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Bis auf Weiteres Trogvorderseite

23. Juni 2022, 1 Kommentar
Themen: Wetter

Die Schweiz befindet sich seit einigen Tagen auf der Vorderseite eines umfangreichen Höhentroges, zeitweise in Form eines Höhentiefs, über der Biskaya. Diese grossräumige Wetterlage ist und bleibt bis auf Weiteres dieselbe. Im Detail unterscheiden sich die Tage jedoch sehr wohl. Welche Details heute wetterbestimmend waren, lesen Sie im Blog.

Sonnenaufgang in Güttingen. Foto: W. Nater
Sonnenaufgang in Güttingen. Foto: W. Nater

Wetterlage

Wie in der Einleitung beschrieben, befindet sich die Schweiz nach wie vor auf der Vorderseite eines umfangreichen Höhentroges. Wie der Name vermuten lässt, ist dieser Höhentrog besonders in der Höhe, unter anderem auf 500 hPa (auf rund 5760 Metern), gut erkennbar. Im Gegensatz zu gestern zieht heute im Laufe des Nachmittags ein in den Höhentrog eingebetteter Teiltrog durch. Dieser Teiltrog führt in der Höhe kühlere Luft zur Schweiz und sorgt damit für eine zusätzliche Labilisierung der Atmosphäre. Mit im Gepäck hat dieser Teiltrog auch zusätzliche Feuchtigkeit und wird voraussichtlich der Trigger (Auslöser) für die kräftigen Gewitter heute Nachmittag und Abend sein.  

Vergrösserte Ansicht: Geopotential und Temperatur auf 500 hPa (auf rund 5760 Metern). Die blaue Linie markiert ungefähr den erwähnten Teiltrog, besser erkennbar ist der thermische Teiltrog mit der kühleren Luft in der Höhe (unterhalb der blauen Linie in pinker Farbe). Auf der Vorderseite dieses Teiltroges werden voraussichtlich die kräftigen Gewitter am Nachmittag und Abend ausgelöst.
Geopotential und Temperatur auf 500 hPa (auf rund 5760 Metern). Die blaue Linie markiert ungefähr den erwähnten Teiltrog, besser erkennbar ist der thermische Teiltrog mit der kühleren Luft in der Höhe (unterhalb der blauen Linie in pinker Farbe). Auf der Vorderseite dieses Teiltroges werden voraussichtlich die kräftigen Gewitter am Nachmittag und Abend ausgelöst.
MeteoSchweiz

Nebelfelder

Der kalendarische Sommer hat erst vor ein paar Tagen angefangen und Nebel klingt nach Herbst. Wie passt das zusammen?

Nebel und Gewitter passen grundsätzlich nicht zusammen, dennoch gibt es Tage, wo beide Wetterphänomene vorkommen können. Eine ausführliche Beschreibung dazu finden Sie in diesem Blog.

Hinter den gestrigen Schauern und Gewittern, die den Boden angefeuchtet haben, lockerte sich die Bewölkung in der vergangenen Nacht zunehmend auf und bis am Morgen war es vielerorts klar. Damit konnten sich die bodennahen Luftschichten bis am frühen Morgen stellenweise unter den Taupunkt abkühlen und es bildeten sich Nebelfelder. Die Schauer und Gewitter haben damit durch die zugeführte Feuchtigkeit am Vorabend zur Nebelbildung beitragen.

Vergrösserte Ansicht: Nebelfelder zum Sonnenaufgang am Flughafen Zürich.
Nebelfelder zum Sonnenaufgang am Flughafen Zürich.
Foto: V. Hochuli

Nicht nur am Flughafen Zürich haben sich in den Morgenstunden Nebelfelder gebildet, sondern unter anderem auch in der Region Frauenfeld, im Reusstal sowie gebietsweise der Aare entlang. In den Alpentälern bildeten sich gebietsweise ebenfalls Nebelfelder, wie beispielsweise im Engadin und in der Surselva.

Vergrösserte Ansicht: Morgendliche Nebelfelder im Reusstal.
Morgendliche Nebelfelder im Reusstal.
Foto. D. Praloran

Tagsüber sonnig und sommerlich warm

Die morgendlichen Nebelfelder haben sich nach Sonnenaufgang rasch aufgelöst und in der Folge war es meist sonnig. Im Tagesverlauf bildeten sich zuerst über den Bergen, später auch im Flachland zunehmend Quellwolken. In den Morgenstunden wurden von der Region Bern bis zum Bodensee Tiefstwerte zwischen 13 bis 16 Grad gemessen. Bei diesen Tiefstwerten lohnt es sich die Fenster aufzureissen und gut durchzulüften. In der Genferseeregion sowie auf der Alpensüdseite waren die Temperaturminima mit 16 und 18 Grad etwas höher. Mit viel Sonnenschein wurden bis Redaktionsschluss um 17 Uhr Temperaturhöchstwerte zwischen 26 und 31 Grad gemessen.

Vergrösserte Ansicht:

Rückblick

Die gestrigen Gewitter hatten es in sich. Sie zogen vom Jura und von den westlichen Alpen nach Osten und Nordosten ins Flachland. In der Ostschweiz schwächten sich die Gewitter etwas ab und erreichten gewissen Regionen als Schauer. Von Südwesten her erreichte ein weiterer Gewitterkomplex um etwa 17:30 UTC die Genferseeregion. Diese Gewitter schwächten sich in der Folge jedoch ab.

Bemerkenswert sind die an einigen Stationen gefallenen Niederschlagssummen. Diese setzen sich teilweise aus den Schauern am Vormittag und verschiedenen durchziehenden Gewitterzellen am Nachmittag und Abend zusammen. In Fahy am Juranordfuss wurden gestern gesamthaft 50 mm registriert. In Ebnat-Kappel mit rund 40 mm sowie in Bière (Genferseeregion), Gersau und Wädenswil mit rund 38 mm wurden ebenfalls hohe Niederschlagssummen gemessen. Lokal gab es auch kräftige Böen, wie beispielsweise in Egolzwil mit 109 km/h und in Schmerikon mit 96 km/h sowie stellenweise auch Hagel.

Eindrücke der gestrigen Gewitter und Abendstimmung:

Meteo Meldungen: Hagel

Liebe Meteomelderin, lieber Meteomelder

Wir freuen uns ausserordentlich über ihre zahlreichen Meteo Meldungen. Vielen Dank! Insbesondere bei intensiveren oder sogar unwetterträchtigen Wetterlagen schätzen wir ihre Bildberichte sehr. Unsere PrognostikerInnen arbeiten täglich mit ihren Meldungen. Sie sind ein wertvoller Bestandteil des sogenannten «Nowcastings», das heisst, ihre Meldungen tragen zu einer umfassenden Wetterübersicht bei, welche die Basis für die Erstellung von Kurzfrist-Prognosen ist.

Angesichts der aktuellen Gewitterlage möchten wir ihnen ein paar Tipps für den Umgang mit Hagelbildern und Messungen geben.

Vergrösserte Ansicht: Bild 1: Hagelbild auf einem dunklen Untergrund mit Massstab. Ideale Darstellung.
Bild 1: Hagelbild auf einem dunklen Untergrund mit Massstab. Ideale Darstellung.
Foto: Meteomeldung/App

Hintergrund und Hagelkorngrösse

Suchen Sie möglichst das grösste Hagelkorn aus der Hagelfläche aus. Aber Vorsicht: Warten sie ab bis das Gewitter abgezogen ist! Verwenden sie zum Fotografieren der Hagelkörner einen dunklen Untergrund, damit das Hagelkorn möglichst kontrastreich sichtbar ist.

Grössenvergleich

Verwenden Sie einen Massstab zur Messung des Hageldurchmessers. Sie erleichtern sich (Eingabe in der Hagelmeldungsmaske der App), aber auch uns die Abschätzung über die Grösse des Hagelkorns. Ideal sind Metallmassstäbe (Kartenmassstab) oder Baumeter. Messen und Übermitteln sie immer die grösste diagonale Ausdehnung des Hagelkorns (Siehe Pfeile auf Bild 1).

Falls Sie keinen Massstab zur Hand haben, dienen Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs (Münzen, Sackmesser, etc.) ebenfalls als Grössenvergleich.

ACHTUNG: Bitte keine Bilder mit Hagel auf den Handflächen einsenden. Ein Algorithmus in unserer App erkennt die Abbildung von Körperteilen und weist diese Bilder zurück. Das heisst diese Bilder werden in den Meteo Meldungen nicht veröffentlicht. Auch Bilder mit dem Zeigefinger als Grössenvergleich werden zurückgewiesen.

Vergrösserte Ansicht: Bild 2: Hagelbild mit Abbildung von menschlicher Hand. Dieses Bild wird zurückgewiesen.
Bild 2: Hagelbild mit Abbildung von menschlicher Hand. Dieses Bild wird zurückgewiesen.
Foto: Meteomeldung/App
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Kommentare (1)

  1. Katharina B., 23.06.2022, 23:46

    Ramro, ramro….! ;) Wunderschönes Sonnenaufgang-Bild von dir lieber Werner! Bis bald vielleicht, Namaste!

    Antworten

    Antworten auf Katharina B.

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