Heftige Gewitter im Süden

5. Juni 2017, 13 Kommentare
Themen: Wetter

Heftige Gewitter entluden sich in den letzten 24 Stunden über Teilen der Alpensüdseite. Im Norden machte sich hingegen eher Herbststimmung breit.

Nebel am Sihlsee
Bild: Daniel Gerstgrasser

Am heutigen Montag war Petrus bemüht, die Wetterbilanz über die Pfingstfeiertage zwischen Alpennord- und Alpensüdseite etwas auszugleichen. So führten seit gestern Abend im Tessin sowie in Süd- und Mittelbünden mehrere Gewitterzüge zu grösseren Niederschlagsakkumulationen. Der Schwerpunkt der Gewitter lag eindeutig südlich vom Monte Ceneri  im Südtessin. Hier fielen seit gestern Abend um ca. 22 Uhr bis zum heutigen Redaktionsschluss 70 bis 110 Liter Regen auf jeden Quadratmeter, wobei die Wetterstation Stabio an der Grenze zur Lombardei den Spitzenwert registriert hat.

 

Wider Erwarten blieb also bisher das Maggiatal, das normalerweise bei Südwestlagen besonders viel Regen abbekommt, weitgehend verschont, wobei es auch hier alles andere als trocken blieb. Über die Gründe, warum die Gewitter eine südlichere Zugbahn als sonst wählten, lässt sich nur spekulieren. Wahrscheinlich fühlten sie sich in der Nähe der Poebene, wo die Taupunkte und damit die zur Verfügung stehende Feuchtigkeit höher waren, deutlich wohler als in den Bergen.

 

Im Norden nur wenig Regen

Auf Grund der etwas anderen Gewitterzugbahn im Süden verlief auch das Übergreifen der Niederschläge auf die Alpennordseite etwas anders als geplant. Während die Niederschlagsmengen im übrigen Graubünden in etwa den Erwartungen entsprachen (rund 30 l/qm am Alpenhauptkamm und rund 15l/qm gegen Norden hin), blieb es in den anderen Regionen über längere Zeit hinweg trocken oder es regnete nur schwach.

Insgesamt wenig Sonne und relativ kühl

Sonnenschein war heute schweizweit Mangelware. Nur in einem Streifen vom Genfersee über den Jurasüdfuss bis nach Basel zeigte sich unser Stern länger als 2 Stunden lang. Damit waren auch die Temperaturen sehr homogen verteilt: Die Höchstwerte lagen im Flachland meist im Bereich von 15 (Churer Rheintal) bis knapp 20 Grad (Genfersee, Baselbiet und Südtessin).

Herbstliche Impressionen am Pfingstmontag (Slideshow)

Mehr zum klassischen Seerauch ist hier auf unserer Homepage zu finden.

Kommentare (13)

  1. MeteoSchweiz, 06.06.2017, 09:48

    Bezüglich Wasser ist die Aussage mm/qm gleichwertig wie l/qm. Physikalisch ganz perfekt ist sicher der Ausdruck mm/qm (Hohlmass). Für einen Wetterbericht für das breite Publikum erlauben wir uns jedoch, auch die Angabe von l/qm (ebenfalls ein Hohlmass). Das ist zulässig.

  2. Sabine Siegrist, 06.06.2017, 08:46

    Hallo liebe Wetterfrösche ;-)!
    Lese immer mit Interesse Eure Wetterinformationen! Finde sie wirklich sehr lehrreich, auch wenn ich nicht alles verstehe...eine für mich positive Auswirkung hat es - ich schaue mehr in den Himmel um "das Wetter" genauer zu betrachten...!
    Vielen DANK!

  3. Jakob Frauchiger, 06.06.2017, 06:43

    Bilder sollten zu Titel passen. Der Sihlsee liegt vermtulich nicht südlich der Alpen.

  4. Hansjörg Schaltenbrand, 05.06.2017, 20:05

    Wann hört man endlich auf mit diesen dummen " Liter auf jeden Quadratmeter " ? Es sind Millimeter ! Mit "liter auf jeden Quadratmeter" kann sich niemand etwas vorstellen, da fast alle von uns noch nie mit einem Litergefäss eine Quadratmeterfläche begossen haben. Also warum einen einfachen Sachverhalt kompliziert darstellen ? Regen = mm
    Schnee = cm
    Mit freundlichen, hoffnungsvollen Güssen. H. Schaltenbrand

    1. Jürg Schellenberg, 06.06.2017, 08:38

      Wieso diese Aufregung ? 1 Liter = 1 mm. Es gibt doch wichtigere Probleme.....

    2. dani, 06.06.2017, 08:42

      da auch ich als laie weiss, dass 1 liter niederschlag pro m2 = 1mm regen und ca = 10mm trockener neuschnee sind, bin ich da nicht so fixiert.....

    3. Johan Montal, 06.06.2017, 09:07

      Ich bin dieser 'niemand' und kann mit der Literangabe pro Quadratmeter mehr anfangen als mit den Milimetern! Besonders, wer einen Garten hat, giesst mit einer Giesskanne Liter Wasser auf eine berstimmte Fläche, und nimmt wohl kein Millimeter-Massstab zu Hilfe. Wasser als Menge ist ein sog. Hohlmass, somit ist Liter oder Kilo vollkommen (auch) i.O.

    4. Hans Wiesendanger, 06.06.2017, 09:39

      Da es sich um Wasser handelt, sind es eben Liter pro Quadratmeter. Und den Rest hat man in der Schule gelernt. Für manche Leute ist es schwieriger, die Wassermenge mit der Angabe in mm pro Quadratmeter zu berechnen.

    5. MeteoSchweiz, 06.06.2017, 09:48

      Bezüglich Wasser ist die Aussage mm/qm gleichwertig wie l/qm. Physikalisch ganz perfekt ist sicher der Ausdruck mm/qm (Hohlmass). Für einen Wetterbericht für das breite Publikum erlauben wir uns jedoch, auch die Angabe von l/qm (ebenfalls ein Hohlmass). Das ist zulässig.

  5. Hans Wiesendanger, 05.06.2017, 18:59

    Immer wieder gut, Ihre Blogs. Vielen Dank. Nun noch eine Frage: Eine Wetterregel sagt: "Rägnets am Pfingschtsunntig, dänn rägnets 7 Sunntig". Hat diese Regel eine gewisse Berechtigung? Sagt sie etwas aus über die mögliche Dauer des wechselhaften Wetters oder gibt es so etwas wie ein 7 - Tage Intervall im Wetterablauf? Oder ist es einfach "Humbug"?

    1. Rolf Gutzwiller, 06.06.2017, 12:19

      Nochmal zur Einheit des Niederschlags in Form von Wasser: mm und l/qm ist genau dasselbe, beides ein Längenmass, einfach gegenüber dem MKSA - System mit dem Faktor 1000 multipliziert (1m = 1000mm resp. 1 Kubikmeter = 1000 Kubikdezimeter oder Liter). l/qm sind missverständlicher als mm, die Zeitungen schreiben z.B., in Basel habe es 20 Liter geregnet, was natürlich Unsinn ist. Auch mm/qm ist falsch.

    2. Hans Wiesendanger, 06.06.2017, 18:17

      Meine Frage betreffend Pfingstwetter und die folgende Zeit ist nicht beantwortet. War wohl ein Versehen mit der ganzen Diskussion um Millimeter oder Liter.

    3. MeteoSchweiz, 07.06.2017, 13:28

      Hier die Antwort auf Ihre Frage vom 5. Juni, 18:00 Uhr:

      Grundsätzlich enthalten solche Regeln/Bauernregeln immer einen Anteil "Wahrheit", da sie auf Erfahrungen, Beobachtungen und Aufzeichnungen beruhen. Der Ausdruck "Humbug" ist etwas stark, aber die Regeln halten der Wissenschaft nicht stand. Die Abweichungen von diesen Regeln sind öfter als ihr Eintreffen.

      Bezüglich 7-Tage-Intervall lässt sich sagen, dass sich Hochs und Tiefs in den mittleren Breiten relativ regelmässig abwechseln (siehe auch "Atmosphärische Rossby-Wellen" unter https://de.wikipedia.org/wiki/Rossby-Welle). Eine Untersuchung diesbezüglich hat ergeben, dass im Durchschnitt alle 5 bis 7 Tage ein Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa zieht. Es kann also durchaus Phasen geben, in denen ein paar Wochen lang die Störungen immer exakt aufs Wochenende fallen. Dieser Umstand kann den Eindruck hervorrufen, das Wetter habe sich gegen die eigene Freizeitplanung verschwört. Eine Häufung dieser Perioden um Pfingsten herum ist allerdings nicht bekannt.