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Die Sonne-der gelbe Zwerg

16. Juli 2022, 12 Kommentare
Themen: Wetter

Der Samstag war mit Ausnahme von ein paar Quellwolken meist sonnig. Um nicht nur von Hitze und Trockenheit zu schreiben, widmen wir uns dem gelben Riesen am Himmel. Streng genommen handelt es sich bei der Sonne um einen gelben Zwergstern.

Nur wenige Wolken sind vom Säntis aus zu beobachten. Foto: Bruno Kunz
Nur wenige Wolken sind vom Säntis aus zu beobachten. Foto: Bruno Kunz
Vergrösserte Ansicht: Grössenvergleich zwischen Sonne und Erde.
Grössenvergleich zwischen Sonne und Erde.
Quelle: https://solarsystem.nasa.gov/missions/?order=launch_date+desc&per_page=50&page=0&search=&fs=&fc=&ft=&dp=&category=

Die Sonne ist der grösste und einzige Stern in unserem Sonnensystem (Achtung nicht verwechseln mit der Milchstrasse, dies ist eine Galaxie und umfasst viele Sterne) und weist einen Radius von 695'700 km auf. Es würde circa 1.3 Millionen Erden brauchen, um das gleiche Volumen zu erreichen wie die Sonne.

Die Sonne besteht aus Gas und Plasma und im Innern ist es bis 15 Millionen Grad Celsius heiss!  Heiss genug für die Kernfusion, also das Verschmelzen von Wasserstoff-Atomkernen zu Helium. Dabei wird auch Energie zum Beispiel in Form von Licht und Wärme frei. 

Vergrösserte Ansicht: Quelle: https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2020/01/Anatomy_of_the_Sun
Quelle: https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2020/01/Anatomy_of_the_Sun

Nicht nur die Erde besteht aus verschiedenen Schichten und Sphären (wie Erdkern, Erdmantel und Kruste, Atmosphäre etc.) sondern auch die Sonne. Ausserhalb des Kerns liegt die Strahlungs- und Konvektionszone. Die Photosphäre wird häufig als Oberfläche bezeichnet, obwohl es sich im Grunde nicht um eine Oberfläche handelt, wie wir sie von der Erde kennen. Eigentlich ist sie die erste Schicht der solaren Atmosphäre und eine Art Übergangszone in welcher, die von der Sonne generierte Energie als sichtbare Strahlung abgegeben wird. Darüber liegt die Chromosphäre und Korona.

Die Chromosphäre und die Korona sind von Auge (auch mit Sonnenschutz) nur schwierig zu erkennen, nicht so aber während einer totalen Sonnenfinsternis. Die Chromosphäre erscheint als dünne, meist rötliche Linie und die Korona sieht wie ein weisser Strahlenkranz aus. Das Erstaunliche ist dabei, dass die Korona im Vergleich zur Chromosphäre und Photosphäre um einige Millionen Grad heisser ist. Warum dies so ist, ist Gegenstand aktueller Forschung.

Vergrösserte Ansicht:
Foto: Luc Viatour, https://lucnix.be/

Die Sonne emittiert nicht nur Licht, sondern auch geladene Teilchen, welche als Sonnenwind bekannt sind. Die Erde wird mittels Magnetosphäre und der Atmosphäre vor diesen geladenen Teilchen ausreichend geschützt. Es gibt jedoch ab und an Sonneneruptionen, welche grosse Plasmamengen ins Weltall schleudern – sogenannte koronale Massenauswürfe (Englisch Coronal Mass Ejections), welche zum Beispiel TV- oder Mobilfunk Satelliten stören können.

Zahlreiche Raumsonden befanden oder befinden sich immer noch im Weltall, um die Sonne zu erforschen. Ein Beispiel ist das Projekt STEREO (Solar TErrestrial RElations Observatory). Diese Forschungsmission befasste sich mit der Entstehung der koronalen Massenauwürfen und ihre Wechselwirkung auf die Magnetosphäre.

Eine weitere Raumsonde, die Parker Solar Probe, wurde vor fast 4 Jahren ins Weltall geschossen und wird der Sonne näherkommen als jede Raumsonde zuvor.

Weitere Weltall Missionen finden sie hier (auf Englisch).

Damit Ihnen in den Sommerferien nicht langweilig wird, hier einige Quellen für Ihre Lektüre:

https://solarsystem.nasa.gov/solar-system/our-solar-system/overview/ (Interaktives Tool – Erkunden Sie unser Sonnensystem. Es ist sehr empfehlenswert!)

https://www.nhm.ac.uk/discover/factfile-the-sun.html

https://www.astronomie.de/das-sonnensystem/die-sonne/

https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2020/01/Anatomy_of_the_Sun

https://www.nasa.gov/mission_pages/sunearth/news/mystery-sun.html

 

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Kommentare (12)

  1. P. Bernet, 16.07.2022, 23:56

    Apropos Kernfusion: Wenn es gelingt, diese
    auf der Erde zu realisieren, dann sind die
    meisten Energieprobleme gelöst.

    Antworten

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    1. hans wiesendanger, 17.07.2022, 17:05

      Wann, denken Sie, wird es soweit sein?

  2. Roman, 16.07.2022, 22:09

    Geschätztes Meteo Team, ein toller und interessanter Beitrag zu unserer Sonne! 🌞 Besten Dank für die immer ausführlichen und gut verständlich Erklärungen zu den aktuellen Wetterereignissen! ⛈ Eines der besten Apps für mich persönlich. 👍 Intergalaktische Grüße aus Österreich, Roman 🙂

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  3. Antonius, 16.07.2022, 20:39

    Danke für die immer sehr spannenden und wirklich guten Beiträge.Beim Durchmesser der Milchstraße muß sich ein Fehler eingeschlichen haben.Das sind doch nicht knapp 700000 Qkm sondern knapp 620000 Lichtjahre.Schöne Grüße aus dem Wallis.

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    1. MeteoSchweiz, 16.07.2022, 21:25

      Guten Abend Antonius

      Besten Dank für Ihr Lob. Die knapp 700'000 km beziehen sich auf den Radius der Sonne und nicht auf den Durchmesser der Milchstrasse.

      Beste Grüsse
      MeteoSchweiz

  4. Ruben, 16.07.2022, 20:14

    Vielen Dank für den Beitrag von der Sonne. Erfrischend anders als das Wetter gerade ist. :)

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  5. renato59, 16.07.2022, 18:30

    Wertes Meteoteam
    Ich komme heute mit einer Frage, die nicht direkt mit dem Blog zu tun hat: In diesen warmen bis heissen Tagen fällt mir auf, dass die Messstelle Bern-Zollikofen überraschend „frische“ Tagestemperatur-Maxima verzeichnet. Dies etwa im Vergleich zu den geografisch nahegelegenen Messstellen Payerne und Neuenburg oder auch zu der privaten, aber ebenfalls nach wissenschaftlichen Kriterien betriebenen Messstelle „Bernerwetter“ in Bern-Muri. Alle die genannten Messstellen weisen Temperatur-Maxima auf, die bisweilen um 2 bis 3 Grad höher liegen als Zollikofen. Gibt es für dieses Phänomen eine wissenschaftliche Erklärung oder handelt es sich einfach um einen statistischen Zufall?

    Antworten

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    1. MeteoSchweiz, 16.07.2022, 19:07

      Guten Abend Renato

      Vielen Dank für die interessante Frage. Tatsächlich sind die Höchsttemperaturen in den letzten Tagen an den Stationen Payerne oder Neuenburg um etwa 1-2 Grad höher als in Bern-Zollikofen oder auch an der (zu Bern) ähnlich hoch gelegenen Station Egolzwil. Diese Temperaturdifferenz tritt vor allem an sonnigen Tagen auf und ist sogar statistisch an der mittleren Tageshöchsttemperatur für den Monat Juli erkennbar. Diese beträgt in Bern 24.6 Grad, in Neuenburg 25.3 Grad und in Payerne 25.5 Grad. Die Gründe sind bestimmt vielfältig und würden einer genaueren Untersuchung bedürfen. Mit ein Grund dürfte sein, dass Bern zumindest einige Meter höher liegt als die anderen Stationen.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

    2. Oliver Sipos, 16.07.2022, 22:53

      Temperaturunterschied
      Liegt das auch der minimen Luftmassengrenze zwischen der West und deutschschweiz mir fällt auf dass in der Westschweiz immer höhere Temperaturen beschrieben sind
      Sehr interessanter Blog über die Sonne habe sehr viel gelernt weiter so
      Freundliche Grüße Oliver

    3. stefan83, 17.07.2022, 08:02

      Guten Morgen

      Betreibe selber auch eine private Station und habe meine Erfahrungen gemacht bei einem Umzug, dass es im gleichen Dorf und bis auf wenige Meter gleicher Höhe nun wärmer wird.
      Meine Vermutung ganz allgemein: Es hängt auch vom Standort und der Aufstellung der Station ab. Ob alles weit und breit grüne Wiese ist, wie gut Wind ran kommt und zwar nicht auf dem 10 Meter Windmasten, sondern bei der Temperatur auf 2 Meter und vieles mehr was noch innerhalb der Norm erlaubt ist.
      Meine Station war vorher voll im Talwind Durchzug Nähe vom Bach, nun eher im Windschatten eines Gebäudes im Wohnquartier. Immer noch Normgerecht von Rasen umgeben und hält den Abstand zu Gebäuden und Zufahrtstrasse ein, aber auch so ist es nun bis 2 Grad wärmer bei viel Sonne ohne Unterbruch als früher beim Vergleich mit den anderen Stationen und am Abend kühlt es verzögert ab.

      Hinzu kommen Luftmassen Unterschiede gerade wenn kältere Luft vom Hoch im Westen herumgeholt mehr den östlichen und nördlichen Landesteil trifft.

  6. Jan Schlomach, 16.07.2022, 17:36

    Hallo,
    es war heute ausgesprochen dunstig und die Fernsicht sehr eingeschränkt. Woran lag denn das ? Saharastaub ? Die Wetterlage war ja recht ähnlich wie anfangs Woche und da war es sehr klar.
    Gruss
    Jan

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    1. MeteoSchweiz, 16.07.2022, 17:59

      Guten Abend Herr Schlomach

      Anfang der Woche war die Luft bei uns recht trocken, am Donnerstag hat die «minimale Störung» (siehe Blog von gestern) etwas Feuchtigkeit besonders zum zentralen und östlichen Alpennordhang geführt. Diese Feuchtigkeit dürfte der Grund für die eingeschränkte Fernsicht sein. Saharastaub war kaum in der Luft vorhanden und hatte somit keinen Einfluss auf die Sichtverhältnisse.

      Beste Grüsse
      MeteoSchweiz