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Es wird wärmer und wärmer

14. Juni 2022, 17 Kommentare
Themen: Wetter

Wie schon in den Vorhersagen angekündigt wird es nun von Tag zu Tag wärmer. Die Nachttemperaturen sinken immer weniger stark und «Abkühlungsphasen» durch Schauer oder Gewitter sind am Mittwoch und Donnerstag hauptsächlich in den Bergen zu erwarten und dort eher nur mit lokalem Auftreten. Das Thema einer markanten Hitzewelle wird uns auf der Alpennordseite spätestens ab Samstag beschäftigen, während die Alpensüdseite schon ab Donnerstag darunter leiden wird.

Die Säntisbahn mit den Churfirsten dahinter und weit im Hintergrund (etwas rechts von der Bildmitte) unter blauem Himmel der höchste «Glarner» des Tödimassivs am höchsten Punkt mit 3612 Meter. Foto: M. Kägi
Die Säntisbahn mit den Churfirsten dahinter und weit im Hintergrund (etwas rechts von der Bildmitte) unter blauem Himmel der höchste «Glarner» des Tödimassivs am höchsten Punkt mit 3612 Meter. Foto: M. Kägi

Kühle Nacht unter der Absinkinversion

Die starke Abtrocknung der Luftmasse durch den aufbauenden Hochdruckrücken von gestern, sorgte nochmals für eine deutliche nächtliche Abkühlung.
In den Niederungen der Alpennordseite lagen die Minima heute Morgen bei 8 bis 11 Grad, in La Brévine erreichte die Lufttemperatur sogar den Gefrierpunkt, während im Tessin die Tiefsttemperaturen mit 14 bis 18 Grad deutlich höher blieben. Einerseits war die Luftmasse dort wärmer, aber auch feuchter als im Norden, so dass die nächtliche Abstrahlung dadurch gedämpft wurde. Am Morgen bildeten sich dort mit der Sonneneinstrahlung rasch auch einige harmlose Quellwolken.

Vergrösserte Ansicht: Tiefsttemperaturen an den Swissmetnet-Stationen am 14.06.2022.
Tiefsttemperaturen an den Swissmetnet-Stationen am 14.06.2022.
Quelle: MeteoSchweiz

Die eingangs erwähnte Abtrocknung der Luftmasse nördlich der Alpen wurde durch den Höhenrücken bewirkt, der sich von Südwest- nach Mitteleuropa ausgedehnt hatte. Gleichzeitig hatte sich auch das Bodenhoch über den Beneluxstaaten verstärkt. Die damit verbundene Absinkinversion war nicht nur in der Radiosondierung Payerne, sondern auch auf den Webcams zu Tagesbeginn gut sichtbar.

Vergrösserte Ansicht: Blick vom Säntis Richtung Südwesten morgens um 3:30 Uhr, der Mond beleuchtet die Dunstschicht, deren Obergrenze etwa auf Säntishöhe bei ca. 2500 Metern liegt.
Blick vom Säntis Richtung Südwesten morgens um 3:30 Uhr, der Mond beleuchtet die Dunstschicht, deren Obergrenze etwa auf Säntishöhe bei ca. 2500 Metern liegt.
Quelle: Säntis Schwebebahn / Roundshot

Noch sonniger und wärmer als gestern

Sonst gibt es zum heutigen Tag nicht viel zu berichten. Abgesehen von den erwähnten Quellwolken im Süden musste man heute die Wolken geradezu suchen, so trocken war die Luftmasse. Nur gerade dünne Cirrenfelder machten sich am Nachmittag aus Nordwesten bemerkbar.
Nach dem kühlen Morgen wurde die Luft auf 2 Metern Höhe auf 25 bis 28 Grad erwärmt, im Zentralwallis und im Süden wurden lokal Höchstwerte um 30 Grad erreicht. Etwas «kühlenden» Effekt brachte die teils mässige Bise im Mittelland oder der thermisch induzierte Talwind in den Alpen.

Vergrösserte Ansicht: Satellitenbild (sichtbarer Kanal) des MeteoSat (MSG) mit Überlagerung der 500 hPa Geopotentialfläche des IFS Modells (ECMWF) von 12 UTC.
Satellitenbild (sichtbarer Kanal) des MeteoSat (MSG) mit Überlagerung der 500 hPa Geopotentialfläche des IFS Modells (ECMWF) von 12 UTC.
Quelle: MeteoSchweiz / MeteoSat / ECMWF

Aussichten auf die Hitzewelle

In den kommenden Tagen wird es markant wärmer und immer häufiger werden Hitzetage registriert. Die erhöhte Schauer- oder Gewitterneigung am Mittwoch und Donnerstag, die vor allem auf die Alpen beschränkt sein dürfte, wird kaum für eine wesentliche Abkühlung sorgen. Im Mittel- und Südtessin wird ab Donnerstag eine markante Hitzewelle erwartet. Die Höchsttemperatur wird tagsüber bis gegen 34 Grad ansteigen, und die Nächte mit Tiefstwerten um 20 Grad «tropisch» bleiben. Eine markante Hitzewelle auf der Alpennordseite voraussichtlich am Samstag und Sonntag ihren Höhepunkt erreichen.

Vergrösserte Ansicht: Warnkarte der MeteoSchweiz mit der Vorwarnung für die Hitzewelle auf der Alpensüdseite ab Donnerstag, 16.06.2022.
Warnkarte der MeteoSchweiz mit der Vorwarnung für die Hitzewelle auf der Alpensüdseite ab Donnerstag, 16.06.2022.
Quelle: MeteoSchweiz

Hier eine genauere Analyse:
In den vergangenen Tagen haben die Modelle betreffend Wetterlage und damit auch der Temperaturverteilung starke Schwankungen gezeigt. Beispielseise im eingangs erwähnten IFS-Modell hatte die Vorhersage vom 12.06. für den Raum Zürich eine Hitzewelle der Warnstufe 3 für die drei Tage vom 18. bis 20.06. mit etwa 40% Wahrscheinlichkeit berechnet.
Am 13.06. zeigten die neuen Berechnungen, dass die Hitzewelle vom Samstag bereits in der Nacht auf Montag durch eine Kaltfront wieder beendet werden soll.
Die neusten Modellberechnungen von heute Vormittag (14.06.) lassen für den Raum Zürich die Hitzewelle der Warnstufe 3 wieder über drei Tage von Samstag bis Montag andauern. Allerdings weiterhin mit Unsicherheiten. Deshalb wurde von MeteoSchweiz auch noch keine Vorwarnung ausgegeben. Ähnliches gilt für die Region Bern und Basel, auch dort werden die Warnschwellen noch nicht mit genügend Verlässlichkeit erreicht, bzw. überschritten. Anders hingegen sieht es auf der Alpensüdseite aus: Die Luftmasse ist dort bereits in den kommenden Tagen wärmer und feuchter, so dass für die Niederungen des Mittel- und Südtessins eine Vorwarnung vor einer Hitzewelle der Stufe 3 für die Dauer vom 16. 06. bis mindestens 19.06. ausgegeben wurde.

Weitere Informationen zu den Gefahrenstufen bei Warnungen vor Hitzewellen finden Sie hier:
https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/wetter/gefahren/erlaeuterungen-der-gefahrenstufen/hitze.html

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Kommentare (17)

  1. MeteoSchweiz, 15.06.2022, 09:13

    Guten Morgen Walter, am besten per Kontaktformular. Von dort wird es an uns weitergeleitet. Danke für Deine Beiträge. Freundliche Grüsse, Meteo Schweiz

    https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/formulare/kundendienst.html

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  2. Walter Janach, 15.06.2022, 08:55

    Für die Auswahl in den heutigen Blog:
    heute früh um 6:30 von Meggen aus in Richtung Obwalden mit Pilatus.
    Einen schönen Tag
    Walti
    Habe kein smartphone, wie kann ich Foto senden?

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    1. MeteoSchweiz, 15.06.2022, 09:13

      Guten Morgen Walter, am besten per Kontaktformular. Von dort wird es an uns weitergeleitet. Danke für Deine Beiträge. Freundliche Grüsse, Meteo Schweiz

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/formulare/kundendienst.html

  3. U.Döpper, 15.06.2022, 06:49

    Interessant dass es in den Medien nur immer ein Thema gibt: Hitze, Hitzewelle, Klimaerwärmung usw. Das fällt am Radio auf, das fällt am Tv au und von den online-Medien ganz zu schweigen.
    Als ich Kind und Jugendlicher war, hatten wir auch öfter hitzefrei, auch schon im Mai und Juni. Damals freute man sich und sagte einfach: Endlich, es ist Sommer!

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    1. R. Gfeller, 15.06.2022, 09:48

      Hitzefrei im Mai? In Bern z.B. gibt es im Mai nur etwa alle 10 Jahre einen Hitzetag. 1961-1990 waren ca. 3 Hitzetage pro Jahr die Norm, 1991-2020 bereits 9. Ist unter folgendem Link zu finden:

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/klima-normwerte/klimadiagramme-und-normwerte-pro-station.html?station=ber

  4. Pascal, 14.06.2022, 22:33

    Dad aktuelle ECMWF Modell (12z) berechnet jetzt für Anfang nächste Woche keine Abkühlung, sondern sogar heissere Temperaturen. Sieht es tatsächlich danach aus, dass uns doch eine lange Hitzewelle bevorsteht? Oder ist das noch sehr unsicher?

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    1. MeteoSchweiz, 14.06.2022, 23:57

      Guten Abend Pascal,
      Die Dauer der Hitzeperiode ist nach wie vor unsicher.
      Sie beziehen sich wahrscheinlich auf den HRES-Lauf des 12z IFS von heute 14.06. Dieser bewegt sich in Mitteleuropa am obersten Ende der zu erwartenden Temperaturen. Ab Montag 20.01. zeigen die einzelnen Member des IFS Ensembles nach wie vor eine breite Streuung der vorhergesagten Temperaturen (über 10 Grad).
      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  5. Oberlehrer, 14.06.2022, 19:42

    BU Säntis/Roundshot: "... beleuchtet die Dunstschicht, DEREN Obergrenze etwa auf ..."
    Nichts zu danken!

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    1. MeteoSchweiz, 14.06.2022, 19:56

      Hallo Oberlehrer, vielen Dank fürs Korrekturlesen! ;)
      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

    2. Oberlehrer, 15.06.2022, 19:22

      Gern gescheh'n! Grrrrnnns

  6. Manuel, 14.06.2022, 18:17

    Es ist sehr deprimierend, dass seit Frühling-Sommer 2021, das Wetter hier bei uns nicht mehr im Stande ist 20-30 Tage am Stück warmes schönes Sommerwetter aufrecht zu erhalten.
    Wenn der Klimawandel bei uns nasses kühles Sommerwetter bewirkt wird sollten wir uns eigentlich nicht große Gedanken betreffend Trockenheit machen. Die Winter sind viel zu warm aber dass kompensiert bei weitem nicht die seit letztem Jahr fehlende langen warmen Sommerwetter Phasen.
    Einfach nur traurig wenn Herbstwetter im Sommer ist.

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    1. Ricardo, 14.06.2022, 19:07

      Ich glaube, Sie verwechseln das schweizerische Klima mit dem des Mittelmeerraums. 20 oder 30 Tage am Stück von Sonne und Hitze ist statistisch gesehen nördlich der Alpen fast unmöglich (vielleicht mit einer Omega-Lage...). Aber wer weiss, wie es in Zukunft sein wird?

    2. Peter, 14.06.2022, 19:41

      Manuel: Ist das ernst gemeint?
      Falls ja, danke an Ricardo für die sachliche Bemerkung.

    3. Aurelia, 15.06.2022, 10:25

      Da schliesse ich mich den Repliken an: nass und kühl scheint mir bei den monatlichen Durchschnittstemperaturen doch auch eher die falsche Bezeichnung. Zum Glück gibts Wetter- und Klimastatistiken wie die von Meteoschweiz (und sogar noch einen so leserlichen und unterhaltsamen Blog für die Faktenaufarbeitung!). So kann, wer will, auch wirklich objektive Aussagen zu machen versuchen ;)

    4. herr_maler, 15.06.2022, 12:44

      Nicht bös gemeint, aber wir sind ein Alpenland, und nicht die spanische Küste.
      Der Sommer ist bei uns eigentlich die Regensaison, da die Winter über 1000m locker 6 Monate dauern können..

    5. Peter, 15.06.2022, 13:05

      Einige der letzten Sommer waren auch ungewöhnlich „schön“. Kann man mögen, muss man aber nicht. Andernorts leidet man bereits massiv unter Dürren, beispielsweise im Südwesten der USA. Wenn dort die beiden grossen Reservoirs Powell und Mead erst mal leer sind, wird der Verteilkampf ums Wasser umso härter. Als erstes kommen die Landwirte dran, dort wird der Wasserzufluss zu erst gekürzt. Wie lange können die Landwirte ohne Einkünfte durchhalten? Zu welchem Preis kann man unfruchtbares Land verkaufen?
      Vielleicht ein blödes Beispiel, da es ein wohlhabendes Land ist. Ich bin einfach besser informiert, was dort passiert als über zum Beispiel Afrika.
      Je mehr Gletscher wir verlieren, desto kleiner unsere Wasserreserve. Auch die Schneeschmelze wird in tieferen Regionen schneller durch sein, und bekanntlich haben diese den grössten Anteil an der Fläche. Daraus folgt dass wir auch hier noch anfälliger gegenüber langen Trockenperioden werden, weil der Schnee als Speicher immer öfters fehlt.

  7. Armand, 14.06.2022, 17:41

    Wir werden bald die ganze Schar haben, die uns sagen wird, dass es bei ihnen kalt war, dass das normal ist, weil es Sommer ist und so weiter und so fort.
    Die Tatsache, dass sich die Erde als Ganzes erwärmt, dass es immer häufiger zu aussergewöhnlichen Ereignissen kommt, dass das Eis und der Permafrostboden von Jahr zu Jahr weniger werden und dass all dies in einigen Jahrzehnten geschieht (und nicht in Hunderttausenden, wie es früher der Fall war), ist ihnen egal.

    *Dieser Kommentar wird in verkürzter Fassung publiziert, weil er nicht in allen Teilen den Regeln der Netiquette von MeteoSchweiz entspricht.*

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