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Herbstlich anmutend

27. Mai 2022
Themen: Wetter

Stellenweise zeigte sich der heutige Morgen von einer herbstlich anmutenden Seite. Ansonsten verlief der Brückentag meist sonnig.

Sonniges Bivio am Julierpass um die Mittagszeit. Meteomeldung / App
Sonniges Bivio am Julierpass um die Mittagszeit. Meteomeldung / App

Hochdruckbestimmt

Zwischen einem Hochdruckgebiet mit Zentrum über dem nahen Atlantik und einem ausgedehnten Tiefdruckkomplex über Nordeuropa lag die Schweiz heute in einer schwachen nordwestlichen Höhenströmung. Mit dieser näherte sich eine Kaltfront unter Abschwächung der Schweiz an.

Vergrösserte Ansicht: Bodendruck, Fronten und Stationsmeldungen mit Temperatur und Wetter (zwei Punkte bedeuten bspw. leichten Regen) um 8 Uhr. Aus Nordwesten nähert sich eine Kaltfront der Schweiz. Kommende Nacht dürfte die sich unter Abschwächung befindende Front am ehesten dem östlichen Alpennordhang wenig Niederschlag bringen.
Bodendruck, Fronten und Stationsmeldungen mit Temperatur und Wetter (zwei Punkte bedeuten bspw. leichten Regen) um 8 Uhr. Aus Nordwesten nähert sich eine Kaltfront der Schweiz. Kommende Nacht dürfte die sich unter Abschwächung befindende Front am ehesten dem östlichen Alpennordhang wenig Niederschlag bringen.

Tiefe Bewölkung im Anmarsch

Aus Nordwesten floss in den unteren Schichten feuchtere Luft zur Schweiz. In den nordwestlichen Landesteilen zeigte sich daher der frühe Vormittag von der bewölkten Seite. 

Vergrösserte Ansicht: Der Blick vom St. Chrischona bei Basel zeigt die relativ kompakte tiefe Bewölkung, welche von Nordwesten aufgezogen ist.
Der Blick vom St. Chrischona bei Basel zeigt die relativ kompakte tiefe Bewölkung, welche von Nordwesten aufgezogen ist.
roundshot.ch

Hochnebel in Graubünden

Aber nicht nur die Nordwestschweiz zeigte sich zu Tagesbeginn von seiner bewölkten Seite, auch in den Alpentälern dominierte insbesondere in Graubünden hochnebelartige Bewölkung. Die Obergrenze lag bei rund 2500 Metern.

Vergrösserte Ansicht: Herbstlich anmutender Start in den Tag oberhalb Arosa. Bei Sonnenaufgang zeigt sich eine kompakte Wolkendecke mit einer Obergrenze von rund 2500 Metern.
Herbstlich anmutender Start in den Tag oberhalb Arosa. Bei Sonnenaufgang zeigt sich eine kompakte Wolkendecke mit einer Obergrenze von rund 2500 Metern.
roundshot.ch

Höhentief Mittelmeer

Was aus den Satellitenbildern – im Gegensatz zur Bodenwetterkarte – auch noch deutlicher ersichtlich wird: Über dem Mittelmeerraum war heute ebenfalls nicht überall eitel Sonnenschein. In Anbetracht der Linksdrehung der Wolken musste dort ein Höhentief aktiv sein. Ein Blick auf die Höhenwetterkarte bestätigt dies:

Vergrösserte Ansicht: Satelliten- und Radarbild um 8:15 Uhr und Geopotential in Dekametern auf der 500 hPa-Fläche (rund 5500m). Über dem Mittelmeerraum sind in Verbindung mit dem Höhentief einige Schauer oder lokal Gewitter entstanden, über Deutschland und Polen fiel in Verbindung mit der Kaltfront etwas Niederschlag.
Satelliten- und Radarbild um 8:15 Uhr und Geopotential in Dekametern auf der 500 hPa-Fläche (rund 5500m). Über dem Mittelmeerraum sind in Verbindung mit dem Höhentief einige Schauer oder lokal Gewitter entstanden, über Deutschland und Polen fiel in Verbindung mit der Kaltfront etwas Niederschlag.

Ansonsten sonniger Vormittag

Zurück zur Schweizer Bewölkung: Diese lockerte sich sowohl im Nordwesten wie auch in den Alpentälern auf und liess so auch die Sonne zu Wort kommen. In den übrigen Gebieten verlief der Vormittag trotz Cirren und flachen Quellwolken weitgehend sonnig.

Unterschiede zwischen Alpennord- und Alpensüdseite

Vergrösserte Ansicht: Einiges los auf dem Neuenburgersee. Das Wetter zeigte sich von der meist sonnigen Seite. Auch die Quellwolken blieben flach und somit harmlos. Der Wind war am Vormittag meist schwach, am Nachmittag frischte allmählich der Joran auf.
Einiges los auf dem Neuenburgersee. Das Wetter zeigte sich von der meist sonnigen Seite. Auch die Quellwolken blieben flach und somit harmlos. Der Wind war am Vormittag meist schwach, am Nachmittag frischte allmählich der Joran auf.
M. Grundlehner

Auf der Alpensüdseite lag heute noch eine deutlich wärmere, feuchtere und auch etwas instabilere Luftmasse als auf der Nordseite. Die Taupunkte lagen auf der Alpennordseite bei 10 bis 12 Grad, im Tessin hingegen bei 14 bis 17 Grad. Einzig in den oberen Alpentälern – wo der Nordwind durchgriff – sanken die Taupunkte auf Werte unter 10 Grad.

Am Nachmittag trocken

In der feuchtwarmen Luftmasse entstanden am Nachmittag ein paar Quellwolken. Lokale Schauer oder Gewitter entstanden bis am späten Nachmittag jedoch nur ausserhalb der Schweizer Grenze über Italien. 

Vergrösserte Ansicht: Radarbild um 16:45 Uhr. Bis am späteren Nachmittag sind in der Schweiz keine Schauer oder Gewitter entstanden. Im angrenzenden Italien hingegen schon. Die Gewitterzelle erreichte eine Höhe von über 12 km.
Radarbild um 16:45 Uhr. Bis am späteren Nachmittag sind in der Schweiz keine Schauer oder Gewitter entstanden. Im angrenzenden Italien hingegen schon. Die Gewitterzelle erreichte eine Höhe von über 12 km.

In den Niederungen stieg die Temperatur im Tessin auf Höchstwerte von 27 bis 30 Grad, im Mittelland auf 21 bis 25 Grad, inneralpin auf 24 bis 28 Grad. 

Vergrösserte Ansicht: Höchsttemperatur [°C] bis 16 Uhr.
Höchsttemperatur [°C] bis 16 Uhr.

Die Temperaturunterschiede werden noch grösser

Mit der kaum wetteraktiven Kaltfront werden die Unterschiede morgen noch grösser. Während es auf der Alpensüdseite nochmals zu einem Hitzetag kommen dürfte, werden auf der Alpennordseite noch 18 bis 22 Grad erreicht. Am Sonntag geht dann auch auf der Alpensüdseite die Temperatur deutlich zurück.

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