. Bruno, 06.06.2022, 07:44

    Die Abweichung der globalen Temperatur vom 30-jährigen Mittel der satellitengestützten Messungen der University of Alabama (UAH) ist im Mai 2022 gegenüber dem April von 0,26 Grad auf 0,17 Grad Celsius gesunken. Die Temperatur steigt seit 40 Jahren um durchschnittlich 0,13 Grad Celsius pro Jahrzehnt. Das ist nicht gerade besorgniserregend. (F. Vahrenholt, 05.06.2022)

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    1. MeteoSchweiz, 08.06.2022, 16:37

      Guten Tag Bruno,

      Die Jahrestemperatur in der Schweiz hat von der vorindustriellen Periode (1871-1900) bis heute (1992-2021) um 1,97 °C zugenommen. Einen kräftigen Erwärmungsschub um rund 1 °C innert weniger Jahre gab es ab dem Ende der 1980-er Jahre. Ein weiterer kräftiger Erwärmungsschub ist in den letzten zehn Jahren zu beobachten. So zeigt sich die Erwärmung in der Schweiz weit ausgeprägter als im globalen Mittel. Auch andere Regionen der Welt verzeichnen eine stärkere Erwärmung als im globalen Mittel. Ein bekanntes Beispiel ist die Arktis.

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

    2. Paredes Bruno, 12.06.2022, 14:51

      …und erwähnen die Mittelalterliche Wärmeperiode - so warm wie heute - und die Kleine Eiszeit bis Mitte 19 Jh. - danach wird es wärmer - mit keinem Wort.

    3. MeteoSchweiz, 15.06.2022, 15:22

      Guten Tag Herr Paredes,

      Es geht in der aktuellen Klimadiskussion nicht um Klimaänderungen in der Vergangenheit. Diese sind sehr gut bekannt und sie werden auch intensiv erforscht.
      Der Kern der Klimadiskussion liegt hier: Die heute verfügbaren physikalischen Berechnungen zeigen, dass ab etwa Mitte des 20. Jahrhunderts beim globalen Temperaturanstieg die menschliche Klimabeeinflussung durch Treibhausgase (Anstieg klimarelevanter Bestandteile in der Atmosphäre wie Kohlendioxid, Methan,
      Lachgas) klar sichtbar ist.

      Gemäss dem aktuellen Wissen wäre die globale Temperatur in den letzten Jahrzehnten mehr oder weniger stabil geblieben oder hätte sich periodisch sogar leicht abgekühlt, wenn nur die natürlichen Faktoren (z.B. Vulkane, Meeresströmungen, Sonne) Einfluss hätten. Nur unter Einbezug der menschlichen Faktoren (zusätzliche Treibhausgase durch unsere Emissionen) zeigen die Berechnungen eine globale Erwärmung, wie sie auch tatsächlich gemessen wird. Das ist der deutlich sichtbare Fussabdruck der menschlichen Klimabeeinflussung, wie er uns durch die umfangreichen Klimamodellierungen vor Augen geführt wird.

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

  4. Martina, 03.06.2022, 17:12

    Ich weiß nicht, wie die Wetterberichte in der Schweiz moderiert werden. Aber in Österreich ärgere ich mich seit Jahren, wenn viel zu hohe Temperaturen mit einer Freude angekündigt werden, als wären sie ein Grund zum Jubeln. Woher kommt das?
    Juhuu - Bludenz hat die 30° Schwelle bereits im Mai geknackt!
    Würde man die Hitze weniger lobpreisen, würde vielleicht eher ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden. Aber es gibt leider nach wie vor genügend Leute, die Hitze toll finden und denen es egal ist, wie sehr die Natur darunter leidet. Hauptsache Badewetter!

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    1. MeteoSchweiz, 08.06.2022, 09:36

      Guten Tag Martina,

      Danke für Ihre Nachricht. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz informiert auf der Website, der App, über den Blog und via Twitter über das aktuelle Wettergeschehen und ordnet es in die langjährige Klimaentwicklung ein. Dabei wird stets auf eine neutrale Berichterstattung geachtet.

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

    2. Lars, 09.06.2022, 22:01

      Ich persönlich freue mich auch immer über die Hitze.
      Nur leider darf man das heutzutage nicht mehr laut sagen.

    3. MeteoSchweiz, 10.06.2022, 11:43

      Guten Tag Lars,

      natürlich dürfen alle, denen diese Bedingungen zusagen, sich über schönes Wetter und heisse Tage freuen. Tatsache ist aber, dass die zunehmende Hitze eine Belastung für Menschen, Tiere und Pflanzen darstellt. Der Klimawandel bringt Chancen und Risiken, wobei die Risiken klar dominieren. Mehr darüber erfahren Sie beim National Centre for Climate Services und beim Bundesamt für Umwelt, z.B. hier: https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/klimawandel-und-auswirkungen/analyse-der-klimabedingten-risiken-und-chancen.html.

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

    4. Maja, 20.06.2022, 09:31

      Martina spricht mir aus dem Herzen. Natürlich schätzen wir alle schönes Wetter. Aber Regen ist gerade im Sommer für die Natur und Tierwelt enorm wichtig und mit der Abkühlung, die er mit sich bringt, bei vielen hoch willkommen.

  5. Peter S, 03.06.2022, 08:25

    Nur wegen der Aussage von wegen Schneesport ab 1000 Metern: Auch ich habe die letzten beiden Winter in der Region Einsiedeln ausgiebig genossen (Langlauf). Nur: Praktisch sämtliche Gebiete liegen hier unter 1000 Metern, und unterhalb Schindellegi (750 Meter über Meer) liegt praktisch nie mehr über längere Zeit eine auch nur einigermassen Dicke Schneedecke. Nur noch wenig Erwärmung, dann ist hier Schluss. Ich geniesse dehalb jeden "guten" Winter noch ausgiebig, und rechne nicht damit das nachfolgende Generationen dies auch noch tun können.

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  6. Reto, 02.06.2022, 12:44

    Nun, so wie die Entwicklung und die Handlung der Menschheit aussieht, müssen wir Stand heute mit dem Szenario mit der höchstmöglichen Erhitzung des Klimas rechnen. Falls man mit offenen Augen durchs Leben und die Natur geht, sind die Auswirkungen jeden Tag sichtbar. Das Klima, welches in den 70-er/80-er Jahren z.B. in Bern herrschte, findet man heutzutage auf der Höhe von Grindelwald. Und es ist zu befürchten, dass diese Auswirkungen erst ein erstes Vorglühen der Klimakatastrophe sind. Noch haben die Rückkoppelungen im Klimasystem (z.B. Freisetzung Methan in den Meeren und Permafrost) noch nicht voll eingesetzt. Die Zukunft sieht leider sehr düster aus, weil niemand sein Verhalten ändern will. Dies deprimiert mich zutiefst.

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    1. Andi, 04.06.2022, 08:52

      Ich bin von Haus aus ein Optimist, aber ich sehe es auch so.

    2. Werren Ueli, 05.06.2022, 13:41

      Wir sind doch so gut ausgebildet und fortschrittlich, handeln aber so dumm und egoistisch. Das enttäuscht mich sehr.

  7. Manuel, 01.06.2022, 16:23

    Klimaerwärmung heisst für mich, dass es im Sommer deutlich wärmer sein sollte.
    Nur hatten wir letztes Jahr einen sehr kalten und nassen Sommer.
    Und wenn man auf die Prognosen für die nächsten 3-4 Wochen schaut ist weit und breit keine Hitzewelle oder trockene Periode zu sehen.
    Klimaerwärmung umgekehrt also?

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    1. MeteoSchweiz, 02.06.2022, 09:24

      Guten Tag Manuel,

      Die Klimaänderung darf keinesfalls auf ein einzelnes oder ein paar einzelne Jahre reduziert werden. Schwankungen von Jahr zu Jahr gehören zum Klimasystem. Die Klimaänderung zeigt sich in der langfristigen Entwicklung über Jahrzehnte hinweg. Seit 1980 ist der Sommer in der Schweiz im Mittel rund 2 °C wärmer geworden. Hitzewellen sind vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten häufiger und auch intensiver geworden. Das sind bekannte Fakten, die auch regelmässig kommuniziert werden. Das Thema Sommer und Klimaänderung wurde ausführlich am Beispiel der Sommerhitze 2018 und 2015 diskutiert:

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2018/11/hitze-und-trockenheit-im-sommerhalbjahr-2018-eine-klimatologische-uebersicht.html

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2016/8/der-hitzesommer-2015-in-der-schweiz.html

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

    2. Armand, 02.06.2022, 11:12

      Letzter Sommer war zwar nass aber nicht kalt (sogar ein wenig zu warm dank dem heissen Juni - s. Berichte von Meteoschweiz).

    3. Reto, 02.06.2022, 12:37

      Wir hatten letztes Jahr keinen "sehr kalten" Sommer, bitte keine Fakenews verbreiten. Es war zwar ein sehr nasser (=> zum Glück, so konnten sich die Wasserspeicher etwas erholen!), aber keineswegs kalter Sommer. Der Sommer war nämlich wärmer als die damals verwendete Referenzperiode 1981-2010, welche auch schon stark von der durch die Menschheit verursachte Klimakatastrohe geprägt war. Zeigt, wie sich die Wahrnehmung der Menschen schon verändert hat und sie sich an die Klimakatastrophe gewöhnt haben. In den 80-er Jahren wäre der vergangene Sommer übrigens deutlich zu warm gewesen.

    4. Markus Imhof, 02.06.2022, 17:41

      Der Sommer 2021 war nass, aber "sehr kalt" stimmt einfach nicht, im Gegenteil. Studieren Sie die Wetterdaten! Entweder sind Sie sehr jung und haben keine Erfahrung, was ein "sehr kalter" Sommer ist, oder Sie ignorieren bewusst die Fakten.

    5. Daniel M., 04.06.2022, 09:28

      @Reto, 02.06.2022, 12:37:
      Gemach, gemach, lieber Reto, wenn Sie vorschnell von "Fakenews" sprechen und schreiben, der Sommer sei "nämlich wärmer als die damals verwendete Referenzperiode 1981-2010" gewesen. Auch Sie sollten etwas genauer lesen: Das Klimabulletin des Jahres 2021 von MeteoSchweiz schreibt nämlich auf Seite 6 des Bulletins: "Zur Sommerwärme hat vor allem der schweizweit viertwärmste Juni beigetragen. Die Juli- und Augusttemperatur(en) blieben unter der Norm 1981 ‒ 2010."
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Ungebundene-Seiten/Publikationen/Klimabulletin/doc/2021_ANN_d.pdf
      Wir müssen uns trotz allem nach wie vor die Mühe machen zu differenzieren und auch die unterschiedlichen Regionen zu berücksichtigen.

    6. Wolfgang, 08.06.2022, 00:12

      Es ist schon sehr sportlich einen subjektiven Eindruck wie ihn Manuel empfindet gleich als „Fake News“ zu brandmarken.
      Ich empfand den Sommer 2021 keinesfalls als zu warm. Er war völlig verregnet was auch die verunglückte Freibadsaison zeigte.
      Mein subjektiver Eindruck (Achtung, Fakenews) ist der, dass die Klimaerwärmung sehr wohl weltweit stattfindet aber speziell im Bereich der Ostalpen weit weniger zu bemerken ist andernorts.

    7. MeteoSchweiz, 08.06.2022, 16:34

      Guten Tag Wolfgang,

      Die Jahrestemperatur in Davos (Ostalpen der Schweiz) hat von der vorindustriellen Periode (1871-1900) bis heute (1992-2021) um 2 °C zugenommen. Im gleichen Zeitraum hat die Jahrestemperatur in Genf und in Zürich ebenfalls um 2 °C, in Basel um 2,2 °C zugenommen. Dass die Erwärmung Bereich der Ostalpen weit weniger zu bemerken ist als andernorts, kann aus den Messdaten nicht abgeleitet werden.

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

  8. Toni B., 01.06.2022, 14:14

    Weniger Schnee - diese Behauptung finde ich nicht ganz korrekt. Er schmilzt in den Frühlingsmonaten einfach schneller. Anfangs dieses Jahrhunderts wurde darauf aufmerksam gemacht es gäbe ab 2020 nur noch Schnee ab 1500m, konnte aber die letzten zwei Winter genügend Wintersport ab 1000m betreiben!?

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    1. MeteoSchweiz, 02.06.2022, 09:43

      Guten Tag Toni B.,

      Der langfristige Rückzug der natürlichen Schneedecke im Alpenraum ist getrieben durch die fortschreitende Erwärmung und ein robustes Ergebnis der Klimaprojektionen. Er betrifft insbesondere den Frühling, aber wie Sie aus den Abbildungen erkennen auch die mittlere winterliche Schneebedeckung. Auch Beobachtungen zeigen diesen Trend bereits heute. Hochgelegene Regionen sind dabei in der Tat deutlich weniger betroffen, dort ist es auch mit fortschreitender Erwärmung im Kernwinter immer noch kalt genug für den Aufbau einer bedeutenden Schneedecke. Kurzzeitige und zufällige Fluktuationen (einzelne Winter) überlagern diese langfristigen Trends und können durchaus schneereiche Winter bedeuten. Diese werden aber vor allem in tiefgelegenen Regionen mit der Zeit immer seltener.

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

    2. Reto, 02.06.2022, 12:59

      Tatsache ist doch, dass in den Alpen schon jetzt nur noch mit flächendeckender künstlicher Beschneiung und einer Armee von Schneekanonen Skifahren möglich ist. Beschneit wird mittlerweile bis auf 3000m hinauf.

      Talabfahren sind meistens geschlossen und wenn offen, dann in vielen Orten nur noch als steinhartes, eisiges Kunstschneeband. Wie schön war Skifahren doch in den 70-er und 80-er Jahren - durch verschneite Wiesen und Wälder ins Tal fahren auf pulvrigem Naturschnee bei schön, kalten Wintertemperaturen - herrlich. Gibt es heute nicht mehr.

      Früher hat es sogar im Mittelland geschneit und je nach Winter lag wochenlang Schnee. Gibt es heute nicht mehr.

  9. Urs Imhof, 01.06.2022, 14:10

    Der Aargauer Hochrhein und das untere Aaretal spüren den Klimawandel genau so extrem.
    Kaum noch Schnee und Gewitter.
    Deutlich mildere Winter.
    Trockenphasen häufen sich.

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    1. Gabriele Hunger, 02.06.2022, 06:56

      Guten Morgen, ja, Herr Imhof, das kann ich nur bestätigen. Ich lebe am Rheinknie bei Basel seit über zwanzig Jahre. In dieser Zeit hat sich das Klima schon kolossal in diese Richtung entwickelt. In meinem direkten Umfeld leben Menschen, die diesen Wandel mit Vehemenz leugnen, dabei ist es so sichtbar. Große alte ehrwürdige Bäume vertrocknen vor meinen Augen!
      Dank an MeteoSwiss für die fantastischen Infos!! LG