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Die Bedeutung der Wolkenbeobachtung am Flughafen Zürich

21. Dezember 2020
Themen: Über uns

Was haben Wolken mit dem An- und Abflugregime des Flughafens Zürich zu tun? Das Beispiel Anflug Ostkonzept veranschaulicht die Wichtigkeit der genauen Wolkenmessungen mittels Ceilometer und ein rasches Handeln. Beobachtungen rund um die Uhr gewähren einen sicheren Flugbetrieb.

Der Flughafen Zürich-Kloten zeichnet sich durch ein komplexes An- und Abflugverfahren aus. So wird der Flugbetrieb durch das sogenannte Nord-, Ost-, und Südkonzept geprägt. Das heisst je nach regulatorischen, zeitlichen aber auch wetterbedingten Faktoren wird am Flughafen Zürich auf verschiedenen Pisten gelandet und gestartet. Ein interessanter Einblick über das Betriebskonzept des Flughafens Zürich gewährt dieses Video.

Die meteorologischen Hauptfaktoren welche das An- und Abflugverfahren bestimmen, sind nebst dem aktuellen Wetter die Windstärke und -richtung, die vorherrschende Sicht und die Wolkenhöhen in der Umgebung des Flughafens.

Messungen der Wolkenbasis mittels Ceilometer

Die Ceilometer werden zur Bestimmung der Höhe der Wolkenbasis (bis zu 3 Wolkenschichten) und der Bewölkung eingesetzt. Diese lasergestützten Wolkenmesser sind aktive, optische Fernerkundungsgeräte, die leistungsstarke Laserlichtpulse in die Atmosphäre geben. Das an Gasen und Partikeln zurückgestreute Licht fangen sie danach ein und berechnen aufgrund der Laufzeit die Wolkenhöhe.

Meteorologische Grenzen: «Wolkenbasis» als Beispiel Ostanflugkonzept

Die sogenannte DVO-Regelung (Sperrung Nordanflug) verlangt es, dass Wochentags zwischen 21.00 bis 07.00 Lokalzeit, sowie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 20.00 bis 09.00 Lokalzeit ein Anfliegen der Pisten 14 oder 16 nur in Ausnahmesituationen erlaubt ist. Somit wird in diesen Betriebszeiten das sogenannte Ostkonzept von der Flugsicherung organisiert. Das heisst Landungen erfolgen von Osten auf der Piste 28 und Starts erfolgen Richtung Norden auf den Pisten 32/34.

Die allabendlichen Ostanflüge unterliegen allerdings einem kritischen meteorologischen Faktor. Nämlich der Wolkenhöhe über dem Raum Bassersdorf, östlich des Flughafens. Sobald die Wolkenbasis bei Schlechtwetter die kritische Höhe von 900 Fuss über Grund (706 m ü. M.) unterschreitet, meldet dies der Wetterbeobachter / die Wetterbeobachterin von MeteoSchweiz aus der Beobachtungsstation Oberglatt mittels der regulären, halbstündigen METAR-, oder als sogenannte SPECIAL-Meldung, zwischen den regulären Beobachtungszeiten. Das Ostkonzept muss also bei der Unterschreitung der kritischen Wolkenhöhe von der Flugsicherung situativ rasch angepasst werden. Das Ostanflugkonzept tritt zudem auch bei Westwindwetter, auch ausserhalb der oben beschriebenen Zeiten, in Kraft.

Vergrösserte Ansicht: Abb. 4: Endanflug bei Westwindwetter auf die Piste 28 (Ostkonzept) am Flughafen Zürich-Kloten.
Abb. 4: Endanflug bei Westwindwetter auf die Piste 28 (Ostkonzept) am Flughafen Zürich-Kloten.

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