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Endlich Winter in den Alpen

10. Dezember 2018, 2 Kommentare
Themen: Wetter

Starker bis stürmischer Höhenwind sorgte heute den Alpen entlang für einen Wolkenstau mit teils anhaltendem Schneefall, der weit über den Alpenhauptkamm hinaus reichte. Während sich das Wetter im Mittelland veränderlich zeigte, war es im Südtessin sonnig.

Verschneite Landschaft bei Les Paccots in der Freiburger Alpen. Bild: www.roundshot.com
Verschneite Landschaft bei Les Paccots in der Freiburger Alpen. Bild: www.roundshot.com

Der Wolkenstau am Alpennordhang

Ein sehr starker Jetstream (Starkwindband in der obersten Wetterschicht der Atmosphäre) mit Geschwindigkeiten von 200-250 km/h, der vom Nordmeer und der Nordsee über den Alpenraum bis ins westliche Mittelmeer reichte, führte heute feuchtlabile Polarluft zur Schweiz.

 

Die herangeführte Polarluft  staute sich am Alpennordhang und wurde infolge des starken bis stürmischen Windes über den Alpenhauptkamm hinweg bis zum Alpensüdhang verfrachtet. Begleitet war der Stau von zum Teil anhaltendem Schneefall, der bereits gestern Sonntag einsetzte. Innerhalb von 24 Stunden fielen bis heute Morgen zur Freude aller Wintersportbegeisterten vor allem in den zentralen Alpen sowie in den Bündner Bergen 20 bis 60 cm Neuschnee.

 

Veränderliches Mittelland

Wie in labiler Polarluft üblich, gestaltete sich das Wetter im Flachland der Alpennordseite veränderlich. Ausgedehnte Bewölkung prägte hier weitgehend das Wettergeschehen, vor allem gegen Norden hin zeigte sich auch ab und zu die Sonne (0.5 bis 2.3 Sonnenstunden). Nur gelegentlich fiel Regen, beziehungsweise oberhalb von 700 bis 1000 Meter Schnee, dies besonders dem Jurasüdfuss entlang (2-9 mm).

 

Wetterallerlei im Mittelland

Sonniges Südtessin

Weder Regen, Schnee noch Wolken prägten das Wetter im Südtessin. Hier sorgte der Nordwind, der auf dem Monte Generoso gut spürbar war, für einen weitgehend wolkenlosen Himmel. Dementsprechend schien die Sonne rund 7 Stunden und die Temperaturen stiegen auf rund 12 Grad, während sie im Norden bei rund 7 Grad verharrten.

 

Erneut Leewellen

Auch heute waren auf den Satellitenbildern schöne Leewellen erkennbar, dies vor allem südlich des Massif Central sowie südlich der Ostalpen. Ihre Entstehung wurde im Blog von gestern ausführlich beschrieben.

 

Kommentare (2)

  1. Res Luder Unterseen, 10.12.2018, 18:51

    Vielen Dank für die (wie immer) anschauliche Analyse des Wetterverlaufes von heute, 10.12.18. Wir hatten somit eine klassische Nordstaulage, wo Luft mit polarem Ursprung an den Alpen gestaut wurde, was an meinem Wohnort sich mit viel Regen (früher Schnee) bemerkbar machte.
    Seit 2003 sammle ich die Bodenwetterkarten von winterlichen Nordstaulagen. Ich stelle die Tendenz fest, dass bei vergleichbaren Situationen ein Anstieg der mittleren Schneefallgrenze während der Stauphase feststellbar ist. Bis vor einigen Jahren hat es bei einer wie heute aufgetretenen Wetterlage verbreitet bis ins Flachland geschneit und bei uns in der Stau- Region Interlaken grössere Schneemengen abgeladen. Heute verharrte die Schneefallgrenze bei ca 700m, weiss wurde es ca ab 1000m ü M.
    Könnte das einen Zusammenhang haben mit der höheren Nordseetemperatur und der verminderten Abkühlung des Festlandes bis zum heutigen Tag in Vergleich zu früheren Jahren haben?
    Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen spannend und somit auch Ihre täglichen geschätzten Kommentare!

    1. MeteoSchweiz, 12.12.2018, 10:15

      In der Schweiz beobachten wir einen langfristigen signifikanten Anstieg der winterlichen Nullgradgrenze. Im Mittel liegt der Anstieg bei 65 m pro Jahrzehnt. Der Grund hierfür liegt im ebenfalls signifikanten Anstieg der Wintertemperatur in der Schweiz. Mit der höheren Wintertemperatur und der höheren Nullgradgrenze ist auch eine im Mittel höher liegende Schneefallgrenze zu erwarten. Das ist nichts anderes als die laufende Klimaänderung. Informationen zum Anstieg der winterlichen Nullgradgrenze in der Schweiz sind im Klimareport 2017 der MeteoSchweiz auf Seite 59 zu finden.

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/service-und-publikationen/Publikationen/doc/klimareport_2017_DE_web_NEU.pdf